Welcher Job passt perfekt zu mir? – 14 Kriterien
Bei der Jobauswahl geht es immer um individuelle Prioritäten, persönliche Erwartungen und berufliche Ziele. Die erste Voraussetzung für eine erfolgreiche Jobauswahl ist deshalb eine gründliche und ehrliche Selbstreflexion. In unserer Übersicht zeigen wir Ihnen 14 bewährte Kriterien, mit denen Sie den für Sie perfekt passenden Traumjob finden können:
Kriterium |
Worum geht es? |
| 1. Sicherheit | Ein wirtschaftlich stabiler Arbeitgeber sorgt für langfristige Planungs- und Arbeitsplatzsicherheit. |
| 2. Aufgabenfeld | Die Aufgaben passen zu Ihren Stärken, Interessen und Fähigkeiten und bleiben langfristig spannend. |
| 3. Arbeitsatmosphäre | Ein wertschätzendes Betriebsklima mit Respekt, Anerkennung und guter Zusammenarbeit. |
| 4. Aufstiegschancen | Es bestehen echte Möglichkeiten zur beruflichen Weiterentwicklung und Karriere. |
| 5. Weiterbildungen | Der Arbeitgeber unterstützt Ihre fachliche und persönliche Entwicklung durch Fort- und Weiterbildungen. |
| 6. Eigenverantwortung | Sie können selbstständig arbeiten, Entscheidungen treffen und Verantwortung übernehmen. |
| 7. Flexible Arbeitszeiten | Arbeitszeit und Arbeitsort bieten genügend Flexibilität, z. B. Homeoffice oder Gleitzeit. |
| 8. Selbstverwirklichung | Sie können Ihre Ideen einbringen, mitgestalten und sinnstiftend arbeiten. |
| 9. Zusatzleistungen | Attraktive Benefits und Zusatzleistungen ergänzen das Gehalt. |
| 10. Unternehmenskultur | Werte, Kommunikation und Zusammenarbeit passen zu Ihren persönlichen Vorstellungen. |
| 11. Führungsverhalten | Der Führungsstil unterstützt Ihre Arbeitsweise und fördert Motivation sowie Entwicklung. |
| 12. Employer Branding | Der gute Ruf des Arbeitgebers wird durch authentische Erfahrungen und Bewertungen bestätigt. |
| 13. Vereinbarkeit | Flexible Lösungen erleichtern die Balance zwischen Beruf, Familie und Privatleben. |
| 14. Gehalt | Die Vergütung ist fair, marktgerecht und entspricht Ihrer Leistung sowie Ihren Erwartungen. |
Beispiel: Jobauswahl-Test
So können Sie die Auswahlkriterien für sich als Test nutzen:

Jobauswahl: Die Punkte im Detail
1. Sicherheit
Es gibt zwar keine 100-prozentige Jobsicherheit. Dennoch sollten Sie sich nicht von Anfang an Sorgen um Ihren Arbeitsplatz machen müssen. Ein potenzieller Arbeitgeber sollte deshalb in einer wirtschaftlich stabilen Lage sein. Nur so können Sie langfristig planen – nicht bloß beruflich, sondern auch privat, weil Sie dadurch größere finanzielle Sicherheit bekommen.
2. Aufgabenfeld
Ein wichtiges Kriterium für die Jobauswahl ist das konkrete Aufgabenfeld und die Tätigkeitsbeschreibung. Anders ausgedrückt: Was genau machen Sie in der Position? Aufgaben müssen zu Ihren Stärken und Fähigkeiten passen, vor allem aber auch spannend und herausfordernd sein. Sonst werden Sie bereits nach kurzer Zeit unzufrieden im Job.
3. Arbeitsatmosphäre
In Umfragen werden die Arbeitsatmosphäre und das Betriebsklima regelmäßig zum wichtigsten Punkt bei der Jobauswahl und der späteren Zufriedenheit genannt. Schließlich verbringen Sie täglich acht Stunden am Arbeitsplatz mit den Kollegen und Führungskräften. Wenn die Chemie nicht stimmt, ist Frust garantiert. Es braucht Wertschätzung, Anerkennung und gegenseitigen Respekt.
4. Aufstiegschancen
Wollen Sie auf der Karriereleiter noch weiter nach oben? Dann müssen Job und Arbeitgeber die entsprechenden Möglichkeiten dazu bieten. Nicht jede Position wird zum Sprungbrett, manchmal ist es eher eine Sackgasse. Informieren Sie sich bereits vor der Jobauswahl, wie die Aufstiegschancen stehen – oder ob die Chancen schlecht sind und Sie Ihre Karrierepläne woanders verwirklichen sollten.
5. Weiterbildungsmöglichkeiten
Zur beruflichen Entwicklung gehören auch Weiterbildungen oder Angebote für Fortbildungen. Wenn Sie Ihre Fähigkeiten ausbauen oder Ihr Wissen vertiefen wollen, sollte der Arbeitgeber Sie bei dem Vorhaben unterstützen. Manche Unternehmen fördern eigene Mitarbeiter aktiv und umfangreich, andere halten sich aus dem Thema komplett raus.
6. Eigenverantwortung
Viele Arbeitnehmer wünschen sich Eigenverantwortung und selbstständiges Entscheiden im Job. Nicht jeder kommt mit einem Mikromanager klar, der gerne alles kontrolliert und bei jeder Aufgabe über die Schulter guckt.
7. Flexible Arbeitszeiten
In der heutigen Zeit ein besonders wichtiger Faktor. Wollen Sie in einem klassischen 9-to-5-Job arbeiten oder wünschen Sie sich flexiblere Arbeitszeiten? Gerade jüngere Generationen wünschen sich mehr Gestaltungsspielraum bei der Arbeit. Das gilt gleichermaßen für den Arbeitsort. Regelungen zum Homeoffice oder Modelle zum mobilen Arbeiten können Kriterien für die Jobauswahl sein.
8. Selbstverwirklichung
Der Job sollte mehr sein als nur Broterwerb. Er ist ein Mittel zur Selbstverwirklichung. Sie können die Arbeit mitgestalten, Ihre Ideen einbringen, eigene Projekte entwickeln und umsetzen. Ein solcher Arbeitsplatz wird als erfüllend und sinnstiftend empfunden, macht langfristig glücklich und erfolgreich.
9. Zusatzleistungen
Zusatzleistungen sind Extras, die ein Arbeitgeber seinen Mitarbeitern bietet. Das können monetäre Incentives sein, aber auch nicht-monetäre Leistungen können einen Unterschied machen. Bei der Jobauswahl lohnt es sich deshalb, neben den reinen Gehaltszahlen auf andere Benefits zu achten.
10. Unternehmenskultur
Werte, Kommunikation, Hierarchien und der Umgang untereinander – die Unternehmenskultur sollte zu Ihren Vorstellungen passen. Sie müssen sich mit Ihrem Arbeitgeber identifizieren können, um motiviert zu arbeiten und Unternehmensziele zu verfolgen.
11. Führungsverhalten
Mitarbeiter kommen wegen des Jobs, bleiben wegen der Aufgabe und gehen wegen des Chefs. Achten Sie auf das Verhalten von Führungskräften und machen Sie sich möglichst frühzeitig ein Bild vom Führungsstil. Das kann bei einem Probearbeiten sein, aber auch im Vorstellungsgespräch oder während der anfänglichen Probezeit. Wählen Sie einen Job, bei dem das Führungsverhalten mit Ihren Erwartungen und Ihrer Arbeitsweise zusammenpasst.
12. Employer Branding
Im Internet, über Bewertungsportale oder über Kontakte zu Mitarbeitern können Sie viel über das Employer Branding erfahren. Achten Sie dabei nicht nur auf die Werbung von Unternehmen selbst, sondern auch auf andere Informationsquellen. So erkennen Sie, ob beispielsweise Work-Life-Balance nur auf die Fahnen geschrieben oder tatsächlich umgesetzt wird.
13. Vereinbarkeit von Familie und Beruf
Für berufstätige Eltern ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein entscheidendes Kriterium der Jobauswahl. Längst nicht jeder Arbeitgeber geht dabei auf die Bedürfnisse der Arbeitnehmer ein. Wie wird das Thema Elternzeit behandelt? Wie flexibel können Sie sein, wenn Sie kurzfristig Ihr Kind betreuen müssen? Solche Fragen sollten im Vorfeld der Jobauswahl geklärt werden.
14. Gehalt
Das Gehalt ist natürlich ein zentraler Faktor und eine unfaire Bezahlung kann ein ansonsten attraktives Jobangebot ruinieren. Trotzdem ist es nicht der wichtigste Faktor und sollte nicht das einzige Kriterium für die Jobauswahl sein. Ein guter Verdienst tröstet auf Dauer nicht über einen Job hinweg, der Ihnen nicht gefällt und an dem die Rahmenbedingungen nicht stimmen.
Optimal-Stopping-Theorie: Perfekter Zeitpunkt zur Jobauswahl
Sie sind erfolgreich auf Jobsuche, haben viele Vorstellungsgespräche und stehen vor der Jobauswahl. Wann genau treffen Sie Ihre Entscheidung? Darauf gibt es tatsächlich eine mathematische Antwort in der sogenannten Optimal-Stopping-Theorie. Die Grundlage: Nach jedem Gespräch müssen Sie sofort entscheiden: Job annehmen oder ablehnen? Es gibt kein Zurück. Laut Theorie liegt der Optimal-Stopping-Point bei 37 %. Sie lehnen 37 % der Jobangebote ab – und wählen den nächsten Job, der das bisher beste Angebot übertrifft. Angenommen, Sie haben 16 Gespräche vereinbart, müssten Sie somit (gerundet) die ersten 6 Jobs ablehnen, sich einprägen, was davon am besten war, und ab dem siebten Interview akzeptieren, wenn ein noch besserer Job kommt.
Perfekter Zeitpunkt funktioniert nur in der Theorie
Leider funktioniert dieser perfekte Zeitpunkt nur in der Theorie. In der Praxis würden Sie natürlich alle Vorstellungsgespräche durchlaufen und erst am Schluss die Jobauswahl treffen – und müssten sich nicht gleich im Anschluss an jedes Gespräch festlegen. Auch ist es keine Garantie für die beste Wahl. Schließlich könnte der Traumjob schon in den ersten (abgelehnten) Stellen liegen. Trotzdem zeigt das Gedankenspiel, wie wichtig es ist, die Jobauswahl gründlich abzuwägen.
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