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Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Vorteile & Maßnahmen

Es ist die große Herausforderung für alle berufstätigen Eltern: Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf steht seit Jahren im Fokus der Aufmerksamkeit – bleibt aber ein schwieriges Thema. Unternehmen und gesetzliche Regelungen versuchen beide Bereiche besser kombinierbar zu machen, doch in der Praxis bleiben Probleme bestehen. Wir zeigen, wie wichtig die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist und mit welchen Maßnahmen sie gelingen kann…



Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Vorteile & Maßnahmen

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Definition: Was ist Vereinbarkeit von Familie und Beruf?

Bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf geht es darum, zwei zentrale Lebensbereiche in Einklang zu bringen – ohne bei einem Abstriche machen zu müssen. Dahinter stehen Maßnahmen und gesetzliche Regelungen, die es berufstätigen Eltern ermöglichen, gleichzeitig eine erfolgreiche Karriere anzustreben und den Wunsch nach einem erfüllten Familienleben nachzukommen.

Weiter gefasst geht es bei der Vereinbarkeit um die Kombination von privaten Zielen und Wünschen mit dem eigenen Job. Keine schlechten Kompromisse oder Nachteile in einem Bereich, weil die Erwartungen unter einen Hut gebracht werden können.

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Probleme: Warum klappt die Vereinbarkeit nicht?

Viele Arbeitnehmende wünschen sich mehr Vereinbarkeit von Familie und Beruf. In der Realität müssen sich viele aber zwischen den Bereichen entscheiden: Lieber Karriere oder doch Familie? Oder erst das eine und dann das andere? Gerade Frauen machen dann häufiger Abstriche in der Karriereplanung.

Aber warum funktioniert die Vereinbarkeit nicht? Dahinter stehen gleich mehrere Probleme, die es Arbeitnehmern teilweise unmöglich machen, Familie und Beruf zu kombinieren:

  • Befristete Arbeitsplätze

    Gerade am Anfang der Karriere geht es oft von einem befristeten Arbeitsverhältnis ins Nächste. Die Zeit überschneidet sich mit den Jahren, in denen junge Arbeitnehmer über die Gründung einer Familie nachdenken. Die Unsicherheit im Anstellungsverhältnis macht eine langfristige Planung unmöglich. So sind Arbeitnehmer gezwungen, erst einmal abzuwarten.

  • Fehlende Kitaplätze

    Gerade in Großstädten ein häufiges Problem: Es gibt nicht genügend Kitaplätze. Berufstätige Eltern haben ein Betreuungsproblem: Sie müssen entweder selbst zuhause bleiben und können gar nicht arbeiten oder brauchen eine Alternative zum Kitaplatz. Das führt gleich zum nächsten Problem.

  • Hohe Betreuungskosten

    Ein Betreuungsplatz kann je nach Alter des Kindes und Umfang der Betreuungszeiten teuer sein. Ein berufstätiger Elternteil (häufig die Mutter) arbeitet deshalb oft in Teilzeit – das senkt die Kosten und bringt Zeit mit der Familie. Es ist aber eher ein Kompromiss als echte Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

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Vorteile der Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist schwierig, aber lohnt sich für beide Seiten. Oft werden nur die Vorteile für Arbeitnehmer gesehen, doch auch Unternehmen profitieren, wenn sie sich als familienfreundlicher Arbeitgeber präsentieren:

Vorteile für Mitarbeiter

  • Stress
    Durch Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird vielen Eltern ein großer Stressfaktor genommen. Es ist eine Sorge weniger, um die sie sich kümmern müssen.
  • Organisation
    Wie kommt das Kind pünktlich in den Kindergarten und man selbst rechtzeitig zur Arbeit? Und wie passt der eigene Feierabend zu den Abholzeiten? Familienfreundlichkeit erleichtert die Organisation ungemein.
  • Flexibilität
    Die Flexibilität ist ein wichtiger Vorteil. Ändert sich kurzfristig etwas an der Betreuungssituation oder wird das Kind krank, wird schnell und unkompliziert eine Lösung gefunden.
  • Zufriedenheit
    Mitarbeiter empfinden mehr Zufriedenheit mit ihrer beruflichen Situation. Sie sind glücklich mit ihrem Arbeitgeber und zeigen das auch im Job.

Vorteile für Arbeitgeber

  • Employer Branding
    Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist ein starkes Argument im Employer Branding. Unternehmen werden für berufstätige Eltern zu einem attraktiven Arbeitgeber.
  • Loyalität
    Mitarbeiter entwickeln durch Zufriedenheit und Identifikation mit dem Arbeitgeber größere Loyalität. Beschäftigungsverhältnisse halten lange und die Fluktuationsrate sinkt.
  • Motivation
    In einer solchen Unternehmenskultur sind Angestellte motivierter und arbeiten produktiver. Sie zeigen größeres Engagement, sind leistungsfähiger und liefern bessere Ergebnisse.
  • Fachkräftemangel
    Es gehen keine wertvollen Fachkräfte verloren, weil diese lange für Betreuungszeiten ausfallen oder einen Arbeitgeber suchen, der die eigenen Erwartungen besser erfüllt.
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Maßnahmen: Das können Unternehmen tun

Ob Vereinbarkeit von Familie und Beruf gelingt, hängt von den Regelungen und Angeboten des Arbeitgebers ab. Allerdings reicht es nicht aus, nur mit einem „familienfreundlichen Arbeitsplatz“ zu werben. Unternehmen müssen handeln und berufstätige Eltern tatsächlich unterstützen. Mögliche Maßnahmen dazu sind:

Flexible Arbeitszeiten

Flexible Arbeitszeitmodelle sind eine zentrale Maßnahme für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. So kann der Tagesablauf besser an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden. Mögliche Umsetzungen sind Regelungen zu Gleitzeit oder Vertrauensarbeitszeit.

Verschiedene Arbeitsmodelle

Neben den Arbeitszeiten kann das gesamte Arbeitsmodell neu und flexibler gestaltet werden. Durch Homeoffice und Remote Work erleichtern Arbeitgebern ihren Mitarbeitern die Kombination von Job und Privatleben. Manche Unternehmen ermöglichen sogar, Kinder mit ins Büro zu bringen, wenn die Betreuung kurzfristig ausfällt.

Unterschiedliche Teilzeitangebote

Viele Familien entscheiden sich für eine Beschäftigung in Teilzeit – keiner muss ganz auf die Karriere verzichten, es gibt ein zweites Einkommen und trotzdem bleibt Zeit für Familie und Kinder. Unternehmen sollten dies durch verschiedene Angebote zur Teilzeitarbeit unterstützen. Das können klassische Teilzeitjobs sein, aber auch Konzepte wie Jobsharing.

Kurzfristige Urlaubsplanung

Eine vollständige Urlaubsplanung am Anfang des Jahres ist für Familien schwierig. Familienfreundlicher ist eine kurzfristige Urlaubsplanung, die jederzeit an Veränderungen und Bedürfnisse angepasst werden kann.

Betriebliche Kinderbetreuung

Ein betrieblicher Kindergarten oder eine Betriebskita sind große Maßnahmen, aber für Mitarbeiter unendlich wertvoll. Das Problem der Kinderbetreuung ist gelöst, weil der Nachwuchs für die gesamte Arbeitszeit gut versorgt ist. Andere Möglichkeiten zur betrieblichen Vollzeit-Kita sind Betreuungsangebote in den Schulferien und während Kita-Schließzeiten oder steuerfreie Zusatzleistungen für die Betreuungskosten.

Gesetzliche Regelungen für mehr Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Neben den konkreten Maßnahmen in Unternehmen gibt es auch gesetzliche Regelungen, mit denen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gefördert werden soll. Zwar werden weitere Schritte der Politik gefordert, es gibt jedoch bereits einige gesetzliche Regelungen, um berufstätige Eltern zu unterstützen:

  • Elternzeit
    Alle Arbeitnehmer haben nach der Geburt eines Kindes Anspruch auf Elternzeit. Nach der Geburt können Angestellte für bis zu drei Jahre freigestellt werden. Im Anschluss können sie garantiert an einen vergleichbaren Arbeitsplatz zurückkehren. Nachteil: Die Elternzeit ist unbezahlt – hier helfen die nächsten gesetzlichen Regelungen.
  • Elterngeld und Elterngeld Plus
    Elterngeld, Elterngeld Plus und die zusätzlichen Partnerschaftsbonusmonate haben die Vereinbarkeit von Familie und Job erleichtert. Seit der Einführung kehren Mütter häufiger in eine Vollzeitstelle zurück und die Verteilung von Arbeit und Familie zwischen Männer und Frauen wird ausgeglichener.
  • Ausbau der Kinderbetreuung
    Der Bund investiert seit Jahren in den Ausbau der Kinderbetreuung, um zusätzliche Betreuungsplätze zu schaffen und die vorhandene Lücke zu schließen. Es kommt zwar weiterhin zu Engpässen, doch das Problem wird angegangen.
  • Rechtsanspruch
    Ab dem ersten Geburtstag hat jedes Kind in Deutschland einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz. Die Umsetzung ist allerdings schwierig. Kommt von den Kitas eine Absage, weil es keine Plätze gibt, muss der Betreuungsanspruch eingeklagt werden.
  • Geplant: Vaterschaftsurlaub
    Noch für dieses Jahr ist ein Vaterschaftsurlaub geplant. Die gesetzliche Regelung soll für das zweite Elternteil einen bezahlten Urlaub nach der Geburt garantieren.

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