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Identifikation mit dem Arbeitgeber: Vor- & Nachteile

Unternehmen wünschen sich Loyalität und eine große Identifikation mit dem Arbeitgeber. Gleichzeitig zeigen Studien: Nur ein kleiner Teil der Arbeitnehmer empfindet eine starke Bindung zum Unternehmen. Viele schieben nur Dienst nach Vorschrift oder haben bereits Wechselgedanken. Aber was macht die Identifikation mit dem Arbeitgeber aus und welche Vor- sowie Nachteile sind damit verbunden? Wir erklären es und geben Tipps, wie die Identifikation gesteigert werden kann…



Identifikation mit dem Arbeitgeber: Vor- & Nachteile

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Was ist Identifikation mit dem Arbeitgeber?

Identifikation mit dem Arbeitgeber ist eine echte Verbundenheit zwischen Mitarbeiter und Unternehmen. Es ist ein Wir-Gefühl und enger Zusammenhalt. Arbeitnehmer identifizieren sich dabei mit der Unternehmenskultur, den unternehmerischen Zielen sowie den Werten, die ein Betrieb nach innen und außen vertritt. Die Ziele des Arbeitgebers werden dabei nicht nur mitgetragen, sondern zu den eigenen gemacht.

Wirkliche Identifikation mit dem Arbeitgeber geht über reine Zufriedenheit im Job hinaus. Mitarbeiter können durchaus glücklich und zufrieden sein, wenn sie sich wenig mit dem Unternehmen identifizieren – beispielsweise wenn Gehalt oder Arbeitsatmosphäre gut sind. Wer sich identifiziert, fühlt sich dem Unternehmen in hohem Maße zugehörig und trägt mit großer Begeisterung und Engagement zum Unternehmenserfolg bei.

Viele identifizieren sich mit dem Job, nicht mit dem Arbeitgeber

Ein wichtiger Unterschied: Identifikation mit dem Arbeitgeber ist nicht dasselbe wie Identifikation mit dem Job. Letzteres ist viel häufiger, ein großer Teil der Arbeitnehmer identifiziert sich sogar sehr mit der eigenen Tätigkeit. Bei welchen Unternehmen der Job ausgeübt wird, ist hingegen nicht so wichtig. Ein Beispiel: Ein Erzieher oder eine Erzieherin kann vollkommen im Beruf aufgehen und sich keinen anderen Job der Welt vorstellen können – und trotzdem kaum eine Bindung zum Unternehmen (also dem Kindergarten) haben.

Die Mitarbeiterbindung kann auf dem Nullpunkt sein, auch wenn Angestellte sich zu 100 Prozent mit der eigenen Tätigkeit identifizieren. Solche Mitarbeiter übernehmen die Ziele nicht und wechseln schneller, wenn ein besseres Angebot von der Konkurrenz kommt oder es eine private Veränderung gibt.

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Vor- und Nachteile einer hohen Identifikation mit dem Arbeitgeber

Für Unternehmen ist es wichtig, die Identifikation mit dem Arbeitgeber zu steigern. Viele Unternehmen schreiben sich gute Mitarbeiterbindung auf die Fahnen, um ein positives Arbeitgeberimage aufzubauen und sich selbst als attraktives Unternehmen für Top-Talente zu positionieren. Aber warum ist es für Betriebe so wichtig, dass Mitarbeiter sich mit dem Unternehmen, den Werten und Zielen identifizieren?

Wir zeigen die Vorteile einer hohen Identifikation mit dem Arbeitgeber – aber auch die Nachteile, die auf der anderen Seite dadurch entstehen können:

Vorteile hoher Identifikation

  • Geringe Fluktuationsrate
    Mitarbeiter, die sich mit dem Arbeitgeber identifizieren, sind loyal und bleiben oft über viele Jahre oder gar ein ganzes Berufsleben. Das führt zu einer geringen Fluktuationsrate, die weitere Vorteile bringt: Die Kosten für Neueinstellungen sind gering, es müssen nicht so oft neue Mitarbeiter angelernt und eingearbeitet werden und Know-how bleibt im Unternehmen, statt zur Konkurrenz zu wandern.
  • Größere Leistungsbereitschaft
    Mit der Identifikation steigt die Leistungsbereitschaft. Mitarbeiter verschreiben sich den Zielen und sind bereit, hart für den Erfolg des Unternehmens zu arbeiten. Die große Verbundenheit und Motivation sorgt für überdurchschnittlichen Elan und letztlich für mehr Erfolg bei Aufgaben und Projekten.
  • Mehr Zufriedenheit
    Die Identifikation führt zu größerer Zufriedenheit im Job. Mitarbeiter fühlen sich wohl am Arbeitsplatz und empfinden Spaß bei der Arbeit. Das macht sich auch im Betriebsklima bemerkbar. Es herrscht gute Stimmung, der Zusammenhalt im Team ist groß und alle ziehen an einem Strang.

Nachteile hoher Identifikation

Oft wird über die Vorteile gesprochen, die durch eine hohe Identifikation mit dem Arbeitgeber erreicht werden sollen. Was oft verschwiegen wird: Es gibt auch Nachteile, die nicht ignoriert werden sollten. Das heißt nicht, dass die Vorteile nicht mehr gelten – es können aber parallel auch einige Schattenseiten auftreten:

  • Weniger Neuerungen
    Je größer die Identifikation mit dem Arbeitgeber, desto mehr wird das geschätzt, was vorhanden ist. Innovationen, Neuerungen und Veränderungen werden zunehmend abgelehnt. Dahinter steht die Angst, den Status Quo zu verlieren. Schlimmstenfalls freut sich das Unternehmen über die Bindung zu den Mitarbeitern, bekommt aber Probleme durch den Stillstand. Selbst neue Mitarbeiter können es schwer haben, weil auch eine personelle Veränderung eher ungewollt ist, da alles so bleiben soll, wie es bisher war.
  • Geringe Reflexion
    Mit einer steigenden Identifikation nimmt die Reflexion der Situation am Arbeitsplatz ab. Mitarbeiter bewerten alles im Job als positiv und gut, ohne es weiter zu hinterfragen. Das kann so weit führen, dass sogar grobe Fehler, etwa im Führungsverhalten oder bei wichtigen Unternehmensentscheidungen, einfach akzeptiert und mitgetragen werden, obwohl diese einen starken Nachteil für die Mitarbeiter selbst bedeuten.
  • Stärkere Selbstausbeutung
    Das Unternehmen freut sich, wenn Mitarbeiter größeres Engagement zeigen und bereit sind, mehr zu leisten als andere. Auf der anderen Seite kann zu viel Identifikation mit dem Arbeitgeber dazu führen, dass Angestellte sich über die eigenen Grenzen hinaus einbringen. Es wird sich zu viel Stress und Druck ausgesetzt und die Arbeit verdrängt andere wichtige Lebensbereiche, in denen es dann zu Ärger und Problemen kommt. Eine gefährliche Spirale der Selbstausbeutung.
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3 Maßnahmen für mehr Identifikation

Unternehmen wollen mehr Identifikation, gleichzeitig zeigen Studien und Umfragen, dass die emotionale Bindung zum Arbeitgeber bei vielen Mitarbeitern gering ist. Die Wechselmotivation ist groß und manch einer sitzt nur Zeit ab, während er Dienst nach Vorschrift schiebt. Von Identifikation keine Spur. Doch wie lässt sich das ändern? Hier sind drei Maßnahmen für mehr Identifikation mit dem Arbeitgeber:

  1. Offene Kommunikation
    Mitarbeiter müssen wissen, womit sie sich identifizieren können. Daher braucht es eine offene und verständliche Kommunikation der Unternehmensziele und -werte. Wofür steht der Arbeitgeber? In welchen Bereichen setzt er sich ein? Was sind die kurz- und langfristigen Ziele? Angestellte müssen diese Punkte kennen, um sie zu verinnerlichen und mitzutragen. Information und Identifikation gehen Hand in Hand.
  2. Aktive Mitsprache
    Wer selbst entscheiden und mitgestalten kann, identifiziert sich schneller und stärker. Führungskräfte sollten Mitarbeiter aktiv nach deren Meinungen, Vorschlägen und Ideen fragen – und diese bei Entscheidungen auch einbeziehen.
  3. Sichtbare Zugehörigkeit
    Zugehörigkeit kann deutlich sichtbar sein, vor allem durch das Corporate Design. Logos, Unternehmensfarben oder Aufkleber sind ein Symbol der Verbundenheit und fördern die Identifikation. Solche Zeichen prägen die soziale Identität und machen es leichter, sich mit dem Unternehmen zu identifizieren.

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[Bildnachweis: blocberry by Shutterstock.com]

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