Lebensweg – was ist das?
Wer versucht sich ein Bild davon zu machen, was Lebensweg eigentlich bedeutet, stößt schnell auf esoterische Quellen: Mit Tarotkarten und allerlei Angeboten rund um spirituelle Themen versuchen diverse Anbieter dem Suchenden Denkanstöße zu etlichen Fragen zu geben.
Dabei betrifft das Thema Lebensweg jeden Menschen und lässt sich auch frei von religiösen oder spirituellen Überlegungen betrachten. Denn der Begriff Lebensweg – englisch auch life journey oder path of life – kann vieles bedeuten; Synonyme dafür sind:
- Biographie
- Fortkommen
- Karriere
- Laufbahn
- Leben
- Werdegang
Je nachdem liegt der Schwerpunkt mal auf dem beruflichen Bereich, mal auf dem privaten. Was bei allen Begriffen auffällt: Sie sind mit Bewegung verbunden. Karriere beispielsweise leitet sich von lateinisch carrus = „Wagen“ ab und bedeutet „Fahrstraße“.
Und wie es auch für Wege, die man tatsächlich erwandert gilt, ist es auch beim Lebensweg: Selten ist er völlig gerade. Nicht immer erschließt sich jedem der komplette Weg; manchmal macht man Umwege und manchmal gibt es auch kein konkretes Ziel.
Lebensweg Sprüche: Verschiedene Weisheiten zum Lebensweg
Der Weg ist das Ziel. (Konfuzius)
Gehe nicht, wohin der Weg führen mag, sondern dorthin, wo kein Weg ist, und hinterlasse eine Spur. (Jean Paul)
Auch aus Steinen, die dir in den Weg gelegt werden, kannst du etwas Schönes bauen. (Erich Kästner)
Nur wer sein Ziel kennt, findet den Weg. (Lao-Tse)
Die Jugend soll ihre eigenen Wege gehen, aber ein paar Wegweiser können nicht schaden. (Pearl S. Buck)
Egal wie weit der Weg ist, man muss den ersten Schritt tun. (Mao Tse-tung)
An den Scheidewegen des Lebens stehen keine Wegweiser. (Charlie Chaplin)
Lust verkürzt den Weg. (William Shakespeare)
Zu mancher richtigen Entscheidung kam es nur, weil der Weg zur falschen gerade nicht frei war. (Hans Krailsheimer)
Es gibt ein Ziel, aber keinen Weg; was wir Weg nennen, ist Zögern. (Franz Kafka)
Der Wege sind viele, doch das Ziel ist eins. (Rumi)
Das Schicksal ereilt uns oft auf den Wegen, die man eingeschlagen hat, um ihm zu entgehen. (Jean de La Fontaine)
Den eigenen Lebensweg finden
Wer sich mit dem eigenen Lebensweg auseinandersetzt, betreibt Selbstreflexion. Fragen wie…
- An welchem Punkt bin ich?
- Wo will ich hin?
- Wie kann ich das erreichen?
- Was zeichnet mich aus?
- Welche Werte vertrete ich?
gehören dazu und beschreiben letztlich eine Form der Sinnsuche. Manchmal sind es einschneidende Erlebnisse – etwa eine schwere Krankheit oder ein Unfall – die jemanden zum Nachdenken bringen. Manchmal ist es schlicht das eigene Alter, das einen grübeln lässt.
Die Erkenntnis, dass das eigene Leben endlich ist, lässt viele zurückblicken und resümieren: Was habe ich bis jetzt erreicht? War das schon alles? Manche Menschen geraten darüber in eine Sinnkrise. Plötzlich erscheint alles falsch – der falsche Partner und im Job hat man sich eigentlich auch etwas anderes vorgestellt.
Für einige Menschen ist das dann ein Wendepunkt: Mit 30, 40 oder 50 wird das Ruder herumgerissen, weil sie erkennen, dass ihr derzeitiger Lebensweg irgendwie nicht mit ihren Zielen übereinstimmt. Aber zu dieser Erkenntnis muss man erst einmal gelangen.
Den Lebensweg gestalten: So werden Sie aktiv
Um den eigenen Lebensweg gestalten zu können, sollten Sie sich einiges klarmachen. Dazu gehört auch zu erkennen, dass es eine Zeit für alles gibt. Wer als junger Absolvent seinen ersten Job antritt, muss sich erst einmal orientieren.
Bei wem nicht alles völlig reibungslos läuft, muss sich klarmachen, dass nicht nur Arbeitsabläufe ihre Zeit brauchen, sondern auch die Persönlichkeit sich noch entwickelt – und mit ihr der Lebensweg. Mit der Vielzahl an Möglichkeiten, die Sie im Laufe Ihres Lebens kennenlernen werden, wachsen auch Interessen, Fähigkeiten und Erkenntnisse.
Versuchen Sie, Dinge bewusster wahrzunehmen. Das bezieht sich auf Ihre eigenen Handlungen, aber auch auf Ihre Umgebung. Horchen Sie in sich hinein, wie es Ihnen beispielsweise mit bestimmten Arbeitsabläufen geht. Ihren Lebensweg gestalten Sie, indem Sie diese sieben Punkte beachten:
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Achtsamkeit
Das ist hier das große Zauberwort. Durch gezielte Achtsamkeit nehmen Sie genau wahr, welche Augenblicke Sie als sinnvoll empfinden, welche Ihnen Spaß machen oder auch leicht von der Hand gehen. Alles, was Ihrer Arbeit Bedeutung verleiht, macht sie auch angenehmer und lässt die weniger interessanten Teile dadurch erträglicher erscheinen.
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Werte
Jeder Mensch hat bestimmte Wertvorstellungen. In dem Moment, wo Ihre Arbeit diametral Ihren Idealen entgegen steht, haben Sie natürlich ein Problem. Allerdings müssen Sie auch nicht das Ganze künstlich überhöhen: Sie setzen sich selbst ordentlich unter Druck, wenn Sie meinen, dass Sie in Ihrem Job das große Geld verdienen, und er außerdem auch noch die absolute Selbstverwirklichung bedeuten soll. Der können Sie besser in Ihren Hobbys nachgehen.
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Interessen
Überhaupt sollten Sie in Ihrer Freizeit stärker Ihren Hobbys nachgehen. Sinnhaftigkeit empfinden Sie dann, wenn Sie eine Sache ausüben, die Ihnen Spaß macht, die mit Lebenslust und Enthusiasmus verbunden ist. Wenn Sie momentan nicht so recht wissen, woran Sie Freude haben, schauen Sie sich einmal nach Weiterbildungsangeboten um. Vielleicht machen Sie gemeinsam mit einer Freundin oder einem Freund einen Kurs – auch Gespräche mit Bekannten und Freunden können diesbezüglich inspirierend sein.
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Ausgleich
Es gibt verschiedene Modelle, denen zufolge der Mensch bestimmte Bedürfnisse hat, die befriedigt sein müssen, um sich wohlzufühlen. Dazu gehören immer ein Dach über dem Kopf, Arbeit und soziale Kontakte. Bricht eine dieser Säulen weg, führt das häufig zu Verunsicherung. Aber auch, wenn Sie sich ausschließlich auf einen Bereich konzentrieren, findet kein Ausgleich statt. Am glücklichsten sind die Menschen, bei denen eine gewisse Balance zwischen allen Bereichen existiert.
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Wertschätzung
Viele Menschen ziehen Ihren Sinn aus der Arbeit dadurch, dass Sie dort das Gefühl vermittelt bekommen, gebraucht zu werden. Anders herum ist gerade mangelnde Wertschätzung ein großes Problem, wenn ein Arbeitnehmer sich in seiner Tätigkeit wohlfühlen soll. Wer beispielsweise das Gefühl hat, etwas zum großen Ganzen in der Gesellschaft beizutragen – häufig bei sozialen Berufen oder gemeinnützigen Nichtregierungsorganisationen – wird den eingeschlagenen Lebensweg als bedeutsam empfinden.
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Mut
Stellen Sie sich Ihren Ängsten. Horchen Sie genau in sich hinein und beantworten Sie ehrlich die Frage, was Sie tun würden, wenn Sie keine Angst hätten und völlig unabhängig von irgendwelchen Verpflichtungen wären. Manche Menschen folgen Verpflichtungen (beispielsweise ein Kredit), andere haben aus Angst vor Ablehnung oder gar gesellschaftlich geringerem Ansehen sich nicht getraut den Lebensweg einzuschlagen, den Sie am liebsten gegangen wären.
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Austausch
Wer an diesem Punkt zu dem Ergebnis kommt, dass er einen anderen Lebensweg einschlagen möchte, sollte sich vernetzen. Der Austausch mit anderen Menschen bringt Erkenntnisgewinn, öffnet den Blick für neue Perspektiven und Möglichkeiten. Das gilt sowohl für private als auch berufliche Veränderungen. Und letztlich sollte Ihr Netzwerk immer bereits ausgebaut sein, bevor Sie sich gedanklich (eventuell) mit einem Jobwechsel tragen.
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