Tapetenwechsel: Machen Sie einen Mindshift!

Es gibt viele gute Gründe für einen Tapetenwechsel: Mehr Geld, Unzufriedenheit im alten Job oder neue Kollegen können solche sein. Daneben sprechen aber auch ganz andere Dinge dafür, sich öfter mal auf neue Pfade zu trauen: Wussten Sie zum Beispiel, dass es Hinweise darauf gibt, dass ein Tapetenwechsel unsere geistige Flexibilität im Alter bewahrt? Das ist aber noch nicht alles, was für einen Mindshift spricht…

Tapetenwechsel: Machen Sie einen Mindshift!

Tapetenwechsel für die Welt der Zukunft

Wir befinden uns mitten in einem großen Umbruch, der auch vor unserer Arbeitswelt nicht halt machen wird. Globalisierung, immer größere werdende Automatisierung und natürlich auch die Möglichkeiten, die die Digitalisierung mit sich bringt, werden in den nächsten Jahren vermutlich nur noch mehr werden.

Darauf müssen wir reagieren. Am besten tun wir das, indem wir nicht auf eingefahrenen Wegen nach neuen Optionen suchen, sondern indem wir nach völlig neuen Herangehensweisen Ausschau halten. Kurzum, ein Tapetenwechsel und klarer Mindshift sind nötig, wenn wir zukünftig erfolgreich sein möchten.

Vermutlich wird niemand von uns mit einer Künstlichen Intelligenz (KI) konkurrieren wollen. Schnelle Rechenleistungen kann ein Computer eben schneller ausführen, als ein Mensch. Das ist auf der einen Seite ein Vorteil. So hoffen Arbeitsmarktforscher, dass uns die KI in den nächsten Jahren im Job entlasten wird und Arbeitnehmer mehr Zeit für die Dinge haben, die sie wirklich tun möchten. Ob es allerdings genau so kommt, weiß niemand.

Es ist auch denkbar, dass einige Arbeitsplätze komplett verloren gehen und wir uns – statt uns über unsere neu gewonnene Freizeit zu freuen – Gedanken darüber machen, wie wir im nächsten Monat die Miete zahlen sollen.

Grund genug, sich schon heute für die Herausforderungen der Zukunft zu wappnen – und das geht am besten auf den Feldern, auf denen wir einen großen Vorsprung gegenüber den Maschinen haben: Kreativität, Empathie und Intuition.

Tapetenwechsel ist mehr als Weiterentwicklung

Die Weiterentwicklung unserer Fähigkeiten allein wird uns allerdings nicht retten. Es geht nicht darum, ein neues Level einer bestimmten Fähigkeit zu erreichen, sondern um eine komplett neue Qualität.

Diese Forderung scheint sich auch mit den Ergebnissen der Neurowissenschaften und Kognitionsforschung zu decken. Ein echter Tapetenwechsel bringt uns nicht nur weiter, er hat auch das Potenzial, etwas ganz Neues zu schaffen. Wenn wir uns mit Dingen beschäftigen, die uns noch nicht vertraut sind, fordern wir unser Gehirn und seine Verschaltungen heraus.

Anders als lange Zeit angenommen, ist ein Tapetenwechsel und damit echter Mindshift nämlich durchaus möglich. Das Gehirn verliert seine Plastizität nicht nach der Kinderzeit, sondern behält sie sogar bis ins hohe Alter bei. Kurzum, ein Tapetenwechsel kann uns nicht nur beruflich voranbringen, er hält uns sogar geistig fit.

Dazu ist es aber wichtig, eingefahrene Wege zu verlassen und nicht die bereits vorhandenen weiter auszubauen. Natürlich ist auch ein Training der bestehenden Skills und Fertigkeiten nichts Schlechtes, um einen echten Tapetenwechsel zu vollziehen, braucht es aber mehr.

Tapetenwechsel und Jobwechsel passen gut zusammen

Unter Umständen kann ein Jobwechsel genau das sein, was Sie brauchen, wenn Sie sich nach einem echten Tapetenwechsel sehnen. Mit einem Jobwechsel verlassen wir nämlich unsere gewohnten Pfade und begeben uns in ein neues und fremdes Terrain.

Und genau das mag unser Oberstübchen nicht. Veränderungen und neue Situationen, auf die wir uns einstellen müssen, kosten eine Menge Energie – und die möchte unser Körper lieber speichern. Das ist eins unserer Erbstücke der Menschheitsgeschichte. Um das zu erreichen, tut er auch einiges: Routinen werden von unserem Körper mit der Ausschüttung von Glückshormonen belohnt und wir strengen uns an, dass der Strom der glücklich machenden Belohnungen nicht abreißt. Deshalb verharren wir lieber in einem Job, der uns eigentlich keine Freude mehr macht, statt etwas an der Misere zu ändern. Ein Tapetenwechsel kann nämlich auch Stress bedeuten.

So gelingt der Tapetenwechsel

Kurzum, unser Körper ist nicht scharf auf Veränderungen, wenn wir jedoch erfolgreich bleiben, die Herausforderungen der Zukunft meistern und vor allem auch im Alter fit im Kopf sein möchten, müssen wir hin und wieder einen Tapetenwechsel wagen. Wir müssen uns also selbst davon überzeugen, dass es sich lohnt, die zusätzliche Energie, die der Mindshift kostet, zu investieren.

Folgende Gründe sprechen für einen Jobwechsel:

  • Gehaltserhöhung

    Häufig ist ein Jobwechsel mit einer Gehaltserhöhung verbunden. Dazu müssen Sie allerdings erfolgreich verhandeln. Verschiedene Studien zeigen jedoch, dass Arbeitnehmer, die einem Tapetenwechsel positiv gegenüber stehen und alle paar Jahre einen neuen Job annehmen, mehr verdienen als Arbeitnehmer, die jahrelang nur in einem Unternehmen bleiben.

  • Entwicklungsmöglichkeiten

    Wenn im alten Job das Ende der Fahnenstange erreicht ist, könnte auch das ein Grund sein, über einen Tapetenwechsel nachzudenken. Sollte es Ihnen in Ihrer aktuellen Firma gut gefallen oder wenn Sie Probleme mit einem kompletten Mindshift haben, können Sie auch zunächst intern nach einer neuen Herausforderung suchen.

    Vielleicht gibt es die Möglichkeit, in einer anderen Abteilung ganz andere Aufgaben zu übernehmen oder Sie machen eine Weiterbildung und bewerben sich auf eine höhere Position. Beides Optionen, Ihr Gehirn zu fordern und neue neuronale Verschaltungen zu bilden.

  • Betriebsklima

    Bei dem Gedanken daran, dass Sie am nächsten Tag wieder im Büro erscheinen müssen, dreht sich Ihnen der Magen um? Dann sollten Sie definitiv über einen Jobwechsel nachdenken. Nicht nur lernen Sie nichts Neues mehr in Ihrer aktuellen Situation, Sie verkümmern sogar.

    Unser Gehirn funktioniert wie ein Muskel: Wird es trainiert, werden die Verbindungen zwischen den einzelnen Teilen stärker und wir reagieren schneller. Passiert jedoch nichts mehr und üben wir Tag für Tag immer die gleichen stupiden und monotonen Aufgaben aus, geschieht genau das Gegenteil: Der Muskel (die Verbindungen zwischen den einzelnen Arealen) verkleinert sich und wird schwächer.

    Nicht nur für unseren Kopf, auch für die Gesundheit ist schlechtes Betriebsklima und Unterforderungen sehr ungünstig. Langeweile hat langfristig betrachtet ähnliche Auswirkungen wie der gefürchtete Burnout. Nicht umsonst haben beide Bezeichnungen auch eine sprachliche Nähe (Boreout).

  • Unternehmenserfolg

    Der wirtschaftliche Erfolg des Unternehmens ist in letzter Zeit stark zurückgegangen. Vielleicht stellen Sie sogar fest, dass einige Kollegen bereits nach einem neuen Job suchen. Dann ist es höchste Zeit, ebenfalls aktiv zu werden.

    Vor allem für Arbeitnehmer, denen ein Tapetenwechsel schwer fällt, ist es etwas Gutes, wenn sich der Arbeitgeber auf dem absteigenden Ast befindet. Das kann der Grund sein, der sie endlich zum Handeln bewegt.

Daneben ist auch der Zeitpunkt für einen Tapetenwechsel entscheidend. Viele Arbeitnehmer scheitern mit ihrem Vorhaben, weil es keinen klaren Termin gibt, an dem sie sich orientieren können. Der Wunsch nach einem Jobwechsel verpufft dann ebenso schnell wie die Vorsätze, die man sich zu Neujahr gemacht hat.

Dabei gibt es Hinweise darauf, dass der Jobfrust und damit auch die Bereitschaft für einen Tapetenwechsel an bestimmten Daten steigt:

  • Firmenjubiläen
  • Klassentreffen
  • Geburtstage

All das sind Anlässe, die zu einem Umdenken anregen.

Sollte sich auch bei Ihnen nach einem derartigen Anlass das Gefühl nicht mehr ignorieren lassen, dass es Zeit für einen Tapetenwechsel ist, sollten Sie handeln und sich neu bewerben. Dabei helfen Ihnen unsere zahlreichen kostenlosen Bewerbungstipps und Videos:

[Bildnachweis: Komissar007 by Shutterstock.com]
23. März 2019 Julia Sima Autorin Autor: Julia Sima

Julia-Eva Sima arbeitet als freie Journalistin und war mehrere Semester Dozentin an der Universität des Saarlandes. Danach wechselte sie in die Personalbranche und arbeitete unter anderem als Headhunter.



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