Stellenwechsel: Was ist Ihre aktuelle Arbeitszone?

Wann haben Sie sich das letzte Mal Gedanken über einen möglichen Stellenwechsel gemacht? Wenn es aktuell im Job problemlos läuft, Sie gut in dem sind, was Sie tun und Sie eigentlich nichts Unvorhergesehenes mehr überraschen kann, ist es vermutlich schon eine Weile her. Das scheint nachvollziehbar – warum an einen Stellenwechsel denken, wenn es doch keinen wirklichen Auslöser für einen solchen Schritt zu geben scheint. Dieses Abwarten ignoriert jedoch vollkommen die Veränderungen, die jedes Arbeitsverhältnis mit der Zeit durchläuft. Diese unterschiedlichen Arbeitszonen sind ein guter Indikator dafür, wo Sie gerade im Job stehen. Und wie Sie in der jeweiligen Situation handeln sollten. Wir zeigen, was die einzelnen Zonen ausmacht und wann es Zeit ist, über einen Stellenwechsel nachzudenken…

Stellenwechsel: Was ist Ihre aktuelle Arbeitszone?

Stellenwechsel: Darum sollten Sie Ihre aktuelle Arbeitszone kennen

Es gibt im Job viele unterschiedliche Grundlagen für die Motivation. Als erstes fällt dabei klassischerweise das Geld ein. Das ist zwar bekanntlich nicht alles, aber spielt im Beruf natürlich dennoch eine große Rolle. Wird die monetäre Entlohnung für die Arbeit allerdings zur alleinigen Antriebsfeder im Job, ist Unzufriedenheit und schlussendlich auch Demotivation meist nicht mehr weit entfernt.

Über dem finanziellen Aspekt sollte deshalb die persönliche und berufliche Entwicklung stehen, die im Job erreicht werden kann. Sie haben Ziele, wollen neues Lernen, vielleicht sogar aufsteigen, mehr Verantwortung tragen oder irgendwann selbst einmal ein Team leiten, statt nur Teil eines solchen zu sein. Genau an dieser Stelle kommen die Arbeitszonen ins Spiel.

Der Grund dahinter: Ein Arbeitsverhältnis verändert sich mit den Monaten oder auch Jahren und bietet zu unterschiedlichen Zeitpunkten unterschiedliche Entwicklungsmöglichkeiten. Wenn Sie nur aufs Geld schauen, kann Ihnen das herzlich egal sein, da Sie eigentlich nur Ihre Zeit absitzen und auf die Überweisung am Ende des Monats warten. Wollen Sie hingegen mehr von Ihrem Job und haben einen langfristigen Plan, müssen Sie diese Arbeitszonen erkennen und verstehen, wie Sie darauf reagieren sollten.

Tun Sie das nicht, vergeben Sie Chancen und verschwenden wertvolle Zeit, die Sie an anderer Stelle besser investieren könnten.

Die drei Arbeitszonen

Jeder Job ist anders und jede Situation ist individuell, doch sind die Arbeitszonen für jeden Mitarbeiter gleich. Sie beschreiben die Möglichkeit, im Job Neues zu lernen, sich weiterzuentwickeln, Kompetenzen zu erwerben und weiter daran zu wachsen.

Differenziert werden dabei drei Arbeitszonen, die sich in den Herausforderungen, Aufgaben, der übertragenen Verantwortung und den Lern- und Entwicklungschancen für Arbeitnehmer von einander unterscheiden. Aufgeteilt werden diese wie eine Ampel in…

  • Die grüne Arbeitszone

    Die erste und gleichzeitig beste ist die grüne Arbeitszone. Diese ist klassisch für einen neuen Job, die ersten Wochen oder auch Monate, nachdem Sie einen Arbeitsvertrag unterschrieben haben und Ihren ersten Arbeitstag hinter sich haben. Am Anfang ist alles neu, mit jeder Aufgabe oder jedem Projekt lernen Sie etwas Neues und können sich entwickeln.

    In dieser Zeit der grünen Arbeitszone gibt es nahezu unbegrenzte Möglichkeiten, um zu lernen, den eigenen Horizont zu erweitern und sich weiterzuentwickeln. Sie lernen neue Arbeitsabläufe kennen, entdecken bisher unbekannte Methoden, vertiefen Ihr Wissen oder arbeiten mit neuen Programmen und Instrumenten.

    Sie machen fast täglich neue Erfahrungen, kommen mit neuen Menschen in Kontakt und wachsen immer weiter an den Herausforderungen, denen Sie sich immer wieder aufs Neue stellen müssen, um weiter zu kommen. Kurzum: Sie lernen in kurzer Zeit sehr viel und erleben ein gutes Verhältnis von Herausforderung und Wachstum – kurz: Sie sind im Flow.

    Dabei geht natürlich nicht immer alles reibungslos. Die grüne Zone ist auch die Zeit von Fehlern und Rückschlägen, gerade weil alles neu ist und Sie es erst noch lernen müssen. Trotzdem ist es diese Phase, in der Sie möglichst lange bleiben wollen – und in die Sie wieder zurückfinden müssen, wenn Sie in eine der anderen Phasen gerutscht sind.

    Zusammenfassung der grünen Arbeitszone

    • Große Lernmöglichkeiten
    • Viele Herausforderungen
    • Schnelle Entwicklung
    • Schwierige Aufgaben
    • Mögliches Scheitern
    • Beste Arbeitszone, um sich weiterzuentwickeln

  • Die gelbe Arbeitszone

    In der gelben Arbeitszone ist die anfängliche Hochphase vorbei und ebbt ab. Sie haben sich in Ihrem Job zurechtgefunden, kennen sich mehr und mehr aus und bekommen es nur noch selten mit neuen Aufgaben oder Herausforderungen zu tun, die Ihnen die Chance auf eine weitere Entwicklung bieten.

    Es ist die klassische Routine, die sich in dieser Zeit einstellt. Sie haben sich im Job und auch im Team eingelebt, wissen, wie der Hase läuft und können darauf vertrauen, dass Sie die täglichen Aufgaben ohne größere Schwierigkeiten bewältigen. Das ist auf der einen Seite durchaus positiv, bedeutet andersherum aber auch, dass Ihre Entwicklungen ins Stocken geraten und keine neuen Fähigkeiten erworben oder Erfahrungen gemacht werden.

    Die gelbe Arbeitszone sollte daher eine Zeit der Entscheidung über die Zukunft und Ihr weiteres Vorgehen sein. Dabei haben Sie mehrere Möglichkeiten: Es kann Zeit für einen Stellenwechsel sein, wenn es in Ihrem Unternehmen keine Aussichten auf weitere Entwicklungen gibt – und Sie auf der Suche nach diesen sind. Nicht jeder Arbeitgeber kann weitere Aufstiegs- oder Entwicklungsmöglichkeiten bieten. Kommen Sie hier an eine Grenze, ist der Stellenwechsel nur der logische Schritt.

    Es können sich aber auch neue Chancen auftun, durch eine Beförderung, mehr Verantwortung oder manchmal auch durch eine Gehaltserhöhung, die als Anreiz dienen kann, im Unternehmen zu bleiben und auf weitere Chancen zu warten, statt sein Glück sofort woanders zu suchen. Kann ein Arbeitgeber Ihnen neue Aufgabenfelder ermöglichen oder einen größeren Verantwortungsbereich überlassen, können Sie zurück in die grüne Arbeitszone rutschen, da Sie erneut vor vielen neuen Herausforderungen stehen.

    Wichtig ist in der gelben Zone aber in jedem Fall, dass Sie sich darüber klar werden, was Sie wollen und in Erfahrung bringen, welche Optionen Ihr aktueller Arbeitgeber zu bieten hat.

    Zusammenfassung der gelben Arbeitszone

    • Wenig Neues, kaum Herausforderungen
    • Wachsende Routine
    • Meist gute Leistungen
    • Benötigt Selbstreflexion und Informationsbeschaffung
    • Wichtige Arbeitszone für Zukunftsentscheidungen

  • Die rote Arbeitszone

    Hier zeigt bereits die Signalfarbe Rot, dass es sich um eine gefährliche Phase handelt, in die Sie am besten erst gar nicht kommen wollen. Sie kommen an einen Punkt, an dem jeder Tag dem anderen zu gleichen scheint. Sie beherrschen Ihren Job aus dem Effeff und eigentlich erledigt sich alles von alleine, ohne das Sie sich noch wirklich anstrengen oder überhaupt groß etwas tun müssen.

    Das klingt angenehm oder gar entspannend und bringt tatsächlich oftmals mehr freie Zeiten im Job mit – führt allerdings auch zu einem kompletten Stillstand in Ihrer Entwicklung. Noch schlimmer: In der roten Arbeitszone wird diese Situation akzeptiert. Sie geben sich zufrieden und finden sich damit ab, dass es nicht weiter geht.

    Erreichen Sie diese rote Phase bei einem Arbeitgeber, ist ein Stellenwechsel meist der einzige Weg, um die nötige Veränderung zu erreichen. Nur weil Sie gut in dem sind, was Sie tun, sollten Sie nicht aufhören, mehr erreichen zu wollen. Nutzen Sie stattdessen Ihr Talent und Ihre Fähigkeiten, um höhere Ziele zu erreichen.

    Zusammenfassung der roten Arbeitszone

    • Keine nennenswerte Entwicklung
    • Fehlendes Wachstum wird akzeptiert
    • Herausforderungen werden umgangen
    • Arbeitszone der Zeit- und Talentverschwendung


Denken Sie bei diesem Modell und den drei Arbeitszonen immer daran, dass es keine vollkommen einheitliche Regelung für den perfekten Zeitpunkt für einen Stellenwechsel geben kann. Grundsätzlich sollten Sie versuchen, die Neuorientierung in der gelben Phase anzusteuern, aber individuell fraglich bleibt, wie lange die einzelnen Arbeitszonen dauern.

Für den einen ist es völlig in Ordnung, über mehrere Monate oder auch Jahre in der gelben Phase zu bleiben, sich in einer langsameren Geschwindigkeit zu entwickeln und seine Stärken zu nutzen. Andere brauchen ständig neue Herausforderungen und langweilen sich bereits nach kurzer Zeit, wenn die Lernmöglichkeiten ausbleiben. Die Arbeitszonen bietet Ihnen Anhaltspunkte – am Ende müssen Sie aber das Modell an Ihre persönliche Situation anpassen, um die besten Ergebnisse zu erhalten.

Zum Abschluss legen wir Ihnen noch ein Video ans Herz, das noch einmal die verschiedenen Arbeitszonen erklärt und zeigt, wie Sie sich in den verschiedenen Situationen verhalten sollten:

[Bildnachweis: Karrierebibel.de]
23. August 2017 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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