3-Zonen-Modell: So verlassen Sie Ihre Komfortzone

Jeder Mensch lebt und bewegt sich im sogenannten 3-Zonen-Modell: Dies charakterisiert verschiedene Situationen, in denen sich ein Mensch wohl fühlt, in seiner Sicherheit bedroht fühlt oder aber etwas Neues wagt. Inwiefern er letzteres tut, ist eine Frage der Persönlichkeit und der eigenen Wahrnehmung. Nicht umsonst weiß der Volksmund: Wer wagt, gewinnt. Denn persönliche und berufliche Weiterentwicklung ist nur das Lernen neuer Erfahrungen und Inhalte möglich. Wer aber aus Angst oder Bequemlichkeit diese vermeidet, wird nicht vorankommen. Wie Sie sich weiterentwickeln können…

3-Zonen-Modell: So verlassen Sie Ihre Komfortzone

3-Zonen-Modell Definition: Was ist das?

3-Zonen-Modell Komfortzone verlassen Lernzone Wachstumszone Panikzone Ideen ÜbungenDas 3-Zonen-Modell, auch 3-Sektoren-Modell genannt, stammt aus der Erlebnispädagogik und beschreibt, in welchen Bereichen des Empfindens sich der Mensch bewegt.

Die drei Zonen sind folgende:

  • Komfortzone

    Diese Zone markiert den Bereich, in dem sich ein Mensch wohl und sicher fühlt. Er kann abschätzen, was auf ihn zukommt und kennt sich aus. Es fällt ihm daher leicht, entsprechende Aufgaben zu bewältigen, mit den Menschen in Kommunikation zu treten oder sich in einer bestimmten Umgebung zu bewegen. Manchmal sind es Zwänge, manchmal die Eigeninitiative, die dazu führen, dass die Komfortzone verlassen wird beziehungsweise werden muss.

  • Lernzone

    Diese Zone wird auch Wachstums- oder Risikozone genannt, denn hier betritt eine Person neues Terrain. Sie durchbricht die Routine, erhält damit neue Anregungen und wächst mit neuen Herausforderungen. Zwar kann dies von geringfügigen Ängsten und Unsicherheiten begleitet sein, aber es hilft ihr dabei, neue Fähigkeiten zu erwerben und somit zu wachsen. Das geschieht mit einer gewissen Habachtstellung (daher auch Risikozone), da zu Beginn dieses „Experiments“ der Ausgang unklar ist. Geht der Plan auf, wurde beispielsweise neues Wissen erfolgreich erworben, wurde die Komfortzone erweitert.

  • Panikzone

    Die dritte Zone des 3-Zonen-Modells ist der Bereich, in dem Menschen leicht unter großen Stress bis hin zur Panik geraten. Das ist der Fall, wenn die Aufgaben völlig unklar und unbekannt sind, die Umgebung und Abläufe fremd. Dies kann mit einem Gefühl der Überforderung und psychischen Symptomen wie Zittern und Schweißausbrüchen einhergehen. Wird die Situation gemeistert – etwa die erste Präsentation vor Publikum – stellt sich ein Erfolgserlebnis ein.

Komfortzone verlassen: Warum?

Die Komfortzone hat ein Imageproblem. Wer sich ausschließlich darin bewegt, so der Gedanke, wird geistig und körperlich träge. Und vermutlich hat auch jeder gleich ein Bild vor Augen: Außerhalb der Komfortzone wird schnell mit Anstrengung gleichgesetzt, innerhalb der Komfortzone liegen wir genüßlich auf der Couch und futtern Chips.

Das ist für eine geraume Zeit vielleicht ganz schön, auf Dauer aber langweilig. Und in beruflicher Hinsicht sogar riskant. Denn Berufsbilder ändern sich, manche Berufe verschwinden ganz. Da heißt es am Ball bleiben.

Jeder Mensch hat Träume, Visionen, Ziele. Die werden aber nicht von der Couch aus erreicht: Weder können Sie so Ihre Fitness steigern, noch lernen Sie neue Menschen kennen (und erweitern so Ihr Netzwerk) oder lernen etwas, dass Sie in irgendeiner Form weiterbringt – sofern Sie nicht gerade Onlinekurse absolvieren.

Es ist natürlich bis zu einem gewissen Grad eine Frage der Persönlichkeit. Gemäß dem Big-Five-Modell besitzen manche Menschen generell mehr Offenheit und Neugier, andere sind introvertiert und neuen Erfahrungen gegenüber weniger aufgeschlossen.

Andererseits handelt es sich hierbei nicht um ein gottgegebenes Schicksal.

Von der Komfortzone zur Wachstumszone

Das Verlassen der Komfortzone kann unterschiedliche Auswirkungen haben. Erwünscht ist – vor allem bei einem gesteuerten Erweitern der Komfortzone – dass Lernprozesse in Gang gesetzt werden, die sich anderweitig positiv auswirken. Was bei neueren Erfahrungen zunächst ein Verlassen der Komfortzone bedeutet, wird zu einem späteren Zeitpunkt, wenn das Neue zur Routine wird, eine Erweiterung.

So können Sie sich Stück für Stück in neue Bereiche vortasten. Ganz konkret: Wer in seinem Job unzufrieden ist und einen Jobwechsel plant, aber weiß, dass seine Qualifikationen nicht genügen, hat zwei Möglichkeiten:

In der Komfortzone verharren und frustriert sein und jammern. Oder aber die Komfortzone erweitern, indem Sie beispielsweise Fortbildungen oder ein berufsbegleitendes Studium machen.

Denn sowohl das eine als auch das andere geht zu Lasten Ihrer Freizeit; Sie werden vielleicht Verabredungen mit Freunden opfern müssen, sonntagmorgens nicht ausschlafen, sondern die Schulbank drücken müssen – alles andere als komfortabel, aber machbar und notwendig.

Und Sie wissen, wofür Sie es machen. Es bringt Sie in jedem Fall weiter. Selbst wenn Sie nicht unmittelbar im Anschluss etwas Neues finden, so haben Sie Ihren Horizont erweitert und den Grundstein gelegt für weitere neue Erfahrungen.

Komfortzone verlassen: Übungen fürs 3-Zonen-Modell

Wie in allen Bereichen sind Extreme nicht besonders gut, jedenfalls nicht auf Dauer. Im Falle des 3-Zonen-Modells sind sowohl die Komfortzone als auch die Panikzone zwei Extreme am jeweils anderen Ende. Die goldene Mitte ist interessanterweise die Wachstums- und Lernzone.

Das trifft sich ganz gut mit dem Konzept des lebenslangen Lernens. Oder anders gesagt: Wer rastet, der rostet. Es wird aber nichts Unmögliches von Ihnen verlangt.

Lediglich, von Zeit zu Zeit die jeweilige Zone zu wechseln. Denn natürlich hat die Komfortzone ihre Berechtigung, beispielsweise wenn wir uns nach Anstrengungen erholen müssen. Dauerhaft in der Panikzone zu verharren, würde das Gefühl von Kontrollverlust schüren und im schlimmsten Fall lähmen.

Sie aber wollen sowohl Über-, als auch Unterforderung vermeiden. Gemessen am 3-Zonen-Modell geht es also um Forderung der eigenen Fähigkeiten, damit Sie nicht einrosten:

  • Achtsamkeit anwenden

    Horchen Sie in sich hinein, registrieren Sie Ihre Gefühle und Ängste zu bestimmten Bereichen. Versuchen Sie zu verstehen, inwieweit diese Sie behindern. Überprüfen Sie, ob Sie etwas daran ändern möchten.

  • Risiken relativieren

    Machen Sie sich bewusst, wie (wenig) riskant Ihr Vorhaben ist. Die wenigsten Menschen werden gleich die Weltherrschaft anstreben – oft verbergen sich eher unrealistische Befürchtungen, die in Relation zum Vorhaben gesetzt werden müssen. Wer sich das verdeutlicht, senkt die Hürden für notwendige Veränderungen.

  • Neues probieren

    Wenn Sie Bereiche identifiziert haben – zum Beispiel freier reden können – sollten Sie Wege ergreifen, die Sie Ihrem Ziel näher bringen. Beispielsweise können Sie laut im Auto ein Lied mitsingen, an Diskussionen teilnehmen, eine fremde Person in der Fußgängerzone ansprechen, ein Rhetorikseminar besuchen.

  • Unterstützung finden

    Vieles lässt sich gleich viel einfacher bewerkstelligen, wenn man nicht alleine ist. Sie sind noch nie mit dem Heißluftballon geflogen, würden das gerne probieren aber haben ein wenig Bammel? Dann fragen Sie am besten einen Freund oder eine Freundin, ob er oder sie mitkommt. Zu zweit sind Ausflüge sowieso lustiger.

[Bildnachweis: by Shutterstock.com]
22. Juni 2018 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.

Mehr von der Redaktion und aus dem Netz



Stellenanzeigen finden Sie auf www.karrieresprung.de.


Karrierefragen Hinweis Artikel Unten 1000px Fertig gelesen? Zurück zur Startseite!