Selbstgesteckte Grenzen: Die Begrenzung im Kopf

Ich kann das nicht… oder Es ist einfach unmöglich… und oftmals auch Das kann gar nicht klappen… Gedanken wie diese hat wohl jeder hin und wieder, wenn er nicht weiter weiß und keine Lösung für ein Problem sieht. Allerdings handelt es sich dabei meist um selbstgesteckte Grenzen, also um Begrenzungen, die wir uns selbst durch Gedanken oder auch das eigene Handeln vorgeben. Diese selbstgesteckten Grenzen fühlen sich sehr real an und blockieren ebenso wie tatsächliche Limitationen und Hindernisse, sie existieren aber nur in Ihrem Kopf. Wir erklären, welcher Grund hinter den selbstgesteckten Grenzen steht und was Sie tun können, um diese zu überwinden und mehr zu erreichen, als Sie sich vorstellen können…

Selbstgesteckte Grenzen: Die Begrenzung im Kopf

Selbstgesteckte Grenzen: Warum machen wir das?

Wenn viele Grenzen selbst gemacht sind, stellt sich vor allem die Frage: Warum tun wir uns das an? Sie stehen sich selbst im Weg, machen sich das Leben schwer und sind durch die selbstgesteckten Grenzen am Ende möglicherweise sogar Schuld daran, wenn Ziele nicht erreicht werden oder Sie in einer Situation feststecken, die Sie unglücklich macht.

Der Grund, der zu selbstgesteckten Grenzen führt, ist auf den ersten Blick sehr einfach – aber dennoch sehr wirksam und folgenschwer: Es ist viel einfacher, sich selbst Grenzen aufzuzeigen, als sich tatsächlich an die Problemlösung und Umsetzung eigener Vorstellungen und Träume zu machen. Mit einem Das ist absolut unmöglich ist das Thema erledigt, man kann sich damit abfinden und hat sogar die Chance, die Verantwortung von sich zu weisen.

Die Umstände machen es unmöglich, Sie selbst haben gar keine Chance und wenn Sie schon dabei sind, können Sie noch in die Opferrolle schlüpfen und ein wenig in Selbstmitleid versinken.

Alles bleibt beim Alten und das positive Selbstbild bleibt bestehen, weil die selbstgesteckten Grenzen mögliche Fehler und Rückschläge von vornherein verhindern. Wer kein Risiko eingeht, läuft auch nicht Gefahr, dass etwas schief läuft.

Oder andersherum: Ohne selbstgesteckten Grenzen und mit der Einstellung Ich kann es schaffen, können Sie sich nur an die eigene Nase fassen und sind selbst dafür verantwortlich, dass die Dinge sich so entwickeln, wie Sie es gerne hätten. Genau darin liegt dann auch der Schlüssel, um die selbstgesteckten Grenzen zu überwinden. Sie müssen erkennen, dass Sie es selbst in der Hand haben und dass nichts anderes Sie aufhält, als Ihre eigene Einstellung und Denkweise.

Hören Sie auf, sich selbst klein zu reden und die Schuld bei anderen Menschen oder den Umständen zu suchen.

Eine Parabel über selbstgesteckte Grenzen

Viele Coaches und Trainer nutzen eine Parabel über selbstgesteckte Grenzen, um ihren Kunden zu zeigen, wie viel mehr in ihnen steckt und dass sie fast alles erreichen können, wenn sie die Begrenzungen im eigenen Kopf überwinden. Diese Geschichte hat es daher zu einiger Bekanntheit gebracht, weshalb wir sie Ihnen natürlich nicht vorenthalten wollen.

Es beginnt damit, dass ein Coach einen wichtigen Manager als neuen Klienten begrüßt, der gleich damit beginnt, eine ganze Reihe an Problemen vorzutragen, die unmöglich zu lösen sind. Er berichtet von unzähligen Aufgaben in seinem Leben, dass er eigentlich eine Veränderung bräuchte, die aber ebenso unmöglich sei, weil er schließlich Familie habe und allen Verpflichtungen nachkommen muss.

Nachdem der Coach eine Weile zugehört hat, sagte er Gut, ich denke ich verstehe, was Ihr Problem ist. Ich erzähle Ihnen eine Parabel, wenn Sie danach immer noch der Meinung sind, dass Ihre Probleme unlösbar sind, werde ich Ihnen keine Rechnung stellen. Verwundert willigte der Manager ein und der Coach begann zu erzählen:

In einem Kloster im Himalaya kam ein Schüler zu seinem Meister und sprach: „Meister, Ihr lehrt uns, dass es für den Menschen keine Grenzen gibt und nichts unmöglich ist. Doch das widerspricht meiner Erfahrung, denn ich erlebe jeden Tag, dass es Dinge gibt, die ich nicht bewältigen kann. Lehrt mich bitte verstehen, was Ihr mit euren Worten meint.“

Der Meister sah seinen Schüler einige Zeit nachdenklich an. „Wenn du wirklich deine Grenzen entdecken willst, nimm deine Sachen und folge dem Pfad hinter unseren Kloster tiefer in die Berge. Du wirst an den Punkt kommen, an dem ein weitergehen unmöglich scheint. Wenn du diesen Punkt erreicht hast, kehre um und berichte mir.“

Der Schüler tat wie der Meister ihn geheißen hatte und machte sich auf den Weg. Nach Wochen erreichte er den Punkt, den der Meister beschrieben hatte und kehrte zu seinem Meister zurück.

„Wie ich sehe bist du zurückgekehrt. So erzähle, was hast du entdeckt?“, sprach der Meister. „Meister, mitten auf dem Weg stand eine Mauer, darauf war geschrieben „Es ist unmöglich“. Da die Mauer zu hoch war, um sie zu übersteigen, kehrte ich um. Das Schild stimmt, es ist unmöglich diese Mauer zu überwinden.“

Der Meister runzelte die Stirn. „Wo war das Schild angebracht, an der Mauer selbst?“ Der Schüler überlegte kurz. „Nein, an einer schweren Tür. Doch sie wirkte so massiv, dass ich nicht versucht habe, sie zu öffnen.“

Der Meister lächelte: „Dann kehre zurück, und öffne die Tür.“

Der Schüler tat wie ihm geheißen war. An der Tür angelangt, gelang es ihm, mit einiger Mühe tatsächlich die schwere Tür zu öffnen. So verschwand das Schild mit der Aufschrift „Es ist unmöglich“ aus seinem Blickfeld, und er konnte seinen Weg fortsetzen.

Nach dem der Coach geendet hatte, herrschte in dem Büro eine ganze Weile Schweigen. Schließlich stand der Manager auf: Ich danke Ihnen, Sie haben mir gerade die Augen geöffnet. Sie können jetzt gehen, machen Sie sich um Ihre Bezahlung keine Gedanken, Sie wird fürstlich sein.

Der Coach erfuhr wenige Tage später aus den Nachrichten, dass der Manager die Veränderung vollzogen und sich selbstständig gemacht hatte. Wie aus dem Artikel zu erfahren war, hatte er große Unterstützung von seiner Familie und seinen Freunden für diesen Schritt. Auf die Frage des Reporters, warum er diesen Schritt getan habe, antwortete der Manager Weil ich verstanden habe, dass ich mir meine Grenzen selbst setze und das nichts unmöglich ist, wenn ich bereit bin, weiter zu gehen.

[Bildnachweis: Roman Samborskyi by Shutterstock.com]
3. Mai 2018 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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