Finanzielle Freiheit: Was Sie dazu wissen müssen

Nie mehr Sorgen ums Geld machen müssen! Keine Geldprobleme! „Finanzielle Freiheit“ – das klingt zu schön, um wahr zu sein. Mit dem Begriff der finanziellen Freiheit verbinden viele Bilder von Millionären, die auf ihr er Yacht entspannen, während andere für sie das Geld verdienen. Doch muss man erst eine Million auf dem Konto haben, um finanzielle Freiheit zu erlangen? Oder können das auch Durchschnittsverdiener? Und wenn ja: wie? Die Erkenntnisse im Überblick…

Finanzielle Freiheit: Was Sie dazu wissen müssen

Finanzielle Freiheit: Was ist das?

Häufig wird finanzielle Freiheit mit Reichtum assoziiert. Dies muss aber nicht gleichbedeutend sein. Freiheit bedeutet hier vielmehr, dass Sie finanziell von niemandem mehr abhängig sind. Also nicht vom Arbeitgeber, vom Staat, dem Partner oder von den Eltern.

Das muss man erst einmal schaffen. Dazu gibt es verschiedene Wege:

  • Der erste – und auch derjenige, an den die meisten denken – ist, einfach genug Geld auf dem Konto zu haben. Mehr als man jemals ausgeben kann. Das schaffen aber natürlich nur wenige.
  • Der zweite Weg ist langfristiger, aber umso wahrscheinlicher: sparen. Sie bilden (mit der Zeit) genug Rücklagen, um etwaige finanzielle Durststrecken zu überbrücken. Oder aber genug Finanzpolster, um sich früher zur Ruhe zu setzen.

Finanzielle Freiheit muss also nicht zwingend mit überdurchschnittlichem Kapital zusammenhängen. Oft stellt sich das Gefühl von Freiheit schon ein, wenn es genug Rücklagen gibt, um entweder kurzfristige Einnahmeausfälle auszugleichen (zum Beispiel wegen einer Kündigung). Oder um freiere Berufsentscheidungen treffen zu können (zum Beispiel bei einer beruflichen Neuorientierung).

Dazu bedarf es allerdings eines gewissen Risikomanagements – um besagten Risiken vorzubeugen.

Leider machen sich viele Menschen diese Risiken nicht bewusst oder verdrängen sie. Sie geben entweder alles aus, was sie (im Monat) verdienen oder sogar mehr. Wächst das Einkommen, wachsen oft auch die Ausgaben mit. So aber lassen sich kaum Rücklagen aufbauen, um finanzielle Freiheit zu gewinnen.

Dies geht in der Regel nur, indem Sie Ihre Kosten reduzieren und einen Teil Ihres Einkommens sparen. Ein Weg dazu ist die sogenannte 50-30-20-Regel.

Die 7 Stufen zur finanziellen Freiheit

Jetzt stellt sich natürlich für viele die Frage: Wie gelange ich zur finanziellen Freiheit? Gute Frage! Tatsächlich vollzieht sich dieser Weg – laut Experten – meist in sieben klassischen Stufen (auch Ebenen genannt), wie Menschen von der Abhängigkeit zur finanziellen Freiheit kommen. Diese:

  1. Vollständige Abhängigkeit

    In der Kindheit und Jugend ist jeder von seinen Eltern (oder in Einzelfällen vom Staat) abhängig.

  2. Erste Unabhängigkeit

    Mit dem ersten Gehalt entsteht oft schon die erste, zarte Unabhängigkeit. Sie haben ein Einkommen und können frei über dieses verfügen. Allerdings ist dieses in der Regeln noch gering und deckt gerade mal sämtliche Kosten. Und Sie sind natürlich noch stark abhängig von Ihrem Arbeitgeber. Vielleicht sogar noch in geringem Maße von den Eltern.

  3. Finanzielle Unabhängigkeit

    Auf dieser Stufe ist es Ihnen schon möglich, Ihren Lebensunterhalt, aber auch erste Freiheiten (Urlaub, Anschaffungen, Freizeitvergnügen) komplett durch die eigene Arbeit zu finanzieren. Für viele Menschen ist dies eine angenehme Phase, sodass es für sie kau nötig erscheint, daran etwas zu ändern. Doch gerade jetzt ist es wichtig, sich abzusichern.

  4. Finanzielle Sicherheit

    In dieser Stufe beginnt die Vorsorge. Es geht nun darum, Rücklagen zu bilden, die mindestens dafür ausreichen, ein halbes Jahr ohne Einkommen überbrücken zu können. Am besten, ohne den eigenen Lebensstil tiefgreifend einschränken zu müssen. Entscheidend ist, auf unvorhergesehene Ereignisse vorbereitet zu sein und entsprechend reagieren zu können.

  5. Erste finanzielle Spielräume

    In der fünften Stufe müssen Sie sich intensiv damit auseinander setzen, wie Sie mit Ihren Finanzen umgehen. Es ist jetzt unerlässlich, sich mit den Themen Vermögensaufbau und Geldanlage zu beschäftigen. Auf diese Weise ist der Lebensunterhalt nach wie vor durch die Arbeitskraft finanziert, allerdings wächst im Hintergrund auch ein Vermögen stetig an.

  6. Kurzzeitige finanzielle Freiheit

    Sie besitzen bereits genug Rücklagen, um etwaige Verdienstausfälle überbrücken zu können. In dieser Stufe könnten Sie – zur Not – ein halbes oder ganzes Jahr von Ihrem aufgebauten Vermögen leben. Das macht sie sofort unabhängig von Ihrem jetzigen Arbeitgeber (aber natürlich noch nicht von allen Arbeitgebern). Das gibt Ihnen aber unmittelbar ein Gefühl (kurzfristiger) finanzieller Freiheit. Wichtig ist jetzt, sich noch intensiver um das aufgebaute Kapital zu kümmern und renditeträchtige Anlageformen zu finden. Zum Beispiel Aktien (Dividenden) oder Immobilien.

  7. Absolute finanzielle Freiheit

    Inzwischen können Sie sogar Einkünfte aus Ihrem Vermögen erzielen. Das können zum Beispiel Renditen aus Aktienpaketen sein oder Mieteinkünfte aus Immobilien. So oder so: Sind diese hoch genug, dass Sie damit Ihren Lebensstil finanzieren können, dann haben Sie die absolute finanzielle Freiheit erreicht. Das bedeutet: Sie können auch weiterhin arbeiten – sie müssen es aber nicht. Sie sind absolut frei von jeglicher Einkommensquelle durch eine abhängige Beschäftigung. Beachten Sie dabei aber bitte die Steuerzahlungen zu berücksichtigen.

Wie können Sie finanzielle Freiheit erlangen?

Finanzielle Freiheit lässt sich nicht in festen Zahlen definieren. Sie ist für jeden Menschen etwas anderes. Manche brauchen nicht viel Geld, um sich frei zu fühlen. Andere sind erst glücklich, wenn sie First Class durch die Welt jetten können oder ein teures Auto fahren.

Dabei spielt auch die Frage eine Rolle, WO Sie leben möchten. In Thailand werden Sie wahrscheinlich geringere Lebenshaltungskosten haben als in München.

Dennoch ist in all diesen Fällen das Konzept dahinter identisch: Es geht darum, sich eigene Einkommensquellen zu erschließen, die unabhängig von Dritten sind.

Daher sollten Sie sich zunächst bewusst machen, was Ihr konkretes Lebensziel ist. Finanzielle Freiheit ist kein Selbstzweck, sondern nur Mittel zum Zweck. Das eigentliche Ziel thront darüber. Möchten Sie zum Beispiel…

  • in einer eigenen Immobilie wohnen?
  • Ihr Hobby zum Beruf machen?
  • ortsunabhängig leben?
  • die Welt bereisen?
  • Ihren Kindern bessere Startchancen ermöglichen?
  • früher in Rente gehen?

Ebenso konkret wie realistische Ziele sowie eine gründliche Planung, wie Sie diese erreichen, sind die Basis dafür, eines Tages das Hamsterrad der finanziellen Abhängigkeit verlassen zu können. Das Geld, das Sie dafür benötigen, wird damit zu einer Notwendigkeit, ohne emotionale Bindung.

Finanzielle Freiheit sollte nicht in einen Geld-Fetisch münden, sondern Ihnen letztlich einen Gewinn an Sicherheit ermöglichen, Komfort geben sowie die Lebensqualität steigern.

Um zu finanzieller Freiheit zu gelangen, gibt es drei Bereiche, die Sie in dieser Reihenfolge berücksichtigen sollten:

  1. Verdienen

    Die meisten Menschen versuchen zunächst, ihr Einkommen zu steigern. Sei es durch eine Gehaltserhöhung, durch Beförderung oder Jobwechsel. In dem Zusammenhang kann es aber auch sinnvoll sein, sich ein sogenanntes passives Einkommen zu schaffen. Damit bleibt man zwar noch abhängig von Dritten. Die Stufen der Unabhängigkeit lassen sich so aber schneller durchlaufen.

  2. Sparen

    Ohne geht es in der Regel nicht. Jede finanzielle Freiheit beginnt mit finanzieller Disziplin. Die meisten Finanzexperten empfehlen hier eine Sparquote von mindestens 20 Prozent. Sicher, bei geringen Einkommen ist dies nur schwer möglich. Andererseits gilt auch hier: Wollen Sie raus aus der Abhängigkeit, müssen Sie Kosten reduzieren, um mehr Sparen zu können. So schwer der Verzicht zuweilen auch fällt. Es geht ja letztlich um eine sorgenfreie Zukunft.

  3. Investieren

    Investitionen sind ein sinnvoller Weg zur Kapitalvermehrung. Selbstverständlich bedeutet jede Investition ein gewisses Risiko. Umso wichtiger ist es, dass Sie sich zuvor genau mit den jeweiligen Geschäftsmodellen und Investmentformen auseinander setzen. Zum Beispiel auch Startups. Die Faustregel: Je höher das Risiko, desto höher die Gewinnchancen.

Verdienen – Sparen – Investieren: Diese Reihenfolge ist langfristig das einzig sinnvolle Erfolgsmodell zur finanziellen Freiheit.

Was Sie auf dem Weg zur finanziellen Freiheit beachten müssen

Was Sie auf dem Weg zur finanziellen Freiheit beachten müssenNatürlich lauern auf dem Weg zur finanziellen Freiheit ein paar Stolpersteine. Daher hier noch ein paar Tipps, was Sie unbedingt beachten sollten…

  • Beschäftigen Sie sich frühzeitig mit dem Thema Finanzen.

    Mit Möglichkeiten von Kapitalanlage und Trading kann man sich nicht intensiv genug auseinander setzen. Sie möchten finanziell frei sein? Dann ist es unerlässlich, dass Sie selbst freie und fundierte Entscheidungen über Ihr Geld treffen (können). Machen Sie sich bewusst, dass nur Sie die Verantwortung für Gewinne und Verluste tragen. Daher ist es notwendig, dass Sie die Hintergründe verstehen. Andernfalls bleiben Sie auf die Empfehlungen von externen Finanzberatern angewiesen, die unter Umständen Risiken eingehen, die Sie nicht eingehen würden.

  • Erhöhen Sie Ihre Ansprüche nicht zu stark.

    Wenn Sie sich einmal etwas Besonderes leisten möchten – nur zu! Aber machen Sie sich bewusst, dass finanzielle Disziplin unerlässlich ist, um finanzielle Freiheit zu erlangen. Gerade wenn Sie Ihr Einkommen erhöhen, sollten Sie Ihre regelmäßigen Ausgaben – wenn überhaupt – nur minimal steigern. Besser wäre, Sie senken diese sogar mit der Zeit. So gelingt auch mit kleinerem Einkommen auf lange Sicht ein sicheres Finanzpolster.

  • Bilden Sie sich weiter.

    Bilden Sie sich stetig weiter und investieren Sie Zeit in sich und Ihr (Fach-)Wissen. Das kann Ihnen niemand nehmen – auch kein Crash an der Börse. Je mehr Themengebiete Sie sich erschließen, desto stärker steigt Ihr Marktwert. Damit tun Sie sich sowohl leichter, in Zukunft mehr Geld zu verdienen oder sich neue Einkommensquellen zu erschließen.

  • Denken Sie positiv über Geld.

    Es ist nichts Schlimmes daran, Geld zu besitzen. Deswegen sind Sie noch lange kein Bonze oder Kapitalist. Sie müssen sich nicht dafür schämen, wenn Sie es mit finanzieller Disziplin nach und nach zu Vermögen bringen. Sie haben das Geld schließlich niemandem gestohlen, sondern ehrlich erwirtschaftet.

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[Bildnachweis: Karrierebibel.de]
5. November 2019 Tilman Schulze Redakteur Autor: Tilman Schulze

Tilman Schulze, Jahrgang 1973, arbeitet zudem freiberuflich als Kommunikationstrainer, Coach und Mediator in Freiburg und Umgebung. Als Autor einiger Bücher ist er es gewohnt, unterschiedliche Perspektiven einzunehmen und mit der Sprache zu spielen.



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