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Kindergeld 2022: Höhe, Anspruch & beantragen

Das Kindergeld ist eine der wichtigsten Leistungen in Deutschland. Es sorgt für eine finanzielle Unterstützung von Familien und soll die Grundversorgung des Kindes sicherstellen. Anspruch haben Eltern in Deutschland ab dem Tag der Geburt des Kindes. Sie müssen dafür das Kindergeld beantragen. Hier erfahren Sie alles zum Kindergeld 2022 – Höhe, Auszahlungstermine, Dauer und wie Sie die Leistung beantragen…

Kindergeld 2022: Höhe, Anspruch & beantragen

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Kindergeld 2022

Kindergeld ist keine Sozialleistung. Die Auszahlung kommt von der Familienkasse, ist aber in erster Linie ein steuerlicher Ausgleich. Es soll dafür gesorgt werden, dass das Existenzminimum des Kindes steuerfrei bleibt und die Grundversorgung gesichert ist.

Nicht zu verwechseln ist das Kindergeld mit dem Kinderfreibetrag. Beide verfolgen das gleiche Ziel, sind aber nicht identisch. Kindergeld wird als monatlicher Betrag überwiesen, der Kinderfreibetrag reduziert das zu versteuernde Einkommen in der Steuererklärung. Es können nicht beide Leistungen gleichzeitig genutzt werden. Das zuständige Finanzamt ermittelt, welche Variante für Eltern den größten Vorteil bringt.

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Kindergeld Höhe

Kindergeld ist nicht vom Einkommen der Eltern abhängig. Die Summe ist für alle gleichhoch und wird regelmäßig angepasst. Die Anpassungen sollen sicherstellen, dass trotz steigender Lebenshaltungskosten die Grundversorgung für Kinder abgesichert bleibt. Folgende Höhe gilt für das Jahr 2022:

  • 219 Euro monatlich für das erste und zweite Kind,
  • 225 Euro monatlich für das dritte Kind,
  • 250 Euro monatlich für jedes weitere Kind.

Beispiel für die Höhe

Sie leben mit Ihrer Familie zusammen und haben insgesamt drei Kinder. Sie erhalten monatlich 663 Euro Kindergeld (219 Euro + 219 Euro + 225 Euro). Bei vier Kindern erhalten Sie entsprechend 913 Euro im Monat.

Beispiel für Zählkinder

Die Staffelung der Höhe gilt auch bei mehreren Kindern aus unterschiedlichen Beziehungen. Beispiel: Ein Mann hat zwei Söhne aus erster Ehe, die bei der Ex-Frau leben. In einer neuen Partnerschaft hat er zwei Töchter mit seiner neuen Partnerin, mit denen er zusammen in einem Haushalt lebt. Die Kinder aus der ersten Ehe gelten als sogenannte Zählkinder. Für sie bekommt der Mann kein Kindergeld gezahlt, sie werden aber für die Höhe der anderen Kinder angerechnet. Die Töchter gelten als Kind 3 und 4 – der Mann bekommt 475 Euro Kindergeld, statt 438 Euro.

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Kindergeld beantragen

Den Antrag für Kindergeld reichen Sie direkt nach der Geburt bei der Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit ein. Dieser muss in jedem Fall schriftlich erfolgen. Die nötigen Anträge finden Sie auf der Webseite der Bundesagentur. Dem Hauptantrag fügen Sie für jedes Kind, für das Sie die Zahlung beantragen wollen, eine „Anlage Kind“ bei.

Schritt für Schritt beantragen

  1. Füllen Sie die Anträge direkt online auf der Homepage aus.
  2. Drucken Sie das ausgefüllte Dokument aus.
  3. Unterschreiben Sie den Antrag handschriftlich.
  4. Schicken sie ihn mit der Post an die zuständige Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit.

Welche Familienkasse für Sie zuständig ist, hängt vom Wohnort ab. Einmal beantragt und genehmigt, zahlt die Kasse weiter – es braucht keine regelmäßigen Neuanträge. Mögliche Änderungen wie eine neue Anschrift müssen Sie bekannt machen. Und: Auf dem Antrag müssen Sie unbedingt Ihre Steueridentifikationsnummer eintragen.

Kann ich Kindergeld rückwirkend beantragen?

Grundsätzlich ja. Haben Sie den Antrag bisher nicht gestellt, können Sie rückwirkend Kindergeld beantragen – allerdings wurde die Frist dafür deutlich verkürzt. Seit 2018 zahlt die Familienkasse nur noch rückwirkend für maximal sechs Monate. Stellen Sie den Antrag daher so früh wie möglich.

Einspruch gegen Kindergeldbescheid

Sie sind mit einem Bescheid der Familienkasse nicht einverstanden – etwa weil das Kindergeld gestrichen wurde, obwohl Ihr Kind noch in Ausbildung ist? Dann können Sie Einspruch einlegen. Gemäß § 355 Abgabenordnung (AO) haben Sie dazu einen Monat Zeit. Sollte die Familienkasse eine Email auf dem Bescheid angegeben haben, reicht auch ein Einspruch per Email, um die Frist zu wahren. Es empfiehlt sich zusätzlich einen Widerspruch per Einwurfeinschreiben an die zuständige Stelle zu richten.

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Kindergeld Auszahlungstermine

Die Auszahlungstermine für das Kindergeld richten sich nach der letzten Endziffer ihrer Kindergeldnummer. Diese finden Sie beispielsweise auf dem Kontoauszug als Verwendungszweck. Die Arbeitsagentur veröffentlicht die zugehörigen Auszahlungstermine für die einzelnen Monate. Die folgende Übersicht zeigt die Termine je nach Endziffer für das Jahr 2022:

Auszahlungstermine Endziffer 0
  • 5. Januar
  • 4. Februar
  • 3. März
  • 5. April
  • 4. Mai
  • 3. Juni
  • 5. Juli
  • 4. August
  • 5. September
  • 6. Oktober
  • 4. November
  • 5. Dezember
Auszahlungstermine Endziffer 1
  • 7. Januar
  • 8. Februar
  • 4. März
  • 7. April
  • 6. Mai
  • 8. Juni
  • 6. Juli
  • 5. August
  • 7. September
  • 7. Oktober
  • 7. November
  • 6. Dezember
Auszahlungstermine Endziffer 2
  • 11. Januar
  • 9. Februar
  • 7. März
  • 8. April
  • 9. Mai
  • 9. Juni
  • 7. Juli
  • 8. August
  • 8. September
  • 10. Oktober
  • 8. November
  • 7. Dezember
Auszahlungstermine Endziffer 3
  • 12. Januar
  • 10. Februar
  • 8. März
  • 11. April
  • 10. Mai
  • 10. Juni
  • 8. Juli
  • 10. August
  • 9. September
  • 11. Oktober
  • 9. November
  • 8. Dezember
Auszahlungstermine Endziffer 4
  • 13. Januar
  • 11. Februar
  • 10. März
  • 12. April
  • 11. Mai
  • 13. Juni
  • 11. Juli
  • 11. August
  • 12. September
  • 12. Oktober
  • 10. November
  • 9. Dezember
Auszahlungstermine Endziffer 5
  • 14. Januar
  • 14. Februar
  • 11. März
  • 13. April
  • 12. Mai
  • 14. Juni
  • 12. Juli
  • 12. August
  • 13. September
  • 14. Oktober
  • 11. November
  • 12. Dezember
Auszahlungstermine Endziffer 6
  • 17. Januar
  • 15. Februar
  • 14. März
  • 14. April
  • 16. Mai
  • 15. Juni
  • 13. Juli
  • 15. August
  • 14. September
  • 17. Oktober
  • 14. November
  • 13. Dezember
Auszahlungstermine Endziffer 7
  • 18. Januar
  • 16. Februar
  • 15. März
  • 20. April
  • 17. Mai
  • 17. Juni
  • 15. Juli
  • 16. August
  • 16. September
  • 18. Oktober
  • 15. November
  • 14. Dezember
Auszahlungstermine Endziffer 8
  • 19. Januar
  • 17. Februar
  • 16. März
  • 21. April
  • 18. Mai
  • 20. Juni
  • 18. Juli
  • 17. August
  • 19. September
  • 19. Oktober
  • 16. November
  • 15. Dezember
Auszahlungstermine Endziffer 9
  • 21. Januar
  • 21. Februar
  • 18. März
  • 22. April
  • 20. Mai
  • 22. Juni
  • 19. Juli
  • 18. August
  • 21. September
  • 21. Oktober
  • 17. November
  • 16. Dezember

Kindergeld Anspruch

Kindergeld erhält eine Person, die ein Kind im eigenen Haushalt versorgt. Eltern müssen sich entscheiden, ob Mutter oder Vater das Geld erhalten soll. Der Anspruch ist dabei nicht auf die eigenen, leiblichen Kinder beschränkt. Auch für Enkelkinder, Stiefkinder oder Pflegekinder kann Anspruch bestehen. Voraussetzung für einen Anspruch ist zudem ein Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt in Deutschland, einem anderen Land der EU, in Norwegen, Liechtenstein, Island oder der Schweiz.

Ein Anspruch auf Kindergeld besteht bei Erfüllung der Voraussetzungen ab der Geburt des Kindes. Grundsätzlich besteht dieser bis zur Volljährigkeit des Kindes und endet im Monat, in dem der Nachwuchs 18 Jahre alt wird. Verschiedene Faktoren können aber zu einer längeren Dauer führen. So gibt es Kindergeld für:

  • Alle Kinder bis zum 18. Geburtstag
  • Kinder in erster Ausbildung bis zum 25. Geburtstag
  • Arbeitslose Kinder mit abgeschlossener Ausbildung bis zum 21. Geburtstag
  • Kinder ohne Ausbildungsplatz bis zum 25. Geburtstag
  • Kinder in einem freiwilligen soziales oder ökologischen Jahr oder im Bundesfreiwilligendienst bis zum 25. Geburtstag
  • Kinder mit Behinderung, die sich nicht selbst finanziell versorgen können, über das 25. Lebensjahr hinaus ohne Altersbegrenzung.

Ein Anspruch kann somit auch bei volljährigen Kindern bestehen. Anspruchsberechtigt sind zunächst die Eltern, nicht das Kind selbst. Hat das Kind einen eigenen Haushalt und versorgt sich selbstständig, kann das Kindergeld aber auch direkt an das Kind ausgezahlt werden.

Überprüfung des Anspruchs

Die Familienkasse kann sich regelmäßig bestätigen lassen, dass Ihr Anspruch weiterhin besteht. Dazu werden meist Fragebögen verschickt. Sie müssen beantworten, ob Ihr Kind weiterhin im Haushalt wohnt oder noch in Schul- oder Berufsausbildung ist. Auch Studienbescheinigung oder Ausbildungsnachweis können verlangt werden, wenn der Nachwuchs zwischen 18 und 25 Jahre alt ist.

Kindergeld zurückzahlen?

Werden Zahlungen getätigt, obwohl diese Ihnen nicht (mehr) zustehen, können Sie eine Aufforderung zur Rückzahlung von der Familienkasse erhalten. Veränderungen der Lebenssituation können zu einem Erlöschen des Anspruchs führen, beispielsweise wenn das Kind seine Ausbildung oder Studium abgeschlossen hat. Zuviel gezahltes Kindergeld muss dann erstattet werden.

Was ist der Kinderzuschlag?

Im Gegensatz zum Kindergeld ist der Kinderzuschlag eine Sozialleistung. Anspruch haben Eltern, wenn das Kind das 25. Lebensjahr nicht vollendet hat und laut § 6 des Bundeskindergeldgesetzes (BKGG) diese Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Es besteht Anspruch auf Kindergeld für das Kind.
  • Das Bruttoeinkommen (ohne Wohngeld, Kindergeld und Kinderzuschlag) beträgt mindestens 900 Euro (als Paar) oder 600 Euro (alleinerziehend).
  • Sie können mit dem Kinderzuschlag den Bedarf der Familie decken.
  • Sie kein Arbeitslosengeld II (Hartz IV) beziehen.

Der Zuschlag soll Familien mit kleinen Einkommen finanziell unterstützen. Ob ein Anspruch besteht, wird anhand des Verdiensts und des Bedarfs im Einzelfall ermittelt. Die Höhe des Kinderzuschlags wird individuell für jedes Kind berechnet. Maximal sind 209 Euro monatlich pro Kind möglich.

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[Bildnachweis: Dariia Rymar by Shutterstock.com]

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