Anderen immer einen Schritt voraus sein: So geht’s

Immer auf derselben Stelle zu treten und nicht voranzukommen, ist zermürbend. Wer gerade in einem emotionalen Tief hängt, mag denken, dass andere es halt leichter hatten. Mit dem goldenen Löffel im Mund geboren sind. Glück hatten. Selbst wenn in einigen Fällen etwas dran ist: Solche Vergleiche bringen nichts. Stattdessen sollten Sie sich fragen: Wie kann man anderen immer einen Schritt voraus sein? Denn die Ausgangsbedingungen mögen unterschiedlich sein. Aber wir leben im 21. Jahrhundert. Die Möglichkeiten, sein Leben selbst zu gestalten und ungünstigen Startbedingungen zum Trotz zu einem erfüllten, glücklichen Leben zu finden, sind groß. Was Sie tun müssen, um anderen immer einen Schritt voraus zu sein…

Anderen immer einen Schritt voraus sein: So geht's

Anderen immer einen Schritt voraus sein: Was heißt das?

Was bedeutet es, anderen immer einen Schritt voraus zu sein? In dieser Formulierung schwingen Wettbewerb und Rivalität mit: Der Kampf um Ressourcen, um das Siegertreppchen – man könnte sagen: Wer anderen immer einen Schritt voraus ist, übertrifft sie. Er toppt sie oder schlägt vielleicht sogar einen Rekord.

Damit kein Missverständnis aufkommt: Es geht zwar darum, besser zu sein in bestimmten Bereichen. Anderen immer einen Schritt voraus zu sein bezieht sich aber nicht darauf, in irgendeiner Form mehr wert zu sein. Arroganz ist hier völlig fehl am Platze. Ganz im sportlichem Sinne geht es dabei immer auch um Fairness.

Die Frage danach, wie man sich persönlich verbessern kann, ist vor allem dann relevant, wenn eine gewisse Grundunzufriedenheit besteht. Viele Bereiche können verbesserungswürdig erscheinen:

  • Das Gewicht ist zu hoch.
  • Das Gehalt ist zu gering.
  • Die sozialen Kontakte sind rar gesät.
  • Die beruflichen Tätigkeiten sind uninteressant.
  • Die Wohnsituation ist unbefriedigend.
  • Die berufliche Perspektive ist spärlich.
  • Die Gesundheit ist angeschlagen.
  • Das Beziehungsleben ist unerfüllt.
  • Die körperliche Fitness optimierungswürdig.

Perspektivwechsel notwendig für den Start

Anderen immer einen Schritt voraus sein PerspektivwechselVergleiche sind verführerisch und liegen nahe. Sie haben Augen im Kopf, sind nicht auf den Kopf gefallen und erkennen, dass andere Menschen weiter sind als Sie. In dieser Beobachtung liegen Fehler und Chance gleichermaßen. Fehler deshalb, weil viele Menschen an diesem Punkt stehen bleiben und nur sehen, was andere haben.

Ständiges Vergleichen führt leicht zur Missgunst: Der oder die andere hat mehr Geld, ist attraktiver, hat den besseren Job und so weiter. Indem Sie anderen ihren Erfolg missgönnen, haben Sie nicht automatisch mehr davon. Im Gegenteil.

So eine Perspektive begünstigt eine Opferhaltung: Ich hatte keine reichen Eltern, mir hat niemand beim Einstieg ins Berufsleben geholfen… Sich selbst mal zu bedauern ist völlig in Ordnung. Und ja, die Welt ist ungerecht. Aber mit Blick auf den Beruf sind Ihre Möglichkeiten weitaus besser, etwas aus dem eigenen Leben zu machen als beispielsweise noch vor 70 Jahren.

Kurz nach dem Krieg waren die Ressourcen knapp. Theoretisch garantierte das Grundgesetz auch da schon die freie Berufswahl. Aber die finanzielle Lage vieler Familien führte dazu, dass die Kinder möglichst früh die Schule verlassen mussten, um Geld zu verdienen.

Heutzutage gibt es verschiedene Wege der finanziellen Förderung, der beruflichen Neuorientierung und Weiterqualifizierung. Wer vor wenigen Jahren beispielsweise nach der 10. Klasse die Schule verlassen hat und überlegt, das Abitur nachzuholen und zu studieren, kann das tun.

Was Sie daran hindert, anderen voraus zu sein

Manchmal dauert es etwas, bis sich die Unzufriedenheit mit dem eigenen Leben niederschlägt. Den Luftschlössern der Kindheit und Jugend steht irgendwann die Realität gegenüber, wenn jemand feststellen muss, dass er oder sie nicht weiterkommt. Es gibt Gründe dafür, warum jemand sich mit Veränderungen schwer tut, obwohl er unzufrieden ist:

  • Der Leidensdruck ist nicht hoch genug

    Okay, das Gehalt ist nicht riesig, aber vielleicht reicht es gerade bis zum Ende des Monats. Oder die Arbeit macht nicht besonders viel Spaß, aber das Geld stimmt. Solange es nicht so richtig schlimm ist, lassen sich drängende Fragen immer wieder verschieben.

  • Die Bequemlichkeit überwiegt

    Letztlich steckt ein hohes Maß an Bequemlichkeit dahinter. Wäre man konsequent, müsste der Erkenntnis, dass etwas nicht in Ordnung ist, der nächste Schritt folgen: Etwas daran zu ändern. Aber das klingt ja wieder nach Arbeit und eigentlich lässt sich die Freizeit doch gerade wieder ganz anders nutzen…

  • Die Angst vor Veränderung ist größer

    Viele Menschen neigen dazu, es sich in ihrer mentalen Hängematte zu gemütlich zu machen. Bloß nicht die Komfortzone verlassen, denn was danach kommt, ist unbekannt. Und Unbekanntes löst je nach Persönlichkeitstyp nicht Neugier, sondern eher Angst oder sogar Panik aus.

  • Die Vorstellungen sind unrealistisch

    Unzählige Castingshows und Erfolgstrainer lassen leicht den Eindruck entstehen, dass jeder das Zeug zum erfolgreichen Superstar hat. Leider ist das häufig eine verkürzte Darstellung der Dinge. Der Weg zu mehr Erfolg führt immer über mehr Einsatz, mehr Arbeit und in den allerwenigsten Fällen ausschließlich über mehr Talent.

  • Die Volition ist gering.

    Es mangelt schlichtweg am Biss. Volition steht für ein Bündel an Eigenschaften, die sehr viel stärker Ausschlag für Erfolg geben als beispielsweise Intelligenz. Um etwas nachhaltig verändern zu können, brauchen Sie nicht nur den unbedingten Willen, sondern Durchhaltevermögen und Entschlossenheit. Wer beim ersten Rückschlag – und es wird immer kleinere Niederlagen geben – sofort das Handtuch wirft, bewirkt wenig.

So sind Sie einen Schritt voraus

Der wichtigste Schritt ist die Selbstreflexion über die eigene Situation. Sie führt im Idealfall zu der Erkenntnis, dass etwas verändert werden soll. Folgende Schritte sind Bestandteil von Veränderungen, sowohl im beruflichen als auch privaten Bereich:

  • Fangen Sie an

    Der wichtigste Punkt: Beginnen Sie. Nicht noch endlos abwägen und weitere Zeit verplempern, irgendwann müssen Pläne und Überlegungen in die Tat umgesetzt werden. Fein justieren können Sie später immer noch. Sind Sie von der Sache wirklich überzeugt, sitzen Sie auch dann noch daran, wenn andere bereits Feierabend machen. Ohne zusätzlichen Einsatz werden Sie allerdings kaum anderen einen Schritt voraus sein.

  • Lernen Sie von anderen

    Beobachten Sie andere und lernen Sie von Ihnen. Manche Siegertypen und Alphamännchen mögen vielleicht von Ihren Eltern gefördert worden sein, aber längst nicht alle. Was haben diese Menschen anders in Ihrem Leben gemacht? Welche Entscheidungen wurden getroffen? Seien Sie bereit, sich neues Wissen anzueignen während andere meinen, bereits alles zu wissen.

  • Erweitern Sie Ihren Horizont

    Es geht um Wissenserweiterung in vielen Bereichen. Das Wissen, wo Sie an benötigte Informationen herankommen. Auch dafür sind Kontakte nützlich, denn teilweise fehlt schon die Vorstellung darüber, welche Anlaufstellen es gibt. Aber natürlich geht es auch um den Wissenserwerb in Form von Fortbildungen. Ein erster Schritt in diese Richtung können Sachbücher, Fachzeitschriften und Blogs sein.

  • Aktivieren Sie Ihre Kontakte

    Nicht immer ist jeder bereit, aus dem Nähkästchen zu plaudern, Konkurrenzdenken überschattet im Berufsleben oftmals gegenseitige Unterstützung. Daher ist es wichtig, dass Sie ein Netzwerk aufbauen und sich mit anderen Menschen aus der gleichen Branche oder mit ähnlichen Anliegen austauschen. Andere Perspektiven und Erfahrungen können wertvolle Hinweise für Ihr Vorgehen enthalten.

  • Definieren Sie Ihre Ziele

    Welche Visionen haben Sie? Je klarer Sie benennen können, wohin es gehen soll, desto wahrscheinlicher der Erfolg. Wenn Sie voll und ganz hinter diesen Dingen stehen, werden Sie die nötige Leidenschaft einbringen und das ist es schließlich, was Sie brauchen, um alle Kräfte zu mobilisieren.

  • Verlassen Sie Ihre Komfortzone

    Wo andere vor allem Risiken erkennen, erkennen Sie Chancen. Sie beschreiten mutig neue Wege, probieren verschiedene Dinge aus. Sie wissen um Ihre Stärken und haben genügend Selbstvertrauen, neue Situationen bewältigen zu können. Es geht nur über das Wagnis, etwas Neues kennenzulernen. Erfahrungen in Bereichen zu sammeln, die Ihnen bisher unbekannt waren. Und dann festzustellen, dass Sie neue, andere Aufgaben bewältigen können. Oder selbst wenn Sie auf Hindernisse treffen, zu erkennen, dass diese nicht unüberwindbar sind. Selbst eine vermasselte Prüfung lässt sich in vielen Fällen wiederholen. Und hat den Vorteil: Jetzt wissen Sie grob, was auf Sie zukommt, was erwartet wird.

Sie können anderen immer einen Schritt voraus sein, vorausgesetzt Sie schaffen es, sich zu motivieren und zu mobilisieren. Ist der Anfang erst einmal gemacht, ergeben sich die meisten Schritte automatisch. Es geht auch gar nicht darum, alles gleichzeitig forcieren zu wollen.

Anderen Schritt Voraus Sein 6 Tipps Grafik

Veränderungen im positiven wie im negativen Sinne sind ein Prozess. Umso wichtiger ist es, dass Sie am Ball bleiben und das Ganze als Ihr Projekt betrachten.

[Bildnachweis: Just dance by Shutterstock.com]
28. Oktober 2019 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.



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