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Hingabe: Einfach erklärt, Bedeutung + Beispiele

Wahre Hingabe findet man selten. Umso mehr bewundern wir sie: Dahinter stecken starke Sehnsüchte nach Liebe, Glück und Geborgenheit. Aber genauso der Mut zu Opfern und Verletzungen. Was macht Hingabe aus? Und welche Kraft steckt dahinter, sich einer Angelegenheit oder einem anderen Menschen voll und ganz zu verschreiben? Ein Erklärungsversuch…



Hingabe: Einfach erklärt, Bedeutung + Beispiele

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Definition: Was bedeutet Hingabe?

Völlige Hingabe (auch: Hingebung, Devotion) bedeutet, mit seinem ganzen Herzen dabei zu sein und sich einer Aufgabe, einem Ziel oder Menschen rückhaltlos zu verschreiben. Die Angelegenheit hat für uns höchsten persönlichen Wert und absolute Priorität. Deshalb sind wir mit großer innerer Beteiligung engagiert und geben Eifer und Leidenschaft hinein.

Menschen können sich unterschiedlichen Dingen hingeben:

  • ihrem tiefem Glauben (Gott)
  • einem geliebten Menschen (Liebe)
  • einer gefühlten Berufung (Beruf, nicht Job!)
  • schöner Musik, Kunst, Sport (Hobby)
  • dem Anblick einer schönen Landschaft
  • einem spontanen Gefühl

Wesentlich daran ist immer, dass sie auf etwas „hin“ arbeiten. Hingabe ist immer verbunden mit einer Absicht oder einem Zweck. Selbst, wer sich spontan einem überwältigenden Gefühl hingibt, tut dies letztlich, um es noch mehr auszukosten.

Ist Hingabe ein Gefühl?

Zunächst ist Hingabe das: eine freiwillige Entscheidung. Wir wählen selbst, wem oder was wir uns hingeben. Erzwingen lässt sich Hingabe nicht. Danach aber wird sie oft begleitet von starken Gefühlen wie Begeisterung, Ergebenheit, Glauben, Anteilnahme und sogar Aufopferung.

Hingabe kann verzehrend sein, begleitet von dem Gefühl der Abhängigkeit – psychisch oder spirituell. In der Liebe machen wir uns abhängig von einem anderen Menschen, im Glauben geben wir uns Gott hin und überlassen ihm die Lebensführung. Problematisch ist diese Aufopferung aber, wenn sie eigene Bedürfnisse dauerhaft ignoriert. Dann kann Hingabe selbstzerstörerisch wirken.

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Was ist der Unterschied zwischen Leidenschaft und Hingabe?

Leidenschaft und Hingabe werden häufig synonym verwendet. Der Unterschied ist: Leidenschaft ist das Feuer für ein Anliegen, das Herzblut, das darin steckt. Hingabe brauchen wir, um dieser Leidenschaft nachzugehen und sie in die Tat umzusetzen – nicht nur in Gedanken davon zu träumen.

Leidenschaft ist das intensive, ergreifende Gefühl oder „Brennen“ für etwas – Hingabe ist die das gesamte Verhalten bestimmende Tat danach. Leidenschaft ist der Ursprung, dem wir uns schließlich mit völliger Hingabe widmen. Keine halben Sachen! Denn auch das stimmt: Hingabe lohnt sich. Wir lassen uns weniger ablenken, behalten den Fokus, erreichen unsere Ziele schneller…

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Beispiele: Wie geht Hingabe?

Mit Hingabe machen wir das, wofür wir bereit sind, alles zu geben und uns selbst aufzuopfern. Damit ist Opferbereitschaft schon ein wesentliches Merkmal der Hingabe. Ein häufiges Beispiel hierfür sind Leistungssportler: Sie müssen jeden Tag mehrere Stunden trainieren, Freizeit opfern, auf Vergnügen oder Genussmittel verzichten und immer wieder über die eigenen Grenzen hinausgehen. Schön ist der Erfolg, nicht der Weg dorthin.

Das Ausmaß der Hingabe wird damit zum bestimmenden Erfolgsfaktor. Der US-Schriftsteller und Innenarchitekt Frank Lloyd Wright war zum Beispiel überzeugt: „Der Preis des Erfolges ist Hingabe. Das beinhaltet immer harte Arbeit und unablässiger Einsatz für das, was man erreichen will.“

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Was bedeutet Hingabe in der Liebe?

Hingabe hat im Grunde immer mit Liebe zu tun. Damit muss nicht zwangsläufig leidenschaftlicher und hingebungsvoller Sex gemeint sein. Wobei manche meinen, Sex ohne Hingeben sei „reiner Matratzensport.“ Auch wer mit Hingabe seinem Beruf nachgeht, kann das nur, wenn er oder sie liebt, was er oder sie tut. Hingabe in der Liebe aber bedeutet, stets mit ungeteiltem Herz dabei zu sein.

Wenn sich zwei Menschen zutiefst lieben und hingeben, dann behalten sie nichts für sich. Sie gehen ineinander auf, verschenken sich und ihr Herz – sind mit Leib und Seele dem anderen verschrieben und verfallen. Viele Menschen halten das für die höchste Form der Liebe, weil sie sich vom Ego befreit, davon loslässt und selbstlos wird.

Hingabe vs. Ausbeutung

Der Schweizer Psychoanalytiker und „Pionier der Paartherapie“ Jürg Willi warnte vor einer Partnerschaft, die nur zur Bedürfnisbefriedigung dient. In dem Fall werde die Beziehung zu einer Form der gegenseitigen Ausbeutung, weil jeder nur Ansprüche an den anderen formuliert. Hingabe sei das heilsame Gegenteil davon. Diese Beziehung sei getragen vom Geben und Erfüllen ohne Erwartungen oder Forderungen. Das bedeutet zugleich, eigene Ängste oder Begierden loszulassen und sich im Hingeben auffangen zu lassen.


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Hingabe ist die Stärke der Verletzlichkeit

Die meisten Menschen bewundern echte Hingabe. Wie spüren instinktiv, ob jemand einfach nur technisch perfekt ist oder mit Herzblut, Leib und Seele bei der Sache. Letzteres rührt uns ganz anders an. Zugleich löst Hingabe in vielen ein Gefühl von Unbehagen aus. Wir assoziieren damit ebenso Fremdbestimmung – und das macht uns Angst.

Hingabe macht verletzlich, ja. Sie führt uns mitunter an die Grenze zum Ausgeliefertsein. Das setzt eine Menge Mut und Vertrauen voraus. Nicht wenige scheitern daran und gehen aus Angst vor Kontrollverlust in eine Abwehrhaltung oder halten sich selbst zurück.

Ein typischer Schutzmechanismus, der uns viel Überwindung kostet, wenn wir uns dennoch hingeben wollen. Der Trick ist, den Kopf auszuschalten und auf das Herz zu hören. Sich hingeben zu können, ist eine Form der emotionalen und mentalen Stärke. Es bedeutet, die eigene Verletzlichkeit rational zu akzeptieren und emotional zu riskieren. Aber nur so finden wir etwas viel größeres: Erfüllung im Leben.

Hingabe lernen – geht das?

Hingabe ist immer freiwillig. Und sie lässt sich lernen. Dafür sind drei Elemente entscheidend:

1. Entwickeln Sie Mut

Wer sich hingeben will, muss lernen, über den eigenen Schatten zu springen. Völlige Hingabe ohne Risiko gibt es nicht. Deshalb braucht sie den Mut, anderen Menschen oder den eigenen Fähigkeiten konsequent zu vertrauen. Der erste Schritt ist dabei immer der schwerste.

2. Seien Sie bereit für Verluste

Volle Hingabe scheitert oft daran, dass Menschen nicht zu Opfern bereit sind. Wahre Liebe und Freundschaft kostet, Erfolg aber auch. Je mehr Sie sich einer Sache verschreiben, desto mehr müssen Sie anderswo Abstriche machen (siehe: FOMO). Seien Sie dazu bereit, und wissen Sie, wo Ihre Prioritäten liegen.

3. Geben Sie sich zufrieden

Hingeben und gleichzeitig etwas erwarten, funktioniert nicht. Weder in der Partnerschaft, noch im Beruf. Im Gegenteil: Die Erwartungshaltung schürt nur Frust. Wahre Hingabe zeichnet sich durch bedingungsloses Geben aus. Der Moment und der Weg zum Ziel zählen, nicht das Ergebnis. Schließlich gehen Sie Ihrer Leidenschaft nach. Wie wunderbar!


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