Selbstentwicklung: So fördern Sie sich selbst

Aus der Psychologie wissen wir, dass die ersten Lebensjahre eines Menschen die prägenden sind. Eltern und Vertrauenspersonen vermitteln Kindern Fähigkeiten, die für das spätere Erwachsenenleben essentiell sind. Dazu gehört eine Vielzahl an sozialen Kompetenzen, die einen wesentlich größeren Einfluss auf den Werdegang haben als mitunter angenommen wird. Nicht immer verfügen wir über die Fähigkeiten, die fürs Berufsleben oder eine bestimmte Position relevant sind. Das Gute: Man lernt nie aus. Sie können Ihre Selbstentwicklung aktiv angehen und sich selbst fördern. Welche Möglichkeiten Sie haben, erfahren Sie hier…

Selbstentwicklung: So fördern Sie sich selbst

Selbstentwicklung Definition: Viele Facetten der Veränderung

persönliche Selbstentwicklung synonym SelbstmanagementSelbstentwicklung kann viele Bedeutungen haben, ganz abhängig davon, worauf Sie Ihren persönlichen Schwerpunkt legen.

Sie lässt sich grob in vier Bereiche gliedern:

  • Selbstentwicklung als Persönlichkeitsentwicklung

    Hierunter sollen eher Sozialkompetenzen verstanden werden, die mit der eigenen Persönlichkeit zusammenhängen. Dieser teilweise recht abstrakte Bereich ist bereits oben angeklungen. Die Persönlichkeitsentwicklung spielt eine große Rolle im Kontakt mit anderen Menschen und trägt zu Erfolg oder Misserfolg bei. Dabei lässt sich gar nicht genau sagen, welche Eigenschaft wichtiger ist oder dass es ausschließlich bestimmte Eigenschaften sein müssen.

    Erfahrungsgemäß ist beispielsweise Durchsetzungsvermögen eine Eigenschaft, die beim beruflichen Erfolg wichtig ist. Wer im Unternehmen aufsteigen möchte, will vielleicht daran arbeiten.

    Andererseits sind auch Soft Skills wie Teamfähigkeit Eigenschaften, die zu verbessern sich lohnt. Es ist also kein Entweder-oder, sondern mehr ein „auch“.


  • Selbstentwicklung als Selbstcoaching

    Deutlich handfester ist diese Form der Selbstentwicklung. Hierunter werden die Methoden des Selbstcoachings verstanden. Hier kann Selbstentwicklung synonym zu Selbstmanagement, Selbstcoaching und Zeitmanagement verstanden werden.

    Abhängig davon, welchen Bereich Sie verändern wollen, ändern Sie Ihre Routinen und Lebensgewohnheiten. Sie wollen etwas für Ihre Gesundheit tun, also bauen Sie mehr Sport in Ihren Zeitplan ein. Sie wollen abnehmen, also integrieren Sie gesündere Lebensmittel in Ihren Nahrungsplan.

    Sie kommen nie mit Ihrer Zeit aus und jagen den Deadlines ständig hinterher, also erledigen Sie als erstes an die unangenehmen Aufgaben und widmen sich dann den angenehmen. Danach machen Sie die Zeitfresser aus und eliminieren sie.


  • Selbstentwicklung als Weiterbildung

    Selbstentwicklung kann ebenso lebenslanges Lernen bedeuten. Sie haben festgestellt, dass die Tätigkeiten an Ihrem alten Arbeitsplatz Sie nicht mehr befriedigen. Hier bieten sich viele Chancen auf Veränderungen.

    Denkbar ist beispielsweise eine Fortbildung, mit der Sie auf bereits bestehende Kenntnisse in Ihrem Beruf aufbauen und sich weiterqualifizieren, um beispielsweise später eine Führungsposition bekleiden zu können.

    Ebenso können Sie eine Weiterbildung in einem gänzlich anderen Bereich machen, weil Sie einen Jobwechsel planen.


  • Selbstentwicklung als Sinnsuche

    Diese Form der Selbstentwicklung ist ähnlich wie die Persönlichkeitsentwicklung. Dennoch ist hier der Unterschied in der Intention. Manch einer verknüpft mit dem Erwerb sozialer Kompetenzen konkrete berufliche Wünsche oder auch privaten Erfolg.

    Andere wiederum sind eher spirituell auf der Sinnsuche. Nicht wenige Menschen verbinden mittlerweile Beruf, Privatleben und Spiritualität miteinander. Der Zen-Buddhismus gehört zu den spirituellen Strömungen, die sich gerade auch bei Führungskräften zunehmender Beliebtheit erfreuen.

    Er wird im Westen als eine Möglichkeit zur Meditation, aber auch der Erleuchtung praktiziert und soll unter anderem vor Burnout schützen.

Selbstentwicklung: Die Notwendigkeit erkennen

Wenn Anlage und Umgebung einen Menschen formen, ist auch klar, dass nicht alle Menschen mit den gleichen Fähigkeiten ausgestattet sind. Wer beispielsweise in einem emotional kalten Elternhaus groß geworden ist und wenig Anerkennung und Zuwendung erfahren hat, wird nicht selten ein gering ausgeprägtes Selbstwertgefühl haben.

Was zu Schulzeiten unter Umständen „lediglich“ Schwierigkeiten im sozialen Kontakt bereitet, kann sich im späteren Berufsleben nachhaltig auswirken. Wie soll jemand, der fachlich absolut qualifiziert ist, sich aber andererseits nichts zutraut, Führungskraft werden?

Die Startbedingungen sind nicht immer ideal. Wessen Eltern nicht mit dem deutschen Bildungssystem und den hiesigen Möglichkeiten vertraut sind, wird auf die Hauptschule geschickt, obwohl die intellektuellen Fähigkeiten auch das Abitur ermöglicht hätten.

Minderwertigkeitsgefühle und erst recht niedrige Schulabschlüsse wirken sich auf die Berufswahl aus: Vermeintlich anspruchsvolle Jobs werden erst gar nicht in Betracht gezogen, Menschen bleiben unter ihren Möglichkeiten.

Solange sich niemand daran stört, Ihre Person eingeschlossen, besteht keine Notwendigkeit, etwas zu ändern. Wenn Sie allerdings mehr vom Leben wollen, dann müssen Sie Ihre Selbstentwicklung aktiv angehen.

Jammern kann Ihnen kurzfristig Erleichterung verschaffen. Aber auf Dauer hilft es Ihnen nicht weiter und nervt andere nur.

Festigung des Charakters und Zufriedenheit

Manch einer mag aufgrund der Anforderungen eines komplexeren Arbeitslebens den Wunsch verspüren, mit einer Selbstentwicklung einige Veränderungen in seinem Leben vorzunehmen. Das ist völlig legitim und zukunftsorientiert, denn in der Tat stellen neue technische Erfindungen immer wieder neue Herausforderungen an uns.

Und mit steigendem Alter nimmt bekanntermaßen die Flexibilität ab. Die Persönlichkeit gilt zwar etwa ab dem dreißigsten Lebensjahr gefestigt, aber auch Persönlichkeitsmerkmale wie Offenheit nehmen im hohen Alter ab. Bis dahin können Sie bis zu einem gewissen Grad noch etwas an sich ändern.

Hierbei sollte keine zwanghafte Selbstoptimierung im Fokus stehen, vielmehr eröffnet Selbstentwicklung die Möglichkeit, den eigenen Charakter zu festigen und zufriedener zu werden. Beispielsweise, indem Sie sich mit Ihren Zielen, Hoffnungen und Wünschen auseinandersetzen und überlegen, was zu tun ist.

Das beinhaltet, dass Sie Ihre persönlichen Ressourcen identifizieren und aktivieren. Woraus schöpfen Sie Kraft? Wer unterstützt Sie? Was hindert Sie am Weiterkommen? Solche Fragen sind ein Anfang.

Selbstentwicklung als Reifeprozess

Selbstentwicklung ist ein Reifeprozess, der auf dem Weg zum wahren Ich stattfindet. Stellen Sie sich das bildlich vor wie ein Geschenk, das nicht eingewickelt, sondern ausgepackt, also im wahrsten Sinne des Wortes ent-wickelt wird.

Sie entfalten Ihr Potential und zum Vorschein kommt das, was schon immer in Ihnen steckte, aber fürs Auge verborgen blieb. Mit einer geplanten Selbstentwicklung werden Sie so, wie Sie sein möchten.

Das setzt Selbstreflexion und Selbsterkenntnis voraus. Dazu gehören Fragen wie:

  • Wer bin ich eigentlich?
  • Was macht mich aus?
  • Welche Stärken und Schwächen habe ich?
  • Wie möchte ich sein?
  • Was habe ich erreicht?
  • Was will ich verändern?
  • Was bin ich bereit dafür zu tun?
  • Was ist mir wichtig?
  • Was fällt mir leicht, was schwer?
  • Wie kann ich etwas angehen?

Ehrlich angewandt, ist so ein Kassensturz des Lebens nicht immer angenehm. Teilweise kommen unbequeme Wahrheiten ans Licht und offenbaren sich persönliche Defizite. Doch ab irgendeinem Punkt ist es an der Zeit, Selbstverantwortung zu übernehmen. Sie können nicht immer die Umstände oder andere für Ihre persönlichen Probleme verantwortlich machen.

Sie selbst haben es in der Hand, beispielsweise etwas an beruflichen Schwierigkeiten, nicht funktionierenden Partnerschaften oder charakterlichen Schwächen zu tun. Dazu gehört, Entscheidungen zu treffen, und zwar bewusst.

Selbstentwicklung bedeutet Mut zu Veränderungen

Nicht wenige Menschen drücken sich davor – oft aus Angst, etwas Falsches zu tun. Der Nachteil: In dem Fall trifft ein anderer für Sie die Entscheidung und Sie machen sich abhängig von den Umständen. Selbstentwicklung setzt daher Mut zu Veränderungen voraus. Sie müssen Ihre Komfortzone, die Ihnen bisher Sicherheit gab, verlassen.

Beispiel

Sie brauchen dringend ein Fahrzeug. Sie interessieren sich für zwei Gebrauchtwagen, zögern aber die Entscheidung hinaus, weil Sie sich nicht sicher sind. Beide erscheinen ihnen gleich gut, aber nur ein Auto können Sie kaufen. Sie warten so lange damit, bis jemand anderer eins der beiden Autos kauft und Sie nun keine Wahl mehr haben. Sie müssen nehmen, was übrig bleibt.

Dieses Beispiel mag noch lapidar sein, aber was, wenn Sie im Nachhinein feststellen, dass der übriggebliebene Gebrauchtwagen doch die schlechtere Wahl war? Und wer sich mit Entscheidungen insgesamt schwertut, wird auch bei bedeutend wichtigeren Fragen im Leben Probleme haben.

Es ist längst nicht so, dass alle nicht oder falsch getroffenen Entscheidungen unumstößliche Konsequenzen nach sich ziehen. Wer aus Faulheit das Abitur nicht geschafft hat, kann es später nachholen. Aber solche Umwege sind im Endeffekt schwieriger und langwieriger als wenn Sie zum richtigen Zeitpunkt die richtige Wahl getroffen und gelernt hätten.

[Bildnachweis: ImageFlow by Shutterstock.com]
9. Januar 2018 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.

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