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Sinnsuche im Job: Arbeiten mit Herzblut

Das Leben ist zu kurz, um darin keinen Sinn zu sehen. Das gilt erst recht für den Job. Wir verbringen im Schnitt 40 Jahre mit unserer Arbeit – 8 Stunden am Tag, 5 bis 6 Tage in der Woche. Klar, dass die Sinnsuche im Job für viele eine wichtige Aufgabe ist – oft sogar eine Herausforderung: „Warum mache ich das eigentlich hier?“, fragen sich zahlreiche Arbeitnehmer zurecht. Nicht zuletzt sind Erfolg und Zufriedenheit im Job von der Sinnsuche abhängig. Aber wie geht Arbeiten mit Herzblut – und wie findet man einen Sinn im Job?

Sinnsuche im Job: Arbeiten mit Herzblut

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Sinnsuche im Job: Was bedeutet das überhaupt?

Sinnsuche bedeutet, dem Leben oder dem Job eine größere Bedeutung zu geben, die den eigenen Werten und Zielen entspricht. Einfach erklärt: Wer seinem Job einen Sinn gibt, tut etwas, das ihm oder ihr wirklich wichtig ist und am Herzen liegt.

Aktuelle Umfragen und Studien deuten allerdings darauf hin, dass viele Menschen kaum einen Sinn in ihrem Job erkennen. Der jährliche Gallup Engagement Index zum Beispiel kommt regelmäßig zum Ergebnis, dass zwei Drittel der Arbeitnehmer nur eine geringe Bindung zum Job und Arbeitgeber empfinden. Das Gros schiebt Dienst nach Vorschrift oder malocht schon im Zustand der inneren Kündigung.

Warum mache ich das hier eigentlich?

Wer das Gefühl hat, die eigene Arbeit hat weder eine Bedeutung noch bewirkt sie etwas, verliert schon bald jegliche Motivation. Nicht wenige Menschen tauschen kostbare Lebenszeit gegen Geld – und leben vor allem am Wochenende. Traurig. Wer dagegen seinen Beruf und Job für sinnvoll hält, wird nicht nur mehr leisten und erreichen. Auch gelegentliche Rückschläge oder Krisen lassen sich viel leichter überwinden, wenn man das große Ganze hinter allem sieht.

Ist meine Arbeit bedeutsam? – Der Frage gingen auch die britischen Psychologen Catherine Bailey (Universität von Sussex) und Adrian Madden (Universität von Greenwich) nach und interviewten dazu mehrere hundert Arbeitnehmer. Ergebnis der Studie: Wer seine Arbeit interessant und kreativ fand, stolz auf seine Fähigkeiten war und für seine Leistungen Lob und Anerkennung erhielt, empfand seinen Job als sinnvoll. Die Sinnsuche im Job ergab sich gar nicht erst.

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Sinnsuche im Job: Suchen oder geben?

Oft wird die Sinnlosigkeit der Arbeit den Führungskräften zugeschrieben. Motto: „Die müssen mir sagen, warum meine Arbeit sinnvoll ist!“ Die Haltung ist allerdings gefährlich und nichts anderes als eine Opferrolle. Wer anderen die Schuld (und verantwortung) gibt, der gibt ihnen auch die Macht (über das eigene Leben). Sinnsuche im Job heißt aber, dass jeder für sich selbst definieren muss, was er oder sie unter SEINEM Sinn versteht (siehe: Paradoxon der Sinnsuche).

Die eine mag es als sinnvoll empfinden, sich der Rettung von Korallenriffen zu widmen, andere wollen Produkte herstellen, die das Leben einfacher machen oder gar die Zukunft der Arbeit neu gestalten. Was eine sinnvolle Arbeit ist, ist so vielschichtig wie Erdsediment – und bleibt immer eine persönliche Definition und Entscheidung. Und davon hängt dann schließlich auch unser persönliches Engagement im Job ab.

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Warum ist ein sinnvoller Job wichtig?

Von dem Historiker Theodor Mommsen stammt das Zitat: „Ohne Leidenschaft gibt es keine keine Genialität.“ Was Mommsen enthusiastisch mit „Genialität“ beschrieb, ist das, was herauskommt, wenn Mitarbeiter ihre Arbeit als sinnvoll empfinden: Sie sind maximal motiviert und mit Begeisterung bei der Sache. Leider ist es auch das, vielen fehlt: Das Herzblut, das Kreativität und Innovation hervorbringt.

Glaubt man Arbeitspsychologen und Studien zur Generation Y, dann ist der Wunsch nach einer sinnvollen Tätigkeit hier wesentlich höher ausgeprägt als ein hohes Gehalt oder eine steile Karriere. Richtig so! Als die Psychologen Michele Gazica und Paul Spector von der Universität von South Florida untersuchten wie sich ein Sinn im Job auswirkte, stellten sie fest: Wer seinen Beruf als Berufung empfand, war glücklicher und gesünder als alle anderen. Spaß an der Arbeit lässt sich nicht mit einer Gehaltserhöhungen kaufen. Mehr noch: Ohne Sinn und Spaß steuern nicht wenige nur schneller in einen Burnout.

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Wertewandel: Sinnsuche abhängig vom Alter

Dabei ist das, was für uns Sinn ergibt nicht in Stein gemeißelt. Es ist von Person zu Person verschieden und ändert sich im Laufe des Lebens. Wer als Berufsanfänger hochmotiviert seine erste Stelle antritt, wird Wert legen auf Faktoren wie Gehalt, Status und einen schnellen Aufstieg. Mit steigendem Alter und Berufserfahrung verschieben sich die Prioritäten meist: Die Familie wird wichtiger, ebenso eine ausgeglichene Lebensbalance. Der Beruf muss jetzt mehr mit dem privaten Leben und seinen veränderten Bedingungen harmonieren.

Die Sinnsuche im Job ist daher ein permanenter Prozess. Er ist nie abgeschlossen, sondern beginnt mitunter von Neuem, wenn sich die Lebensbedingungen und Umstände verändern. Ganz klassisch ist dabei die Sinnkrise in der Lebensmitte – etwa bei der typischen Midlife Crisis.

Sinnkrisen sind abhängig von der Persönlichkeit

Neben dem Alter und der jeweiligen Lebensphase ist es natürlich auch eine Frage der Persönlichkeit: Bei manchen Menschen sind Persönlichkeitsmerkmale wie Offenheit gering ausgeprägt.

Bei ihnen dominiert das Sicherheitsdenken. Sie fühlen sich wohl in der Routine und den gewohnten Abläufen. Andere dagegen brauchen den permanenten Wandel. Menschen mit hohen Offenheitswerten empfinden eine gleichtönige Arbeit als unglaublich langweilig und brauchen ständig Veränderungen. Sie hinterfragen wesentlich schneller und sind auch häufiger auf einer Sinnsuche im Job.

Selbstreflexion und Eigenverantwortung

Wir wissen natürlich nicht, warum Sie diesen Artikel gerade lesen. Wahrscheinlich ist aber, dass auch Sie gerade auf einer Art Sinnsuche sind. Hierbei hilft im ersten Schritt immer eine ehrliche Selbstreflexion mithilfe einiger Fragen. Zum Beispiel:

  • Was will ich im Leben (noch) erreichen?
  • Was macht mich wirklich glücklich?
  • Nehme ich meine Leidenschaften ernst genug?
  • Kenne und nutze ich meine Talente und Potenziale?
  • Was bedeutet Erfolg für mich?
  • Was möchte ich in meinem Leben verändern, verbessern?
  • Warum ist mir dieses Ziel so wichtig?
  • Welche Bedürfnisse würden damit befriedigt?
  • Worauf müsste ich dafür verzichten? Könnte ich das?

Nur wer sich solchen Fragen stellt, hat die Chance, seinem Leben eine Wende und seinem Job einen Sinn zu geben. Denn dabei übernehmen Sie mehr Eigenverantwortung – und die macht nachweislich zufriedener und glücklicher. Zudem helfen die Fragen, Problemfelder zu identifizieren. Es muss ja nicht immer gleich ein Jobwechsel sein. Vielleicht lassen sich schon die Rahmenbedingungen optimieren?!

Sinnsuche im Job führt nicht immer zum neuen Job

Die Sinnsuche bedeutet nicht automatisch, dass Sie sich beruflich verändern und neu orientieren müssen. Zumal auch hierbei Ihre persönliche Situation eine Rolle spielt: Immobilien machen immobil, ebenso schulpflichtige Kinder. Das schränkt manche bei der Jobsuche ein. Ebenso ist das Gras auf der anderen Seite des Zauns nicht immer grüner. Heißt: Oft schätzen wir zu wenig, was wir haben – andere Stellen klingen verlockender.

Die Sinnsuche kann genauso ergeben, dass lediglich kleine Schritte nötig sind, um im aktuellen Job Erfüllung zu finden. Vielleicht ist es auch die Mitarbeit in einem Ehrenamt oder einem Verein.

Suchen zum Finden: Berufliche Neuorientierung

Wer allerdings seit längerem das Gefühl hat, dass seine Arbeit überwiegend eine Belastung bedeutet und sich Woche für Woche zur Arbeit schleppt, der sollte unbedingt etwas ändern. Eine berufliche Neuorientierung kann viele Gesichter haben: ein anderer Job, eine andere Branche oder eine ganz neue Profession und Position. Auch ein Downshifting – also der Abschied vom Aufstieg ist dabei denkbar.

Idealerweise nutzen Sie die Chance zur Jobsuche und Bewerbung aus ungekündigter Stelle. Das bringt Sie automatisch in eine bessere Verhandlungsposition. Machen Sie Ihre aktuelle Unzufriedenheit aber bitte nie zum Thema. Erlaubt ist allein eine sogenannte Hin-zu-Motivation (im Bewerbungsgespräch) – siehe Video:

Natürlich wissen wir, dass solche Schritte immer mit Ängsten verbunden sind. Angst vor Ablehnung, Versagensängste und zu einem gewissen Anteil auch die Angst, auf das Unverständnis anderer zu treffen. Aber ob und wie so ein Wechsel gelingt, hängt auch davon ab, wie sehr Sie sich mit Ihrer Situation und der Sinnsuche im Job auseinandergesetzt haben. Nur wenn Sie genau wissen, was Sie wollen, können Sie auf ein neues und eigenes (!) Ziel zusteuern, vor allem selber steuern und die Sinnsuche beenden. Vorübergehend.

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[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

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