PERMA-Modell: So gelangen Sie zu einem erfüllteren Leben

Schöner, klüger, reicher – der Schlüssel zu einem erfüllteren Leben liegt in Ihnen selbst. Der Weg dorthin führt über das PERMA-Modell. Dabei geht es nicht um esoterisches Geschwurbel, das Ihnen den großen Erfolg trotz Nichtstuns verspricht. Vielmehr geht es um einen Denkansatz, der aus der Psychologie stammt und der dabei hilft, die wichtigen Bestandteile von Glück zu identifizieren. Denn nur wer versteht, woraus sich Glück zusammensetzt, kann auch zu einem erfüllteren und damit glücklicherem Leben gelangen. Wofür PERMA steht und wie das PERMA-Modell funktioniert…

PERMA-Modell: So gelangen Sie zu einem erfüllteren Leben

PERMA-Modell: Was verbirgt sich dahinter?

PERMA-Modell Seligman deutsch Glück Positive Psychologie BedeutungEine Formel für Glück klingt zu schön, um wahr zu sein. Gemeint ist damit nicht, wie Sie auf eine Fee treffen, die Ihnen fortan jeden Wunsch erfüllt. Es geht darum, ein Empfinden von Zufriedenheit zu haben.

Das Akronym PERMA geht auf den amerikanischen Psychologen Martin Seligman zurück, der für seine Forschung zur „erlernten Hilflosigkeit“ bekannt wurde.

PERMA hat folgende Bedeutung:

  • P wie Positive Emotions (positive Emotionen)

    Glück ist nicht einfach die Abwesenheit von Pech. Für Glücksempfinden müssen Sie aktiv etwas tun. Das ist gar nicht so schwer, wie es im ersten Moment klingen mag. Es geht dabei um Dinge wie Achtsamkeit, Wertschätzung und Dankbarkeit, auch für kleine Dinge.

    Und so können Sie anfangen: Notieren Sie sich mindestens drei positive, schöne oder auch lustige Dinge, die Sie an einem Tag erlebt haben. Das kann das Lächeln einer fremden Person an der Bushaltestelle, ein Witz mit dem Kollegen oder eine Postkarte aus dem Urlaub eines Freundes sein: Hauptsache, Sie machen sich positive Erlebnisse und Erinnerungen bewusst.

    Hoffnung und Zuversicht können niemals auf negativen Gedanken gedeihen, weshalb positives Denken einen zentralen Bestandteil dieser Gefühle darstellt. Dabei geht es nicht darum, schlechte Dinge um jeden Preis schönzureden.

    Es geht vielmehr darum, sich seiner eigenen Handlungsmöglichkeiten bewusst zu sein und sich selbst mit der notwendigen Zuversicht zu pushen. Denn das andere Extrem von schönreden – ich kann nichts, ich werde nie etwas können und konnte noch nie etwas – führt in eine Sackgasse.

  • E wie Engagement

    Engagement ist die Triebfeder und gleichzeitig das Ergebnis von Glück. Wer etwas tut, was er mag, hängt sich automatisch tiefer hinein. Die Zeit vergeht wie im Fluge und am Ende steht etwas, das einen mit Stolz erfüllt. Mihály Csíkszentmihályi prägte hierfür die Bezeichnung Flow.

    Um in diesen Zustand zu kommen, ist es wichtig, dass wir eine Tätigkeit ausüben, die zwischen Überforderung einerseits und Unterforderung andererseits liegt. In dem Moment, in dem wir eins mit dem werden, was wir gerade tun, denken wir nicht über die Bedeutung von Glück nach – wir sind einfach glücklich. Das kann etwas auf der Arbeit sein, aber ebenso eine sportliche Aktivität oder ein Hobby.

    Beispielsweise empfinden viele Menschen dieses Gefühl, wenn sie ihre Lieblingsmusik hören. Andere, wenn sie ganz versunken tanzen oder malen und andere, wenn sie sich konzentriert einer Sache widmen. Um dieses Gefühl erleben zu können, ist es wichtig sich mit etwas zu beschäftigen, das in irgendeiner Form die eigenen Stärken bedient.

  • R wie Relationships (positive Beziehungen)

    Als soziales Wesen benötigt der Mensch die Interaktion mit anderen Menschen. Funktionierende Beziehungen, positive Erfahrungen mit anderen machen zu machen, trägt enorm zum Glücksempfinden bei.

    Dabei geht es nicht nur um die Partnerschaft oder die eigene Familie, auch zu wissen, dass man sich in der Not auf seine Freunde verlassen kann, dass es Kollegen gibt, die einen unterstützten, verstärkt die Zufriedenheit und Ausgeglichenheit. Sowas funktioniert natürlich nur auf Gegenseitigkeit.

    Daher kann ein Kassensturz ganz praktisch sein: Wen würden Sie in Ihrem Umfeld als Energieräuber einstufen? Menschen, die Ihnen nicht gut tun, die sie mit ihrer Negativität herunterziehen, sollten Sie meiden. Wichtig dabei: Jeder hat mal einen schlechten Tag.

    Es geht nicht um Momentaufnahmen der Laune, sondern darum, dass Sie auf Personen verzichten können, die Sie belasten. Wer hat Ihnen in der Vergangenheit bereits geholfen? Und ebenfalls sehr wichtig: Wann waren Sie selbst solchen Personen eine Stütze, ein guter Freund? Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft, sagt man.

    Das müssen keine gekauften Präsente sein. Zu zeigen, dass man an die andere Person denkt, sich für sie interessiert, nach dem Befinden fragt, Zeit schenkt oder mit einem Stück Kuchen überrascht – all das sind diese Kleinigkeiten, über die andere Menschen sich freuen. Und wir freuen uns mit ihnen.

  • M wie Meaning (Bedeutung, Sinn, Sinnhaftigkeit)

    M im PERMA-Modell lässt sich mit Bedeutung oder Sinn übersetzen. Wenn etwas für uns von Bedeutung ist, dann können wir unsere Werte, Wünsche oder Sehnsüchte darin wiederentdecken. Was ist für Sie von Bedeutung und wie gut können Sie dies einbringen? Empfinden Sie einen (höheren) Sinn in dem, was Sie tun?

    Wer bei der Sinnsuche im Job zu dem Ergebnis kommt, dass das, was er tut, ihm Spaß macht, dass er das voller Überzeugung vertreten kann und anderen Menschen nützlich ist, wird seine Tätigkeit als bedeutsam einschätzen.

    Automatisch sind solche Menschen intrinsisch motiviert und erleben Sinnhaftigkeit. Umgekehrt kann es passieren, dass sich jemand mit der Sinnfrage auseinandersetzt und zu dem Ergebnis kommt, dass er in einem sinnlosen Job steckt. Das mag zunächst frustrieren, kann aber ein Auslöser für Änderungen sein.

  • A wie Achievement/Accomplishment (Leistung, Zielerreichung)

    Sich Ziele zu setzen und diese zu erreichen, ist im PERMA-Modell ein elementarer Punkt. Denn jedes erreichte Ziel ist eine Rückmeldung an das eigene Selbstvertrauen: Schau her, das habe ich geschafft. Dann schaffe ich auch das nächste Ziel.

    Für die richtige Zielsetzung ist es wichtig, dass Sie sich realistische und konkrete Ziele setzen und diese gegebenenfalls überprüfen. Zu fantasieren, dass Sie mit 30 ein eigenes Unternehmen aufgebaut haben und Besitzer einer Yacht sein wollen, ist zwar ganz schön, bringt aber in den wenigstens Fällen weiter.

    Denn große hehre Ziele müssen in den meisten Fällen auf viele kleinere Ziele heruntergebrochen werden, um zwischendurch nicht den langen Atem zu verlieren. Daher spielt immer auch eine Rolle, was Sie bereit sind, dafür zu tun? Welche Anstrengungen wollen Sie in Kauf nehmen, welche Kompromisse eingehen?

Anwendung des PERMA-Modells

Seligman ist ein Vertreter der Positiven Psychologie. Diese Fachrichtung wandte erstmals den defizitären Blick auf den Menschen ab und rückte die positiven Aspekte in den Mittelpunkt. Zentrale Frage ist dabei immer, was Glück bedeutet, was uns glücklich macht.

Einige sind der Meinung, dass Glück eine sehr persönliche Kategorie darstelle, die sich für jeden anders gestaltet. Natürlich kann es für eine Person das höchste Glück bedeuten, an einem schönen Sommertag im Liegestuhl im eigenen Garten zu liegen. Während eine andere Person es viel schöner findet, zeitgleich an der Playstation zu zocken.

Dabei handelt es sich allerdings lediglich um zwei verschiedene Ausprägungen ein und desselben Gefühls. Dies zu erlangen, ist Ziel des PERMA-Modells. Wer die fünf Buchstaben als fünf Leitfragen für sein Leben nimmt und dafür sorgt, dass jede etwa gleich gewichtet wird, ist auf dem richtigen Weg.

Fünf zentrale Bereiche für Menschen

Warum diese fünf Bereiche? Es stellt sich immer wieder heraus: Geld allein macht nicht glücklich. Seligman erkannte, dass die fünf Bereiche des PERMA-Modells hingegen sehr wohl glücklich machen. Das Glück in diesen Bereichen ist messbar. Das liegt daran, dass es sich um Bereiche handelt, die im Einflussbereich eines jeden Menschen liegen.

Das PERMA-Modell hilft dabei, sich auf die wichtigsten Bereiche zu konzentrieren und sie in unseren Alltag einzubauen. Natürlich lässt sich keine Liebe erzwingen. Aber wir können etwas dafür tun, dass andere Menschen uns sympathisch finden, ihre Freundschaft anbieten.

Ebenso lässt sich ein neuer Job sich nicht über Nacht finden. Wer sich aber mit den fünf Bereichen des PERMA-Modells ernsthaft auseinandersetzt, wird erkennen, was ihm Spaß macht und wo seine Stärken liegen.

[Bildnachweis: Anna Vershynina by Shutterstock.com]
14. September 2018 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.

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