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Glückskurve: Ab Mitte 40 wird es besser

Sie wollen glücklicher werden? Warten Sie noch ein paar Jahre… Zugegeben, das kommt ein bisschen lapidar daher. Dafür beschreibt es den Kern einer Studie um Dilip Jeste von der Universität von Kalifornien in San Diego. Der befragte 1546 Menschen im Alter von 21 bis 99 Jahren nach deren Glücksempfinden und Lebenszufriedenheit. Und siehe da: Ab Mitte 40 stiegen Glück und Zufriedenheit deutlich an…



Glückskurve: Ab Mitte 40 wird es besser

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Glückskurve: Ab Mitte 40 steigt sie wieder

Das Ergebnis der Studie deckt sich mit älteren Studien. So fanden etwa die Ökonomen David G. Blanchflower und Andrew Oswald bei einer globalen Megaumfrage (PDF) unter einer halben Million Menschen in 72 Staaten heraus, dass das persönliche Glücksempfinden stark abhängig vom Alter ist.

Genau gesagt: Glück folgt einer U-Kurve: Mit 20 sind die Menschen am zufriedensten, danach verdüstert sich die Stimmung bis Mitte 40 (in Deutschland: im Schnitt 42,9 Jahre), um danach wieder langsam in alte jugendliche Höhen zu steigen. Wer gesundheitlich keine gravierenden Probleme hat, könne sich daher mit 70 wieder auf das Glücksniveau eines 20-Jährigen freuen, so die Wissenschaftler.

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Wovon kann die Glückskurve abhängen?

Die Entwicklung der Glückskurve ist natürlich eine grobe Verallgemeinerung. Das Abbild des Durchschnitts. Kein valider Fakt, der sagt, dass die Zufriedenheit bei jedem Menschen genau so verläuft. Viele Faktoren können das empfundene Glück bis ins hohe Alter unterschiedlich beeinflussen.

Allen voran gesundheitliche Probleme, die mit den Jahren häufiger werden. Schicksalsschläge können ebenfalls in eine anhaltende Phase der Trauer oder gar Depression führen.

Negative Einflussfaktoren der Glückskurve

Zusätzlich sind es vor allem psychologische Faktoren und Ängste, die der Glückskurve einen Knick nach unten verpassen können. Statt im Alter glücklich und zufrieden zu sein, droht die Gefahr, in ein tiefes Loch zu rutschen. Zu den häufigsten Problemen, die Auswirkungen auf den Verlauf der Glückskurve haben, zählen die…

  • Angst vor Nutzlosigkeit

    Mit dem Alter kommen oft Selbstzweifel und das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden. Die Kinder sind erwachsen und selbstständig, im Job steht der Renteneintritt an und die nächste Generation übernimmt das Ruder. Das Gefühl der eigenen Nutzlosigkeit wird für viele zu einer enormen Belastung, die sogar zur Depression werden kann.

  • Ausbleibende Erfolge

    Jeder Mensch wünscht sich Erfolg: beruflich, privat, beim Sport oder Hobby. Bleiben solche Erfolge und die damit verbundene Bestätigung aus, kann dies die Zufriedenheit senken. Erreichte Ziele und Erfolge sind für viele Bestätigung des eigenen Wertes. Bleiben diese immer öfter aus, leidet zuerst das Selbstwertgefühl, dann das empfundene Glück.

  • Reue über verpasste Chancen

    Jeder Mensch bereut ein paar seiner Entscheidungen. Ungenutzte Chancen, unerfüllte Träume und unbeschrittene Wege aber schmerzen am meisten. Ab einem bestimmten Alter bleibt für manches keine Zeit mehr – die verpasste Gelegenheiten ist endgültig. Sich das eingestehen zu müssen, verändert die Glückskurve deutlich.

Leistungen und Erfolg lassen früher nach als erwartet

Verschiedene Studien kommen zu dem Ergebnis, dass wir die besten Leistungen und Ergebnisse zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr erreichen. Mal eher, mal später. Danach aber geht es mit den Leistungen und Erfolgen bergab. Damit wollen wir Ihnen nicht den Mut nehmen – Ausnahmen bestätigen die Regel! Vielmehr wollen wir Sie daran erinnern, jetzt schon alles zu unternehmen, was Sie schon immer machen wollten: Carpe diem!


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So lässt sich Glück im Alter steigern

Und wir haben auch noch gute Nachrichten: Zunächst liegt es an Ihnen selbst, wie Sie mit den Veränderungen im Alter umgehen und ob Sie Ihre Zufriedenheit davon einschränken lassen. Die Studien zur Glückskurve zeigen: Viele Menschen schaffen es, in der zweiten Lebenshälfte das persönliche Glück noch einmal deutlich zu steigern.

Damit Ihre Glückskurve nach oben verläuft, haben wir noch ein paar bewährte Tipps, die Ihnen helfen, Ihre persönliche Glücksformel zu finden:

  • Entkoppeln Sie Zufriedenheit und Erfolg

    Ein häufiger Fehler, der zur Unzufriedenheit führt, ist, das eigene Glück an den Erfolg zu knüpfen. Motto: „Nur wenn ich dies leiste oder das erreicht habe, kann ich glücklich sein!“ So rennen Sie dem eigenen Glück stets hinterher. Machen Sie sich frei von der Vorstellung, dass Ihre Zufriedenheit an bestimmte Erfolgsmomente geknüpft sein muss. Das macht langfristig viel freier und glücklicher.

  • Widmen Sie sich neuen Zielen

    Egal ob mit 50, 60 oder 80 Jahren: Es ist nie zu spät, um sich neue Ziele zu setzen. Erstellen Sie beispielsweise eine sogenannte Bucket List mit all den Dingen, die Sie noch machen oder erreichen wollen. Hier geht es nicht darum, Erfolg und Glück wieder zu verbinden. Vielmehr beugen Sie der Angst vor, dass mit steigendem Alter nichts mehr vor Ihnen liegt. Je mehr Träume und Ziele Sie wahr machen, desto weniger haben Sie in der Zukunft zu bereuen.

  • Geben Sie Erfahrungen weiter

    Ältere Menschen sind alles andere als nutzlos! Ihr Wissen, die Menschenkenntnis und Ihr großer Erfahrungsschatz (siehe: kristalline Intelligenz) können für andere ungeheuer wertvoll sein. Engagieren Sie sich zum Beispiel als Mentor oder Berater und teilen Sie Ihr Know-how. Wissen – ebenso wie Glück – vermehren sich, wenn man es teilt!

  • Akzeptieren Sie die Entwicklungen

    Zu guter Letzt hilft vor allem eins: Akzeptieren Sie die Lebensveränderungen, die kommen werden und die wir alle durchlaufen. Sie können diese zwar nicht aufhalten, aber gestalten und positiv damit umgehen. Dann zeigt auch die Glückskurve immer nach oben…


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