Bucket List erstellen: Ideen und Beispiele

Eine Bucket List hält Ziele fest, die man vor seinem Tod unbedingt noch erreicht haben möchte. Mittlerweile gibt es Selbstverwirklichungs-Strichlisten für die Freizeitgestaltung, für sportliche, Reise- oder Lebensziele. Nur die ultimative Bucket List fürs Berufsleben hat bislang noch gefehlt – dank Karrierebibel jetzt nicht mehr. Wie viele Punkte können Sie schon von Ihrer Bucket List streichen?

Bucket List erstellen: Ideen und Beispiele

Bucket List: Bedeutung

Bucket ist englisch und bedeutet Eimer, Kübel, Bottich. Kennt man, alleine schon von der legendär-viralen Eiskübel-Challenge. „Kick the bucket“ wiederum steht – umgangssprachlich – fürs Sterben.

Woher die Redewendung kommt, wissen wir nicht. Das ist aber bei den deutschen Pendants so ähnlich. Oder wissen Sie (ohne zu googeln!), warum man den Löffel abgibt, wenn man ins Gras beißt?

Bucket Lists sind populär. Auch, weil man für nahezu jeden Lebensbereich eine erstellen kann. Neulich im Bücherregal etwa:

  • 101 Hundetricks
  • 101 Orte, an denen man Sex haben sollte
  • 101 Dinge, die ein Bergsteiger wissen muss
  • 33 Rennen, die ein Triathlet gefinisht haben muss
  • 44 Wege, sich mal richtig die Kante zu geben

Bucket List: Beispiele

Hier noch weitere Anregungen von uns:

Welche Sportarten will ich unbedingt mal ausprobieren?

Zum Beispiel…

  • Soccergolf
  • Beachvolleyball
  • Darts
  • Lacrosse
  • Eishockey
  • Jiu-Jitsu
  • Unterwasserrugby


Welche Länder würde ich gerne bereisen?

Zum Beispiel…

  • Peru
  • Namibia
  • Island
  • Neuseeland
  • Vietnam
  • Costa Rica
  • Indien


Welche Filme muss ich mir definitiv noch anschauen?

Zum Beispiel…

  • Casablanca
  • Dr. Strangelove
  • La La Land
  • Das Boot
  • La Dolce Vita
  • Die sieben Samurai
  • Blade Runner


Was will ich auf jeden Fall erleben?

Zum Beispiel…

  • Unter freiem Himmel schlafen
  • Hochseeangeln vor Grönland
  • Super Bowl live im Stadion sehen
  • Größte Achterbahn der Welt fahren
  • Sushi in Japan essen
  • Auf Rollerblades durch Buenos Aires laufen
  • Pokern in Las Vegas


Welche Fähigkeiten will ich mir aneignen?

Zum Beispiel…

Die Kategorien lassen sich noch weiter aufsplitten: Englische Bücher und deutsche. Independent-Filme und Oscar-Gewinner. Sehenswürdigkeiten und Kontinente.

Und auch die weiteren Möglichkeiten sind schier endlos: Welche Rezepte ausprobieren? Welche Konzerte besuchen? Welche Computergames durchspielen? Welche Meilensteine bis zum 50. Geburtstag erreichen? Welche schlechten Gewohnheiten ablegen? Welche…

Bucket List: So erstellen Sie eine

Bucket List erstellenEine Bucket List erstellen – nichts leichter als das. Kladde und Kuli raus, Wünsche aufschreiben, fertig. Wer die Sache aber professionell angehen möchte, macht folgendes…

  1. Format wählen: Das kann ein edles Notizbuch oder ein Online-Tool sein. Für die papierne Variante spricht die überlegene Haptik. In jedem Fall sollte Ihr Helferlein immer griffbereit und einfach zu handhaben sein.
  2. Thema geben: Geben Sie dem Kind einen Namen. „66 Orte, die ich sehen möchte, bevor ich sterbe“ oder so etwas in der Richtung. „44 Bücher, die ich verschlingen werde“. „22 Ziele, die ich erreichen will“.
  3. Wünsche aufschreiben: Erst nachdenken, brainstormen, Stichworte machen – und danach die Bucket Liste mit den entsprechenden Punkten füllen.
  4. Liste weglegen: Jeden Tag mit einem Auge auf die Bucket List schielen? Fehler! Das macht unglücklich – und erzeugt nur unnötigen Druck. Holen Sie die Liste nur sehr sporadisch aus ihrem Versteck.
  5. Punkte durchstreichen: … nämlich immer dann, wenn Sie einen Punkt von der Liste streichen können. Mit einem beherzten Bleistiftstrich oder Klick. Das ist der schönste Teil.
  6. Inspirationen holen: OK, ab und zu können Sie vielleicht doch mal einen Blick auf Ihre Bucket List werfen. Der Inspiration halber! Und wer weiß, vielleicht …
  7. Liste erweitern: … fällt Ihnen ja noch etwas ein, mit dem sie Ihre Liste erweitern können und wollen. Dann einfach hinzufügen. Merke: Ihre Bucket List ist ein lebender Organismus.
  8. Neu anfangen: Sie haben Ihre Bucket List allen Ernstes von A bis Z abgearbeitet? Respekt! Sollte dieser Tag jemals kommen, dann starten Sie halt einfach eine neue. Aber erst, nachdem Sie kurz innegehalten, sich innerlich gefreut und ein Glas Wein getrunken haben. Salute!

Doch haben Bucket Listen auch ihre Kehrseite: Sie bauen einen immensen Druck auf, der häufig leider unerfüllbar ist.

Beispiel: der Genre-Klassiker 1000 Places to See Before you Die. Wer von Honolulu über Barbados bis nach Samoa segelt, um nur ja all seine Häkchen zu machen, stirbt vermutlich nicht als glücklicherer Mensch. So macht uns eine überladene Lebensleistungs-Liste womöglich zu Getriebenen, zu Rast- und Ruhelosen.

Und trotzdem präsentieren wir Ihnen heute die ultimative Bucket List fürs Berufsleben.

Bucket List fürs Berufsleben: Warum?

  • Sie bietet einen groben Orientierungsrahmen
  • Sie unterstreicht Erfolgserlebnisse
  • Sie ist nicht zu kurz und nicht zu lang
  • Sie macht verdammt noch mal Spaß

Zum Inhalt: Verzichtet haben wir auf schwammige Zielformulierungen, nach dem Motto: „Meine berufliche Erfüllung finden“ oder „Viel Geld verdienen„.

Dabei handelt es sich zweifelsohne um legitime Ziele, die allerdings schwer zu fassen, nicht konkret genug sind. Jeder definiert sie anders, sie lassen sich nicht festnageln, zu viel Interpretationsspielraum (der ist bei unseren Punkten ohnehin noch ausreichend vorhanden).

Lebensziele nicht materiell Grafik

Schon klar: Wenn Sie am Ende Ihres Berufslebens nicht alle Punkte durchgestrichen haben, werden Sie bestimmt trotzdem auf ganz wundervolle 45+ Jahre zurückblicken können.

Umgekehrt ist eine sauber abgearbeitete Bucket List keine Garantie für ein erfülltes Berufsleben. Aber die Chancen dafür stehen ganz gut …

Bucket List: 14 Dinge, die Sie im Berufsleben einmal tun sollten

  1. Ein Praktikum absolvieren

    Diesen Punkt haken Sie am besten während Ihrer Schul- oder Studienzeit ab. Egal wie Ihr Schnupperkurs konkret verläuft: Aus der Praktikanten-Perspektive ergeben sich immer wertvolle Einblicke — manchmal sogar in den wahren Charakter von Menschen. So mancher, der im Vorstandssessel aufgewacht ist, stellt verblüfft fest: Damals als Praktikant waren noch nicht alle so freundlich zu mir.

  2. In der Fabrik jobben

    Ein Knochenjob in den Schul- oder Uni-Ferien hat noch niemandem geschadet. Im Gegenteil: Den Wert des Geldes und die Mühen körperlicher Arbeit sollen so manche Söhne und Töchter tatsächlich hier erst zu schätzen gelernt haben. Darum: Raus aus der Komfortzone und rein in die Knochenmühle. Und sei es nur für kurze Zeit während Ihres Work and Travel-Aufenthalts in Australien (alternativ darf es auch Schafsfarm, Kneipe oder Freizeitpark sein).

  3. Das Studium erfolgreich beenden

    Vorweg: Nicht jeder muss studieren. Während die Hörsäle platzen, suchen Betriebe mit dem Fernglas nach Azubis. Machen Sie also ruhig eine gescheite Ausbildung. Für alle anderen: Wenn Sie das Abschlusszeugnis von der Uni in Händen halten, dürfen Sie sich offiziell Akademiker nennen. Dieses Prädikat nimmt ihnen niemand mehr. Das fühlt sich nicht nur gut an, sondern bringt Sie in eine aussichtsreiche Position fürs weitere Berufsleben.

  4. Den ersten Arbeitsvertrag unterschreiben

    Erster Job, erstes Gehalt: Sobald Sie die Tinte unter den Vertrag gesetzt haben, müssen Sie Ihre Füße endgültig nicht mehr unter Vatis (oder Muttis) Tisch stellen. Darauf können Sie anstoßen – und am besten in einen Job starten, der Ihrer Qualifikation entspricht. Denn: Der Berufseinstieg ist oft prägend für den weiteren Verlauf Ihrer Karriere.

  5. Im Startup arbeiten

    Ein großer Konzern bietet Ihnen ein nettes Grundgehalt, eine solide Kantine, Kaffee und Kita-Plätze. Annehmlichkeiten und Sicherheiten. Das ist auch ganz prima so. Wer im Startup arbeitet, muss sich den Komfort aber erst noch verdienen. Das prägt. Genauso wie die Aussicht, die Welt verändern, mitgestalten zu können. Ein guter Zeitpunkt zum Startuppen: direkt nach dem Studium.

  6. Befördert werden

    Das haben Sie natürlich nicht selbst in der Hand. Jedenfalls nicht direkt. Manchmal sind persönliche Sympathien oder Animositäten dafür ausschlaggebend, dass der Nullinger im Nebenbüro befördert wird und nicht Sie. Wenn Sie aber kontinuierlich gute Leistungen bringen und – ganz wichtig – darauf auch dezent hinweisen, können Sie diesen Punkt alsbald von Ihrer Liste streichen.

  7. Drei Jahre im Job bleiben

    Der Trend geht zur Patchwork-Karriere – mit Brüchen im Lebenslauf und immer kürzerer Verweildauer im Betrieb. Hinschmeißen ist auch einfach, ermöglicht zudem schnellere Gehaltssprünge. Andererseits können Sie sich so selten langfristig etwas aufbauen – und die Ergebnisse Ihrer Arbeit in ihrer vollen Blüte bewundern. Seien Sie daher vor allem bei der Stellenwahl wählerisch und suchen Sie sich einen Job mit Perspektive.

  8. Ein Sabbatjahr einlegen

    Die meisten wollen es, die wenigsten tun’s: Wenn Sie aber wirklich die Weltreise machen oder den Roman schreiben wollen, ist ein Sabbatical vermutlich die einzige Möglichkeit. Es sei denn, Sie wollen bis zur Rente warten. Positiv: Viele Arbeitgeber respektieren mittlerweile den Wunsch nach einer längeren Auszeit. Wichtig ist nur, das Sie Ihr Sabbatjahr gründlichst planen und vorbereiten.

  9. Mentor sein

    Vermutlich gibt es auch in Ihrem Büro die notorischen Nörgler und Besserwisser. Fein. Aber fällt Ihnen auch jemand ein, der Sie stark macht, Ihre Talente fördert, unterstützt und hilft? Gerade „unfertige“ Nachwuchskräfte können einen echten Förderer, der sie manchmal aufbaut, manchmal anstupst, gut gebrauchen. Professionelle Mentorenprogramme geben Ihnen die Möglichkeit, selbst zum Mentor zu werden. Das hilft nicht nur Ihrem Mentee in dessen Persönlichkeitsentwicklung, sondern auch Ihnen selbst.

  10. Eine Gehaltserhöhung bekommen

    Wünscht sich jeder. Kriegt aber nicht jeder. Gemeint ist wohlgemerkt die Gehaltserhöhung IM Job, nicht bei einem Jobwechsel. Der Wunsch steht und fällt zwar mit Ihrem Vorgesetzten – aber auch Ihrem eigenen Verhalten. Wenn alles gut läuft, können Sie diesen Punkt schnell von Ihrer Bucket List streichen.

  11. Kündigen

    Wer den Job fürs Leben gefunden hat, darf diesen Punkt gerne überspringen. Wenn Sie dagegen vor Frust morgens kaum noch aus dem Bett kommen, sollten Sie früher oder später über einen Jobbwechsel nachdenken. Ein wohliges Gefühl in der Magengegend kann die Belohnung dafür sein, Ihrem tyrannischen Chef die Kündigungspapiere auf den Tisch zu knallen. Aber Vorsicht: Die Kündigungs-Karte sollten Sie mit Bedacht spielen.

  12. Ein Stellenangebot ablehnen

    Status quo: Viele Unternehmen behandeln Bewerber noch immer wie lausige Bittsteller — und überschätzen sich selbst maßlos. Im Zuge der demographischen Verwerfungen dürfte der Spieß bald noch häufiger umgedreht werden. Fangen Sie direkt damit an und sagen Sie einem solchen Unternehmen höflich, aber bestimmt ab: „Ich glaube nicht, dass Ihr Unternehmen meine Erwartungen erfüllen kann.“ Sie werden sehen, wie gut das tut.

  13. Ein Unternehmen gründen

    72 Prozent der Deutschen zwischen 16 und 30 wollen kein eigenes Unternehmen gründen. Ein erschreckend hoher Wert, der natürlich auch darauf zurückzuführen ist, dass man als Angestellter hierzulande recht bequem durchs Leben kommt. Trotzdem macht es einen großen Unterschied, die eigenen oder fremde Brötchen zu backen, eigen Fleisch und Blut großzuziehen oder immer nur bei den Nachbarn babyzusitten. Ihr Unternehmen muss ja nicht gleich das neue Facebook werden …

  14. Im Ausland arbeiten

    In der Theorie ein schwereloser Traum, in der Praxis ein Brocken Arbeit: Auch die Horizonterweiterung im Ausland will hart erarbeitet, die Bewerbung geschrieben, Visum beantragt, eine Wohnung gemietet, Umzug und Alltag geregelt werden. Vorteil: Die EU macht die Erfüllung des Traums erheblich leichter. Fortgeschrittene streichen diesen Punkt aber in Ländern wie Kanada, Dubai oder Thailand.

[Bildnachweis: ByEmo by Shutterstock.com]
19. Februar 2017 Autor: Sebastian Wolking

Sebastian Wolking ist Redakteur der Karrierebibel. Er hat Geschichte, Politikwissenschaften und Germanistik studiert und als Online-Redakteur gearbeitet. Sein Interesse gilt den Veränderungen des Arbeitsmarktes durch die digitale Revolution.

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