Alleine sein: Das beste Mittel gegen Erschöpfung?

Die meisten Menschen sind sich bei einer Frage einig: Alleine sein ist ätzend. Jemand, der die Abwesenheit von Gesellschaft gerne akzeptiert, wird gleich mit einer ganzen Reihe an negativ behafteten Vorurteilen verbunden: langweilig, unsozial, abweisend, oder sogar schlichtweg untypisch.

Getreu dem Motto: Wer lieber alleine sein möchte, hat vermutlich keine Freunde. Und so bleibt bei vielen nichts als Unverständnis. Dabei ist die Erklärung ebenso simpel wie einleuchtend. Alleine sein kann gut tun. Der „Rest Test“ – eine große internationale Studie – belegt das.

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Alleine sein: Das beste Mittel gegen Erschöpfung?

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Niemand möchte alleine sein

Nicht jeder Mensch kann gut alleine sein. Es beginnt schon in der Kindheit: Babys und kleine Kinder können ihre Umwelt noch nicht richtig erfassen. Sie sind dann verunsichert und fangen schnell an zu weinen, wenn niemand da ist.

Bei manchen zieht sich das durch die Schule bis ins Berufsleben weiter – nur ohne Weinen. Der Mensch ist ein soziales Wesen. Wir wollen Teil der Gruppe sein, dazugehören und Anschluss finden. Also wird versucht, Kontakte zu knüpfen, einen stabilen Freundeskreis aufzubauen und sich mit anderen Menschen zu umgeben.

Denn spätestens in der Schulzeit lernen die meisten, dass es ganz schön blöd ist, alleine zu sein. Dies gilt insbesondere für unfreiwilliges Alleinsein. Alleine sind immer diejenigen, die irgendwie nicht dazu gehören. Außenseiter sind solche, die beim Sport als letzte in die Mannschaft gewählt werden.

Über deren Witze niemand lacht. Und die vermutlich die „falsche“ Kleidung tragen. Wer ohne eigenes Zutun und erst recht ohne es zu wollen alleine ist, fühlt sich oft einsam und unsicher. Dieses Phänomen gibt es auch im Berufsleben. Einsamkeit im Job kommt häufiger vor, als man meinen möchte.

Bei Menschen, die unfreiwillig alleine sind, werden die Selbstzweifel immer lauter, das Selbstbewusstsein sinkt auf ein Minimum und die negativen Emotionen übernehmen die Oberhand.

➠ Sie fühlen sich unbeliebt.
➠ Sie fühlen sich verlassen.
➠ Sie fühlen sich ausgeschlossen.

Dabei haben diese Dinge nicht zwangsläufig etwas mit Alleinsein zu tun. Gleichzeitig ist es eine mentale Stärke, wenn Sie alleine sein können. Auch wenn der Zustand auf den ersten Blick nicht erstrebenswert klingt, hat er einige Vorteile.

Oder anders ausgedrückt: Wir suchen zwar von Natur aus nach Gesellschaft, aber das Alleinsein lässt sich lernen.

Einsam oder alleine sein?

Um einem Missverständnis vorzubeugen: Selbstverständlich sollten Menschen nicht auf Dauer alleine sein beziehungsweise bleiben. Aber es gibt einen Unterschied zwischen alleine sein und sich einsam fühlen, auch wenn beide Begriffe häufig synonym verwendet werden.

Einsamkeit beschreibt das Gefühl, dass jemand empfinden kann, wenn er alleine ist. Es kann aber auch inmitten anderer Menschen empfunden werden, beispielsweise weil man ausgegrenzt und gemobbt wird.

Alleinsein beschreibt die Tatsache, dass eine Person abgeschieden von anderen Personen sich beispielsweise allein in einem Raum aufhält. Oder alleine lebt. Alleine Mittagspause macht. Aber längst nicht jeder, der alleine ist, fühlt sich einsam.

Es gibt Menschen, die freiwillig alleine sein wollen. Das trifft beispielsweise auf Hochsensible zu. Oft trifft ihr Bedürfnis nach Rückzug auf Unverständnis. Solche Menschen müssen ihre Entscheidung dem Umfeld gegenüber selbstbewusst vertreten können.

Im Gegensatz zu den Vorgenannten haben sie meist die Wahl, sich jederzeit wieder zu integrieren.


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Alleinsein hat einen schlechten Ruf

Oft kann das Umfeld nicht nachvollziehen, wieso jemand den Wunsch verspürt, sich zurückzuziehen und ab und an für sich zu sein. Alleinsein hat in der Gesellschaft keinen guten Ruf. Wer vielleicht einfach nur alleine sein und seine Ruhe haben will, wird schnell als Sonderling oder Langweiler betitelt.

Zu Unrecht! Denn alleine sein zu können bedeutet nicht gleichzeitig, dass man sich nicht auch in der Gesellschaft anderer wohlfühlen kann. Es sind unter anderem solche Missverständnisse, die es einem erschweren, auch mal alleine zu bleiben, ohne gleich in eine Schublade gesteckt zu werden.

Dabei ist der Wunsch ohnehin schon schwer genug umzusetzen, auch ohne ein Umfeld, dass die Ängste, die mit dem Alleinsein verbunden sind, noch verstärkt. Beispielsweise solche:

  • Die Angst, nicht gut genug zu sein. In einer Gruppe kann man sich gut verstecken. Ist man hingegen allein, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit – sowohl für sich selbst, als auch für andere – die eigenen Schwächen zu entdecken.
  • Die Angst vor sozialer Ausgrenzung. Die meisten Menschen schließen sich einer Gruppe an, wollen dazugehören. Wer allein bleibt, läuft daher auch Gefahr, aus seinem sozialen Umfeld ausgegrenzt zu werden.

Der Denkfehler, den viele machen: Sie assoziieren Alleinsein generell mit Einsamkeit. Sie denken dabei an soziale Isolation, an Trostlosigkeit, vielleicht sogar an Depression.


Frei gewählte Isolation ist Psychohygiene

Wer selbst gewählte Isolation mit Einsamkeit, Depressivität oder Außenseitertum gleichsetzt, verkennt die positiven Effekte. Vor ein paar Jahrhunderten galt die vorübergehende soziale Auszeit noch als Königsweg zu mehr Spiritualität, Kreativität sowie intellektueller Reinigung und Reife.

Die größten Religionsstifter dieses Planeten – Moses, Mohammed, Buddha, Jesus – verbrachten allesamt lange Zeiten mit sich alleine. Sie betrieben quasi Psychohygiene – noch bevor überhaupt jemand das Wort kannte.

Auch einige säkulare Geister, darunter etwa Beethoven, Kafka oder Newton schöpften aus ihren Phasen der Selbstisolation und Abgeschiedenheit zahlreiche Inspirationen und große kreative Kraft.

Studien deuten darauf hin, dass wir uns beim Alleinsein nicht nur körperlich und geistig erholen, sondern bisweilen sogar bessere Leistungen erbringen als in Gemeinschaft. Eine Harvard-Studie etwa kommt zu dem Ergebnis, dass wir uns alleine Dinge besser merken und diese auch besser memorieren können.

Eric Klinenberg, ein Soziologe an der New York Universität, der auf diesem Gebiet forscht, ist überzeugt davon, dass Menschen, die nach einem anstrengenden Tag noch einmal mit sich in Klausur gehen, neue Kontrolle über ihre Zeit erleben und dabei eine ganz neue Freiheit spüren.


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Positive Effekte des Alleinseins

In manchen Momenten müssen wir alleine sein. Vermutlich jeder kennt solche Phasen. Sie treten besonders dann auf, wenn uns alles zu viel wird. Viel Arbeit, viel Stress, viele Probleme, die im Kopf schwirren.

Wer ständig von anderen umringt wird und eine Pause von der Reizüberflutung braucht, tut gut daran, ein wenig alleine zu sein und sich auf sich selbst zu besinnen. Zusätzlich hat das Alleinsein noch weitere positive Effekte:

Sie entdecken ungeahnte Stärken und Fähigkeiten

Wer für sich ist, setzt sich auch allein mit Schwierigkeiten und Problemen auseinander. Dabei können Sie Stärken und Fähigkeiten an sich entdecken, die Ihnen bis dahin vielleicht noch gar nicht bewusst waren. Diese Entwicklung wird vor allem dadurch hervorgerufen, dass Sie sich nicht mehr nur auf Ihr Umfeld verlassen, sondern die Dinge selbst in die Hand nehmen. Anfangs sind Sie möglicherweise noch ein wenig unsicher, doch Sie werden schnell lernen, Ihren neuen Stärken zu vertrauen.

Sie lernen sich selbst besser kennen

Im Alltag machen wir uns oft nur darüber Gedanken, was andere denken und welches Verhalten von uns erwartet wird. Wer hingegen lernt, allein zu sein, kann in dieser Zeit viel über sich selbst lernen. Durch das Alleinsein wird Ihnen zum Beispiel bewusst, was Ihnen gut tut, was Ihnen schadet, welche Faktoren Stress auslösen und was Sie tun müssen, um wieder zur Ruhe zu kommen. Auf diese Weise können Sie sich auch Ihre Ziele bewusst machen und die Schritte planen, die nötig sind, um diese zu erreichen.

Sie lernen an Ihren Entscheidungen festzuhalten

Es ist eine schwere Aufgabe, an Ihrer Entscheidung festzuhalten und zu Ihrer Meinung zu stehen, wenn Ihr gesamtes Umfeld Ihnen sagt, dass Sie falsch liegen. Das Alleinsein kann Ihnen dabei helfen zu erkennen, dass es sich in manchen Fällen lohnen kann, an den eigenen Entscheidungen festzuhalten, auch wenn die Mitmenschen dies nicht nachvollziehen können. Am Ende müssen Sie die Konsequenzen der Entscheidung tragen und aus einem möglichen Rückschlag lernen – nicht die anderen.

Sie führen stärkere Beziehungen

Wenn Sie nicht in der Lage sind, allein zu sein, machen Sie Ihr Wohlbefinden schnell von anderen Personen abhängig. Sie benötigen immer deren Bestätigung und Ihr Handeln dreht sich nur noch darum, der anderen Person zu gefallen. Die Basis für eine gesunde Beziehung sieht definitiv anders aus. Je besser Sie sich hingegen damit fühlen, auch einmal alleine zu sein, desto weniger abhängig sind Sie von Ihrem Umfeld. Oder anders formuliert: Nur wenn Sie mit sich selbst alleine leben können, können Sie auch mit anderen leben.

Alleinsein kann ein Zeichen für hohe Intelligenz sein

Im Fokus der Aufmerksamkeit steht immer wieder die Tatsache, dass Gesellschaft und das Miteinander mit anderen Menschen glücklich und zufrieden macht. Weniger Beachtung findet hingegen, dass Menschen, die gerne auch mal Zeit alleine und für sich verbringen, oft besonders intelligent sind.

So konnte ein Studie zeigen, dass es Gesellschaft viele Menschen durchaus glücklicher macht – diese Erkenntnis galt aber eben nicht für die Probanden, die eine besonders hohe Intelligenz aufwiesen. Für diese drehte sich der Effekt teils sogar um und je sozialer sie wurden, desto unzufriedener waren sie mit der Situation.

Als mögliche Erklärung liefern die Forscher den Fokus auf die eigenen, vor allem langfristigen, Ziele. Intelligente Menschen haben oft große und klare Pläne, die sie in die Tat umsetzen wollen. Da bleibt keine Zeit, um mehrmals die Woche Zeit in geselliger Runde zu verbringen. Dies lenkt von den eigentlichen Zielen ab und macht in der Folge unglücklich.


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Alleine sein: Der Rest-Test

In Kooperation mit der BBC befragte Hubbub – ein Zusammenschluss von Medizinern, Wissenschaftlern und Gesundheitsexperten mit Sitz in London – im Rahmen einer großen Online-Umfrage insgesamt 18.000 Menschen aus 134 Ländern.

Dieser „Rest-Test“ (von Englisch to rest = sich ausruhen) hat übrigens nichts mit „Resten“ zu tun, sondern beschäftigte sich mit den Themen Erholung und Ruhephasen.

Rund 68 Prozent der Befragten waren der Ansicht, sie würden mehr Ruhe und Erholung benötigen. Ein gutes Drittel glaubte gar, ihr persönlicher „Erholungsbedarf“ sei höher als der einer Durchschnittsperson. Zehn Prozent waren der Meinung, sie benötigen weniger als die anderen.

Auf die Frage, wie lange sie sich am Vortag erholen konnten – die Definition war den Befragten dabei komplett selbst überlassen – antwortete der Durchschnitt mit drei Stunden und sechs Minuten.

Daraufhin man legte den Teilnehmern eine lange Liste von Aktivitäten vor, von denen diese die drei auswählen sollten, die sie für besonders erholsam hielten. Das überraschende Ergebnis…


Die 10 erholsamsten Aktivitäten

  1. Lesen
    Lesen war eindeutig die Top-Antwort. 58 Prozent sagten, Lektüre sei für sie besonders erholsam.
  2. In der Natur sein
    Natur scheint einen therapeutischen Effekt zu haben. Die Zahl der Frauen, die sich gerne in der Natur aufhalten, war sogar noch etwas höher als die der Männer.
  3. Allein sein
    Die nackte Antwort „Allein sein“ kam auf dem Bronzerang ins Ziel. Nicht unbedingt zu erwarten: Frauen und Unter-30-Jährige sind noch lieber alleine als der Rest.
  4. Musik hören
    Harten oder sanften Klängen lauschen: Jüngere tun es lieber als Ältere, Männer lieber als Frauen.
  5. Nichts (Besonderes) tun
    Müßiggang ist eine aus der Mode geratene Kunst. Und dennoch gefällt sie jeder Altersgruppe – bis auf die der 31- bis 45-Jährigen. Vermutung: Die Mittelalten befinden sich in der Rush Hour des Lebens und haben eher ein schlechtes Gewissen, wenn sie nichts tun.
  6. Spazieren gehen
    Für manche ist ein Spaziergang Anstrengung, für andere die reinste Erholung. Acht Prozent sagen sogar, Joggen wäre für sie erholsam.
  7. Dusche oder Bad nehmen
    Je älter wir werden, desto weniger genießen wir es. Für 18- bis 30-Jährige ist Dusche oder Bad erholsamer als für die Über-60-Jährigen.
  8. Tagträumen
    Der wandernde Geist kann beflügeln, aber auch in Grübelei ausarten. Für viele sind Tagträumereien in jedem Fall erholsam.
  9. Fernsehen gucken
    Auch der passive Sofa-Sport ist äußerst erholsam – für Frauen mehr als für Männer, für Jüngeren mehr als für Ältere.
  10. Meditieren oder in sich gehen
    Meditation könnte man bösartig als Modeerscheinung abtun. Viele finden sie aber erholsam – damit reichte es für einen Platz in den Top Ten.



Auf den nachfolgenden Plätzen landeten: „Die Zeit mit Tieren verbringen“, „Freunde und Familie treffen“, „Kaffee oder Tee trinken“, „künstlerisch tätig sein“ und „Gartenarbeit“.

Noch weniger erholsam ist es nach Ansicht der Befragten, mit Freunden zu plaudern oder sich auf einen Drink zu treffen. Auch „Sex“ fiel eher in die Kategorie Anstrengung, wurde von den Befragten selten genannt.

Alleine sein ist erholsam

Was fällt Ihnen nun an der Rangliste auf? Die erholsamsten Freizeitaktivitäten sind (oft oder immer) Soloveranstaltungen: Lesen, in der Natur sein, alleine sein, Musik hören, nichts tun, spazierengehen, baden, tagträumen. Die erste eindeutig soziale Aktivität – Freunde und Familie treffen – landet außerhalb der Top Ten.

Die meisten Menschen haben offenbar die Erfahrung gemacht, dass Ruhe- und Erholungspausen am besten wirken, wenn man sie alleine durchlebt. Das bedeutet im Übrigen nicht, dass sie ungesellig oder gar asozial wären, sondern lediglich, dass sie den Kontakt mit anderen Menschen nicht für sonderlich erholsam halten.

Extrovertierte und Introvertierte antworteten zudem ganz ähnlich. Zwar nannten Extrovertierte Plaudereien und Treffen mit Freunden häufiger, aber auch sie wählten Solo-Aktivitäten letztlich auf die ersten Ränge.


Ruhe vor anderen und vor uns selbst

„Die Menschen sagten, dass sie sich meistens sehr mit ihren Gefühlen beschäftigen, wenn sie alleine sind, auf ihren Körper und ihre Emotionen achten“, sagt Ben Alderson-Day, ein Psychologe der University of Durham und Co-Autor der Studie, zur BBC.

„Es gibt auch Hinweise darauf, dass wir uns nicht nur von anderen Menschen abkapseln, wenn wir alleine sind, sondern auch die Chance haben, uns aus unserem eigenen inneren Monolog zu befreien.“ Wir haben also – so scheint es – nicht nur Ruhe vor anderen, sondern auch vor uns selbst.

Andererseits: Das Hirn verfällt keineswegs in Tiefschlaf, nur weil es keine Konversation führen oder eine Aufgabe lösen muss. Im Gegenteil, das ziellose Umherwandern beflügelt den Geist, bringt oft Unerwartetes hervor.


Am besten fünf Stunden Ruhephase täglich

Im Rahmen des Rest Tests fühlten sich nun die Personen, die weniger Ruhepausen am Vortag genossen hatten, auch grundsätzlich weniger gut als ihre Zeitgenossen. Dabei spielt wohl auch die Wahrnehmung eine Rolle. Mit anderen Worten: Wenn wir glauben, wir seien ausgeruht, dann fühlen wir uns auch besser.

Ein Richtwert für alle, die Ihr Wohlbefinden steigern wollen: Fünf bis sechs Stunden Erholung pro Tag. Danach ist laut Umfrage das Wohlbefinden am nächsten Tag am größten.

War es noch mehr, fiel der Wellness-Wert wieder, was darauf hindeuten könnte, das erzwungene Ruhephasen – zum Beispiel durch Arbeitslosigkeit oder Krankheit – nicht den gleichen Effekt haben wie frei gewählte.

Nun sind fünf Stunden Erholung pro Tag natürlich sehr viel – und in der Regel auch völlig unrealistisch. Und dennoch: Ab und zu mal die Schotten dichtmachen und alleine sein – das kann wahre Wunder bewirken.

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Digital Detox oder Einzelgängertum?


Zitate und Sprüche

Es ist besser alleine zu sein, als mit jemanden zusammen zu sein, der einem das Gefühl gibt, alleine zu sein.



Die moderne Reizüberflutung führt dazu, dass immer mehr Menschen sich hin und wieder bewusst abkapseln. Digital Detox nennt sich, wenn Menschen ungestört alleine sein wollen und digitale Kontaktmöglichkeiten – vor allem das Smartphone und den Rechner – ausgeschaltet lassen.

Für eine gewisse Zeit ist das völlig legitim. Alleine sein zu wollen kann aber auch seine Schattenseiten haben. Dann nämlich, wenn aus einem Ruhebedürfnis der Rückzug aus dem Freundes- und Bekanntenkreis wird.

Phasenweise Stress kennt jeder. Werden aber mehr Einladungen ausgeschlagen als angenommen, leidet der soziale Kontakt. Freundschaften müssen gepflegt werden. Das gilt besonders für Singles, die eben keinen Partner für den regelmäßigen Austausch an ihrer Seite haben.

Selbst wenn sie sich nicht einsam fühlen, droht die Gefahr, dass solche Einzelgänger absonderlich werden. Der Abwasch bleibt halt länger stehen – es sieht ja ohnehin niemand.

Und natürlich bedeutet soziale Kontakte zu pflegen, dass ein gewisser Aufwand betrieben werden muss. Der geht gefühlt von der Erholung ab. Schützt aber davor, vor lauter Ruhebedürfnis doch irgendwann zu vereinsamen.

[Bildnachweis: Marvent by Shutterstock.com]
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6. August 2020 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.


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