Natürliche Leistungssteigerung: Geht da noch was?

Leistungssteigerung betrifft jeden. Die wenigsten sind Genies oder Naturtalente, denen alles zufällt. Wir lernen für Prüfungen, trainieren den Körper für Turniere. Immer, um noch etwas herauszuholen. Und egal, ob es um Leistungssteigerung im Beruf oder Sport geht: Immer gibt es welche, die entweder (ihre) Grenzen nicht akzeptieren oder aber mit unlauteren Mitteln zum Ziel kommen wollen. Aber es geht auch anders. So wie Sie für die Leistungssteigerung beim Körper kein Doping brauchen, brauchen Sie auch bei der Leistungssteigerung fürs Gehirn nicht zu schummeln. Spickzettel müssen nicht sein, vielmehr gibt es natürliche Mittel zur Leistungssteigerung und Wege, das eigene Gedächtnis positiv zu beeinflussen. Wir zeigen Ihnen, wie…

Natürliche Leistungssteigerung: Geht da noch was?

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Was bedeutet Leistungssteigerung?

Wer Leistungssteigerung hört, denkt vielleicht an Motortuning beim Fahrzeug, dass beim Diesel noch ein Performance Upgrade möglich ist. Oder aber an Leistungssteigerung des Körpers im Sport: Noch das Letzte aus dem Körper herausholen, womöglich mit Doping nachhelfen. Nach wirtschaftlicher Lesart steckt hinter Leistung das Ergebnis von Arbeit geteilt durch Zeit. Was abstrakt klingt, umfasst eine Vielzahl von Anstrengungen, zu denen persönlicher (und womöglich körperlicher), als auch finanzieller oder immaterieller Einsatz zählen kann. Bedeutet Leistung einerseits eine unternommene Anstrengung sowie das daraus erzielte Ergebnis, dann besteht eine Leistungssteigerung folgerichtig darin, dass die bisherigen Anstrengungen intensiviert werden. Das kann notwendig sein, wenn Sie mit Ihrer bisherigen Leistung nicht zufrieden waren, beispielsweise entspricht der Output nicht dem Input. Oder aber jemand kritisiert Ihre Leistung, weil Sie nicht den Erwartungen gerecht wurden oder Vorgaben nicht erfüllt haben. Beide Fälle sind grundsätzlich im Privaten als auch im Berufsleben denkbar.

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Gibt es natürliche Mittel zur Leistungssteigerung?

Gesteigerte Leistung sollte nie um jeden Preis und schon gar nicht auf Kosten der eigenen Gesundheit errungen werden. Nicht umsonst ist die Einnahme von Steroiden reglementiert. Das gilt nicht nur in Bezug auf Tabletten oder illegale Drogen, sondern auch mit Blick auf das eigene Verhalten. Wer seine eigenen Grenzen nicht erkennt beziehungsweise ignoriert, betreibt Selbstausbeutung. Der so anhaltende Stress kann in Überforderung oder sogar einem Burnout münden. Das heißt aber nicht, dass man sich mit geringerer Leistung zufrieden geben müsste. Es gibt natürliche Mittel und Methoden zur Leistungssteigerung. Eben solche, die keine Nebenwirkungen haben und bei denen Sie keinen Raubbau mit dem eigenen Körper betreiben:

Kohlenhydrate

Viele Ernährungsratgeber verteufeln seit einigen Jahren Kohlenhydrate. Dabei sind sie nicht nur aus sportlicher Sicht empfehlenswert. Auch Nichtsportler kennen das typische Muskelzittern wenn der Blutzuckerspiegel abfällt. So lässt sich schwerlich konzentriert arbeiten, denn der Körper braucht Glukose, die er aus den Kohlenhydraten gewinnt. So werden Muskeln mit Energie versorgt, aber auch Gehirn und Nerven sind darauf angewiesen. Kohlenhydrate kommen nicht nur in ernährungsphysiologisch bedenklichen Nahrungsmitteln wie Fast Food enthalten, sondern auch in Obst, Hülsenfrüchten, Brot, Müsli, Nüssen und Kartoffeln. Allesamt völlig unverdächtige Lebensmittel, die problemlos konsumiert werden können.

Schlaf

Wenig überraschend ist ausreichend Schlaf nicht nur ein natürliches Mittel zur Leistungssteigerung, sondern garantiert frei von Nebenwirkungen. Der Körper braucht Ruhephasen zur Regeneration. Nur so können Sie mit wachem Geist volle Leistung bringen. Schlafmangel – beispielsweise durch häufige Albträume – führt zu Konzentrationsstörungen und letztlich Leistungsabfall.

Ginseng

In der traditionellen asiatischen Heilkunde ist Ginseng schon seit Jahrtausenden ein vielfach verwendetes Heilmittel. Aus der Ginsengwurzel wird ein Tonikum gewonnen, das das Immunsystem kräftigt. Man sagt ihm außerdem nach, gegen Müdigkeit und Erschöpfung zu wirken. Es kann Erkältungen vorbeugen und ist frei von Nebenwirkungen.

Koffein

Koffein als Aufputschmittel ist weit verbreitet: Viele genehmigen sich schon vor der Arbeit die erste Tasse Kaffee und betreiben automatisch Leistungssteigerung: Einer Studie zufolge steigern bereits 200 Milligramm Koffein das Erinnerungsvermögen und unterstützen beim Lernen. Wer keinen Kaffee mag, kann auch mit schwarzem oder grünen Tee (enthält etwas weniger Koffein), Guarana oder Matcha-Extrakten (auch als Tee erhältlich) ähnliche Effekte erzielen. Allerdings sollten Sie mit der Dosis vorsichtig sein: Zu viel davon kann zu Magenproblemen und Schlafstörungen führen. Ein weiterer Nachteil: Steigern Sie über einen längeren Zeitraum die Dosis, nimmt der Wach-Effekt ab.

Vitamine

Vergessen Sie Vitalstoffe als Pillen und Pülverchen: In einer ausgewogenen Ernährung nehmen Sie automatisch genügend Vitamine zu sich. Allenfalls Sportler, die einen höheren Bedarf als Nichtsportler besitzen, oder Veganer sollten gegebenenfalls über eine Zufuhr von Nahrungsergänzungsmitteln nachdenken. Bestimmte Vitamine wie etwa das Vitamin B12 kommen überwiegend in tierischen Lebensmitteln vor. B12 ist wichtig, um körpereigene Proteine entwickeln zu können. Entscheidend für Muskeln, Nerven und Energie auch das Vitamin B1. Das können Sie durch Vollkornprodukte, Kartoffeln, Thunfisch und Schweinefleisch zu sich nehmen.

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Legale und illegale Substanzen zur Leistungssteigerung

Bleibt die eigene Leistung hinter den Erwartungen zurück, greifen viele in die Trickkiste. Kaum eine Spitzensportart, die nicht durch Doping in Verruf geraten wäre. Anabolika für den Muskelaufbau, Medikamente zu Leistungssteigerung. Aber auch Ritalin unter Studenten und Führungskräften sind keine Seltenheit. Oft ist mit dem Wunsch nach Leistungssteigerung großer Druck verbunden: Prüfungen sollen bestanden, der neue Job oder der Zuschlag zu einem Projekt ergattert werden. Von Gehirn-Doping oder „Neuroenhancement“ wird gesprochen, wenn die Selbstoptimierung die mentalen Leistungen betrifft.

Als Ursache wird oft die hiesige Leistungsgesellschaft gesehen, in der Leistungsdenken weit verbreitet ist. Der Stellenwert von Arbeit und das protestantische Arbeitsethos wirken bis auf die heutige Zeit nach und prägen unseren Umgang mit der Leistung. Dementsprechend wird der Ruf nach Leistungssteigerung immer dann besonders laut, wenn es gerade nicht so gut läuft.

Eine DAK-Studie kam bereits vor wenigen Jahren zu der Erkenntnis, dass viele Manager zu verschreibungspflichtigen Mitteln greifen, um dem Leistungsdruck standhalten zu können. Dazu gehören Medikamente gegen Demenz wie Domepezil, die die Gedächtnisleistung stärken sollen. Aber auch Betablocker (eigentlich ein Herzmittel) gegen Panikattacken oder der Wachmacher Modafinil. Dazu kommen illegale Substanzen wie Amphetamine, die aus Crystal Meth, Kokain und Speed bekannt sind. Vorübergehend kommt es zur Leistungssteigerung und vor allem einem stärkeren Selbstbewusstsein – dann aber folgt der Absturz bis hin zur Psychose.

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Natürliche Leistungssteigerung fürs Gehirn

Medikamente zur Leistungssteigerung sind keine wirkliche Option. Sie sollten nur auf ärztlichen Rat und bei vorliegender Indikation angewandt werden. Ein großes Problem: Einerseits werden Aufputschmittel für stärkere Aufmerksamkeit genommen. Gleichzeitig erhöhen sich so aber auch Nebenwirkungen in Form von Nervosität und Unruhe. Dagegen werden dann Beruhigungsmittel genommen, die zu starker Abhängigkeit innerhalb kurzer Zeit führen können. Wer ernsthaft seine Gedächtnis- und Konzentrationsfähigkeit verbessern möchte, sollte daher zu natürlichen Mitteln zur Leistungssteigerung greifen. Speziell fürs Gehirn gibt es – neben den obigen Tipps – bestimmte Nahrungsmittel, die besonders geeignet sind. Die Rede ist von sogenanntem Brainfood. Darunter werden Lebensmittel unter anderem folgende Nahrungsmittel verstanden:

Leinsamen

Die kleinen braunen Körner sind als Ballaststoffzusatz für Müslis bekannt und fördern den Stoffwechsel. Sie sind aber auch ein guter Omega-3-Fettsäure-Lieferant und helfen dabei, die Hirnleistung zu steigern. Wichtig dabei: immer genügend Wasser zu trinken, da sonst der gegenteilige Effekt erzielt wird.

Nüsse

Besonders Walnüssen sagt man leistungssteigernde Wirkung nach – schließlich sehen sie bereits wie Gehirnhälften aus. Neben ihrer Cholesterin senkenden Wirkung enthalten sie Serotonin – das hebt die Stimmung und sorgt für Motivation.

Rosmarin

Zu den wirkungsvollen Kräutern für Körper und Geist zählt Rosmarin. Es macht munter und steigert die Konzentration.

Soja

Besonders Frauen haben häufig mit Eisenmangel zu kämpfen – der kann die Aufmerksamkeit behindern und das Lernen erschweren. Soja ist wiederum reich an Eisen und hilft dabei, die Leistungssteigerung des Gehirns wieder zu mobilisieren.

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5 Methoden zur natürlichen Leistungssteigerung

Eine vorübergehende Leistungssteigerung können Sie natürlich dadurch erzielen, dass Sie jeden Tag Überstunden machen, Ihre Pausen streichen, noch einige Aufgaben mit nach Hause nehmen und am Wochenende nichts anderes machen, als sich mit der Arbeit zu beschäftigen. Klar ist auch, dass dies nicht auf Dauer funktionieren kann und Sie stattdessen geradewegs auf einen Burnout zusteuern. Aber was lässt sich sonst tun, um mehr zu leisten? Tatsächlich sind es oftmals bereits die kleinen Dinge, die den entscheidenden Unterschied machen können. Wir haben einige Tipps gesammelt, mit denen Sie eine Leistungssteigerung erreichen können:

Holen Sie sich Feedback ein

Wenn Sie Ihre Leistung steigern wollen, sollten Sie sich zunächst Feedback über Ihre aktuelle Arbeit geben lassen. Fragen Sie am besten direkt bei Ihrem Chef nach einer Beurteilung oder einer Rückmeldung über Ihre Leistungen der letzten Wochen. Die darin enthaltene Kritik ist vielleicht nicht angenehm, ist jedoch ein wichtiger Ausgangspunkt für Ihre Entwicklung.

Verbessern Sie Ihr Zeitmanagement

In vielen Fällen lässt sich die Leistung bereits deutlich steigern, wenn Sie Ihre Arbeitsabläufe verbessern und Ihr Zeitmanagement optimieren. Finden Sie heraus, wo Sie die meiste Zeit verschwenden und wie Sie Ihren Arbeitstag besser für sich nutzen können. Hier geht es nicht nur darum, mehr oder schneller zu arbeiten. Es kann auch bedeuten, dass Sie häufiger eine Pause einlegen müssen, um anschließend wieder voll bei der Sache zu sein. So passieren weniger Fehler, deren Korrektur Sie am Ende mehr Zeit kosten würde.

Sprechen Sie mit Kollegen

Hilfe zur Leistungssteigerung kann auch von unerwarteter Seite kommen. Das Gespräch mit einem Kollegen kann beispielsweise eine Menge positive Einblicke liefern. Orientieren Sie sich dabei am besten an Mitarbeitern, die selbst mit besonders guten Leistungen überzeugen und die als Vorbild dienen können. Lassen Sie sich Tipps geben und fragen Sie nach, worauf andere bei ihren Aufgaben achten. Ein solcher Perspektivwechsel kann Ihnen helfen, die eigene Arbeit zu hinterfragen und besser zu verstehen, wo Sie Potenzial ungenutzt lassen.

Stoppen Sie die Prokrastination

Fast jeder schiebt Aufgaben vor sich her, lenkt sich mit eher unwichtigen Dingen ab, anstatt sich selbst zu disziplinieren und auch unangenehme Aufgaben zu erledigen. Wenn Sie die Prokrastination in den Griff bekommen, gehen damit ganz automatisch bessere Leistungen einher.

Machen Sie eine Fortbildung

Eine Fortbildung bietet die Chance auf eine Leistungssteigerung. Sie erweitern dabei nicht nur Ihr Wissen und können dieses in den Arbeitsalltag übertragen, sondern lernen neue Ansätze oder Ideen, die Ihnen dabei helfen, Ihre Arbeit besser zu erledigen. Fortbildungen können besonders nützlich sein, wenn Sie im Job mit Techniken zutun haben, die Sie noch nicht zu 100 Prozent beherrschen.

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[Bildnachweis: baranq by Shutterstock.com]
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28. August 2020 Anja Rassek Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der WWU in Münster. Sie arbeitete beim Bürgerfunk und einem Verlag. Hier widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.


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