Leistungssteigerung: Geht da noch was?

Wer Leistungssteigerung hört, denkt vielleicht an Motortuning beim Fahrzeug, dass beim Diesel noch ein Performance Upgrade möglich ist. Oder aber an Leistungssteigerung im Sport: Noch das Letzte aus dem Körper herausholen, womöglich mit Doping nachhelfen. Auch im Berufsleben ist oft noch Luft nach oben. Allerdings nicht in der Art, dass Arbeitnehmer sich wie eine Zitrone noch bis auf den letzten Tropfen auspressen lassen sollten. Vielmehr geht es darum, dass viele Menschen hinter ihren Möglichkeiten zurückbleiben. Und einige Ziele so nicht erreichen. Wir erklären, wie Sie von einer Leistungssteigerung profitieren und was Sie tun können, um diese zu erreichen…

Leistungssteigerung: Geht da noch was?

Definition: Was bedeutet Leistungssteigerung?

Leistungssteigerung DefinitionNach wirtschaftlicher Lesart steckt hinter Leistung das Ergebnis von Arbeit geteilt durch Zeit. Das klingt noch recht abstrakt, denn Leistung umfasst eine Vielzahl von Anstrengungen, zu denen Ihr persönlicher (und womöglich körperlicher) Einsatz, als auch finanzieller oder immaterieller Einsatz zählen kann.

Wenn Leistung einerseits eine unternommene Anstrengung sowie das daraus erzielte Ergebnis bedeutet, dann besteht eine Leistungssteigerung folgerichtig darin, dass die bisherigen Anstrengungen intensiviert werden. Das kann notwendig sein, wenn…

  • Sie mit Ihrer bisherigen Leistung nicht zufrieden waren, beispielsweise entspricht der Output nicht dem Input.
  • jemand Ihre Leistung kritisiert, weil Sie nicht den Erwartungen gerecht wurden oder Vorgaben nicht erfüllt haben.

Beide Fälle sind grundsätzlich im Privaten als auch im Berufsleben denkbar. Damit ist längst noch nichts darüber ausgesagt, ob diese Kritik berechtigt ist. Aber wie wenn bei einem Motor durch Chiptuning Ladedruck und Kraftstoffmenge besser nutzbar gemacht werden, so besteht die Ansicht, durch bestimmte Maßnahmen bei einer Person eine Leistungssteigerung zu erzielen.

Ist Leistungssteigerung ein Symptom unserer Zeit?

Leistungssteigerung Tabletten Gehirn SportLeistungssteigerung weckt viele negative Assoziationen. In einem Atemzug werden oft Leistungsgesellschaft, Leistungsdruck und Burnout genannt.

Und es stimmt, wir leben in einer Gesellschaft, in der Leistungsdenken verbreitet ist. Der Stellenwert von Arbeit und das protestantische Arbeitsethos wirken bis auf die heutige Zeit nach und prägen unseren Umgang mit der Leistung. Dementsprechend wird der Ruf nach einer Leistungssteigerung immer dann besonders laut, wenn es gerade nicht so gut läuft.

Allerdings muss natürlich nach den Ursachen geguckt werden, warum jemand hinter den Erwartungen zurückbleibt: Gibt es dafür in der Person liegende Gründe? Wurde jemand nur ungenügend eingearbeitet, gibt es fachliche Defizite oder schlichtweg private Sorgen, sollten diese Gründe in einem Mitarbeitergespräch ermittelt werden.

Über eine genaue Analyse und realistische Zielvereinbarungen lassen sich viele solcher Probleme bereits beseitigen.

Leistungssteigerung als Maßnahme im Arbeitskontext

Der Vollständigkeit halber sei gesagt, dass die Forderung nach Leistungssteigerung durchaus berechtigt sein kann. Beispielsweise ist es Aufgabe von Führungskräften, die Low Performer im Team zu identifizieren und Verhaltensänderungen zu bewirken. Dafür gibt es gute Gründe:

  • Die Leistungssteigerung des Mitarbeiters trägt zu einer besseren Gesamtperformance und damit zum Unternehmenserfolg bei.
  • Es ist eine Frage der Fairness, dass anfallende Aufgaben möglichst gerecht an alle Mitarbeiter verteilt werden.
  • Nicht zuletzt wird so die Motivation im Team und eine gute Arbeitsatmosphäre unterstützt und der jeweilige Mitarbeiter erhält selbst einen neuen Motivationsschub, weil er seine Selbstwirksamkeit erkennt.

Dafür wird in der Regel ein Kritikgespräch geführt werden, in dem die Gründe für eine verminderte Leistung ermittelt werden. Ist es eine Frage des Mitarbeitertyps, des Führungsstils oder der Zusammenarbeit im Team? Oder sind die Zielvorgaben womöglich unklar?

Je nach Ursache und persönlichem Motivationsanreiz kann eine Leistungssteigerung erfolgen, wenn bestimmte Hemmnisse beseitigt werden, etwa ein unruhiges Arbeitsumfeld oder unklare Zuständigkeiten. Weitere typische Stellschrauben für mehr Engagement sind:

Warum sich verbesserte Leistung lohnt

Ist das etwa alles oder geht da noch was? Im Zusammenhang mit Fehlern kann es sehr frustrierend sein, darauf angesprochen zu werden, dass die Leistung verbessert werden muss. Eine Leistungssteigerung kommt aber nicht nur dann in Betracht, wenn Sie Fehler wieder gutzumachen oder den Ausweg aus einem Leistungstief finden wollen:

  • Leistungssteigerung begünstigt Potenzialentwicklung

    Gerade wenn alles gut läuft, sollten Sie sich regelmäßig fragen: Kann ich vielleicht noch mehr? Es geht nicht darum, dass Sie sich selbst überfordern oder sich bis zur Erschöpfung verausgaben. Vielmehr geht es darum, die eigenen Grenzen auszutesten und diese manchmal zu überschreiten, um eine Entwicklung zu ermöglichen.

    Leistungssteigerung kann also der zusätzliche Schritt sein, der Sie weiter bringt und durch den Sie erkennen, ob Sie an der Obergrenze Ihres Potenzials kratzen oder noch einige Luft nach oben haben, die bisher nur noch nicht ausgeschöpft wurde.

  • Leistungssteigerung steigert Aufstiegschancen

    Zunächst wird an die Außenwirkung gedacht. Was denkt der Chef, wenn ich meine Aufgaben besser erledige? Kann ich einen Kunden beeindrucken? Bekomme ich mehr Handlungsspielraum zugesprochen und darf demnächst ein größeres Projekt betreuen? Allein diese Effekte sorgen dafür, dass es die Anstrengung wert ist, die mit einer Leistungssteigerung verbunden ist.

    Denn selbst dem kritischsten Chef wird es nicht entgehen, wenn Sie sich spürbar verbessern und einen wahren Erfolgslauf hinlegen. Im Anschluss an eine kleine Flaute zeigen Sie so auch deutlich: Auf mich können sie sich verlassen, ich kann aus schwierigen Situationen lernen und dadurch noch besser werden.

  • Leistungssteigerung schafft Selbstvertrauen

    Eine Leistungssteigerung macht sich aber auch im eigenen Selbstbewusstsein bemerkbar. Es gibt einen ungemeinen Schub, wenn Sie sich verbessern und merken, dass Sie etwas geschafft haben, woran Sie selbst vielleicht gezweifelt haben. Dieser Stolz auf die eigenen Leistungen kann ein großer Antrieb sein, um über sich selbst hinauszuwachsen.

Leistungssteigerung mit Tabletten?

Leistungssteigerung Tabletten Gehirn SportOft ist mit einer Leistungssteigerung großer Druck verbunden: Nur wenn ich perfekt bin, kriege ich den Job, den ich haben will… Ich muss besser werden, um mich zu beweisen und meinen Job zu behalten…

Um die eigene Leistung zu steigern, ist manchen jedes Mittel Recht. Zu groß die Angst vorm Scheitern. Gerade im Sport wird gerne zum Doping gegriffen. Tabletten zu Leistungssteigerung, aber auch Ritalin unter Studenten und Führungskräften sind keine Seltenheit. Der empfundene Zwang zu einer Leistungssteigerung ist oftmals so groß, dass Betroffene sich kaum noch zu helfen wissen.

Dabei sollte klar sein, dass eine gesteigerte Leistung nie um jeden Preis erzwungen werden sollte. So positiv sie auch sein mag, eine Leistungssteigerung sollte nie auf Kosten der eigenen Gesundheit gehen. Nicht nur in Bezug auf Tabletten oder andere Drogen, sondern auch bei Selbstausbeutung, Überforderung und anhaltendem Stress.

Leistungssteigerung sollte immer nur so weit gehen, wie es für Sie richtig ist. Jeder hat sein persönliches Maß, an dem er oder sie sich orientieren sollte.

Tipps: So können Sie Ihre Leistung steigern

Eine vorübergehende Leistungssteigerung können Sie natürlich dadurch erzielen, dass Sie jeden Tag Überstunden machen, Ihre Pausen streichen, noch einige Aufgaben mit nach Hause nehmen und auch am Wochenende nichts anderes machen, als sich mit der Arbeit zu beschäftigen. Klar ist auch, dass dies nicht auf Dauer funktionieren kann und Sie stattdessen geradewegs auf einen Burnout zusteuern. Aber was lässt sich sonst tun, um mehr zu leisten?

Tatsächlich sind es oftmals bereits die kleinen Dinge, die den entscheidenden Unterschied machen können. Wir haben einige Tipps gesammelt, mit denen Sie eine Leistungssteigerung erreichen können:

  • Holen Sie sich Feedback ein

    Wenn Sie Ihre Leistung steigern wollen, sollten Sie sich zunächst Feedback über Ihre aktuelle Arbeit geben lassen. Fragen Sie am besten direkt bei Ihrem Chef nach einer Beurteilung oder einer Rückmeldung über Ihre Leistungen der letzten Wochen. Die darin enthaltene Kritik ist vielleicht nicht angenehm, ist jedoch ein wichtiger Ausgangspunkt für Ihre Entwicklung.

  • Verbessern Sie Ihr Zeitmanagement

    In vielen Fällen lässt sich die Leistung bereits deutlich steigern, wenn Sie Ihre Arbeitsabläufe verbessern und Ihr Zeitmanagement optimieren. Finden Sie heraus, wo Sie die meiste Zeit verschwenden und wie Sie Ihren Arbeitstag besser für sich nutzen können.

    Hier geht es nicht nur darum, mehr oder schneller zu arbeiten. Es kann auch bedeuten, dass Sie häufiger eine Pause einlegen müssen, um anschließend wieder voll bei der Sache zu sein und weniger Fehler zu machen, deren Korrektur noch mehr Zeit in Anspruch nimmt.

  • Sprechen Sie mit Kollegen

    Manchmal ist die nötige Hilfe für eine Leistungssteigerung gar nicht so weit weg, wie Sie vielleicht glauben. Die Aussprache mit einem Kollegen kann beispielsweise eine Menge positive Einblicke liefern. Orientieren Sie sich dabei am besten an Mitarbeitern, die selbst mit besonders guten Leistungen überzeugen und die als Vorbild dienen können.

    Lassen Sie sich Tipps geben und fragen Sie nach, worauf andere bei ihren Aufgaben achten. Ein solcher Wechsel der Perspektive kann Ihnen helfen, die eigene Arbeit zu hinterfragen und besser zu verstehen, wo Sie Potenzial ungenutzt lassen.

  • Stoppen Sie die Prokrastination

    Fast jeder schiebt Aufgaben vor sich her, lenkt sich mit eher unwichtigen Dingen ab, anstatt sich selbst zu disziplinieren und auch unangenehme Aufgaben zu erledigen. Wenn Sie die Prokrastination in den Griff bekommen, gehen damit ganz automatisch auch bessere Leistungen einher.

  • Machen Sie eine Fortbildung

    Auch eine Fortbildung bietet die Chance auf eine Leistungssteigerung. Sie erweitern dabei nicht nur Ihr Wissen und können dieses in den Arbeitsalltag übertragen, sondern lernen vielleicht auch neue Ansätze oder Ideen, die Ihnen dabei helfen, Ihre Arbeit besser zu erledigen. Fortbildungen können besonders nützlich sein, wenn Sie im Job mit Techniken zutun haben, die Sie noch nicht zu 100 Prozent beherrschen.

Die Schattenseiten der Leistungssteigerung

Leistungssteigerung Schattenseiten Folgen ProblemeMit der Leistungssteigerung geht es bergauf. Alles läuft wie geplant, die Erwartungen werden erfüllt, der Chef ist zufrieden und Sie glücklich. Zumindest in der Vorstellung. Doch eine Leistungssteigerung auch einige Probleme mit sich bringen – zumindest auf längere Sicht. Ein Problem: Haben Sie das Niveau einmal angehoben, tritt sehr schnell ein Gewöhnungseffekt ein. Soll heißen: Konnten Sie am Anfang noch von besseren Leistungen profitieren, werden diese guten Ergebnisse schnell zum neuen Standard, der keine Zusatzpunkte mehr bringt, sondern zur normalen Erwartung wird.

Kurze Zeit nach einer Leistungssteigerung erhöht sich somit auch die Fallhöhe. Veranschaulichen lässt sich dies am Beispiel eines Sportlers, der für den 100 Meter Sprint immer um die 11 Sekunden gebraucht hat. Als er festgestellt hat, dass die Konkurrenz ihm mehr und mehr davon läuft, steigerte er seine Leistung auf durchschnittliche 10 Sekunden – ein großer Erfolg, mit dem vielleicht sogar der ein oder andere Titel gewonnen werden kann.

Verschlechtern sich die Zeiten dann jedoch auf ungefähr 10,5 Sekunden, ist die Enttäuschung umso größer, obwohl dies immer noch ein gutes Stück schneller ist, als der ursprüngliche Wert. Die neuen Erwartungen haben eine viel höhere Fallhöhe geschaffen, die es schwer macht, ihr langfristig gerecht zu werden.

Auch wird es nach einer Leistungssteigerung umso schwieriger, andere noch weiter zu beeindrucken. Anfangs hat Ihr Chef noch gestaunt, als Sie die Umsatzzahlen verbessern konnten. Doch um den guten Eindruck langfristig zu festigen, reicht es nicht aus, die positiven Entwicklungen nur beizubehalten. Wollen Sie den Vorgesetzten wieder umhauen, braucht es immer mehr.

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[Bildnachweis: baranq by Shutterstock.com]
24. Februar 2020 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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