Albtraum: Bedeutung, Ursachen, Abhilfe

Ein Albtraum betrifft nicht nur Kinder, sondern bedeutet auch für viele Erwachsene das Ende der wohlverdienten Nachtruhe. Schweißnass schrecken wir aus dem Schlaf, Angst und Unwohlsein haben uns im Griff und die Gedanken schwirren, während der Kopf langsam im Hier und Jetzt ankommt. Selbst nach dem unangenehmen Erwachen können wir die Angst aus dem Albtraum nur langsam ablegen.

Manche haben nur selten einen schlechten Traum, für einige Betroffene werden Albträume hingegen zur regelmäßigen Qual in der Nacht. Aber welche Ursachen können hinter einem Albtraum stehen und was bedeutet es, wenn Sie unter Albträumen leiden? Hier erfahren Sie alles zu den Ursachen sowie mögliche Bedeutungen eines Albtraums – zudem geben wir Ihnen Tipps, was Sie gegen einen Albtraum tun können…

Albtraum: Bedeutung, Ursachen, Abhilfe

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Was steckt hinter einem Albtraum?

Bei einem Albtraum handelt es sich um einen schlechten oder bösen Traum. Wir durchleben in einem Albtraum unangenehme Erlebnisse oder Situationen, oft verbunden mit Angst oder sogar ausgewachsener Panik. Was wir in einem Albtraum durchleben, kann direkten Bezug zu aktuellen Ereignissen und tatsächlichen Ängsten haben. Manchmal scheint es aber auch keinen Zusammenhang zu geben. So handeln Albträume oft von Gefahr, Tod, Traumata, Krankheiten oder Verlust.

Trotzdem überträgt sich die Angst aus dem Albtraum in die Realität. Körperliche Reaktionen wie Schwitzen, schnelle Atmung, Zittern und ein erhöhter Puls bis zum Herzrasen können die Folge sein.

Andere Albträume handeln von peinlichen Situationen, beispielsweise wenn jemand im Traum plötzlich völlig nackt vor Fremden steht und ausgelacht wird. Neben Angst und Trauer sind negative Emotionen wie Scham, Wut und Ekel häufige Bestandteile eines Albtraums.


Albträume sind nicht ungewöhnlich. Zwischen fünf und zehn Prozent aller Erwachsenen leiden unter wiederkehrenden Albträumen. Vereinzelte Albträume sind noch viel verbreiteter. Frauen sind dabei im Schnitt dreimal häufiger als Männer betroffen.


Typisch für diese Sorte Traum ist, dass der Betroffene daraus aufwacht und sich detailliert daran erinnert. Selbst Personen, die sich an ihre Träume üblicherweise nicht erinnern, wissen oft noch sehr genau, was in einem Albtraum passiert ist.

Neben Albtraum sind folgende Synonyme bekannt:

➠ Albdruck
➠ Angsttraum
➠ Inkubus (besonders in der Medizin)
➠ Nachtmahr

Der veraltete Begriff Nachtmahr wird kaum noch verwendet, hat aber eine enge Verbindung zum englischen Wort für Albtraum („nightmare“) und zum niederländischen („nachtmerrie“). In der Vorstellung der Menschen saß dieser Nachtmahr nachts auf der Brust des Schlafenden. Dies erzeugte ein starkes Druckgefühl.

Woher stammt das Wort Albtraum?

Fiktive Wesen sind ebenfalls dafür verantwortlich, dass wir von einem Albtraum sprechen – wobei in der Rechtschreibung beide Varianten „Albtraum“ und „Alptraum“ korrekt sind. Diese unterscheiden sich lediglich in der Schreibweise, nicht in der Aussprache.

Zurück geht dies auf die germanische Mythologie. Hier existierte die Vorstellung von einem Alp beziehungsweise Alb (Plural: Alben). Dabei handelt es sich um Elfen, die für schlechte Träume zuständig waren. Von diesen Wesen leitet sich der Begriff Alptraum ab für böse Träume ab.

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Ursachen für Albträume

Fast jeder hat schon einmal einen Albtraum gehabt. Nicht nur Kinder berichten von schlimmen Träumen von Monstern unterm Bett, auch viele Erwachsene leiden unter Albträumen – mal als Einzelfall, manche werden sogar regelmäßig von Albträumen mit beängstigenden Inhalten heimgesucht.

Wovon wir bei einem Albtraum träumen, ist dabei sehr unterschiedlich. Nicht selten kämpfen auch Erwachsene im Schlaf mit Monstern, Zombies und Dämonen. Oft sind es aber ganz reale Szenarien, vor denen wir uns fürchten und die uns große Angst machen.

Was in einem Albtraum passiert, kann auch mit den unterschiedlichen Ursachen zu tun haben, die hinter Albträumen stehen können:

Verarbeitung von Erlebnissen

Was tagsüber, in wachem Zustand, passiert, nehmen wir regelmäßig mit in den Schlaf und damit in unsere Träume. Nachts verarbeiten wir all das, was wir erleben und so können die täglichen Erfahrungen auch einen Albtraum auslösen. Ein Streit mit dem Partner, Meinungsverschiedenheiten mit dem Chef, finanzielle Sorgen oder Ängste können zu Albträumen führen.

Schlafprobleme

Wer unter Schlaflosigkeit oder auch Schlafapnoe (Atemaussetzer in der Nacht) leidet, hat eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, Albträume zu bekommen. Das ist besonders schwierig, da die Nächte ohnehin weniger erholsam sind. Der schlechtere und kürzere Schlaf wird zusätzlich durch Albträume gestört.

Körperliche und psychische Auslöser

Ist die Gesundheit angeschlagen, kommt es vermehrt zu Albträumen. Auch wenn wir uns Symptome nicht erklären können, kann es zu Albträumen kommen, in denen wir schlimme Nachrichten vom Arzt erhalten. Auch von einigen Medikamenten wie Antidepressiva oder blutdrucksenkenden Mittel ist bekannt, dass sie Albträume begünstigen.

Eine hohe Anfälligkeit für Stress in seinen unterschiedlichen Erscheinungsformen – auf der Arbeit, in der Beziehung – ist ebenfalls eine häufige Ursache für Albträume.

Ernährung

In einigen Fällen kann sogar die Ernährung als Ursache für einen Albtraum in Betracht kommen. Wer sehr spät noch etwas sehr schweres und fettiges isst, schläft nicht nur schlechter, sondern hat auch häufiger schlechte Träume.

Persönlichkeit und Gene

Studien zufolge sind sensible und künstlerisch veranlagte Menschen generell anfälliger anfälliger. Andere Studien belegen, dass schon die Gene eine Ursache für Albträume sein können: Für eine finnische Studie wurden Ende der 90er Jahre eineiige und zweieiige Zwillingspaare befragt. Demnach scheinen Albträume zu etwa einem Drittel bis zur Hälfte durch genetische Veranlagung ausgelöst zu werden.

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Was kann ein Albtraum bedeuten?

Wer einen Albtraum hatte, fragt sich im Anschluss häufig: Welche Bedeutung steckt dahinter? In manchen Fällen braucht es keine tiefgehende Analyse oder Traumdeutung: Stehen Sie kurz vor einer wichtigen Abschlussprüfung und träumen davon, wie Sie bei einer Prüfung versagen, steht dahinter die reale Angst, die sich im Traum niederschlägt.

Ganz so eindeutig ist die Bedeutung eines Albtraums jedoch nur selten. Im Albtraum finden sich oftmals Motive und Erlebnisse, die sich nicht direkt auf den Wachzustand übertragen lassen. So sind einer Studie des renommierten Schlafforschers Michael Schredl zufolge die häufigsten Inhalte eines Albtraums

  • Fallen – Sturz in den Abgrund (40 Prozent)
  • Menschenjagd – Verfolgt werden (26 Prozent)
  • Paralyse – Das Gefühl, flüchten zu wollen, aber nicht zu können (25 Prozent)
  • Unpünktlichkeit – Bei einem wichtigen Ereignis zu spät kommen (24 Prozent)
  • Verlustängste – Tod oder Verschwinden nahestehender Menschen (21 Prozent)

All diese Szenarien sind schlimm, doch muss die Bedeutung eines Albtraums nicht immer naheliegend sein und sich auf die konkrete Situation beziehen. Einem Albtraum wird mitunter eine Bedeutung zugeschrieben, die weniger offensichtlich ist:

Fallen

Sie stürzen von einem Hochhaus oder befinden sich während des Albtraums im freien Fall, der sich nicht aufhalten lässt? Dahinter muss keine Höhenangst stecken. Als mögliche Bedeutung werden hier Zukunftsängste gesehen, wenn Sie nicht genau wissen, wie es in der nächsten Zeit weitergehen soll. Damit verbunden können auch berufliche Sorgen und Schwierigkeiten sein.

Verfolgung

Werden Sie im Albtraum verfolgt und müssen flüchten, geht es meist um schlimme Ereignisse, mit denen Sie nicht konfrontiert werden wollen. Sie laufen sinnbildlich vor einer Auseinandersetzung davon. Das können auch traumatische Erlebnisse aus der Kindheit sein, die Sie verdrängen.

Paralyse

Ihr Körper ist wie gelähmt, Sie können sich einfach nicht bewegen und müssen tatenlos zusehen – eine solche Paralyse ist ein häufiges Motiv in Albträumen. Eine mögliche Bedeutung ist das Gefühl, von anderen Menschen abhängig zu sein und nicht selbstständig handeln zu können.

Unpünktlichkeit

Den Termin mit einem Kunden verpasst, zu spät zur Prüfung kommen oder in einer anderen Form unpünktlich sein – das erleben viele während eines Albtraums. Als Bedeutung wird die Angst, Herausforderungen nicht gewachsen zu sein, vermutet. Ebenso können Albträume von Unpünktlichkeit für Reue über verpasste Chancen stehen.

Tod

Wer davon träumt, dass ein Mensch stirbt, kann konkrete Sorgen um dessen Leben haben. Es kann aber auch eine tiefere Bedeutung geben, die andeutet, dass eine Beziehung stirbt, weil Sie sich von einer Person entfernen.

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Auswirkungen und Folgen von Albträumen

Hin und wieder mal ein Albtraum ist gesundheitlich unbedenklich. Auch wenn der Schlafmangel am nächsten Tag nervt und anstrengt, brauchen Sie sich keine Sorgen machen.

Anders ist es bei regelmäßig wiederkehrenden Albträumen. Hier handelt es sich um eine Form der nichtorganischen Schlafstörung, die behandelt werden sollte. Nach medizinischen Kriterien handelt es sich um chronische Albträume, wenn Sie über eine Zeit von etwa drei Monaten wenigstens einmal pro Woche von schlechten Träumen geplagt werden.

Die Folgen:

➠ Reizbarkeit
➠ Leistungsabfall
Konzentrationsstörungen
➠ Negative Stimmung
➠ Geringere Lebensqualität
➠ Angst vorm Schlafengehen

Albträume können auf Dauer zudem gesundheitliche Probleme wie Herzproblemen, Übergewicht oder psychische Erkrankungen wie Depressionen begünstigen. Der Albtraum an sich ist aber weniger Auslöser, sondern eher Symptom, wenn er chronisch auftritt.

Betroffene sollten daher dem zugrundeliegenden Auslöser auf die Spur gehen. In der Regel bedeutet dies, sich mit den Ängsten auseinanderzusetzen, die der Traum anspricht.

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Was tun gegen Albträume?

Der erste Schritt, um Albträume in den Griff zu bekommen, ist eine Selbstreflexion über mögliche Ursachen. Fragen Sie sich dabei ganz offen und ehrlich: Was kann Ihre Albträume auslösen? Manchmal liefern die Inhalte der Träume eindeutige Signale, in anderen Fällen müssen Sie etwas genauer nachdenken.

Die Erkenntnis, was hinter Ihrem Albtraum steht, ist deshalb so wichtig, weil es ja nach Ursache verschiedene Möglichkeiten gibt, was Sie gegen Albträume tun können:

Tipps bei konkreter Ursache

  • Kontrollieren Sie Ihren Medienkonsum
    In manchen Fällen liegt die Lösung auf der Hand: Wer am Abend zuvor Horrorfilme konsumiert hat, begünstigt solche Träume – wenngleich ein Albtraum nicht die logische Konsequenz sein muss. Manche Menschen nehmen Bilder und Gedanken sehr häufig mit in den Schlaf. Hier ist es wichtig, das Medienverhalten anzupassen. Vielleicht sind Psychothriller und Krimis vor dem Schlafengehen nichts für Sie.
  • Reduzieren Sie Stress
    Ein großer Teil der Menschen leidet unter Stress, als Auslöser für Albträume kommt dieser deshalb immer wieder vor. Dabei ist es wichtig, möglichst genau zu analysieren, um gegen stressbedingte Albträume vorgehen zu können. Wer beispielsweise Stress auf der Arbeit hat, muss womöglich etwas tiefer graben: Geht es um ein kurzfristig erhöhtes Arbeitspensum oder ein grundsätzliches Problem? Beschäftigen Sie Konflikte mit Chef oder Kollegen? Haben Sie Angst vor einem Jobverlust?

    Je genauer Sie den Stressfaktor identifizieren, desto besser können Sie diesen reduzieren – wodurch auch die Albträume nachlassen, die davon ausgelöst werden.
  • Arbeiten Sie an Ihrer Angst
    Handelt der Albtraum immer wieder von der selben Angst, sollten Sie nicht versuchen, den Albtraum loszuwerden, sondern an Ihrer Angst zu arbeiten. Dies können Sie alleine versuchen, bei tiefsitzenden Ängsten kann eine Therapie helfen.

Allgemeine Tipps bei Albträumen

  • Reden Sie über Ihren Albtraum
    In vielen Fällen hilft es bereits, wenn Sie über Ihren Albtraum mit einer vertrauten Person sprechen. Sie erinnern dabei erneut die Inhalte des Traums, befinden sich aber gleichzeitig im Wachzustand und können abschätzen, wie bedrohlich in der gegenwärtigen Situation der Albtraum ist.
  • Versuchen Sie eine Selbsttherapie
    Ganz ähnlich funktioniert die Selbst- beziehungsweise Konfrontationstherapie: Sie erinnern bewusst im Wachzustand den schlechten Traum und verändern nun den Verlauf in Gedanken. Nach Schlafexperte Schredl kann das beispielsweise so aussehen: Im Albtraum träumt eine Person immer wieder davon, Opfer einer Verfolgungsjagd zu sein. Statt panisch wegzurennen, könnte sie im Wachzustand nun träumen, dass sie sich umdreht und vom Verfolger Rechenschaft verlangt.
  • Machen Sie eine Verhaltenstherapie
    Bei hartnäckigen Albträumen empfiehlt sich eine Psychotherapie. Liegt die Ursache in einem traumatischen Erlebnis, ist dies ohnehin der beste Weg zur Aufarbeitung. Im Rahmen einer Therapie können Sie die Imagery Rehearsal Therapie (IRT) erlernen, bei der Sie ähnlich wie bei der Selbsttherapie lernen, sich mit den Inhalten Ihres Albtraums so auseinanderzusetzen, dass er nichts Bedrohliches mehr für Sie darstellt. Angeboten wird dies bei kognitiver Verhaltenstherapie, die von den Krankenkassen übernommen wird.
  • Klartraum
    Der Klartraum oder auch luzide Traum ist eine weitere Technik, die sich erlernen lässt, allerdings einige Monate in Anspruch nehmen kann. Sinn und Zweck ist es, dass der Träumende weiß, dass er sich im Traum befindet. Anders ausgedrückt: Während eines Albtraums erkennen Sie, dass es sich nur um einen bösen Traum handelt und dass Sie in das Geschehen eingreifen können – so wirken bedrohliche Szenarien deutlich weniger erschreckend.

    Eine Möglichkeit, das Klarträumen zu lernen: Stellen Sie sich mehrmals täglich die Frage, ob Sie wach sind oder träumen. Irgendwann werden Sie diese Frage auch in Ihren Traum einbauen, was Ihnen hilft, sich eines Albtraums als solchen bewusst zu werden. Ebenso kann es funktionieren, Motive und Elemente im Traum zu erkennen, die nur dort und nicht in der Realität vorkommen – etwa unmögliche Ereignisse oder Personen, die bereits verstorben sind.

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[Bildnachweis: eggeegg by Shutterstock.com]
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20. August 2020 Anja Rassek Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der WWU in Münster. Sie arbeitete beim Bürgerfunk und einem Verlag. Hier widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.


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