Psychopathen im Job: Erkennen und reagieren

Es ist die Art von Kollegen, die niemand möchte: Psychopathen im Job sind jedoch gar nicht so selten, wie man meinen würde. Denn die typischen Wesenszüge eines Psychopathen sind – leider – oft das perfekte Rüstzeug für eine große und erfolgreiche Karriere. Vielleicht lauert auch in Ihrer Abteilung oder Firma ein solches Exemplar, vor dem Sie sich besser in Acht nehmen. Manchmal ist das Verhalten eines Psychopathen ganz offensichtlich, oft aber nicht so leicht zu erkennen. Wie kommt man ihm auf die Schliche? Indem Sie verstehen, wie Psychopathen ticken. Wir zeigen Ihnen, woran Sie Psychopathen im Job erkennen und wie Sie auf diesen Typ Mensch reagieren…

Psychopathen im Job: Erkennen und reagieren

Definition: Was ist Psychopathie?

Psychopathie DefinitionPsychopathen wie Patrick Bateman aus American Psycho oder Hannibal Lecter aus Das Schweigen der Lämmer sind keine Erfindung von Buchautoren und Hollywood-Regisseuren, Psychopathie ist eine besonders starke Form einer dissozialen Persönlichkeitsstörung.

Dahinter können genetische Veranlagung, aber auch traumatische Kindheitserlebnisse stecken. Schon im Teenager-Alter werden typische Wesenszüge oft sichtbar, Aggressivität und Impulsivität etwa. Psychopathen zeichnen sich dabei vor allem durch das Fehlen von Empathie aus.

Sie haben keine Skrupel, andere Menschen zu manipulieren und rücksichtslos ihre Interessen durchzusetzen. Ein schlechtes Gewissen ist ihnen fremd. Psychopathen zeigen oft antisoziales Verhalten, so dass die Unterscheidung zwischen Psychopathie und antisozialer Persönlichkeitsstörung nicht immer getrennt werden kann.

Die Wissenschaft ist sich noch nicht sicher, woher diese Störung kommt. Die Psychologie und vor allem das Verständnis davon, wie unser Gehirn funktioniert, steckt noch in den Kinderschuhen. Zwar gibt es einige Auffälligkeiten im Gehirn sowie hormonelle Unterschiede, aber vieles bleibt im Bereich der Vermutungen.

Immerhin ist es bereits ein großer Fortschritt, dass viele psychologische Störungen nun als Krankheiten eingeordnet werden, ebenso wie körperliche Symptome.

Hoch funktionale Psychopathen im Job

Wissenschaftler gehen davon aus, dass vor allem Führungspositionen fast schon ein Magnet für Psychopathen sind. Das liegt daran, dass diese sehr gut in Berufen und Positionen mit großer Machtdynamik und starker Hierarchie arbeiten können.

Das ist wenig verwunderlich, schließlich gibt es etliche Überschneidungen bei Charaktereigenschaften zwischen Psychopathen und Vorgesetzten: Entscheidungen gegen den Willen anderer durchsetzen, Gefühle nicht berücksichtigen und vor allem sich an erster Stelle zu setzen.

Andererseits: Die pauschale Einschätzung als kalt, rücksichtslos, manipulativ und durchtrieben ist so nicht richtig. Wie eine Studie von Psychologen an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn feststellt, hat Psychopathie im Job noch eine andere Seite: Sie kann ein wesentlicher Erfolgsfaktor sein.

Kurz gesagt: Psychopathie kann zwar zu unsozialem und toxischem Verhalten führen – sie muss es aber nicht. Tatsächlich gibt es auch eine Art gutartige Psychopathie, bei der die Betroffenen zu „furchtloser Dominanz“ neigen, wie die Forscher es nennen. Diese Menschen zeichnen sich dadurch aus, dass sie über ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein verfügen, enorm stressresistent sind und keinerlei Angst haben, Risiken einzugehen.

Ob daraus am Ende wertvolle Leistungsträger für das Unternehmen werden, hängt laut Wissenschaftlern von einem wesentlichen Faktor ab: Bildung.

  • Weniger gebildete Menschen mit furchtloser Dominanz neigen eher zur toxischen Form der Psychopathie – und schädigen sowohl das Betriebsklima wie auch die wirtschaftliche Entwicklung ihres Arbeitgebers.
  • Hochgebildete positive Psychopathen mit überdurchschnittlicher Intelligenz dagegen, besitzen zwar starken Durchsetzungswillen, seien aber auch besonders tüchtig, innovativ und krisenfest.

Sie eignen sich daher vor allem für „emotional schwierige Berufsfelder“ – wie zum Beispiel Notfallärzte und Krisenmanager.

Wie verbreitet sind Psychopathen wirklich?

Die gute Nachricht: Tatsächlich sind Psychopathen insgesamt die deutliche Minderheit. Abhängig ist deren Verbreitung vor allem von der jeweils analysierten Gruppe von Menschen – und hier kann es große Unterschiede geben.

Während nur etwa ein Prozent der Gesamtbevölkerung psychopathische Züge aufweist, gehen Studien bei Wirtschaftsbossen schon von mindestens drei Prozent, andere sogar von sechs Prozent aus. Zu diesen Zahlen kam vor wenigen Jahren eine Studie im Fachjournal Behavioral Sciences & the Law. Zum Vergleich: Von den Insassen in US-Gefängnissen sind sogar 15 Prozent psychopathisch veranlagt.

Die Zahlen deuten an: Die typischen Eigenschaften eines Psychopathen führen einen oft geradewegs in den Knast. Andererseits gereichen sie in der Business-Welt oft zum Vorteil, prädestinieren geradezu zu einer glorreichen Karriere in der Wirtschaft.

Wenn Sie jetzt neugierig geworden sind, ob unter Ihren Kollegen möglicherweise besonders viele Psychopathen versteckt sind, kann ein Blick in unsere Liste helfen. Die Great British Psychopath Survey des Psychologen Kevin Dutton fasst die Top Ten der Berufe mit den meisten Psychopathen (PDF) zusammen, die wir als kostenlosen Download zur Verfügung stellen.

Psychopathen Test: Ist Ihr Chef einer?

Psychopathen TestOb Ihr Chef ein Psychopath ist oder nicht, kann dieser Test nicht endgültig klären. Allerdings können die folgenden Fragen ein gutes Indiz sein. Zählen Sie die jeweiligen Punkte zusammen (jeweils: Ja = 2 Punkte; Nein = 0 Punkte; Vielleicht = 1 Punkt), am Ende finden Sie eine Auswertung.


Ihr Chef zeichnet sich durch überbordendes Selbstbewusstsein aus.

  • Ja
  • Nein
  • Vielleicht

Ständig ertappen Sie Ihren Chef beim Lügen.

  • Ja
  • Nein
  • Vielleicht

Er kann binnen kürzester Zeit Leute um den Finger wickeln – jedenfalls kurzfristig.

  • Ja
  • Nein
  • Vielleicht

Für Fehler, die durch ihn verursacht wurden, übernimmt er keine Verantwortung.

  • Ja
  • Nein
  • Vielleicht

Wenn er andere Menschen beleidigt oder kränkt, fehlt ihm jegliches Schuldbewusstsein.

  • Ja
  • Nein
  • Vielleicht

Gleichzeitig kann er sich sehr gewandt ausdrücken und in fremder Umgebung mühelos bewegen.

  • Ja
  • Nein
  • Vielleicht





Wenn er eine Eingebung hat, folgt er ihr sofort ohne Wenn und Aber.

  • Ja
  • Nein
  • Vielleicht

Bei anderen Menschen fehlt ihm jegliche Empathie.

  • Ja
  • Nein
  • Vielleicht

Nie lässt er die Mitarbeiter ihre Arbeit alleine tun, ständig muss er überprüfen.

  • Ja
  • Nein
  • Vielleicht

Seit seiner Jugend hat er einige kriminelle Taten auf dem Kerbholz.

  • Ja
  • Nein
  • Vielleicht





Er hat häufig wechselnde Partnerinnen; mit einigen ein eheähnliches Verhältnis.

  • Ja
  • Nein
  • Vielleicht

Ihr Chef duldet keine Widerrede und tritt sehr dominant auf.

  • Ja
  • Nein
  • Vielleicht

Häufig manipuliert er seine Mitmenschen, indem er ihnen Schuldgefühle einredet oder sie mit einer Mischung aus Komplimenten und Druck kontrolliert.

  • Ja
  • Nein
  • Vielleicht







11 Indizien, dass Sie mit einem Psychopathen arbeiten

Der kanadische Psychologe Robert D. Hare hat sich intensiv – und leibhaftig – mit Psychopathen auseinandergesetzt, er gilt als Wegbereiter der forensischen Forschung. Auf Hare geht auch die Psychopathie-Checkliste zurück, die sehr anschaulich erklärt, wie diese Menschen ticken.

Wir möchten Ihnen Hares wichtigste Punkte einmal vorstellen. Allerdings handelt es sich bei seinen Beschreibungen um das Worst-Case-Szenario, um Psychopathen der Endstufe sozusagen. Nur wer folgende Eigenschaften in kleineren Dosierungen aufweist, hat gute Chancen, auf dem Managerstuhl zu landen.

Möglicherweise gilt das auch für jemanden in Ihrem beruflichen Umfeld. Über den Umgang mit Psychopathen am Arbeitsplatz und woran erkennt man sie erkennt:

  • Er ist charmant und ein guter Smalltalker

    Nicht selten sind Psychopathen redegewandt und versierte Smalltalker. Sie sind witzig, unterhaltsam und gute Geschichtenerzähler, rücken sich dabei auch gerne selbst in ein gutes Licht. Und sie sind charmant, machen Komplimente und wirken – oftmals – sehr sympathisch.

    Sie haben die Fähigkeit, andere um den kleinen Finger zu wickeln, hinter der Fassade verbirgt sich allerdings oft nur Eigennutz und hinterhältiges Denken.

    Deshalb: Bleiben Sie lieber misstrauisch, wenn Ihr neuer Kollege Sie durch sein positives Auftreten regelrecht vom Hocker haut…

  • Er entschuldigt sich nie bei Ihnen

    Ein Entschuldigung kommt einem Psychopathen niemals – oder nur sehr schwierig – über die Lippen. Mitgefühl, Reue, Schuldgefühle? Fremdwörter! Ein gutes, wenngleich extremes Beispiel liefert eine Begegnung von Hare mit einem kriminellen Psychopathen.

    Die Testperson, die zuvor bei einem Raubüberfall jemanden niedergestochen hatte, sagte ihm: Wach auf! Er ist für ein paar Monate im Krankenhaus und ich verrotte hier. Wenn ich ihn hätte töten wollen, hätte ich ihm die Kehle durchgeschnitten. Ich habe ihm eine Pause verschafft.

  • Er übernimmt keine Verantwortung

    Verpflichtungen und Versprechungen bedeuten Psychopathen nichts. Sätze wie: Ich werde dich nie wieder anlügen sind nicht mehr als Lippenbekenntnisse, um sich aus der Situation herauswinden zu können. Stattdessen zeichnen sich Psychopathen durch konsequente Gleichgültigkeit aus, lehnen die Verantwortung für Fehler ab und schieben sie anderen zu.

    Im Job zeichnen sich Psychopathen durch häufige Abwesenheit und Missbrauch von Firmeneigentum aus. Sie halten sich an keine Unternehmensrichtlinien, liefern unbeständige Leistungen ab und sind grundsätzlich wenig vertrauenswürdig.

  • Er ist ein pathologischer Lügner

    Die Möglichkeit, ertappt zu werden, lässt Psychopathen kalt. Weist ihnen jemand eine Lüge nach, sind sie weder perplex noch peinlich berührt – sie ändern einfach ihre Story und errichten auf der Schwindelei ein noch größeres Lügenkonstrukt.

    Und: Psychopathen sind nicht selten stolz auf ihre Fähigkeit, andere an der Nase herumführen zu können. Allerdings müssen Sie ihnen erst einmal auf die Schliche kommen. Denn viele Psychopathen sind überdurchschnittlich intelligent und daher in der Lage zu planen, zu antizipieren, sich akribisch vorzubereiten.

  • Er hat sich nicht unter Kontrolle

    Psychopathen sind aber impulsiv. Mit der Abwägung von Vor- und Nachteilen verschwenden sie nur ungern Zeit – stattdessen handeln sie. Damit ist häufig das Ziel verbunden, Bedürfnisse unmittelbar zu befriedigen, eine sofortige Belohnung zu erhalten. Sie kündigen von jetzt auf gleich, stoßen andere vor den Kopf. Und: Sie reagieren oft völlig ungehemmt auf Provokationen und Beleidigungen.

  • Er manipuliert andere

    Psychopathen sind in der Lage, andere Menschen emotional zu manipulieren. Sie spielen den Kümmerer, Versteher, Rückenfreihalter, scheren sich in Wahrheit aber keinen Deut um Ihre Probleme. Beliebte Tricks können sein (allerdings nicht nur von Psychopathen): Sie bitten Sie im Büro um einen Gefallen, allerdings auf privater Ebene.

    Konsequenz: Wer auf der persönlichen Ebene abgeholt wird, ist dem anderen gegenüber deutlich empfänglicher und wohlgesonnener, als wenn es sich „nur“ um einen beruflichen Gefallen handelt.

    Zweiter Trick: Sie imitieren Ihre Körpersprache: Auch das ist ein Mittel, um sich die Sympathien des Gegenübers zu sichern. Noch ein Trick: Sie jagen Leuten Angst ein – um ihnen im Anschluss das Gegenmittel zu verkaufen. Nach dem Motto: „Der Chef wird furchtbar sauer sein. Überlass‘ das mir, ich kriege das schon wieder hin.“

  • Er braucht den Nervenkitzel wie die Luft zum Atmen

    Psychopathen suchen den Thrill. Manchmal, um ein konkretes Ziel zu erreichen. Manchmal aber auch nur um des Nervenkitzels wegen. Sie sind schnell gelangweilt und daher kaum in der Lage, Routinetätigkeiten auszuüben oder sich für eine längere Zeit zu konzentrieren.

    Eine Gefängnisinsassin antwortete Robert Hare auf die Frage, ob sie gefährliche Dinge nur zum Spaß tue: Oh ja, und ob! Am aufregendsten ist es, mit Drogen durch einen Flughafen zu spazieren. Mein Gott, was für ein irres Gefühl!

  • Er ist übertrieben arrogant

    Arroganz äußert sich nicht nur in der Ignoranz gegenüber Regeln, sondern zeigt sich auch in offener Selbstgefälligkeit oder gestelztem Auftreten. Das übersteigerte Selbstbewusstsein wird dabei besonders gerne auch anderen unter die Nase gerieben, indem man demonstriert, dass man sich für etwas Besseres hält.

    Außerdem problematisch: Arroganz verstärkt sich selbst, so lange man erfolgreich ist, gute Erfahrungen mit ihr macht. Und als CEO oder Top-Manager kann man sich Arroganz nun einmal leisten – vielleicht ein Grund, warum in den höheren Wirtschaftsetagen die Psychopathendichte (angeblich) höher ist.

  • Er setzt sich unrealistische Ziele

    Psychopathen schwelgen in großen Visionen über ihre Zukunft. Wie sie sie erreichen, davon machen sie sich hingegen keine Vorstellungen. Ein Insasse, den Hare betreute, wollte zum Beispiel – ungeachtet jeglicher beruflicher Anforderungen – Immobilientycoon werden. Ein anderer plante, ein Buch über sich zu schreiben und rechnete vorab schon die Summe aus, die er damit verdienen würde.

  • Er ist narzisstisch veranlagt

    Ein überhöhtes Selbstbild und ein übergroßes Anspruchsdenken zeichnet Psychopathen aus. Nur sie selbst sind das Zentrum des Universums.

    Eine Testperson sagte Hare: Ich befolge keine Gesetze. Ich folge nur meinen eigenen Gesetzen. Meine eigenen Regeln breche ich niemals.

  • Er pflegt einen parasitären Lebensstil

    Psychopathen halten sich für die Könige der Welt, bedienen sich aber schamlos der Ressourcen anderer. Sei es auf illegale oder auf legale, dafür aber unmoralische Art und Weise. Wenn ein Psychopath etwas will, wird er immer nach einem Weg suchen, es zu bekommen.

Ein weiteres Indiz kann der sogenannte E-Test liefern. Im Video erklären wir, wie dieser funktioniert.

Erkennen Sie Ihren Kollegen oder Chef in den genannten Punkten ansatzweise wieder? Wenn Ihr psychopathischer Chef Ihnen das Leben auf der Arbeit dauerhaft zur Hölle macht, hilft oft nur eins: die Kündigung. Allerdings: Eines der Symptome macht noch keinen Psychopathen – die Summe macht’s. Je mehr davon und je ausgeprägter diese zutreffen, desto eher sollten Sie alarmiert sein.

Berühmte Psychopathen: Erfolg und Misserfolg

Psychopathie im JobDa Psychopathen besonders erfolgreich sein können, haben es einige schon zu großer Bekanntheit geschafft. Der Psychologe Kevin Dutton nennt gleich eine ganze Reihe von berühmten Persönlichkeiten, die er zu Psychopathen zählt:

  • Steve Jobs

    Der verstorbene Apple-Chef habe einige psychopathischer Merkmale aufgewiesen, darunter magisches Charisma, aber gleichzeitig auch unbekümmerte Rücksichtslosigkeit.

  • Dominique Strauss Kahn

    Ehemals geschäftsführende Direktor des Internationalen Währungsfonds, beendete seine Karriere durch diverse justiziable Skandale. Sowohl die Merkmale Impulsivität, geringe Verhaltenssteuerung als auch promiskuitives Sexualverhalten passen in die Checkliste nach Hare.

  • Richard Fuld

    Der ehemalige Chef von Lehman Brothers. Fuld war der Prototyp eines erfolgreichen Psychopathen: skrupellos, selbstherrlich – und verantwortlich für einen 600-Milliarden-Dollar-Bankrott.

  • Neil Armstrong

    Auch der erste Mensch auf dem Mond soll das Paradebeispiel eines Psychopathen gewesen sein. Armstrong war stets eiskalt und fokussiert. Was noch viel überraschender erscheint: Als er den Mond betrat, soll laut Kontrollzentrum in Houston kein erhöhter Herzschlag feststellbar gewesen sein.

Auch wenn in dieser Aufzählung nur Männer auftauchen, sind Frauen nicht weniger häufig unter Psychopathen vertreten. Allerdings sind Sie zum einen nicht so gut erforscht, zum anderen sind die Instrumente zur Erforschung vor allem auf Männer zugeschnitten.

Kernsymptome wie eine geringe Hemmung und emotionale Distanziertheit teilen sie mit Männern. Im Gegensatz zu ihnen zeigen sie allerdings weniger aggressives Verhalten. Ursächlich dafür wird unter anderem die unterschiedliche Hirnstruktur von Männern und Frauen gesehen, aber auch hormonelle Unterschiede wie beispielsweise die Testosteronkonzentration.

Tipps, wie Sie mit Psychopathen umgehen

Gerade im Beruf kann man sich kaum davor schützen, es früher oder später mit einem Psychopathen zu tun zu haben.

Bei mehreren Jobwechseln im Laufe der Karriere erhöht sich die Wahrscheinlichkeit noch weiter, dass einer der vielen Kollegen oder sogar der Chef psychopathische Züge und Eigenschaften aufweist. Und dann?

Das Beste wäre sicherlich, den Kontakt vollkommen zu vermeiden, sich gar nicht erst in das hinterhältige und durchtriebene Spiel des Psychopathen hineinziehen zu lassen und seiner Wege zu gehen.

Im Privatleben, wo man sich frei aussuchen kann, mit wem man sich umgibt und wem man die eigene Zeit schenken möchte, kein großes Problem. Doch im Job? Hier hat man nur bedingt Einfluss darauf, wer im Nachbarbüro oder gar im Chefsessel sitzt. In extremen Fällen, in denen die Zusammenarbeit sich stark auf Ihre Zufriedenheit auswirkt, kann ein Jobwechsel helfen. Damit kann man einen Schlussstrich ziehen und neu anfangen.

Leider bleibt die Gefahr, dass man sich im neuen Job in einer ähnlichen Situation wiederfindet und es erneut mit einem Psychopathen zu tun hat. Am besten sollten Sie daher lernen, mit Psychopathen umzugehen – selbst dann, wenn Sie diese nicht aus Ihrem Umfeld verbannen können. Wir haben einige Tipps, die Ihnen dabei helfen können:

  • Halten Sie Abstand

    Sie können vielleicht nicht dafür sorgen, dass der Kontakt gänzlich endet, Sie haben aber sehr wohl Einfluss darauf, wie intensiv dieser ist und in welcher Form er stattfindet. Sorgen Sie für den größtmöglichen Abstand, lassen Sie den Kontakt nur dann zu, wenn es unbedingt erforderlich ist und setzen Sie dabei möglichst auf Telefonate oder noch besser E-Mails.

    Je weniger Sie sich mit dem Psychopathen herumschlagen müssen, desto besser für Sie und Ihre allgemeine Zufriedenheit. Zusätzlich gilt: Wenn Sie hauptsächlich schriftlich kommunizieren, haben Sie hinterher Belege und Beispiele für das Verhalten des anderen.

  • Zeigen Sie keine Schwäche

    Psychopathen konzentrieren sich auf die Schwächen anderer, nutzen diese aus und suchen dadurch den eigenen Vorteil auf Kosten anderer. Indem Sie dem Psychopathen gegenüber keine Schwächen offenbaren, bieten Sie eine geringere Angriffsfläche und machen es dem anderen schwer.

    Im Beruf gelingt dies am ehesten durch gute Leistungen, aber auch, indem Sie mögliche Kritik und Fragen nicht gegenüber dem Psychopathen äußern. Anfangs wird dieser sicherlich Verständnis zeigen, doch irgendwann nutzt er dieses Wissen gegen Sie aus.

  • Geben Sie sich nicht die Schuld

    Psychopathen sind gut darin, nicht nur das Handeln, sondern auch das Denken anderer zu manipulieren und zu eigenen Gunsten zu verdrehen. Besonders wichtig ist es daher, dass Sie die Schuld nicht bei sich selbst suchen. Sie haben niemanden dazu aufgefordert, Sie auszunutzen, Lügen zu verbreiten oder hinter Ihrem Rücken Intrigen zu schmieden.

    Auch ist es nicht automatisch ein Zeichen von schlechter Menschenkenntnis. Psychopathen sind gerissen und leider oft Meister in ihrem Bereich. Es bringt nichts, wenn Sie sich selbst schlecht machen.

  • Bleiben Sie nicht allein

    Leiden Sie unter einem Psychopathen im Büro, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es anderen ganz genauso geht. Versuchen Sie das Thema anzusprechen und Verbündete zu suchen. Gemeinsam lässt sich die Situation nicht nur besser ertragen, es ist auch erfolgsversprechender, wenn Sie etwas unternehmen wollen.

    Sie können sich auch an die Personalabteilung oder falls vorhanden den Betriebsrat wenden. Schildern Sie die Problematik, am besten mit konkreten Beispielen und erläutern Sie, wie das Verhalten Sie bei Ihrer Arbeit stört.

Selfie-Manie entlarvt Narzissten und Psychopathen

Natürlich hat man das irgendwie geahnt, aber jetzt ist es eben amtlich: Wer häufig Selfies von sich in sozialen Netzwerken postet – und zwar mehr als der Durchschnitt -, ist höchstwahrscheinlich narzisstisch veranlagt. Zumindest gilt dies für Männer.

Verglichen mit dem Durchschnitt wiesen viele dieser Selbstdarsteller antisoziale Charakterzüge auf und seien tendenziell psychopathisch veranlagt, sagt Jesse Fox, Dozentin für Kommunikation an der Ohio State Universität und verantwortlich für die Studie.

Rund 800 Männer im Alter von 18 bis 40 Jahren nahmen an der Studie der Ohio State Universität teil. Die Forscher interessierte dabei unter anderem:

  • Welche Bilder sie in sozialen Netzwerken veröffentlichen.
  • Wie oft sie dabei Selfies inszenieren und posten.
  • Und ob sie diese zusätzlich vorher bearbeiten – etwa mit Filtern.

Bemerkenswert daran: Die Wissenschaftler bemerkten zudem einen Unterschied zwischen Narzissmus und Psychopathie: Männer mit psychopathischen Zügen neigten (im Gegensatz zu Narzissten) weniger dazu, ihre Bilder vor dem Absenden zu optimieren. „Impulsivität ist typisch für Psychopathen“, sagt Jesse Fox. „Diese Menschen wollen sich selbst sehen, aber sie wollen keine Zeit damit verbringen, die Bilder zu bearbeiten.“

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[Bildnachweis: Ollyy by Shutterstock.com]
23. August 2019 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.


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