Schwierige Chefs: So gehen Sie mit ihnen um

Wenn schwierige Chefs im Unternehmen das Sagen haben, hat das Auswirkungen auf die gesamte Belegschaft. Die Stimmung sinkt und mit ihr die Freude an der Arbeit. Das wirkt sich natürlich auch auf die Motivation und Produktivität der Mitarbeiter aus. Aber nicht nur das, Mitarbeiter, die unter einem schlechten Chef zu leiden haben, melden sich auch häufiger krank. Kurz gesagt, schwierige Chefs sind nicht nur ein Ärgernis für die Mitarbeiter, sie schaden auch dem Umsatz im Unternehmen…

Schwierige Chefs: So gehen Sie mit ihnen um

Schwierige Chefs: Diese Eigenschaften haben sie

Schwierige Chefs: Diese Eigenschaften haben sieObwohl die meisten Arbeitnehmer schnell erkennen, ob ihr Vorgesetzter in die Kategorie schwierige Chefs und damit Nieten in Nadelstreifen gehört, teilen sich die meisten Exemplare dieser Art bestimmte Eigenschaften, die es noch einfacher macht, sie zu identifizieren. Dazu gehören die folgenden:

  • Keine freundlichen Worte

    Eine vertrauensvolle und wertschätzende Unternehmenskultur ist nichts, womit sich schwierige Chefs anfreunden könnten. Im Gegenteil, schlecht gelaunt und mürrisch tauchen sie morgens im Büro auf und lassen ihre Laune an ihren Mitarbeitern aus.

    Im Gegenzug verlangen sie von diesen aber, dass sie sie zuvorkommend und mit größter Wertschätzung behandeln. Ein deutlicher Widerspruch!

  • Kein Vertrauen schenken

    Schwierige Chefs trauen ihren Mitarbeitern nichts zu. Statt sie eigenverantwortlich handeln zu lassen, überwachen sie jeden Schritt bis ins kleinste Detail und geben haargenaue Anweisungen, die peinlich genau befolgt werden müssen. Schließlich weiß Niemand im Unternehmen besser, wie man Dinge anpackt, als der Chef selbst – denkt er zumindest.

  • Keine Fehler eingestehen

    Klappt etwas nicht so wie erwartet, muss schnell ein Sündenbock her. Schließlich können sich schwierige Chefs nicht vorstellen, dass Sie etwas falsch gemacht haben könnten. Fehler machen immer nur die Anderen. Daher muss in dieser Situation schnell jemand her, dem sie den schwarzen Peter zuschieben können. Meist trifft es die Mitarbeiter, die ohnehin nicht mit dem besten Selbstbewusstsein ausgestattet sind – mit ihnen kann man es ja machen.

  • Kein Zuhören

    Wer derart von sich selbst überzeugt ist, wie es die meisten schwierigen Chefs von sich sind, der wird keine andere Meinung neben sich dulden. Vorschläge der Mitarbeiter, selbst wenn sie nützlich für das Unternehmen sind, werden abgebügelt.

    Eine Mitbestimmung ist nicht erwünscht. Die Mitarbeiter schlechter Chefs sind ausschließlich dazu da, die Anweisungen ihres Oberhauptes zu befolgen – und zwar wortwörtlich und pronto.

Machen schwierige Chefs krank?

Machen schwierige Chefs krank?Ob schwierige Chefs ihre Mitarbeiter krank machen, lässt sich pauschal nicht sagen. Es zeigt sich jedoch etwas anderes ganz deutlich: Mitarbeiter, die sich von ihren Vorgesetzten nicht gut behandelt und kaum wertgeschätzt fühlen, sind in der Tendenz häufiger krank als diejenigen Mitarbeiter, die einen tollen Chef haben.

Könnte natürlich sein, dass die schlecht behandelten Mitarbeiter nicht ganz so krank sind, dass sie Zuhause bleiben müssten, ihr Unwohlsein als willkommenen Anlass nehmen, nicht in die Firma zu gehen – und damit auch den Chef nicht sehen zu müssen.

Mitarbeiter, die zugeben, schwierige Chefs zu haben, leiden in der Mehrzahl unter Erschöpfung und Rückenschmerzen. Krankheiten, die häufig psychisch bedingt sind und deren zugrundeliegende, wahre Ursache sich schwierig erforschen lässt. Auf den Krankmeldungen von Personen, die dagegen gute Chefs haben, kommen diese Erkrankungen seltener vor.

Wenn schwierige Chefs auch nicht unmittelbar dafür verantwortlich sind, dass ihre Mitarbeiter krank werden, so haben sie doch einen immensen Einfluss auf das Betriebsklima und das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter – und damit letztlich auch auf die Zahl der Krankmeldungen.

Schlechte Chefs: So kommen Sie mit ihnen aus

Wenn Sie nicht sofort das Unternehmen verlassen möchten, wenn ein schlechter Vorgesetzter in die Abteilung gesetzt wird, müssen Sie sich wohl oder übel mit ihm oder ihr arrangieren. Auch wenn es etwas Überwindung kostet, ist es einen Versuch wert. Probieren Sie unsere Tipps mal aus:

  • Wie ist die aktuelle Situation?

    Welche Dinge sind Ihrem Chef oder Vorgesetzten besonders wichtig? Gibt es zum Beispiel bestimmte Abläufe im Unternehmen, die immer eingehalten werden müssen oder lässt er seinen Mitarbeitern zumindest zum Teil freie Hand, solange die Arbeit erledigt wird?

    Gehört er eher zu den Menschen, die möglichst alle Mitarbeiter gleichermaßen von ihrer Idee begeistern müssen oder macht es ihm nichts aus, seine Vorstellungen gegen die Mehrzahl der Belegschaft durchzusetzen? Und wie sind seine Vorstellungen ausgestaltet? Muss alles bis ins kleinste Detail geplant sein oder verteilt er einzelne Arbeitsschritte an Mitarbeiter, die seine Vorgaben umsetzen müssen?

  • Wie kommt er zu einem Entschluss?

    Trifft Ihr Vorgesetzter Entscheidungen aus dem Bauch heraus oder muss vorher eine gut durchdachte, nachvollziehbare Analyse gelaufen sein? Ist er generell eher entscheidungsfreudig oder zögert er bis er zu einem Entschluss kommt

  • Wie beschafft er sich Informationen?

    Verlässt er sich auf die Meinung einiger weniger Mitarbeiter, die zu seinem Kreis engerer Vertrauter gehören oder lässt er sich von der Meinung anderer kaum beeinflussen und sucht lieber selbst nach aussagekräftigen Informationen zum Beispiel in Studien, Veröffentlichungen oder Berichten?

  • Welche Aufgaben gibt er an Mitarbeiter ab?

    Können Sie eine Tendenz erkennen, welche Aufgaben Ihr Vorgesetzter bereit ist abzugeben? Es könnte auch sein, dass er nicht viel davon hält, Mitarbeiter selbstständig arbeiten zu lassen und lieber jeden kleinen Schritt im Voraus plant.

    Dieses Mikromanagement wird von vielen Arbeitnehmern als störend empfunden und hindert sie in ihrer Produktivität. Auch das könnte ein Grund dafür sein, dass Sie Ihren Vorgesetzten der Kategorie schwierige Chefs zuordnen.

So weit, so gut. Nun haben Sie einen Fahrplan, wie Sie Ihren Chef besser einschätzen können. Aber um mit einem wirklich schwierigen Chef gut zusammenarbeiten zu können, benötigen Sie noch mehr. Schließlich hört das Projekt nicht in der Vorbereitungsphase auf. Was also tun? Zum Beispiel Folgendes:

  • Bieten Sie Ihre Unterstützung an

    Dank der Analyse wissen Sie nun, worauf Ihr Chef wert legt und was ihm bei der Planung eines neuen Projektes (oder etwas ähnlichem) wichtig ist. Bieten Sie proaktiv an, ihn dabei zu unterstützen. Er wird sich dadurch geschmeichelt fühlen und Ihnen gewogener sein – soweit das möglich ist.

  • Verheimlichen Sie keine Informationen

    Obwohl Sie Ihre Unterstützung wenigstens zum Teil strategisch einsetzen, sollten Sie nicht den Fehler begehen und Ihren Vorgesetzten hintergehen.

    Spielen Sie mit offenen Karten und geben Sie Ihrem Vorgesetzten alle Informationen, die für das Projekt wichtig sind, ohne zu zögern weiter. Informationen zurückzuhalten, in der Aussicht darauf, sie zu einem späteren Zeitpunkt zu Ihrem Vorteil einsetzten zu können, geht meist nach hinten los.

    Wenn Sie sich entscheiden, auf diese Weise zu versuchen, das Arbeitsverhältnis zu einem Ihrer schwierigen Chefs zu verbessern, dann müssen Sie das konsequent tun.

    Sollte Ihr Vorgesetzter herausfinden, dass Sie ihn absichtlich falsch oder nur unzureichend informiert haben, ist nicht nur die ganze Vorarbeit zunichte gemacht, Sie werden so schnell kein gutes Verhältnis zu ihm aufbauen können – vielleicht sogar überhaupt nicht mehr. Es kommt aber noch schlimmer: Ihr Vorgesetzter wird den Vorfall sicherlich nicht für sich behalten – warum sollte er sich auch loyal Ihnen gegenüber verhalten?

    In der nächsten Mitarbeiterbeurteilung und vor allem im Gespräch mit den übrigen Führungskräften wird Ihr Verhalten mit Sicherheit zur Sprache kommen.

    Kurzum, wenn Sie nicht die Erfahrung machen möchten, in einem Unternehmen zu arbeiten, in dem schwierige Chefs das Sagen haben, sollten Sie offen und respektvoll mit Ihrem Vorgesetzten umgehen. Dieses Verhalten empfiehlt sich übrigens auch für Kollegen, die nicht der Führungsriege angehören.

[Bildnachweis: Dean Drobot by Shutterstock.com]
3. Februar 2019 Julia Sima Autorin Autor: Julia Sima

Julia-Eva Sima arbeitet als freie Journalistin und war mehrere Semester Dozentin an der Universität des Saarlandes. Danach wechselte sie in die Personalbranche und arbeitete unter anderem als Headhunter.

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