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Mitmenschen beeinflussen: Vor- & Nachteile + 11 Methoden

Es gibt viele Gründe, warum Sie Ihre Mitmenschen beeinflussen wollen. Oft geht es dabei um individuelle Ziele, manchmal auch um das Wohl der Gemeinschaft. Aber geht das überhaupt: Kann ich mein Umfeld manipulieren? Ja – mit zahlreichen psychologischen Tricks und Methoden, mit denen Sie vielleicht selbst schon beeinflusst werden. Ein Überblick: Wie sich Mitmenschen beeinflussen lassen – und welche Vor- und Nachteile das hat…



Mitmenschen beeinflussen: Vor- & Nachteile + 11 Methoden

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Mitmenschen beeinflussen: Was sind die Absichten?

Mitmenschen beeinflussen heißt, das Verhalten anderer Menschen zu steuern und ein gewünschtes Handeln oder eine erhoffte Entscheidung herbeizuführen. Böse ausgedrückt ist es Manipulation, um zu bekommen, was Sie wollen. Das umfasst alle gezielten Versuche, das eigene Umfeld zu steuern und Einfluss zu nehmen.

Nicht immer sind die Motive dabei egoistisch. Manchmal beeinflussen wir beispielsweise Kollegen, um das beste Ergebnis im Team zu erzielen. Oder wir wollen, dass jemand auf seine Gesundheit achtet und mehr Sport macht. Hier beeinflussen wir mit guten Absichten. Auch findet Beeinflussung statt, wenn wir es gar nicht beabsichtigen. Alles, was wir sagen und tun – oder auch nicht tun – zählt zur Kommunikation und führt zu einer Reaktion bei unserem Gegenüber.

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Vor- und Nachteile, wenn Sie Mitmenschen beeinflussen

Bei der Manipulation des Umfelds sehen die meisten Menschen nur den eigenen Vorteil. Die anderen tun, was man selbst möchte – klingt verlockend. Doch das klappt längst nicht immer. Wenn Sie Ihre Mitmenschen beeinflussen, kann das zwar Vor-, aber auch einige Nachteile haben:

Vorteile

  • Eigene Ziele
    Der größte Vorteil: Wenn Sie Mitmenschen beeinflussen, erreichen Sie Ihre eigenen Ziele. Ob in einer Diskussion oder einer Verhandlung – durch manipulative Techniken erreichen Sie eher, was Sie wollen.
  • Weniger Anfälligkeit
    Wer Mitmenschen beeinflusst, wird selbst seltener zum Opfer von Manipulationstechniken. Die Versuche sind Ihnen aus dem eigenen Verhalten bekannt und Sie können entsprechend darauf reagieren.
  • Mehr Autorität
    Durch Manipulation haben Sie mehr Autorität, obwohl Ihre Position diese gar nicht beinhaltet. Sie können etwa Kollegen beeinflussen, obwohl Sie keine Weisungsbefugnisse haben. Beeinflussung vermittelt eine gewisse Macht.

Nachteile

  • Mögliche Konflikte
    Niemand lässt sich gerne beeinflussen. Bemerkt Ihr Gesprächspartner den Versuch, kommt es zu Konflikten und Streit. Schließlich möchte sich niemand für die Ziele anderer ausnutzen lassen oder zur Marionette werden.
  • Falsches Ergebnis
    Sie sind vielleicht davon überzeugt, doch nicht immer wissen Sie, was das Beste ist. Ihre Idee ist nicht zwangsläufig die beste, Ihre Meinung nicht immer richtig… So kann die Beeinflussung anderer zu einem insgesamt schlechteren Ergebnis führen.
  • Schlechter Umgang
    Der zwischenmenschliche Kontakt verkümmert, wenn jeder nur noch manipuliert. Irgendwann geht es nur noch darum, wer den anderen besser beeinflusst. Ehrlichkeit und ein aufrichtiger Umgang miteinander werden zur Ausnahme.
  • Größere Rücksichtslosigkeit
    Haben Sie einmal angefangen, ist es schwer, mit der Beeinflussung wieder aufzuhören. Gerade wenn es anfangs funktioniert hat und Sie Ihre Ziele erreichen. Sie fühlen sich bestätigt und werden immer rücksichtsloser. Der Eigennutz steigt, Sie denken nur noch an sich selbst und akzeptieren sogar, Ihrem Umfeld für den eigenen Vorteil zu schaden.
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Mitmenschen beeinflussen: 11 Methoden und psychologische Tricks

Sie wollen Ihre Mitmenschen beeinflussen? Unabhängig von Ihrer Motivation steht Ihnen dabei ein Füllhorn an Methoden zur Verfügung. Wir stellen 10 Techniken vor und zeigen, wie diese das Umfeld manipulieren. Sie können sich mit dem Wissen aber auch vor den Manipulationsversuchen anderer schützen!

1. Verbreiten Sie Angst

Wer Angst vor etwas hat, wird genau das wahrscheinlich nicht tun. Wollen Sie ein bestimmtes Verhalten erzwingen, müssen Sie dem Betroffenen nur gezielt Angst vor den Alternativen machen. Schildern Sie die Worst-Case-Szenarien und machen Sie deutlich, wie leicht dabei alles schiefgehen kann.

Beispiel: „Du willst wirklich so kurz vor Feierabend noch den Chef stören? Kollege Müller hat gestern eine ordentliche Standpauke dafür bekommen.“

2. Übertreiben Sie die Bedeutung

Die Übertreibung ist die häufigste Technik zur Beeinflussung. Je größer Sie die Bedeutung eines Themas aufblähen, desto eher passen andere sich an – so als ginge es um Leben und Tod. Die Botschaft dahinter: „Wir müssen es genau so machen, wie ich sage – sonst kommt es zur Katastrophe!“ Ein solch emotionaler Appell lässt kaum jemanden kalt. Durch die Empathie wird Ihren Wünschen entsprochen.

Beispiel: „Ich muss dringend mit meinem Sohn zum Arzt, ihm geht es schon seit drei Tagen nicht gut und ich mache mir wirklich Sorgen. Kannst du die Schicht für mich machen? Dann gehe ich sofort in die Notfallsprechstunde.“

3. Verbreiten Sie falsche Informationen

Es ist heimtückisch, in hohem Maße manipulativ, aber gleichzeitig sehr effektiv. Durch falsche (oder weggelassene) Informationen können Sie Mitmenschen beeinflussen und fast alles erreichen, was Sie sich vorgenommen haben. Gerade wenn für Ihre Gesprächspartner in der Situation nicht nachprüfbar ist, was Sie erzählen, zeigt diese Technik ihre volle Wirkung.

Beispiel: „Beim letzten Projekt hat der Chef ausdrücklich gesagt, dass wir es dieses Mal anders machen sollen. Wenn wir jetzt wieder so vorgehen, fliegt uns das beim nächsten Meeting um die Ohren.“

4. Wiederholen Sie etwas möglichst oft

Es zeigt keine sofortigen Ergebnisse, doch können Sie durch regelmäßige Wiederholung Ihre Mitmenschen beeinflussen. Dahinter steht ein psychologischer Wahrnehmungsfehler, der sogenannte Mere-Exposure-Effekt. Je häufiger wir etwas sehen oder hören, desto eher stimmen wir zu und bewerten es positiv.

Beispiel: „Wie ich gestern und letzte Woche schon gesagt habe, sollten wir…“

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5. Beginnen Sie mit einer übertriebenen Forderung

Ein psychologischer Trick, um zu bekommen, was Sie wollen: Starten Sie mit einer viel zu großen und fast schon absurden Forderung. Natürlich wird Ihr Gegenüber ablehnen – das ist aber eingeplant. Ihren wirklichen Wunsch äußern Sie erst im nächsten Schritt. Motto: „Okay, das verstehe ich. Könntest du stattdessen vielleicht…“ Nach der überzogenen Forderung fühlt sich die zweite Frage gleich viel annehmbarer an.

Beispiel: „Kannst du das Projekt übernehmen, das übermorgen fertig sein muss? Nein? Hm, könntest du dann die Präsentation für den Kunden nächste Woche fertigstellen?“

6. Nutzen Sie Komplimente und Schmeichelei

Für Komplimente ist jeder empfänglich. Sie schmeicheln dem Ego und versetzen sofort in gute Stimmung. Außerdem neigen Menschen dazu, andere zu mögen und sympathisch zu finden, wenn sie ein Kompliment erhalten. Beste Voraussetzungen zur Beeinflussung.

Beispiel: „Wir haben in diesem Bereich niemand besseren als dich. Könntest du dir das heute vielleicht noch ansehen, damit alles seine Richtigkeit hat?“

7. Gehen Sie mit gutem Beispiel voran

Eine positive Art der Beeinflussung ist die Vorbildfunktion. Der Mensch ist ein soziales Wesen. Wir orientieren uns am Verhalten unseres direkten Umfelds und wollen dazu gehören. Heißt: Wollen Sie ein bestimmtes Verhalten fördern, sollten Sie als Vorbild vorangehen. Demonstrieren Sie diesen Soll-Zustand immer wieder und andere werden es Ihnen gleichtun.

Beispiel: „Ab heute räume ich jeden Abend meinen Schreibtisch auf, bevor ich das Büro verlasse.“

8. Zeigen Sie sich hilfsbereit

Hilfsbereitschaft ist eine wichtige soziale Eigenschaft, doch kann sie auch manipulativ sein. Anderen zu helfen, ist nicht immer altruistisch, sondern mit Hintergedanken verbunden. Wenn Sie anderen helfen – selbst wenn es nur Kleinigkeiten sind – stehen diese in Ihrer Schuld und haben ein schlechtes Gewissen. Äußern Sie dann eine Forderung oder haben ein Problem, fühlen Ihre Mitmenschen sich verpflichtet, ebenfalls zu helfen.

Beispiel: „Kannst du mir nächstes Wochenende beim Umzug helfen? Schließlich habe ich dich letztens nach Hause gefahren.“

9. Nehmen Sie die Entscheidung vorweg

Sie können nicht nur eine Entscheidung beeinflussen, sondern diese auch völlig überspringen. Durch eine vorweggenommene Entscheidung tun Sie so, als wäre die Wahl bereits getroffen. Sie stellen Ihr Gegenüber vor vollendete Tatsachen und springen stattdessen gleich zu einer weiteren Entscheidung, die Sie dem anderen überlassen.

Beispiel: „Wenn wir uns nächsten Mittwoch treffen, wollen wir dann Pizza essen oder lieber asiatisch?“

10. Bitten Sie um einen Gefallen

Andere um einen Gefallen zu bitten, erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass diese auch im Anschluss zu weiterem Entgegenkommen bereit sind. Dahinter steht ein psychologisches Phänomen, das als Benjamin-Franklin-Effekt bekannt ist. Grund ist die kognitive Dissonanz. Das eigene Verhalten wird mit Sympathie gerechtfertigt und so werden weitere Nettigkeiten gewährt.

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Beispiel: „Tust du mir einen Gefallen und bringst mir Kaffee aus der Maschine mit? Danke! Ich wollte dich übrigens noch fragen, ob du mir bei dieser Aufgabe helfen kannst…“

11. Zeigen Sie nur schlechte Alternativen

Sie können andere ruhig entscheiden lassen, solange Sie selbst die Alternativen bestimmen. Dabei haben Sie gleich zwei Möglichkeiten: Entweder präsentieren Sie nur Optionen, mit denen Sie einverstanden sind – es gibt für Sie kein schlechtes Ergebnis. Oder Sie zeigen die Möglichkeit, die Sie selbst wollen und dazu nur schlechte Alternativen. Diese weiteren Wahlmöglichkeiten suggerieren den Schein einer freien Entscheidung. Ihr Gegenüber freut sich, dass er wählen darf – in Wahrheit haben Sie längst alles festgelegt.

Beispiel: „Wir können diese Wohnung für 850 Euro nehmen – sogar in einer schöner Gegend. Eine andere Option ist dieses Apartment für 1.750 Euro. Oder wir bleiben weiter hier wohnen, haben aber das Problem mit dem Schimmel im Bad.“


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[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

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