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Psychoeffekte: Diese sollten Sie kennen

Den „Jojo-Effekt“ und „Placebo-Effekt“ kennen Sie. Aber haben Sie schon mal vom „Streisand-Effekt“ gehört? Vom „Bystander-Effekt“ oder „Halo-Effekt“? Es gibt viele Psychoeffekte, deren Namen niemand kennt, die uns aber jeden Tag enorm beeinflussen. Höchste Zeit, dass Sie diese Alltagsphänomene aus Psychologie oder Soziologie kennenlernen! In diesem Artikel finden Sie eine Übersicht der wichtigsten Psychoeffekt in Job und Alltag – viele Aha-Effekte garantiert!



Psychoeffekte: Diese sollten Sie kennen

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Wichtige Psychoeffekte, die Sie kennen sollten

Die folgenden Psychoeffekte und Phänomene sollten Sie kennen. In alphabetischer Reihenfolge:

PS: Eine Übersicht vieler weiterer Psychoeffekte, die wir ausführlich und einfach erklärt haben, finden Sie HIER.

Aha-Effekt

Der Aha-Effekt (auch: Heureka-Erlebnis) beschreibt den Augenblick, wenn man nach langem Grübeln eine Sache schließlich versteht oder die Lösung des Problems erkennt.

Ankereffekt

Der Ankereffekt ist eine Art Wahrnehmungsstörung. Um den Wert einer Sache bemessen zu können, sucht unser Gehirn nach Vergleichswerten. Findet es diese nicht, reicht ihm zur Not auch eine völlig aus der Luft gegriffene Zahl als Bezugspunkt. Dass das so ist, bewiesen die Psychologen Clayton R. Critcher und Thomas Gilovich: Gäste eines Restaurants mit dem Namen „Studio 97“ gaben darin durchschnittlich 8 Dollar mehr aus als die Gäste des Restaurants namens „Studio 17“.

Anker Effekt Psychologie Wirkung Grafik

Arschloch-Effekt

Der Arschloch-Effekt beschreibt eine negative Veränderung des eigenen Verhaltens und Charakters. Kurz: Negative Erwartungen machen uns selbst egoistischer. Entdeckt haben den Arschloch-Effekt der Sozialökonom Michael Kurschilgen bei Studien am Max-Planck-Instituts in Bonn.

Assimilationseffekt

Der Assimilationseffekt (auch: Angleichungseffekt oder Reflected-Glory-Effect) kommt aus dem Marketing und entsteht dann, wenn jemand ein Produkt besser bewertet, weil es mit einem (positiv besetzten) Produkt zusammen vermarktet wird, das sogenannte Co-Branding. Zum Beispiel: Nach dem iPod kommt das iPhone. Der Effekt funktioniert ebenso bei Personen in Form eines Imagetransfers. Deswegen lassen sich Politiker in Wahljahren auch so gerne zusammen mit Gewinnern und anderen Sympathen ablichten.

Backfire-Effekt

Der Backfire-Effekt bezeichnet das psychologische Phänomen, dass besonders vehemente Kritik und starker Widerspruch, die Meinung des Empfängers eher noch verfestigen. Egal, wie richtig und überzeugend die Fakten und Sachargumente sind: Die Ablehnung und Gegenwehr wird nur noch heftiger ausfallen. Das Ziel der Rückmeldung wird zum Bumerang: Der oder die Kritisierte ist danach noch mehr von der eigenen Meinung überzeugt.

Barnum-Effekt

Beim Barnum-Effekt (auch: Forer-Effekt) geht es darum, dass Menschen die Neigung haben, vage und allgemeingültige Aussagen über sie als zutreffende Beschreibung zu akzeptieren. Beispiel: Horoskope. Die Aussagen darin treffen meist auf jeden zu. Gefallen Sie uns aber, nehmen wir diese als Zukunftsvorhersage ernst.

Begründungs-Effekt

Den Begründungs-Effekt haben die beiden Psychologen Ellen Langer und Robert Cialdini entdeckt. Offenbar reagieren Menschen enorm auf Begründungen, beziehungsweise auf das Wort „weil“. Selbst wenn eine Begründung tautologisch und fadenscheinig ist, machen die Leute, was von ihnen zuvor verlangt wurde. Und jetzt lesen Sie bitte weiter, weil das gut für Sie ist.

Benjamin-Franklin-Effekt

Der Benjamin-Franklin-Effekt beschreibt ein psychologisches Phänomen, wonach wir Menschen sympathischer finden, denen wir einen Gefallen getan haben. Er geht tatsächlich auf den ehemaligen US-Präsidenten zurück. Benjamin Franklin nutzte die Methode angeblich regelmäßig, um Menschen zu gewinnen, die ihn (zunächst) nicht mochten.

Broken-Windows-Effekt

Den Broken-Windows-Effekt hat der Niederländer Kees Keizer zusammen mit Kollegen von der Universität von Groningen beschrieben. Grob gesagt bedeutet er: Wenn in einer Straße nur ein Haus mit ein paar zerborstenen Fensterscheiben steht, dann dauert es nicht lange, bis der ganze Wohnblock verfällt.

Bullwhip-Effekt

Der Bullwhip-Effekt (auch: Peitschenschlag-Effekt) gilt als zentrales Problem im Supply Chain Management. Er sagt: In solchen Lieferketten (Händler, Großhändler, Produzent, Lieferant) kann die Nachfrage auf den höheren Stufen der Lieferkette enorm schwanken, obwohl beim Händler die Produkte selbst kaum nachgefragt werden. Entdeckt wurde das in den 1950er-Jahren von Forrester, geprägt aber wurde der Begriff von Procter & Gamble, als man dort die Nachfrage nach Pampers-Windeln untersuchte.

Butterfly Effect

Der Butterfly Effect (oder „Schmetterlingseffekt„) ist eigentlich eine (unrealistische) Hypothese aus der Chaos-Theorie. Danach könne das Schlagen der Flügel eines einzigen Schmetterlings einen Wirbelsturm auf der anderen Seite des Globus auslösen.

Bystander-Effekt

Der Bystander-Effekt bedeutet: Bei jedem Notfall nimmt die Wahrscheinlichkeit, dass einem geholfen wird, mit steigender Anzahl der Umherstehenden ab. Untersucht haben das Sozialpsychologen Latané und Darley und formulierten dazu einen Fünf-Stufen-Prozess, den jeder Passant durchmacht, bevor er einem Unfallopfer hilft. Auf jeder dieser Stufen bilden andere Menschen ein zunehmendes Hindernis.

Clooney-Effekt

Der Clooney-Effekt geht auf den gleichnamigen Schauspieler George Clooney zurück. Seit der sich am Comer See eine Ferienvilla zugelegt hat, brummt auch der Immobilienmarkt am Lago Maggiore (was quasi um die Ecke ist). Auch die Häuser um Como wurden schlagartig teurer. Brad Pitt hat übrigens dort ebenfalls ein Feriendomizil.

Decoy-Effekt

Der Decoy-Effekt (auch: Köder-Effekt oder Täuschungseffekt) beschreibt das psychologisches Phänomen, mit dem sich Verbraucher bei ihren Kaufentscheidung manipulieren lassen. Einfach erklärt: Um den Preis für ein bestimmtes Angebot attraktiver zu machen, benötigen Sie ein Alternativangebot – den Köder (englisch: „decoy“). Dieser kann die sogenannte Conversion Rate für das gewünschte Produkt deutlich steigern.

Decoy Effekt Beispiel Psychologie Preis Manipulation

Depletion-Effekt

Der Depletion-Effekt (auch: Paradoxon der Prokrastination) beschreibt ein klassisches Phänomen, das viele Aufschieber kennen: Bei dem Versuch, es uns leichter zu machen, machen wir es uns tatsächlich schwerer. Wir sparen vielleicht JETZT etwas Energie und drücken uns vor der Verantwortung – aber das hat Konsequenzen. Es zehrt an unseren Ressourcen, weil wir hinterher umso härter nachholen müssen, was wir vorher aufgeschoben haben.

Diderot-Effekt

Der Diderot-Effekt beschreibt das Verhalten von Konsumenten, die nach einem ersten Kauf in kurzer zeitlicher Abfolge eine Reihe ergänzender Käufe tätigen. Eine Art Kaufzwang. Ursache für die Folgekäufe ist der Zwang, ein stimmiges Gesamtbild zu erzeugen. Bisher passte alles zusammen, mit der ersten Anschaffung kommt Unruhe in den Besitz. Was folgt, ist der Versuch, das Gleichgewicht durch weiteren Erwerb wieder herzustellen.

Dolce-Vita-Effekt

Der Dolce-Vita-Effekt beschreibt die Veränderung in der Persönlichkeit eines Menschen, die durch verschiedene Umstände und Rahmenbedingungen ausgelöst werden kann. Eine aktuelle Studie von Eva Asselmann und Jule Specht zeigt, dass der Dolce-Vita-Effekt besonders beim Start ins Berufsleben und dem Renteneintritt große Auswirkungen hat. Ursachen sind die unterschiedlichen Erwartungen, denen Menschen sich gegenübersehen.

Dominoeffekt

Als Dominoeffekt wird eine Kausalkette von Ereignissen bezeichnet, bei der jedes Ereignis zugleich Ursache für den folgenden Effekt ist und sich alle Effekte zusammen auf einen Ursprung zurückführen lassen. Der Begriff Domino stammt vom Lateinischen „dominus“ (= Herr) und bezeichnete ursprünglich den langen schwarzen Kapuzenmantel von Geistlichen im Winter.

Dunning-Kruger-Effekt

Der Dunning Kruger Effekt erklärt, warum manche Menschen ihre Fähigkeiten massiv überschätzen und blind für die eigene Inkompetenz werden. Bei dem Effekt handelt es sich um einen klassischen Wahrnehmungsfehler (Fachbegriff: Bias) oder kognitive Verzerrung. Benannt ist der Dunning-Kruger-Effekt nach den US-Psychologen David Dunning und Justin Kruger, die 1999 Studenten der Cornell Universität baten, ihre geistigen Kompetenzen einschätzten. Ergebnis: Die schlechten Studenten überschätzten sich regelmäßig, während sich die intelligenten eher unterschätzten (siehe auch: Overconfidence-Effekt).

Dunning Kruger Effekt Kurve Grafik

Dutch Admiral Paradigm

Das Dutch Admiral Paradigm ist eine Art Zitierkartell oder Reputationseffekt. So haben Wissenschaftler mehrfach beobachtet, dass gegenseitiges Loben Karrieren beflügeln kann. Seinen Namen bekam der Effekt durch zwei niederländische Kadetten, die sich, bevor sie in den Krieg zogen, gegenseitig schworen nur Gutes über die Taten des anderen zu berichten. Am Ende waren die beiden die jüngsten Admiräle der Niederlande.

Endowment-Effekt

Der Endowment-Effekt (auch: Besitztumseffekt) sagt: Was wir erstmal haben, geben wir nicht mehr her. Wir gewöhnen uns an den Besitz und entwickeln binnen Sekunden eine emotionale Bindung. Effekt: Die materielle Bedeutung steigt. Der Endowment-Effekt erklärt nicht nur, warum es Messies gibt, sondern auch wie leicht wir uns bei Kaufentscheidungen manipulieren lassen.

Fischteicheffekt

Hinter dem Fischteicheffekt (engl. „big fish little pond effect“) steckt das Gesetz der relativen Größe. Wir beurteilen uns selbst, unsere Stärken und Schwächen, relativ zu unserem Umfeld. Intelligenz, Erfolg, gutes Aussehen – all das ist nicht absolut, sondern relativ. Ein durchschnittlich intelligenter Mensch wirkt unter lauter Hochbegabten oder Genies nur noch mittelmäßig. Deshalb wählen viele lieber einen kleinen Teich, in dem sie der große Hecht sind, statt ein Thunfisch in einem Ozean voller Weißhaie und Killerwale zu sein.

Das Ganze funktioniert auch umgekehrt: Eine durchschnittlich gut aussehende Person sieht – umgeben von lauter Models – sofort attraktiver aus (siehe: Cheerleader-Effekt). Oder wie das Sprichwort sagt: „Unter den Blinden ist der einäugige König.“

Framingeffekt

Der Framingeffekt zeigt, wie das Umfeld oder die Art wie uns Informationen präsentiert werden, unsere Entscheidung beeinflusst. Bestes Beispiel: das halbvolle Glas. Je nachdem, ob es als „halbvoll“ oder „halbleer“ präsentiert wird, verbucht es das Gehirn als Gewinn oder Verlust. Anderes Beispiel: Konsumenten kaufen lieber Fleisch, das „zu 75 Prozent aus Magerfleisch“ besteht, als jenes, das „25 Prozent Fett“ enthält.

Goal-Gradient-Effekt

Je näher man dem Ziel kommt, desto mehr strengt man sich an. Freiwillig. Egal, wie sehr man sich vorher schon verausgabt hat; egal, wie viel Energiereserven schon verbraucht sind – auf dem letzten Meter macht keiner mehr schlapp. Aufgeben? Niemals! Da gibt jeder noch mal alles. Voilà, der Goal-Gradient-Effect! Sein gefährlicher Gegenspieler ist übrigens der Concorde Effekt.

Halo-Effekt

Der Halo-Effekt wurde von Edward Lee Thorndike entdeckt und beschreibt einen Wahrnehmungsfehler, bei eine einzelne, positive Eigenschaft einer Person so dominant wirkt, dass sie einen überstrahlenden Gesamteindruck erzeugt. Beispiel: Von einem attraktiven Menschen glauben wir automatisch, dass er oder sie auch freundlich und intelligent ist.

Der Gegenspieler zum Halo-Effekt ist der Horn-Effekt: Hierbei überstrahlt eine negative Eigenschaft alles andere. Beispiel: Wer besonders dick ist, wird vor allem über seinen Körperumfang wahrgenommen – und steht damit sofort im Generalverdacht maßlos, faul, willensschwach oder gar dumm zu sein.

Halo Horn Effekt Psychologie Beispiel Bewerbung

Hawthorne-Effekt

Der Hawthorne-Effekt geht auf ein Experiment um 1924 in den Hawthorne-Werken der Western Electric in Cicero, Illinois zurück. Die Forscher wollten wissen, ob verbesserte Lichtverhältnisse die Produktivität steigern können. Anfangs sah es danach aus, doch dann stellte sich heraus: Die Probanden arbeiteten nur besser, weil sie wussten, dass sie beobachtet werden. Der Effekt zeigt zugleich, dass Menschen eine erlernte Ansicht darüber haben, was ihre maximale Leistungskraft anbelangt und dass diese Grenze oft willkürlich gewählt ist. Man darf annehmen, dass die Hawthorne-Arbeiter schon unter Dämmerlicht ihr Bestes gaben. Aber jedes Mal, wenn die Forscher ein Experiment ankündigten, waren sie in der Lage, ihre Schaffenskraft zu steigern.

Honeymoon-Hangover-Effekt

Der neue Job beginnt meist zauberhaft: Alle sind nett, der Job ist toll. Es fühlt sich ein bisschen an, wie in den Flitterwochen. Daher der Name: Honeymoon-Hangover-Effekt. Doch nach und nach aber schwindet das schöne Gefühl. Gewöhnung und Alltag setzen ein. Die anfängliche Euphorie weicht Ernüchterung. Katerstimmung! Das ist der Hangover – der Frust und die Zweifel, die dem anfänglichen Hochgefühl folgen.
Dem Phänomen kamen die US-Wisenschaftler Wendy Boswell und John Boudreau in einer Studie mit mehreren hochrangigen US-Managern auf die Spur.

Ikarus-Effekt

Das Heimtückische an jeder Erfolgsserie ist: Sie macht blind und vernebelt den Geist. Viele meinen, es müsste immer so weitergehen – und stürzen ab. Der kanadische Wirtschaftswissenschaftler Danny Miller hat das Phänomen schon vor einigen Jahrzehnten untersucht und 1990 ein Buch über den Ikarus-Effekt veröffentlicht – angelehnt an die griechische Sagenfigur Ikarus. Der flog mit seinen selbstgebauten Flügeln so hoch, dass das Wachs darin schmolz und der Übermütige in den Tod stürzte.

Ikea-Effekt

Als IKEA-Effekt wird das Phänomen bezeichnet, bei dem wir Dinge unmittelbar wertvoller empfinden, wenn wir diese selber zusammengebaut haben. Durch die Eigenleistung entstehen mehr Wertschätzung und ein höherer (sentimentaler) Wert des Gegenstands.

Jesaja-Effekt

Der Jesaja-Effekt geht auf die biblischen Prophezeiungen des Propheten Jesaja zurück und bedeutet: Solche Weissagungen lenken unseren Blick auf die zukünftige Folgen unserer heutigen Handlungen. Dennoch können wir selber wählen, welches Schicksal uns widerfahren soll, indem wir in diesem Moment so oder so entscheiden.

Jetzt-ist-es-auch-egal-Effekt

Den Jetzt-ist-es-auch-egal-Effekt kennt jeder – etwa bei Abgabeterminen: Tage davor spüren alle, wie die Zeit knapper wird. Die Wahrscheinlichkeit, die Deadline einzuhalten, sinkt in dem Maß wie die Hysterie lauter wird. Am Ende kommt es, wie es kommen muss: Der Termin ist da, aber das Projekt nicht fertig. Je nach Dringlichkeit und Bedeutungsschwere bekommen alle im Team zuerst ein schlechtes Gewissen – oder einen kräftigen Einlauf vom Chef. Danach setzt der Jetzt-ist-es-auch-egal-Effekt ein.

JoJo-Effekt

Der JoJo-Effekt bezeichnet die unerwünschte und schnelle Gewichtszunahme nach einer Diät. Oft ist das neue Gewicht danach sogar höher als das Ausgangsgewicht.

Kennedy-Effekt

Der Kennedy-Effekt geht auf das gleichnamige Buch von Nikolaus B. Enkelmann zurück und beschreibt umgangssprachlich, wie man mit Charisma zu Macht und Einfluss gelangt.

Ketchup-Effekt

Typisch Ketchup-Effekt: Wir schütteln, klopfen, machen Druck – aber nichts passiert. Doch dann mit einem „Plopp“ ergießt sich die Tomatensoße in Fülle auf den Teller und die Klamotten. Das Phänomen gibt es nicht nur bei leckeren Pommes, sondern ebenso in Job und Karriere. Je mehr wir uns anstrengen, desto weniger passiert.

Klebeeffekt

Der Klebeeffekt (auch: Status-quo-Effekt) besagt, dass Mitarbeiter, die zu lange auf ein und derselben Position arbeiten, mit der Zeit eine immer geringere Chance auf eine Beförderung haben. Anders als oft vermutet, dass mit steigender Berufserfahrung die Beförderungswahrscheinlichkeit steigt, kleben Mitarbeiter irgendwann regelrecht an ihrer Position fest – selbst wenn Sie gute Leistungen bringen und qualifiziert sind.

Klebeeffekt Grafik Beschaeftigungsdauer

Kobraeffekt

Der Der Kobraeffekt stammt aus der Zeit der britischen Kolonialherrschaft in Indien. Damals gab es eine Schlangenplage. Der britische Gouverneur setzte daraufhin ein Kopfgeld auf jede erlegte Kobra aus. Effekt: Die pfiffigen Inder züchteten die Schlangen, um sie anschließend zu enthaupten und abzukassieren. Als das aufflog, wurde die Prämie abgesetzt. Zweiter Effekt: Die Leute ließen alle Kobras frei, die sie noch besaßen. Die anschließende Plage war schlimmer als die davor.

Korrumpierungs-Effekt

Sollte ich mein Hobby zum Beruf machen? Kurze Antwort: Nein. Denn dabei wird die eigene intrinsische Motivation durch einen externen, extrinsischen Anreiz (Geld) ersetzt, beziehungsweise von diesem verdrängt. Effekt: Neugier, Interesse und Motivation sinken – die Belohnung hat uns korrumpiert, deshalb Korrumpierungs-Effekt.

Kuleshov-Effekt

Der Kuleshov-Effekt wurde von dem sowjetischen Regisseur und Filmtheoretiker Lev Kuleshov als erstes beschrieben: Weil das Gehirn versucht, Bilder (oder wie im Film aufeinander folgende Einstellungen) zu Zusammenhängen zusammenzufügen, selbst wenn diese nicht zusammen gehören, interpretieren wir sie nicht neutral. Kuleshovs Kollege, Ivan Mosschuchin, trieb diese Montagekunst bis zum Extrem. Dabei wurde dasselbe neutrale Gesicht eines Schauspielers immer wieder mit anderen Bildern gegengeschnitten – prompt veränderte sich die Wirkung. Gesicht und ein voller Suppenteller: hungrig. Gesicht und strahlende Sonne: freudig. Gesicht und Beerdigung: traurig. Psychologische Studien zeigen, dass dasselbe auf der Straße passiert oder wenn wir anderen Menschen begegnen und diese sofort beurteilen.

Lake-Wobegon-Effekt

Der Lake-Wobegon-Effekt beschreibt, dass die meisten Menschen sich und die eigenen Fähigkeiten als überdurchschnittlich empfinden. Der Effekt wird auch als „Überlegenheitsillusion“ bezeichnet und zählt in der Psychologie zu den selbstwertdienlichen Verzerrungen (siehe auch: Better-than-Average-Effekt).

Lippenstift-Effekt

Der Lippenstift-Effekt (auch: Lippenstift-Index) beschreibt den Zusammenhang, dass bei einer drohenden Rezession Frauen verstärkt Kosmetik-Produkte, speziell Lippenstift, kaufen. Der Lippenstift-Effekt konnte in Studien um die Wirtschaftswissenschaftlerin Sarah E. Hill nachgewiesen werden.

Luzifer-Effekt

Der Luzifer-Effekt geht auf das gleichnamige Buch des US-Sozialpsychologen Philip Zimbardo zurück. Darin erläutert er, wie anfällig wir alle für die Versuchungen „der finsteren Seite“ sind. Zimbardo ist weltweit bekannt als der Kopf hinter dem „Stanford Prison Experiment“ bei dem eine Gruppe freiwilliger Studenten zufällig in „Wärter“ und „Häftlinge“ aufgeteilt wurde, um dann in einem simulierten Gefängnis zu arbeiten und zu leben. Innerhalb einer Woche musste das Experiment abgebrochen werden, da die Studenten sich in brutale, sadistische Wärter oder emotional gebrochene Gefangene verwandelt hatten.

Macbeth-Effekt

Händewaschen erleichtert tatsächlich das schlechte Gewissen. Den Macbeth-Effekt nutzte schon der römische Stadthalter Pontius Pilatus nachdem er Jesus zum Tod durch Kreuzigung verurteilt hatte. Ebenso die Frau von Macbeth in William Shakespeares gleichnamigem Drama, die ihren Mann dazu anstachelt, den König von Schottland zu ermorden, um danach selbst den Thron zu besteigen. „Ich wasche meine Hände in Unschuld“ – das funktioniert aber nur in der Psychologie.

Mandela Effekt

Der Mandela Effekt ist das psychologische Phänomen einer kollektiven falschen Erinnerung. An manche Tatsachen, Situationen oder Informationen meint sich ein großer Teil der Menschen zu erinnern – liegt damit aber vollkommen falsch. Es sind Irrglauben, von denen hunderttausende Menschen gleichzeitig betroffen sein können. In der eigenen Wahrnehmung fühlt es sich wie ein unumstößlicher Fakt an, in Wahrheit stimmt es aber schlicht nicht.

Benannt wurde der Mandela Effekt nach dem südafrikanischen Freiheitskämpfer und späteren Präsidenten Nelson Mandela. Unzählige Menschen sind überzeugt, dass er bereits in den 1980er Jahren im Gefängnis starb. Betroffene erinnern sich an vermeintliche Berichte, Nachrichten oder gar die Beerdigung. Tatsächlich lebte er aber bis 2013 und starb erst dann an einer Lungenentzündung.

Manhattan-Effekt

Der Manhattan-Effekt ist ein Beziehungskiller! Er beschreibt ein Verhalten fehlender Unterstützung und Ermutigung dem Partner gegenüber – aus Angst, eine anstehende Veränderung könnte der Beziehung schaden und andere negative Konsequenzen mitbringen. Das Paradoxe: Genau durch diesen Mangel an Unterstützung kann eine Partnerschaft zerstört werden. Benannt wurde der Effekt nach dem Film „Manhattan“ mit Woody Allen aus dem Jahr 1979.

Matthäus-Effekt

Den Matthäus-Effekt leiten Soziologen in Anlehnung an ein berühmtes Zitat aus dem biblischen Gleichnis von den anvertrauten Talenten im Matthäus-Evangelium (Kapitel 25, Vers 29) ab: „Denn wer da hat, dem wird gegeben werden, und er wird die Fülle haben; wer aber nicht hat, dem wird auch, was er hat, genommen werden.“ Der Effekt besagt, Glück und Erfolg stecken an. Einmal da, vermehren sie sich nahezu automatisch und exponenziell.

Der US-Soziologe Robert K. Merton formulierte 1968 dieses Prinzip der positiven Rückkopplung auch als „success breeds success„. Menton bezog seine These damals allerdings auf die Zitierhäufigkeit bekannter Wissenschaftsautoren: Er konnte nachweisen, dass prominente Autoren aufgrund ihres Bekanntheitsgrades wesentlich häufiger zitiert wurden als unbekannte, was wiederum die Prominenz der Gurus noch weiter steigerte.

Mere-Exposure-Effekt

Der Mere-Exposure-Effekt (deutsch: Effekt der Darbietungshäufigkeit) ist ein psychologischer Wahrnehmungs- und Bewertungsfehler. Einfach erklärt: Er besagt, dass wir Dinge oder Personen positiver bewerten, je öfter wir diese sehen oder uns damit auseinandersetzen. Entdeckt hat den Mere-Exposure-Effekt der Stanford-Sozialpsychologe Robert Boleslaw Zajonc im Jahr 1968. Laut Zajonc reicht es schon aus, dass wir regelmäßig mit einer Sache Kontakt haben oder ihr „ausgesetzt“ sind, damit wir sie besser beurteilen.

Obelix-Effekt

Der Obelix-Effekt ist benannt nach dem gleichnamigen Gallier im Asterix-Comic, der stets neidvoll zuschauen muss, wie sich seine Freunde beim Zaubertrank-Ausschank stärken – nur er bekommt nichts ab. Auf den Büroalltag übertragen: Den Effekt erlebt jeder, der von seinen Kollegen nie gefragt wird, ob er in die Mittagspause mitkommen mag.

Placebo-Effekt

Der Placebo-Effekt beschreibt, dass etwa Tabletten, die keine Wirkstoffe enthalten, trotzdem heilen können – nur weil der Patient an dessen Wirkung glaubt. Das Gegenteil davon ist übrigens der Nocebo-Effekt: Es treten unerwünschte (schädliche) Nebenwirkungen auf, weil der Patient sie erwartet.

Pratfall-Effekt

Seien Sie bloß nicht zu perfekt! Der Pratfall-Effekt zeigt: Gerade kleine Fehler und Makel machen uns sympathischer. Fehlerfreie Fassade und weiße Weste führen hingegen häufiger zu Abneigung und schlechterem Ansehen unter den Kollegen.

Proteus-Effekt

Nutzen Sie im Internet oder im Metaverse einen Avatar? Gefährlich! Diese grafischen Stellvertreter in Computerspielen oder zu Profilbildern stilisierten Porträts beeinflussen nicht nur, wie uns andere sehen – sie wirken umgekehrt auch auf uns, auf unsere Psyche, unser Verhalten. Das ist der Proteus-Effekt.

Pygmalion-Effekt

Der Der Pygmalion-Effekt (auch: Rosenthal-Effekt) wurde von den Psychologen Robert Rosenthal und Lenore Jacobson 1968 beschrieben. Damals teilten Sie Lehrern mit, dass diese aufgrund bisheriger, guter Leistungen im kommenden Schuljahr eine Klasse übernehmen dürften, die sich aus den intelligentesten Schülern zusammensetzt. Nach Ablauf des Schuljahres waren diese Klassen tatsächlich besser als alle anderen, ihre Noten, selbst der IQ der Schüler lag über 20 Punkte höher. Allerdings hatten die Psychologen gelogen: Die Klassen waren lediglich eine Zufallsauswahl. Weil aber Schüler glaubten, zu den Besten zu gehören und auch die Lehrer ihnen mehr zutrauten, stieg die Leistungs- und Lernkurve.

Rajkov-Effekt

Der Rajkov-Effekt geht auf den russischen Psychotherapeuten Vladimir Rajkov zurück und ist auch bekannt als die „Methode des geborgten Genies“. Rajkov versetzte seine Probanden in einen Zustand der Tiefenhypnose und suggerierte ihnen, dass sie per Reinkarnation ein herausragender Kopf der Geschichte gewesen seien. Interessanterweise waren sie in diesem Zustand in der Lage, annäherungsweise deren Fertigkeiten zu entwickeln, die sonst weit über ihren eigenen lagen.

Reaktanzeffekt

Der Reaktanzeffekt beschreibt die psychologische Neigung von Menschen, Gruppen oder Organisationen, sich gegen Entwicklungen zu wehren, aber trotzdem (neuerlich) verbotene Handlungen – insgeheim – weiterhin auszuführen.

Rezenz-Effekt

Der Rezenz-Effekt (auch: Primäreffekt oder Primacy-Recency-Effekt) ist ein Kurzzeitgedächtnis-Phänomen. Er sorgt dafür, dass wir jüngere Informationen besser erinnern als ältere. Deswegen sollte etwa die wichtigste Aussage eines Vortrags stets am Ende kommen (oder dort noch einmal wiederholt werden). Und deshalb wird bei einem Werbespot das beworbene Produkt auch immer zum Schluss nochmal als „Closer“ gezeigt.

Ringelmann-Effekt

Der Ringelmann-Effekt beschreibt, dass Menschen in der Gruppe eine geringere Leistung erbringen, als aufgrund der summierten Einzelleistungen zu erwarten wäre. Gemeint ist damit aber nicht soziales Faulenzen, sondern vielmehr den Motivationsverlust und der daraus resultierende Leistungsabfall, der in Gruppen interessanterweise entstehen kann.

Ripple-Effekt

Der Ripple-Effekt (deutsch: Welleneffekt) beschreibt eine typische Kettenreaktion – ein kleiner Auslöser zieht immer weitere Kreise und löst eine ganze Welle von Ereignissen aus. Wie bei einem Stein, den man auf das Wasser wirft – daher auch der Name: Ripples = Wellen. Eng verwandt mit dem Ripple-Effekt ist auch die Chaos-Theorie beziehungsweise Schmetterlings-Effekt. Danach kann der Flügelschlag eines Schmetterlings – theoretisch – irgendwann einen Wirbelsturm auslösen. Der Effekt muss sich nur aufschaukeln und immer weitere Kreise ziehen.

Rückreise-Effekt

Der Rückreise-Effekt beschreibt ein klassisches Urlaubs- oder Reisephänomen: Die Rückfahrt dauert gefühlt immer kürzer als die Hinfahrt.

Slashdot-Effekt

Der Slashdot-Effekt tritt auf, wenn etwa ein Eintrag in einem bisher kaum bekannten Blog von einer großen Webseite aufgegriffen wird, was binnen Minuten einem enormen Besucherandrang führt – teilweise gar bis der Server unter der Last zusammenbricht. Dann wurde die Seite „geslashdottet“.

Streisand-Effekt

Der Streisand-Effekt ist ein Phänomen im Internet: Der Versuch, negative Informationen über sich im Web zu entfernen, kann dazu führen, dass diese noch stärker verbreitet werden. Statt dass die Informationen unterdrückt werden, breiten sie sich durch so genannte Spiegelungen und Zitierungen erst recht aus (siehe auch: Urbane Legenden).

Seinen Namen verdankt der Effekt Barbra Streisand, die den Fotografen Kenneth Adelman und die Webseite Pictopia.com auf 50 Millionen US-Dollar verklagte, weil dort eine Luftaufnahme ihres Hauses zwischen 12.000 anderen Fotos von der Küste Kaliforniens zu finden war. Adelman behauptete, er habe das Anwesen am Strand fotografiert, um Küstenerosionen für das California Coastal Records Project zu dokumentieren. Der Journalist Paul Rogers bemerkte später, dass das Bild von Streisands Haus im Internet sehr beliebt war.

Superstar-Effekt

Es gibt Menschen, die strotzen nur so voll Chuzpe, Energie und Tatendrang. Eine solche Attitüde ist bewundernswert. Doch lassen sich davon viele einschüchtern. Selbst jene, die es besser wissen sollten – etwa, weil sie diesen einschüchternden Superstar-Effekt schon kennen.

Valins-Effekt

Der Valins-Effekt beschreibt das Phänomen, dass körperliche Reaktionen, etwa erhöhter Puls beim Anblick eines Bildes, die Bewertung dieses Bildes beeinflussen können.

Veblen-Effekt

Der Veblen-Effekt (auch: Snob-Effekt) ist ein Konsumeffekt, der sich vor allem bei sogenannten Prestige- oder Luxusgütern beobachten lässt. Kurz gesagt kommt es bei diesen Gütern zu einer reziproken Nachfragereaktionen: Obwohl der Preis steigt, steigt auch die Nachfrage.

Vorführ-Effekt

Der Vorführ-Effekt bedeutet: Ausgerechnet dann, wenn man einen Regelfall zeigen möchte, kommt es zum Ausnahmezustand – es gelingt nicht. Ärgerlich!

Weihnachtseffekt

Weihnachtseffekt nennen Paarforscher das Phänomen, das in Fernbeziehungen regelmäßig für Spannungen sorgt: Beide haben eine genaue Vorstellung wie das nächste Treffen ablaufen sollte – nur leider jeder eine andere. Enttäuschung und Streit sind dann beim Wiedersehen programmiert.

Werther-Effekt

Der Werther-Effekt beschreibt ein Nachahmungphänomen. In diesem Fall lösen ausführliche Medienberichte über einen Selbstmord eine signifikante Zahl von Nachahmungs-Suiziden aus. Der Ursprung des Effektes geht auf den Goethe-Roman „Die Leiden des jungen Werthers“ aus dem Jahr 1774 zurück. Damals löste das Buch eine regelrechte Suizid-Epidemie unter jungen Menschen aus.

Zeigarnik Effekt

Der Zeigarnik Effekt geht auf die Psychologin Bluma W. Zeigarnik zurück, die 1927 feststellte, dass wir uns unbeantwortete Fragen oder noch offene Aufgaben besser merken. Deswegen wird der Zeigarnik-Effekt auch schon mal „Cliffhanger“ genannt: Mit dessen Hilfe, werden dann zum Beispiel Leser dazu gebracht, eine Werbung anzusehen oder einen Artikel weiter zu lesen, weil sie wissen wollen, wie es…

Zero-Price-Effekt

Der Zero-Price-Effekt beschreibt einen häufigen Trick aus der Verkaufspsychologie. Dabei wird das Angebot mit einer vermeintlichen Gratis-Dreingabe gekoppelt, ein sogenanntes Lockvogel-Angebot. Der Online-Buchhändler Amazon hat damit in seinen Anfangsjahren beste Geschäfte gemacht: Ab einem bestimmten Bestellwert war der Warenversand umsonst. Dadurch bestellten viele Kunden mehr Bücher als sie eigentlich brauchten – nur um Portokosten zu sparen.


Jochen Mai Buch Ich DenkeAus all den Effekten, Denkfallen und Wahrnehmungsfehlern ist übrigens ein Bestseller hervorgegangen: „Ich denke, also spinn ich“ (DTV, Juli 2011). Das Buch wurde mehr als 70.000 Mal verkauft und in mehrere Sprachen übersetzt.


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