Akkommodation und Assimilation: Neues Denken fördern

Die Begriffe Akkommodation und Assimilation stammen aus der Psychologie und beschreiben den Prozess, bei dem die Menschen neue Erfahrungen in vorhandene Gedankenmuster aufnehmen und einordnen. Sie bestimmen anschließend unser Verhalten, unsere Denkweise und unsere Taten. Während die Assimilation das neue Wissen in das bereits vorhandene Denkschema einordnet, entstehen durch die Akkommodation neue Erkenntnisse, neues Denken und neue Verhaltensmuster – kurz: Die persönliche Entwicklung schreitet stärker voran…

Akkommodation und Assimilation: Neues Denken fördern

Akkommodation und Assimilation nach Jean Piaget

Die Begriffe Akkommodation und Assimilation stammen ursprünglich aus dem Entwicklungsstufenmodell von Jean Piaget.

  • Die Assimilation (französisch für Angleichung) beschreibt darin das Verfahren, bei dem ein Mensch die neuen Erfahrungen in ein vorhandenes kognitives Schema einordnet.
  • Bei der Akkommodation (französisch für Anpassung) verändert sich das vorhandene Schema durch die Erfahrungen, der Blickwinkel des Betroffenen wird erweitert. Unter dem Begriff Schema versteht Piaget Grundbausteine des menschlichen Wesens, die Wissen- und Verhaltensmuster sind dabei strickt organisiert.

Nach dieser Theorie gehen die Prozesse ohne klare Grenzen ineinander über, sie sind für die Einordnung der Erfahrungen eines Menschen in sein Weltbild ausschlaggebend und sollten sich im Gleichgewicht befinden: Vorhandene Schemata sollten durch die Assimilation erweitert werden, durch die Akkommodation sollten aber auch neue Schemata entstehen, wenn die Assimilation nicht mehr möglich ist oder immer wieder scheitert.

Erst durch beide Erkenntnisprozesse können sich Menschen entwickeln und aus den Erfahrungen ihren Nutzen ziehen.

Durch die Akkommodation persönliche Entwicklung fördern

Statt sich also die Frage zu stellen, wo Ihre Stärken liegen und wo Sie sich wohlfühlen, könnten Sie sich genauso fragen: Wann habe ich etwas Neues gelernt, erkannt oder gedeutet?

Damit reflektieren Sie Ihre Vergangenheit und begeben Sie sich auf die Ebene der persönlichen Entwicklung, die bereits durch die Akkommodation gefördert wurde. Konkret:

  • Routinen durchbrechen

    Die kognitiven Schemata beziehungsweise unsere Gedankenmuster bilden sich mit der Zeit aus Erfahrung und bestimmen unser Leben und unser Verhalten. Vielleicht fühlen Sie sich durch die Routine im Tagesablauf sicher und geborgen. Sind Sie aber wirklich zufrieden?

    Hier fängt die Selbstreflexion an, Sie beginnen Ihre Ziele neu zu überdenken und die Routine zu durchbrechen – anders zu denken und damit neue Schemata zu erstellen. Möchten Sie nun mehr Erfolg im Beruf, Ihre finanzielle Lage verbessern oder sich persönlich weiterentwickeln? Haben Sie die neuen oder alten Ziele erkannt, sollten Sie den möglichen Weg dahin suchen.

  • Situation reflektieren

    Die vertikale Wissenserweiterung assimilieren Sie in das vorhandene Schema: Zum Beispiel haben Sie gelernt, Feedback zu geben oder Verhandlungen zu führen, haben aber Ihre eigene Einstellung zu Konflikten oder Verhandlungen nicht geändert – es ist und bleibt eine Meinungsverschiedenheit.

    Gehen Sie aber bei einem Gespräch an die Quelle des Konflikts und versuchen Sie seinen Ursprung zu erfahren, denken Sie sich in die Beteiligten hinein, fangen Sie an zu verstehen und so den Kern der Auseinandersetzung erkennen. Damit reflektieren Sie den Konflikt und gewinnen neue Erkenntnisse, durch die Sie eine langwierige Lösung finden.

  • Selbstzweifel beseitigen

    Auf dem Weg zum neuen beruflichen oder privaten Zielen werden Sie wahrscheinlich von Selbstzweifeln geplagt. Dabei denken Sie nur daran, was passiert, wenn Sie scheitern. Der erste Impuls wird schwächer, die Zweifel werden stärker…

    Denken Sie anders: Was passiert, wenn ich erfolgreich bin? Was brauche ich, um mögliche Hindernisse zu überwinden? Hürden gibt es mit großer Wahrscheinlichkeit immer wieder – das sind aber Erfahrungen, die zur Akkommodation gehören. Dadurch werden Sie nur stärker und entwickeln sich weiter.

[Bildnachweis: Karrierebibel.de]
19. August 2016 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.

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