Halbschlaf: Darum ist er gut

Der Schlaf dient der Erholung. Der Körper wird schwer und entspannt sich, die Last des Tages fällt von einem ab. Schlaf ist nicht gleich Schlaf. Unterbrochen wird er von kurzen Phasen des Wachseins und auch die Art der Schlafphasen ist unterschiedlich. Als Halbschlaf bezeichnen wir den Dämmerzustand zwischen Schlaf und Wachsein. Im Gegensatz dazu steht der Tiefschlaf. Das sind jene Phasen meist zu Beginn der Nacht, in denen wir besonders tief schlafen. Sie gelten als die erholsame Art des Schlafes. Was im Halbschlaf alles passiert…

Halbschlaf: Darum ist er gut

Halbschlaf Definition: Was ist das eigentlich?

Halbschlaf Definition Synonym Träume verwirrtSie liegen im Bett und sind müde. Die Glieder werden schwer. Gerade waren Sie noch in Gedanken bei Ihrer Decke, die nicht optimal alles abdeckte, jetzt sind Sie völlig woanders. Die Gedanken lassen sich noch ein bisschen in eine bestimmte Richtung lenken, aber es fällt merklich schwerer und Sie sind kurz davor, in endgültig in den Schlaf zu gleiten…

Halbschlaf ist ein alltagssprachlicher Begriff, mit dem wir die Phase zwischen Träumen und Wachen bezeichnen. Der Tiefschlaf ist noch in einiger Ferne und je nach Müdigkeit kann diese Phase des Dämmerns oder Dösens kürzer oder länger dauern.

Was passiert während des Halbschlafs?

Wissenschaftler versuchen immer noch im Detail herauszufinden, was eigentlich genau passiert, wenn wir schlafen. Solange das nicht restlos geklärt ist, ist es schwierig zu beschreiben, welche Abläufe im Halbschlaf vor sich gehen. Erst seit Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts wird der Schlaf als wissenschaftliches Thema intensiver erforscht.

Bis dahin war man davon ausgegangen, dass während des Schlafs im Gehirn Funkstille herrscht. Dass zumindest für den Halbschlaf dies nicht gilt, wird jeder wissen, der mitten im Versuch einzuschlafen plötzlich aus einem interessanten Gedanken hochschreckt, etwa weil er ein Geräusch wahrgenommen hat.

Üblicherweise ist der Schlaf in verschiedene Schlafzyklen unterteilt, von denen jeder in etwa 90 Minuten dauert. Jeder dieser Schlafzyklen besteht aus drei Phasen; Schlaf, Tiefschlaf und Traumschlaf. Insgesamt redet die Wissenschaft heutzutage von fünf Schlafstadien, wovon die Stadien 1 bis 4 als Non-REM-Schlaf bezeichnet werden, Stadium 5 als REM-Schlaf.

Der REM-Schlaf gilt als die Phase, mit besonders tiefen Träumen. Benannt ist er nach der Abkürzung für Rapid Eye Movement, was so viel wie schnelle Augenbewegungen bedeutet.

Im Halbschlaf, dem ruhigen Wachzustand kurz nach dem Hinlegen, sind die Muskeln noch gespannt, das Elektroencephalogramm (EEG) zeigt noch eine relativ rege Gehirntätigkeit. Gleichzeitig bereitet es sich darauf vor, peu à peu weniger mit der Außenwelt zu tun zu haben.

Die Gedanken pendeln zwischen solchen die äußere Umgebung betreffend und inneren Gedanken, die sich zumeist auf die eigene Person beziehen. Von dort gleiten wir innerhalb der nächsten halben Stunde ins erste Stadium des Non-REM-Schlafs.

Vom Halbschlaf zum REM-Schlaf

Infolgedessen nimmt die Gehirntätigkeit ab, die Augen fangen an zu rollen, die Muskeln entspannen sich. Je entspannter wir sind, desto tiefer fallen wir in den Schlaf. Darauf folgen die verschiedenen Non-REM-Schlafstadien 2,3 und 4, wovon 3 und 4 als Tiefschlafstadien gelten.

Die erste Tiefschlafphase kann bis zu zwei Stunden dauern und wird dann vom REM-Schlaf abgelöst, der beim ersten Mal oft nur einige Minuten dauert. Die Muskeln sind völlig entspannt bis auf die lebenserhaltenden Muskeln (Herz und Zwerchfell), das EEG ähnelt Stadium 1.

Es folgt nun ein Wechsel zwischen Non-REM- und REM-Phasen, die zusammen einen Zyklus ergeben. Zwischen vier und fünf solcher Zyklen schläft jeder Mensch normalerweise pro Nacht.

Zum Ende der nacht wird der Schlaf leichter und die REM-Phasen werden länger, so dass die letzte REM-Phase vor dem Aufwachen oft mindestens 30, in manchen Fällen bis zu 60 Minuten dauert.

Halbschlaf das Gleiche wie Tagträume?

Manche assoziieren Halbschlaf mit Tagträumen. Das ist insofern unrichtig, als der Ausgangspunkt ein anderer ist. Bei Tagträumen hängen wir – wie der Name schon sagt – am Tage unseren Träumen nach. Wir befinden uns im wachen Zustand, oft sitzen wir angezogen am Tisch. Tagträume können uns bei der Arbeit im Büro ebenso ereilen wie bei der Hausarbeit oder am Steuer.

Die Gedanken schweifen ab. Das ist die Ähnlichkeit mit Halbschlaf: Hier befinden wir uns in einem Zustand des Hinübergleitens, von wach zu schlafend oder von schlafend zu wach. Beim Halbschlaf ist keiner der beiden Zustände so richtig erreicht, allerdings sind wir im Gegensatz zum Tagtraum auf das Schlafen eingestellt.

Anders sieht es aus, wenn der Halbschlaf nicht wie erhofft in das erste Stadium der Non-REM-Schlafs mündet und plötzlich die Gedanken anfangen zu kreisen: Einerseits sind wir todmüde, aber andererseits schleppen wir noch Gedanken mit ins Bett, weil Dinge unerledigt liegen geblieben sind.

Meist gelingt das Probleme lösen nicht gut im Bett, weshalb Experten bei Schlaflosigkeit dazu raten, besser aufzustehen und Dinge zu erledigen. Das kann von lesen über Wäsche bügeln oder spülen alles Mögliche sein – Hauptsache, Sie lenken sich ab.

Kreativität durch Schlafmangel

Halbschlaf Definition synonymEs ist immer wieder interessant, was Studien zum Schlaf herausfinden und wie erwähnt, ist das Feld rund um den Schlaf längst noch nicht erforscht.

Eine relativ gut nachvollziehbare Erkenntnis von Schlafmangel ist, dass er zu erhöhter Risikobereitschaft führt. Experimente mit studentischen Probanden konnten nachweisen, dass sie unter Schlafentzug deutlich riskantere Entscheidungen trafen. Aber wussten Sie auch, dass zu wenig Schlaf tatsächlich Ihre Kreativität fördert?

Allgemeinhin wird angenommen, dass ein besonders erholsamer Schlaf nötig ist, um entsprechende Leistungen zu bringen. Eine Studie von 2016 der Wissenschaftler um Christoph Nissen, Oberarzt am Universitätsklinikum Freiburg, konnte dies feststellen.

Fazit: Zwar hatten die Probanden mit Nachtschlaf das beste Erinnerungsvermögen. Aber die Annahme, dass in dieser Zeit Erinnerungen auch mit anderen Gedächtnisinhalten neu vernetzt werden und somit kreatives Denken begünstigen, konnte nicht bestätigt werden. Tatsächlich war die Gruppe der Probanden mit weniger Schlaf kreativer.

Halbschlaf bewusst nutzen

Der Schlaf ist den meisten Menschen heilig, gleichwohl gibt es große Unterschiede. Die einen schätzen sich eher als Morgenmenschen ein, die anderen eher als Nachtschwärmer. Ärgerlicherweise haftet letzteren oftmals das Stigma der Faulheit an, während Morgenmenschen automatisch als die dynamischen, fleißigen Arbeitnehmer wahrgenommen werden.

Kaum ein hochkarätiger Manager, der nicht betont, mit wie wenig Schlaf er auskommt und dass er morgens schon um fünf aus dem Bett hüpft, um erstmal eine Runde um den Block zu joggen. Dabei ist es eine Frage des Biorhythmus, ob wir Lerche oder Eule sind.

Und wenn einem erklärten Nachtmenschen dann am Nachmittag der Konzentrationsmangel ereilt, ist eine gute Gelegenheit für Powernapping. Der geht zwar nicht in die Tiefe, aber es lässt sich dennoch Kraft daraus schöpfen.

Nicht umsonst wird der Halbschlaf synonym auch als Schlummer oder Nickerchen bezeichnet: Powernapping ist eine Art Halbschlaf, den wir bewusst herbeiführen, um wieder aufzutanken. Und der hat es in sich. Zehn bis zwanzig Minuten reichen bereits aus, um danach wieder fit zu sein.

Sie können damit allerdings keinen dauerhaften Schlafmangel ausgleichen, frei nach dem Motto: Jede Nacht nur vier Stunden Schlaf und den Rest gleichen zwanzig Minuten Halbschlaf aus.

[Bildnachweis: Ruslan Guzov by Shutterstock.com]
21. Dezember 2017 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.

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