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Eigentlich könnten Sie - oberflächlich betrachtet - zufrieden sein. Andere Leute würden Ihnen das bescheinigen, denn Sie haben doch alles: Sie haben einen Job, Sie haben Freunde, Sie leben in einer Beziehung, fahren von Zeit zu Zeit in den Urlaub und alles plätschert so vor sich hin. Und trotzdem haben Sie häufiger Momente, in denen Sie sich leer fühlen. In denen Sie sich fragen, was nicht stimmt. Alles stimmt mit Ihnen. Lesen Sie hier, warum wir uns manchmal leer fühlen.

Wie sich leer fühlen äußert

Wenn es darum geht zu verstehen, woher sich leer fühlen kommt, muss zunächst klar sein, wie es sich äußert. Hier geht es um Gefühle und Gedanken wie:

  • Sie fragen sich, was Sie tun, wer Sie sind.
  • Sie fragen sich nach dem Sinn (in Ihrem Leben).
  • Sie fühlen sich unvollständig (auch mit Partner an der Seite).
  • Sie haben häufig negative Gedanken.
  • Sie suchen Selbstbestätigung durch andere wie Freunde und Familie.
  • Sie fühlen sich häufig allein, obwohl Sie Freunde haben.
  • Sie können Gefühle wenig konkret beschreiben.

Diese Gedanken und Gefühle können beängstigend sein, denn natürlich bringen sie Sie zum Grübeln: Wieso fühle ich mich allein, wenn ich doch einen Partner / eine Partnerin / Freunde / Familie habe? Gerade diese Widersprüchlichkeit kann sogar dazu führen, Angst vor diesem Gefühl zu entwickeln.

Innere Leere lässt sich mit Hunger vergleichen - nur ist es kein körperlicher, sondern emotionaler Hunger. Wer sich zum Beispiel einsam fühlt, sehnt sich vielleicht nach einer Liebesbeziehung. Selbst wenn Sie in einer Beziehung sind, kann das vorkommen - etwa weil die Beziehung, die sie führen unbefriedigend ist, Sie emotional "verhungern".

Diese Gefühle sind gar nicht so selten. Nicht umsonst gibt es Redewendungen wie "am ausgestreckten Arm verhungern". Sich leer fühlen wird hier womöglich auch durch die Angst verursacht, niemals das Gefühl der Erfüllung finden zu können.

Sich leer fühlen: Sprüche und Zitate

  • Man kann vieles unbewusst wissen, indem man es nur fühlt aber nicht weiß. (Fjodor Michailowitsch Dostojewski)
  • Nicht das Alleinsein macht einsam, sondern das Gefühl, allein zu sein. (Unbekannt)
  • Jeder sieht, was du scheinst. Nur wenige fühlen, wie du bist. (Niccolò Machiavelli)
  • Nicht Worte sollen wir lesen, sondern den Menschen, den wir hinter den Worten fühlen. (Samuel Butler)
  • Du kannst deine Augen schließen, wenn du etwas nicht sehen willst, aber du kannst nicht dein Herz verschließen, wenn du etwas nicht fühlen willst. (Johnny Depp)
  • Am meisten fühlt man sich von der Wahrheit getroffen, die man sich selbst verheimlichen wollte. (Friedl Beutelrock)

Nichts fühlen können: Woher es kommt

Das Gefühl der inneren Leere kann sich wie ein Vakuum anfühlen, eine Lücke oder auch ein schwarzes Loch, das scheinbar alles in sich hineinsaugt. Und das ist für die Betroffenen häufig schwer auszuhalten, so dass sie tatsächlich versuchen, dieses Loch zu stopfen.

Manch einer, der sich häufig leer fühlt, greift vermehrt zu Tabak, Essen, Alkohol, Drogen - exzessives Konsumieren von Dingen, die dieses Gefühl beseitigen sollen. Oder Sie kompensieren mit Arbeit, stürzen sich in verschiedene (häufig unglückliche) Beziehungen, damit sie dieses Gefühl nicht aushalten müssen.

Sie sollten sich bewusst machen, dass Leere ein Zustand des Mangels ist. In der Psychologie wird innere Leere häufig ursächlich in der Kindheit gesehen. Viele Menschen, die dieses Gefühl beschreiben, hatten in ihrer Kindheit zu wenig Aufmerksamkeit und Zuwendung, so dass das Gefühl entstehen konnte, dass sie nicht gut genug seien.

Menschen, die sich leer fühlen...

  • können in der Kindheit die Erfahrung gemacht haben, dass sie nie sie selbst sein durften: Immer wurden sie kritisiert, bestraft oder geschlagen und es wurde ihnen gesagt, wie sie zu sein haben. Im Zuge dieser Erfahrungen sind sie später sehr angepasst, um ja nicht anzuecken und Stress zu vermeiden.
  • können Missbrauchserfahrungen gemacht haben. Opfer von Missbrauch beschreiben häufig das Gefühl von innerer Leere. Sich leer fühlen hilft dabei, Schuldgefühle und Scham zu überdecken.
  • sind womöglich in einer gut situierten, aber dennoch sehr kaltherzigen Familie aufgewachsen, in der für Geborgenheit und Lebensfreude kein Platz war. Es gab keinen Stress, keine Traumata, aber auch keine Liebe und kein Interesse.

Der Hauptgrund liegt also häufig in einem wie auch immer gearteten Mangel an emotionaler Bindung und Liebe zu einem Zeitpunkt, an dem es essentiell wichtig gewesen wäre. Das kann dazu führen, dass Sie beispielsweise bis weit ins Erwachsenenalter dieses Gefühl mit sich herumschleppen und alles tun, um es zu vermeiden.

Innerlich leer und traurig: Wenn innere Leere zur Depression wird

Selbst wenn keine massiven Traumata aus der Kindheit vorliegen, kann die innere Leere als so belastend empfunden werden, dass Betroffene eine Depression bis hin zu Selbstmordgedanken entwickeln. Ebenfalls fühlen sich Menschen, die völlig überarbeitet und ausgepowert sind, innerlich leer und traurig.

Depression und Burnout infolge von Problemen bei der Arbeit sollten als mögliche Ursachen ebenso in Betracht gezogen werden. Die oben beschriebene Kompensation kann in eine Abhängigkeit münden, dazu führen, dass jemand alkohol- oder drogensüchtig wird.

Daher ist es wichtig, diesem Gefühl die gebührende Aufmerksamkeit zu schenken, vor allem, wenn es häufig auftritt.

Innere Leere überwinden: Was Sie tun können

Nichts fühlen können sich leer fühlen Sprüche ich fühle mich innerlich leer psychologie innere LeereUm die innere Leere überwinden zu können, müssen Sie für sich herausfinden, was genau es ist, das Sie vermissen. Fehlt Ihnen ein Gefühl von Zugehörigkeit? Geht es um zwischenmenschliche Beziehungen oder sind Sie allgemein auf der Suche nach mehr Sinn und Bedeutung in Ihrem Leben?

Wenn Sie den Grund identifizieren können, können Sie auch gezielt das Problem angehen. Manchmal steckt in Wirklichkeit ein anderes Gefühl dahinter, vielleicht Wut oder auch Enttäuschung.

Es gibt einige Dinge, die Sie beherzigen sollten, um zu lernen, mit dem Gefühl der Leere umzugehen:

  • Gehen Sie bewusster mit sich um.

    Hier geht es um Achtsamkeit. Konzentrieren Sie sich wieder auf sich, nehmen Sie Dinge bewusst wahr, etwa Gerüche, den Wind in Ihren Haaren oder die Wärme der Sonnenstrahlen auf Ihrer Haut. Es ist wichtig, dass Sie wieder in eine innere Balance kommen - das können Sie beispielsweise mit einem warmen, wohlriechenden Bad erlangen. Das stimuliert nicht nur die Sinne, sondern befreit womöglich auch von Verspannungen und mobilisiert.

  • Zeigen Sie Dankbarkeit.

    Seien Sie dankbar für das, was Sie haben, Ihre Gesundheit, Ihre Arbeit, Ihr Dach über dem Kopf und vieles andere. Lernen Sie das zu schätzen, was vermeintlich selbstverständlich ist. Das Gefühl der Dankbarkeit ist ein starkes Gefühl, welches das der inneren Leere heilen kann. Untersuchungen zeigen, dass Menschen, die dankbar sind häufig auch einen weiten Horizont haben. Sie gelangen zu einem umfassenderen Bild von sich selbst, was ihnen bessere soziale Kompetenzen und Kontakte ermöglicht.

  • Wenden Sie sich an andere.

    Jeder hat bestimmte Wünsche. Schwierig ist allein die Vorstellung, dass sie niemals erfüllt werden. Dazu müssen Sie jedoch auch die Initiative ergreifen. Wer sich beispielsweise allein fühlt, kann nicht darauf warten, dass jemand an seiner Tür klopft. Sie müssen insofern aktiv werden, als dass Sie andere Menschen ansprechen müssen, denen es vielleicht ähnlich geht. Gemeinsame Unternehmungen, Gesellschaft müssen gewissermaßen erarbeitet werden.

  • Aktivieren Sie Ihre Sinne.

    Ähnlich wie beim Konzept der Achtsamkeit, aber noch einen Schritt weiter. Vielleicht haben Sie ein Musikinstrument, das Sie interessant finden? Oder wenn Sie nicht selbst musizieren, dann können Sie vielleicht bei Musik entspannen und Ihre Gedanken fließen lassen? Auch eine kreative Tätigkeit wie malen kann anregend und sinnstiftend sein. Wer Schwierigkeiten hat, Menschen kennenzulernen oder wem gerade die Kraft/Lust darauf fehlt, kann sich ein Haustier anschaffen. Gerade Hunde und Katzen haben ein sehr gutes Gespür für menschliche Gefühle und die sinnliche Erfahrung von weichem Fell wirkt oft Wunder. Auch Spaziergänge in freier Natur wirken sich positiv auf das Gemüt aus.

  • Versuchen Sie etwas Neues.

    Neurobiologischen Studien zufolge hat das Lernen von etwas Neuem einen anregenden Effekt auf die Gefühle, ganz ähnlich wie eine Dopamin-Zufuhr. Diesen Effekt können Sie sich bei neuen Hobbys zunutze machen, beispielsweise, wenn Sie eine Fremdsprache lernen und auf einen gewissen Wortschatz aufbauen: Stück für Stück ergänzen Sie, was Sie bereits kennen und bereichern es. Aber auch eine Umgestaltung in Ihrer Wohnung, eine andere Beleuchtung, neue Farben oder Dekoration können ähnliche Effekte bewirken.

Manchmal fällt es Menschen dennoch schwer zu erkennen, worin die Ursache liegt. Auch wenn Sie dazu gehören sollten und trotz all dieser Tipps nicht wissen, woran es liegt, dass Sie sich häufig leer fühlen, dann ist es wichtig, nicht aufzugeben.

Gut ausgebildete Therapeuten können Ihnen dabei behilflich sein, der Ursache auf die Schliche zu kommen. Das kann durchaus ein längerer und herausfordernder Prozess sein, aber es lohnt sich.

Die Alternative wäre womöglich weiterhin ein Suchtverhalten. Wer sich hingegen seinen Problemen stellt, hat die Chance nicht nur die Ursachen zu erkennen, sondern sie zu beseitigen und im Gegenzug ein erfülltes Leben zu erlangen.

[Bildnachweis: Doppelganger4 by Shutterstock.com]

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