Selbstfürsorge: Mit diesen 7 Ideen gelingt’s

Wartende Kunden, dringende Projekte, fordernde Familienmitglieder – oft sind wir mit wichtigen Dingen beschäftigt. Die Selbstfürsorge gerät dabei manchmal zu kurz. Hilfsbereitschaft, Pflichtbewusstsein und Engagement sind natürlich wichtige Eigenschaften Aber wenn sie dazu führen, dass die eigenen Belange aus dem Blick geraten, kann das nachhaltige Folgen haben. Stress schleicht sich ein und irgendwann wissen Sie gar nicht mehr, wo Sie noch anfangen sollen. Mit der richtigen Selbstfürsorge jeden Tag können Sie dem vorbeugen. Wir zeigen wie…

Selbstfürsorge: Mit diesen 7 Ideen gelingt's

Definition: Was ist Selbstfürsorge?

Fürsorge bezeichnet das Bemühen um andere Menschen. Das kann beispielsweise im Rahmen einer ehrenamtlichen Tätigkeit bedeuten, dass man sich besonders um obdachlose Menschen kümmert. Sie tragen in dem Fall Sorge dafür, dass es den Menschen gut geht, erforderliche Schritte getan werden.

Die Selbstfürsorge meint das gleiche, nur angewandt auf die eigene Person. Sie tun alles dafür, dass es Ihnen gut geht. Das ist nicht im Sinne von Rücksichtslosigkeit gemeint oder dass Sie immer nur an sich zuerst denken. Vielmehr hat es mit Achtsamkeit zu tun: Der deutsch-schweizerische Psychologe Joachim Küchenhoff versteht darunter…

die Fähigkeit eigene Bedürfnisse zu berücksichtigen, Belastungen einzuschätzen, sich nicht zu überfordern, gut mit sich umzugehen und sich zu schützen.

Zu erkennen, wann die eigenen Belastungsgrenzen erreicht sind, ist eine Sache. Es erst gar nicht soweit kommen zu lassen, ist Sinn und Zweck einer guten Selbstfürsorge.

Zeichen, dass Sie nicht genug Acht auf sich geben

Es muss nicht erst ein ungepflegtes Erscheinungsbild mit nachlässiger Kleidung und/oder mangelnder Körperpflege sein, das zeigt, dass ein Mensch nicht genügend Acht auf sich gibt. Mangelnde Selbstfürsorge lässt sich nicht nur an Äußerlichkeiten erkennen.

Fühlen Sie sich häufig gereizt und unausgeglichen? Schlapp und kraftlos? Auch Übergewicht und ein geschwächtes Immunsystem sind klare Hinweise darauf, dass etwas nicht im Lot ist.

Es sind eigentlich ganz simple Dinge, die zur Selbstfürsorge beitragen, keine Raketenwissenschaft. Und dennoch wird die enorme Wirksamkeit dieser Handlungen unterschätzt. Sie erscheinen uns so selbstverständlich und beiläufig:

  • Dass Sie genug schlafen.
  • Dass Sie ausreichend trinken.
  • Dass Sie sich gesund ernähren.
  • Dass Sie Pausen machen.
  • Dass Sie Sport treiben.

Genau das ist allerdings auch das Problem. Vieles wird beiläufig erledigt – wir essen während wir gleichzeitig noch mit der Arbeit beschäftigt sind. Oder die Zeit reicht nicht, etwas Vernünftiges zu kochen, stattdessen wird das nächstbeste Fertiggericht in die Mikrowelle geschmissen.

Getrunken wird, was schmeckt – und oft enthält das zu viel Zucker, an dessen hohen Anteil wir bereits durch die vielen Fertigprodukte gewöhnt sind. Und sich nach dem Feierabend noch einmal zum Sport aufzuraffen, oder sonntags bei Regen die Couch zu verlassen, fällt ebenfalls schwer.

Gründe für geringe Selbstfürsorge

geringe Selbstfürsorge GründeIst geringe Selbstfürsorge am Ende eine Zeitfrage? Mal eben nebenher essen, das sollte wohl nicht das Problem sein. Und tatsächlich steckt der Grund für die geringe Selbstfürsorge oft tiefer. Dass jemand gut für sich sorgt, setzt nämlich zweierlei voraus: Selbstakzeptanz und Selbstkompetenz.

Beispielsweise zu akzeptieren, dass man mit 40, 50 Jahren vielleicht bereits körperliche Einschränkungen hinnehmen muss: Konnte man mit 20 noch das Wochenende durchfeiern, braucht der Körper jetzt länger zur Regeneration. Hat der Magen früher auch fettige Nahrung mühelos weggesteckt, ärgert er sich heute auch bei „kleinen Sünden“.

Wichtig daher, dass Sie über die Kompetenz verfügen, was Sie dagegen tun können. Um auf die Ausgangsfrage zurückzukommen: Nein, Zeit ist in den seltensten Fällen ein Problem. Natürlich gibt es Situationen oder Phasen, in denen es stressig ist: Wenn das Projektende näher rückt, eine Deadline vorverlegt wurde, im Privaten nicht alles rund läuft.

Auch unerwartete Ereignisse wie die derzeitige Corona-Krise erfordern eine Neuorganisation und können leicht Stress auslösen. Normalerweise ist das aber nicht der Regelfall.

Stattdessen sind die Gründe in geringerer Selbstfürsorge bei vielen Menschen eher hier zu suchen:

  • Sie wollen nicht egoistisch wirken.
  • Sie glauben nicht, dass sie es verdient haben.
  • Sie möchten für ihre Hilfsbereitschaft/ihren Altruismus gelobt werden.
  • Sie sind sehr leistungsorientiert.

Hinter allen diesen Gründen stecken bestimmte Glaubenssätze, etwa wie: Du bist es nicht wert, dass man sich um dich kümmert. Das bisschen Arbeit ist doch nichts. Sie können zu einem Minderwertigkeitskomplex und einem übersteigerten Arbeitsethos führen, bei dem jede Erholung als Faulheit abgestempelt wird.

Auch ein übergroßer Wunsch nach Wertschätzung und Anerkennung kann dazu führen, dass eigene Bedürfnisse nicht erkannt oder zumindest hintenan gestellt werden.

Tipps: So gelingt gute Selbstfürsorge

Der Fairness halber muss gesagt werden: Mit einfach nur ausreichend Schlaf und frisch gekochtem Essen ist es nicht getan. Die oben aufgeführten Punkte sind wichtig, um eine Basis für eine gute Selbstfürsorge zu legen.

Zusätzlich sollten Sie versuchen, Selbstfürsorge im Alltag anhand dieser Verhaltensweisen zu praktizieren:

  • Wertschätzen Sie sich

    Minderwertigkeitsgefühle führen dazu, dass wir uns abhängig machen von der Meinung anderer. Erst wenn andere es einem zugestehen („Du siehst aber schlecht aus“, „Fühlst du dich nicht gut?“), wird vielleicht mal einen Gang heruntergeschaltet. Es ist aber weder an anderen, Ihnen zu sagen, wie Sie sich fühlen, noch sollten Sie es soweit kommen lassen, dass man Ihnen das Erholungsbedürfnis ansieht. Sie selbst sind es wert, dass Sie für sich sorgen. Immer, nicht erst, wenn Sie kurz vor dem Burnout stehen.

  • Erhalten Sie Ihre Lebensfreude

    Ein optimistisches Mindset trägt dazu bei, Durststrecken besser zu überwinden. Sie wissen, gerade ist die Lage doof, aber Sie wissen ebenso, dass sich Dinge ändern. Und Sie sind dankbar für das, was gut läuft, wissen auch Kleinigkeiten wie ein nettes Lächeln zu schätzen. Dieses Mindset hilft dabei, den Druck aus vielem zu nehmen, denn Sie vermeiden Wörter, die Sie nur behindern. Formulierungen wie „Ich muss“ und Wörter wie „nicht“, „kein“, „Fehler“ sind schon negativ besetzt. Stattdessen bemühen Sie sich um positive Formulierungen wie „Ich werde“ und sprechen von Wegen, wie es besser laufen kann.

  • Ruhen Sie sich aus

    Sich auszuruhen kann viele Gesichter haben. Und nicht jedem fällt leicht zu erkennen, wo gerade das Problem liegt. Daher ist es wichtig, das eigene Verhalten zu reflektieren, denn Stress entsteht nicht nur auf der Arbeit. Manche Leute packen sich auch ihre Freizeit dermaßen voll, dass sie gar nicht merken wie sie sich selbst schaden. Wer ständig auf Veranstaltungen ist, immer etwas tut, ist womöglich ebenfalls „unter Strom“. Gleichzeitig lenken solche Beschäftigungen womöglich von dringenden Problemen und Bedürfnissen ab. digital Detox kann eine adäquate Möglichkeit sein, abzuschalten und sich wieder auf wichtige Dinge zu konzentrieren.

  • Nehmen Sie Pflichten wahr

    Selbstfürsorge heißt allerdings nicht, sich nur die Rosinen herauszupicken. Auch unangenehme Aufgaben gehören dazu. Beispielsweise zu erkennen, dass manche Beziehungen sich zu toxischen Freundschaften im Laufe der Zeit entwickelt haben. Das Gespräch zu suchen und die entsprechende Konsequenz daraus zu ziehen, sich bei mangelnder Einsicht des Gegenübers zu trennen, ist nicht leicht. Unangenehm, aber nicht weniger wichtig sind auch Routineuntersuchungen beim Arzt: Zahnarzt, Krebsvorsorge – alles das trägt dazu bei, Ihre Gesundheit zu erhalten.

  • Erkennen Sie Ihre Bedürfnisse

    Wie erwähnt, packen sich manche Menschen ihre Tage derart voll, dass Sie kaum Zeit haben, kurz innezuhalten. Wobei es vor allem um die richtigen Prioritäten geht; denn wirklich Zeit kostet es kaum, in sich hineinzuhorchen. Vielmehr ist es eine bewusste Entscheidung, Sie nehmen sich vor, stärker auf sich zu achten. Selbstfürsorge muss als Routine eingerichtet werden. Beispielsweise können Sie sich fünf Minuten nach dem Aufstehen mithilfe der Morgenseiten vornehmen, eine kurze Bestandsaufnahme zu machen. Ebenso gut können Sie natürlich auch abends den Tag reflektieren oder zwischendurch das Erlebte Revue passieren lassen. Das Verschriftlichen hat den Vorteil, dass Sie im Laufe der Zeit Ihr Befinden dokumentieren und so sehen, wo es hakt.

  • Pflegen Sie soziale Kontakte

    Freunde sind nicht nur ein probates Mittel gegen Lagerkoller. Sie bringen einen auf neue Gedanken, hören sich Probleme an, ermutigen und helfen mit Ratschlägen und Tipps. Das geht nicht immer im persönlichen Kontakt, aber mit den modernen Mitteln der Kommunikation ist Vieles möglich. Teil der Selbstfürsorge ist, diese Freundschaften nicht einschlafen zu lassen. Manchmal können Sie sich durch einen Umzug oder andere Vorstellungen verändern. Dann ist es wichtig, sein Netzwerk wieder zu erweitern.

  • Sagen Sie nein

    Manche Menschen haben nie gelernt, nein zu sagen. Groß ist die innere Angst, als Mensch abgelehnt zu werden. Der Kollege findet einen plötzlich doof und damit wird man aus dem Team ausgestoßen – so die verkürzte Formel. Aber Selbstfürsorge kann auch bedeuten, sich nicht schon wieder vom Kollegen neue Arbeit aufhalsen zu lassen, nur weil er es so einfach bequemer findet. Das andere Extrem sind Kollegen, die immer nein sagen. Statt sofort zu- oder abzusagen, sollten Sie auch hier innehalten: Passt es mir gerade? Scheuen Sie nicht davor zurück, sich Bedenkzeit auszubitten und gegebenenfalls später Rückmeldung zu geben.

[Bildnachweis: Karrierebibel.de]
17. April 2020 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.

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