Hochsensibilität im Beruf: Wie damit umgehen?

Unterschiede erkennen und differenzieren zu können, ist wichtig. Menschen mit Hochsensibilität haben diese Gabe perfektioniert. Das hat seine guten wie auch weniger guten Seiten, sowohl was die Arbeit als auch den Umgang mit anderen Menschen anbelangt. Schnell werden Hochsensible als Weichei oder Heulsuse geschmäht. Hochsensible Menschen verhalten sich in bestimmten Situationen anders. Macht sie das deshalb weniger belastbar, kritikunfähig oder gar leistungsschwach? Wir wollen dem Thema Hochsensibilität mehr Aufmerksamkeit schenken und gehen den Fragen nach: Welche Auswirkungen hat Hochsensibilität im Beruf? Wie kann ich als Kollege mit einem hochsensiblen Menschen umgehen? Oder bin ich gar selbst hochsensibel?

Hochsensibilität im Beruf: Wie damit umgehen?

Definition: Was ist Hochsensibilität?

Hochsensibilität Test Symptome Merkmale erkennen BerufSensibel bedeutet zunächst ganz wertfrei erst einmal, dass jemand zu einer Empfindung fähig ist. In Kombination mit dem Wörtchen hoch ahnt man bereits, dass es hier um eine Menge an Empfindungen geht, die das normale Durchschnittsmaß der Bevölkerung übersteigen.

Hochsensibilität (oder auch Hochsensitivität) ist somit eine Eigenschaft, die Menschen Sinnesreize sehr viel schneller, intensiver und ausgeprägter wahrnehmen lässt. Entsprechend stärker fällt aber auch die Reaktion eines hochsensiblen Menschen aus, weil die Eindrücke der Umwelt viel stärker auf ihn wirken.

Jeder Mensch ist tagtäglich einer Datenflut ausgesetzt – ganz ohne eigenes Zutun. Üblicherweise siebt ein Filter im Gehirn einen Großteil als irrelevant aus. Bei Hochsensiblen ist dieser Filter weniger oder gar nicht aktiv. Es werden viel mehr Reize aus der Umwelt aufgenommen und verarbeitet – viele Dinge, die andere Menschen überhaupt nicht bemerken würden. Kombiniert mit der Intensität der Eindrücke kommt es häufiger zu einer Reizüberflutung und Überstimulation.

Der Begriff der Hochsensibilität erlebt in jüngster Zeit eine kleine Renaissance. Dabei sind die Beobachtungen dazu gar nicht so neu. Im deutschsprachigen Raum haben sich der Psychiater Ernst Kretschmer bereits in den zwanziger Jahren und der Psychologe Eduard Schweingruber im Jahr 1935 mit derart sensiblen Menschen beschäftigt.

Die mit der Hochsensibilität verknüpfte Abkürzung HSP ist allerdings erst durch die amerikanische Psychologin Elaine N. Aron 1997 geprägt worden. HSP steht für Highly Sensitive Person, zu Deutsch etwa hochsensible Person.

Wie viele Menschen als hochsensibel einzustufen sind, darüber gehen die Meinungen auseinander. Aron geht von 15 oder sogar 20 Prozent der Bevölkerung aus, andere Forscher und Experten siedeln die Quote eher bei 5 Prozent an.

Merkmale und Anzeichen: Eine Eigenschaft mit vielen Facetten

So groß das Unverständnis Außenstehender manchmal auch sein mag: Hochsensibilität ist keine Krankheit, daher bedarf es auch keiner Diagnose und es wird auch nicht von Symptomen der Hochsensibilität gesprochen.

Vielmehr wird Hochsensibilität als Temperament, Charaktereigenschaft oder Persönlichkeitsmerkmal beschrieben. Es kommt bei Männern und Frauen gleichermaßen vor. Es wird vermutet, dass hochsensible Menschen aufgrund neurologischer Besonderheiten äußere Reize verstärkt aufnehmen und verarbeiten. Mittlerweile wird sogar angenommen, dass dies vererbbar ist.

Untersuchungen im Kernspintomografen lassen erkennen, dass bei HSP die Bereiche im Gehirn deutlich aktiver sind, die für die Verarbeitung von Sinneseindrücken zuständig sind.

Daraus entstehen einige charakteristische Merkmale der Hochsensibilität:

  • hohe Empfindsamkeit der Sinne
  • intensive Emotionalität und langes Nachhallen von Gefühlen
  • leichte Übererregbarkeit
  • ausgeprägte Verarbeitungstiefe und starke Vernetzung im Denken

Hochsensibilität Test: Bin ich betroffen?

Hochsensibilität Test: Bin ich betroffen?Es gibt eine Vielzahl an Merkmalen und Symptomen, die Hochsensible zeigen. Sicherlich trifft das eine oder andere Merkmal auch auf Menschen zu, die nicht hochsensibel sind.

Es geht bei dem Hochsensibilität Test weniger um einzelne Merkmale, als vielmehr um die Fülle und das Ausmaß. Nehmen Sie sich etwas Zeit, gehen Sie in sich und schauen, was auf Sie zutreffen könnte:

  • Waren Sie als Kind bereits eher zurückhaltend oder gar ängstlich?
  • Fühlen Sie sich häufig von Ihrer Umgebung unverstanden und falsch eingeschätzt?
  • Kennen Sie verständnislose Kommentare Ihnen gegenüber wie „Nun sei doch nicht so empfindlich!“ oder: „Du musst das einfach etwas lockerer sehen.“ oder: „Du bist immer so umständlich!“?
  • Haben Sie sich bereits häufiger gewünscht, Sie würden über ein dickeres Fell verfügen und könnten Vorwürfe und unsachliche Kritik einfach so an sich abprallen lassen?
  • Neigen Sie dazu, Dinge sehr differenziert zu betrachten und Nuancen und Aspekte festzustellen, die anderen Menschen gleichgültig sind oder entgehen?
  • Stellen Sie sich selbst häufig in Frage und wünschten sich eine robustere Psyche?
  • Kämpfen Sie mit Reizüberflutung durch eine starke Geräuschkulisse und vielen Menschen an einem Ort wie beispielsweise auf Konzerten oder dem Wochenmarkt?
  • Machen Ihnen sensorische Reize wie Hitze, Kälte, Zugluft, strenge Gerüche zu schaffen?
  • Reagieren Sie empfindlich auf Koffein und Alkohol?
  • Haben Sie Allergien oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten?
  • Reagieren Sie heftig auf Schmerzen?
  • Fällt es Ihnen schwer, sich bei irritierenden Geräuschen wie einer knackenden Heizung, einer Motorzündung zu konzentrieren?
  • Haben Sie Schwierigkeiten, Entscheidungen zu treffen?
  • Erschrecken Sie sich leicht, wenn Sie konzentriert einer Sache nachgehen und unvermittelt aus Ihrer Beschäftigung herausgerissen werden?
  • Neue, unbekannte Situationen sind für Sie beunruhigend?
  • Sind Sie sehr detailverliebt und pflegen „preußische Tugenden“ wie Pflichtbewusstsein, Gründlichkeit und Zuverlässigkeit?
  • Setzen Sie diese Tugenden perfektionistisch ein und sind immer bemüht, eine allumfassende, hohe Qualität Ihrer Arbeit abzuliefern?
  • Verfügen Sie über kreative Neigungen wie Malen oder Musizieren, interessieren Sie sich für Schönes und Kultur?
  • Neigen Sie zum Grübeln und denken viel über gesellschaftliche Themen nach? Tragen Sie Werte wie Umwelt- und Naturschutz und Gerechtigkeit?
  • Sind Sie sehr empathisch und hören sich häufig Sorgen und Nöte anderer an?
  • Können Sie schlecht nein sagen, wenn jemand Sie um Hilfe bittet?
  • Können Sie viele Dinge gleichzeitig handhaben oder fühlen Sie sich dann eher überfordert?
  • Haben Sie ein starkes Rückzugsbedürfnis und sondern sich tendenziell in Pausen ab, um sich von vielen Eindrücken zu erholen?
  • Lesen Sie auch zwischen den Zeilen und nehmen Schwingungen oder Missstimmungen wahr, die anderen Menschen eher verborgen bleiben?
  • Sind Sie selbst emotional oft zwischen zwei Extremen hin- und hergerissen? Überbordende Freude einerseits, dann wieder große Niedergeschlagenheit andererseits?
  • Können Sie leicht abstrahieren und das große Gesamte betrachten?
  • Fühlen Sie sich schnell persönlich angegriffen und sind leicht kränkbar?
  • Möchten Sie Konfliktsituationen um jeden Preis bereinigen und verzichten dabei auf Ihre Position?
  • Bei Stress und Belastung reagieren Sie häufig mit körperliche Symptomen?
  • Sind Sie sehr phantasiebegabt und hängen häufig Träumereien nach?
  • Wirken Sie auf andere Menschen zumeist naiv oder weltfremd?
  • Sie lieben eher den tiefgründigen Austausch mit Ihren Mitmenschen statt oberflächlicher Plattitüden?
  • Sind Sie spirituell begabt oder sehr daran interessiert?

Natürlich kann dieser Hochsensibilitäts-Test keinen Besuch beim Psychologen oder Coach ersetzen, sondern lediglich einen Anhaltspunkt darstellen. Wenn Sie jedoch mehr als zwei Drittel der Fragen für sich mit ja oder tendenziell ja beantworten konnten, deutet einiges darauf hin, dass Sie hochsensibel sind.

Tipps: Wege aus der Reizüberflutung und dem Stress

Was tun, wenn das Ergebnis im Hochsensibilitäts-Test positiv war? Je nachdem, wie stark die Beschwerden sind – schnelle Ermüdung, Gereiztheit, Nervosität, Stress – können Sie versuchen, in einer Therapie oder im Coaching nach Wegen zu suchen, wie Sie damit umgehen.

Gleichzeitig sollten Sie sich klarmachen, wie Sie auf Stress reagieren. Dazu ist es erforderlich, Ihre eigene körperliche Wahrnehmung zu analysieren, also zu schauen, wie Sie sich fühlen, bevor Sie überreizt sind. Wird dieser Zustand vor dem unmittelbaren Moment erkannt, lässt sich mit verschiedenen Maßnahmen entgegensteuern.

Zum Beispiel, indem sie versuchen die Rahmenbedingungen zu ändern. Also kleinere Büros statt Großraumbüros; keine stundenlangen Meetings und geregelte Pausenzeiten, die eingehalten werden.

Manchmal geht das aber nicht. Daher hier noch ein paar Tipps, die helfen können, Einflüsse von außen fernzuhalten:

  • Atemübungen, wie sie auch im Theaterbereich verwendet werden, kann man jederzeit leicht umsetzen. Besonders wichtig ist das langsame Ausatmen durch den Mund. Dabei wird das Nervengeflecht in der Brustkorb- und Magenregion, der Solarplexus, aktiviert.
  • Ebenfalls nicht zu unterschätzen ist Bewegung: Machen Sie sich einen Tee in der Teeküche, danach gehen Sie ein paar Minuten an der frische Luft spazieren.
  • Wird es eher kritisch gesehen, wenn ein Mitarbeiter außerhalb der Pausenzeiten den Arbeitsplatz verlässt, kann ein Gang zum Kopierer oder zur Toilette dabei helfen, einer Reizsituation aus dem Weg zu gehen.
  • Manchmal hilft schon ein Blick nach draußen, um die Gedanken wieder zu sortieren oder Sie schließen für einen Moment die Augen ganz. Versuchen Sie ganz bewusst, einige der Reize um Sie herum auszublenden und sich nur auf sich selbst zu konzentrieren.
  • Bei kleineren Büros kann es bereits helfen, die Tür geschlossen zu halten.
  • Versuchen Sie, zusätzliche Geräuschquellen wie zum Beispiel Radio während der Arbeit auszuschalten. Wenn das nicht geht, können Ohrstöpsel helfen, den Lärm zu reduzieren und einen Reiz zu eliminieren.

Wichtig aber ist, dass Menschen mit Hochsensibilität sich nicht ständig selbst ausgrenzen. Gelegentlicher Rückzug ist völlig in Ordnung, es sollte aber kein Dauerzustand werden.

In einem guten Arbeitsumfeld sollten Sie mit Ihrem Chef und den Kollegen sprechen. Versuchen Sie die Hochsensibilität zu erklären und nachvollziehbar zu machen. Das kann schon ausreichen, damit andere ein wenig Rücksicht nehmen und Ihre Reaktionen und Verhaltensweisen besser verstehen können.

Hochsensibilität: Eine wichtige Erkenntnis

Hochsensibilität wird von Betroffenen oftmals als Bürde erlebt. Anfangs jedenfalls. Es ist bereits vorwurfsvoll und diffamierend, jemanden als sensibel zu bezeichnen – Hochsensible haben entsprechend einen noch schwierigeren Stand.

Von außen wird ihnen immer wieder nahegelegt, dass sie sich falsch verhalten oder dass etwas mit ihnen nicht stimmt. Ein Eindruck, der über Jahre und Jahrzehnte das Selbstbild prägt. Hinzu kommen wenig hilfreiche Kommentare wie:

„Sei doch nicht so empfindlich!“

Oder:

„Du musst dir mal ein dickeres Fell wachsen lassen!“

Für andere leicht gesagt, bei einer für Außenstehende nicht nachvollziehbaren Sinneswahrnehmung von Lärm, Gerüchen, Licht, Temperaturen aber auch nicht objektiv messbaren Faktoren wie Druck und Stimmungslage aber nicht umzusetzen.

Die meisten Menschen mit HSP verspüren deshalb eine Erleichterung, wenn sie sich erstmals mit dem Thema beschäftigen. Oft haben sie über einen langen Zeitraum vergeblich versucht, sich den Gegebenheiten anzupassen, sich abzuhärten und so zu sein, wie andere es von ihnen verlangen.

Sobald das Kind aber einen Namen hat (nämlich HSP), ist es leichter, damit umzugehen. Hier liegt auch die Crux: Die Erkenntnis, dass man hochsensibel ist, sollte nicht dazu führen, sich zurückzuziehen. Wichtiger ist es zu lernen, wie sich damit umgehen lässt.

Nur im direkten Kontakt mit anderen Kollegen können Hochsensible auch ihre Qualitäten entfalten. Und Hochsensibilität bringt neben den genannten tatsächlich gleich einige Eigenschaften mit sich, die für Arbeitgeber wertvoll sind – so kann Hochsensibilität Fluch und Segen zugleich sein.

Die zwei Seiten von HSP

Die zwei Seiten von HochsensibilitätGerade für Arbeitgeber kann es sich lohnen, das Potenzial von Hochsensibilität im Beruf und im Team zu erkennen, um die Mitarbeiter entsprechend ihrer Stärken und Schwächen sinnvoll einzusetzen sowie ein wertschätzendes Umfeld zu schaffen.

Eine Eigenart von Hochsensibilität ist beispielsweise, schlecht mit unsachlicher, undifferenzierter Kritik umgehen zu können. Dies verlangt vom Chef mehr Einfühlungsvermögen, das leider nicht immer gegeben ist. Aber gehen wir etwas mehr ins Detail…

Die positiven Seiten von Hochsensiblen

Hochsensible…

  • haben ein großes Maß an Empathie.
  • verfügen über Qualitätsbewusstsein.
  • sind empfänglich für Missstimmungen und emotionale Schwingungen.
  • zeichnet oft große Akribie und großer Perfektionismus aus.
  • besitzen häufig einen sehr guten Überblick.
  • haben typischerweise preußische Tugenden wie Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Fleiß.
  • haben eine sehr differenzierte Wahrnehmung.
  • sind lösungsorientiert.

Die negativen Seiten von Hochsensiblen

Die Kehrseite der Medaille sind Probleme, die durch die ursprünglich positiven Merkmale auf die Spitze getrieben werden: So führt ein übersteigerter Anspruch an die eigene Arbeitsqualität dazu, dass Relevantes von weniger Relevantem kaum noch getrennt werden kann. Das wiederum führt zu zeitlichen Verzögerungen, darauf folgt Stress und darauf schließlich Fehler – ein Rattenschwanz an nachteiligen Folgen.

Entsprechend sehen die Schattenseiten der Hochsensibilität aus. Konkret:

Hochsensible…

  • sind stressanfälliger.
  • fühlen sich schnell überfordert.
  • neigen zu Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten.
  • fällt es schwer, sich abzugrenzen.
  • sind schreckhaft, neigen zu übersteigerten Reaktionen.
  • sind schneller gereizt und haben daher auch ein hohes Rückzugsbedürfnis.

Vereinbarkeit von Hochsensibilität und Beruf

Im Job stehen von Hochsensibilität Betroffene vor allem vor der Schwierigkeit, ihre Empfindsamkeit mit dem Beruf zu vereinbaren. Hier geht es nicht allein um die Art der Tätigkeit, sondern mehr um die Umgebung und die Kollegen. Großraumbüros als Arbeitsplatz stellen Hochsensible vor besondere Herausforderungen.

Ein eher hektisches Umfeld, klingelnde Telefone, ein Kommen und Gehen und die Tatsache, dass man ständig unter Beobachtung steht, sind für derart Empfindsame purer Horror. Wenn dann noch enormer Leistungsdruck herrscht, kann es Hochsensiblen den Boden unter den Füßen wegziehen.

Dies kann schon bei der Jobwahl berücksichtigt werden, um die Rahmenbedingungen im Beruf anzupassen. Leider ist es schwer zu sagen, welcher Beruf sich für hochsensible Menschen besonders eignet. Zumal die Ausprägungen durchaus unterschiedlich sind.

Das Dilemma besteht darin, dass viele Hochsensible sich selbst nicht richtig einschätzen können, gleichzeitig aber über viele Interessen und Gaben verfügen.

Allgemein sind sie insbesondere für Tätigkeitsfelder geeignet, die mit Gründlichkeit und differenzierter Wahrnehmung zu tun haben. Das können im technischen Bereich Aufgaben mit Kontrollfunktion sein. Aber auch in der Qualitätssicherung, im Marketing oder in der Kommunikation finden Hochsensible passende Aufgaben.

Viele werden im sozialen oder kreativen Bereich tätig oder machen sich selbständig, da sie so die Arbeitsbedingungen an ihre persönlichen Bedürfnisse anpassen können.

Zwar sind sie aufgrund ihrer Fähigkeit zur schnellen Reizaufnahme und schlechteren Reizverarbeitung diejenigen, die es zuerst in einem ungünstigen Betriebsklima trifft – beispielsweise durch Mobbing. Gleichzeitig können sie ein wichtiger Indikator dafür sein, dass etwas nicht stimmt. Davon profitieren langfristig alle Kollegen.

Die Antennen der Hochsensible führen also beispielsweise dazu, Missstände frühzeitig zu erkennen, zu beheben und zu einem besseren Betriebsklima beizutragen.

So können Kollegen mit hochsensiblen Menschen umgehen

Hochsensibilität Test Symptome Beruf TippsFür den Umgang mit Hochsensibilität im Beruf kann es ausreichen, dass sich der Normalsensible bemüht, Besonderheiten von Hochsensiblen gedanklich nachzuvollziehen. Also wie es solchen Menschen bei Reizüberflutung ergeht und wie sie selbst helfen können.

Eine Person, die sich selbst als hochsensibel bezeichnet, weiß um ihre Stärken und Schwächen. Das Wichtigste ist, dass Sie als Kollege das ernst nehmen und nicht als Geschwafel abtun.

Das gilt noch mehr bei Konflikten. Auch Hochsensible sind nicht perfekt, machen Fehler. Wenn Sie Kritik üben, dann tun Sie das bitte konstruktiv. Geben Sie vor allem ein sachliches Feedback. Hochsensible sind Meister im Differenzieren und haben eine große Aversion gegenüber Generalisierungen.

Sich in andere – wenigstens zu einem gewissen Grad – hineinversetzen zu können, zeugt von sozialer Kompetenz. Dazu gehört, die Eigenheiten zu respektieren, etwa wenn der Kollege die Pause allein verbringen will. Viele hochsensible Menschen brauchen diese Zeit für sich allein, um sich regenerieren zu können.

Wenn Sie es schaffen, Abgrenzungen seitens einer hochsensiblen Person nicht persönlich zu nehmen, können Sie mit einem verständnisvollen, loyalen Kollegen rechnen, der Ihnen zur Seite steht.

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[Bildnachweis: Monkey Business Images by Shutterstock.com]
8. Februar 2019 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.


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