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Vorwürfe kontern: Beispiele, Psychologie und Tipps

Niemand lässt sich gerne Vorwürfe machen. Egal, ob es falsche und überzogene Anschuldigungen sind oder ob Sie tatsächlich einen Fehler gemacht haben: Eine Rüge und Maßregelung von anderen nervt und frustriert. Leider sind manche Menschen chronische Kläger, die anderen stets etwas unterstellen. Was tun? Wir zeigen, wie Sie Vorwürfe kontern und welche Psychologie dahinter steckt…



Vorwürfe kontern: Beispiele, Psychologie und Tipps

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Was sind Vorwürfe?

Vorwürfe sind Anschuldigungen, Rügen und missbilligende Äußerungen zum Verhalten einer anderen Person. Es werden Beschuldigungen und Vorhaltungen gemacht, weil Erwartungen enttäuscht wurden oder das Benehmen des Gegenübers nicht den eigenen Vorstellungen entspricht. Anders als Kritik sind Vorwürfe immer negativ.

Typischerweise werden Vorwürfe verbal geäußert. Doch auch Blicke, Gesten, Geräusche oder das gesamte Verhalten einer Person können vorwurfsvoll sein und die ablehnende Einstellung nonverbal zeigen.

Vorwürfe Synonym

Synonym zu Vorwürfen sind die Begriffe Anschuldigung, Beschuldigung, Bezichtigung, Maßregelung, Missbilligung, Rüge, Unterstellung, Vorhaltung oder Zurechtweisung.


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Beispiele für Vorwürfe

Die Vielfalt an Vorwürfen ist endlos. Zu jedem Verhalten und in jeder Situation können Sie anderen etwas vorwerfen. Hier einige Beispiele zur Verdeutlichung:

  • „Jedes Mal machst du den gleichen Fehler…“
  • „Das hast du doch mit Absicht gemacht!“
  • „Du weißt ganz genau, dass…“
  • „Jedes Mal stellst du dich auf seine Seite.“
  • „Du hast nicht einmal darüber nachgedacht.“
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Psychologie: Merkmale von Vorwürfen

Vorwürfe kommen beim Empfänger niemals gut an. In der Psychologie stehen dahinter gleich mehrere Gründe: Bei solchen Anschuldigungen werden Betroffene mit dem erhobenen Zeigefinger von oben herab behandelt. Beschuldigte werden in eine Verteidigungshaltung gedrängt und schmettern jeden Vorwurf sofort zurück – egal, ob diese berechtigt oder unberechtigt sind.

Das führt gleich zum zweiten Punkt: Vorwürfe werden als unumstößliche Wahrheiten verkündet. Eigenes Empfinden wird als Fakt geäußert, das Gegenüber erhält kaum die Chance, seine Perspektive zu äußern. Zudem verärgern die typischen Merkmale eines Vorwurfs:

  • Pauschalisierungen
    „Nie füllst du das Kopierpapier nach!“ „Immer machst du das!“ – Vorwürfe nutzen Pauschalisierungen, um die Beschuldigung zu verstärken. Aus einem einmaligen Verhalten oder einer Ausnahme wird eine Regelmäßigkeit gemacht, die es so nicht gibt.
  • Übertreibungen
    Vorwürfe machen aus Kleinigkeiten Katastrophen. Das Fehlverhalten wird in den Anschuldigungen aufgebläht und übertrieben, um den Vorwurf zu rechtfertigen.
  • Du-Botschaften
    „Du hast schon wieder nicht den Müll rausgebracht!“ – Solche Du-Botschaften sorgen für einen direkten Angriff, statt die eigene Perspektive und Wahrnehmung zu äußern. Gleichzeitig erhebt sich der Sprecher moralisch über den Angegriffenen.
  • Charaktereigenschaften
    Aus dem gerügten Verhalten wird bei Vorwürfen gleich eine negative Charaktereigenschaft abgeleitet, die für den anderen (angeblich) typisch ist: „Du bist ja sooo unzuverlässig und vergesslich!“
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Vorwürfe kontern: 3 mögliche Reaktionen

Der erste Impuls bei einem Vorwurf: „Das lasse ich mir nicht gefallen!“ In der Praxis fällt es dennoch schwer, richtig auf Unterstellungen zu reagieren. Erst recht im Job. Beschuldigte fühlen sich in die Ecke gedrängt. Was können Sie tun?

Hier sind drei mögliche Reaktionen, mit denen Sie Vorwürfe kontern können:

1. Angriff

Getreu dem Motto „Angriff ist die beste Verteidigung“ schießen Sie verbal zurück, wenn Sie mit Vorwürfen konfrontiert werden. Sie können Gegenvorwürfe machen oder die Kompetenz des Gesprächspartners kritisieren. Beispiel: Wieso machst du mir überhaupt Vorwürfe? Du weißt doch gar nicht, wovon du da redest.“

Das Problem: Die Situation schaukelt sich hoch und eskaliert. Was als Vorwurf begann, wird schnell zu einem lautstarken Streit. Auch geht es schnell um Themen, die nichts mit den ursprünglichen Vorwürfen zu tun haben. Beide Seiten lenken ab und bringen neue Anschuldigungen vor, um die Diskussion zu gewinnen.

2. Rückzug

Statt sich zu den Vorwürfen zu äußern, ziehen Sie sich zurück und kehren dem anderen den Rücken zu. Sie versuchen über den Angriffen zu stehen und ignorieren das Gesagte. Gerade bei unberechtigten Beschuldigungen eine beliebte Reaktion. Die implizite Botschaft: „Das ist so absurd, das ist mir nicht einmal eine Antwort wert.“

Das Problem: Sie können nicht allen Vorwürfen aus dem Weg gehen. Manche werden so lange wiederholt, bis Sie sich diesen stellen müssen. Der Rückzug kann von anderen auch als Kritikunfähigkeit interpretiert werden. Weil das Problem und der Ärger auf beiden Seiten nicht wirklich gelöst werden, bleibt der Frust langfristig erhalten und schadet der Beziehung.

3. Entkräftung

Die meist beste Reaktion, wenn Sie Vorwürfe kontern wollen: Entkräften Sie die Aussagen Ihres Gegenübers ruhig und sachlich. Souveränität und rationale Argumente sind die beste Antwort auf unbegründete Anschuldigungen. Dazu gibt es mehrere Strategien:

  • Weisen Sie falsche Behauptungen zurück
    Der erste Schritt ist eine Richtigstellung der Aussagen: „Das mag Ihre Sicht der Dinge sein, Fakt ist aber, dass…“ oder auch „Das ist nur deine Meinung. Tatsächlich liegen die Dinge aber folgendermaßen…“ Sagen Sie deutlich, aber in einem ruhigen Ton, dass Ihr Gesprächspartner falsch liegt. Sie werden aktiv und übernehmen die Kontrolle, statt nur passiv beschuldigt zu werden.
  • Fragen Sie konkret nach
    Gerade bei Verallgemeinerungen und Übertreibungen ein effektives rhetorisches Mittel. Fallen Worte wie immer, nie, jeder oder alle, fragen Sie ganz konkret nach. Beispiel: „Du sagst, ich mache es immer. Wann war denn das letzte Mal?“ Schon hier weiß Ihr Gegenüber vermutlich nicht weiter und die Vorwürfe sind entkräftet.
  • Liefern Sie Gegenargumente
    Sind die Vorwürfe völlig aus der Luft gegriffen, können Gegenargumente die Unterstellungen entkräften. Beispiel: „Das stimmt so doch gar nicht, erst letztes Mal habe ich…“
  • Ziehen Sie die Vorwürfe ins Lächerliche
    Weniger ruhig und rational, aber wirksam: Übertreiben Sie Ihrerseits die Aussagen und ziehen Sie die Beschuldigungen damit ins Lächerliche. Beispiel: „Nie räumst du das Wohnzimmer auf!“ – „Zum Glück haben wir es überhaupt noch gefunden bei all dem Chaos, das ich immer hinterlasse.“

Das Problem: Je emotionaler und wütender Ihr Gegenüber ist, desto weniger empfänglich ist er für diese Reaktion. Statt einzulenken und zuzugeben, dass seine Vorwürfe haltlos waren, kommt es zur Eskalation und zur Flucht nach vorn. Sie sind vielleicht im Recht und können das belegen – eine echte Klärung bleibt dennoch aus.


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