Schlafpositionen Bedeutung: Was sie über uns verraten

Egal wie voll der Terminkalender und wie stressig der Job: Rund ein Drittel der Lebenszeit verbringt der Mensch im Schlaf. Schon deshalb spielen die Schlafpositionen eine große Rolle. Studien zufolge leiden rund 40 Prozent der Deutschen unter Schlafstörungen oder haben Schwierigkeiten beim Einschlafen. Viele wühlen und wälzen sich durch verschiedene Schlafpositionen. Die entscheiden aber nicht nur darüber, wie gut oder schlecht wir schlafen. Forscher sagen: Die Schlafposition selbst verrät viel über unsere Persönlichkeit und Verhaltensweisen…

Schlafpositionen Bedeutung: Was sie über uns verraten

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Schlafpositionen: Wie sie wirken und was sie verraten

Um gut einzuschlafen, haben Schlafpositionen eine zentrale Bedeutung. Viele können nur in einer ganz bestimmten Position einschlafen. Liegen sie anders, finden Sie einfach keine Ruhe. Anders sieht es nach dem Einschlafen aus: Wir alle wälzen uns regelmäßig im Schlaf und wechseln die Position. Als „Schlafpositionen“ werden daher vor allem unsere bevorzugten Einschlafpositionn bezeichnet. Die kann Vorteile und Nachteile haben. Bemerkenswert daran ist aber, dass Schlafforscher jetzt aus den jeweiligen Schlafpositionen Lebensgewohnheiten und Charaktereigenschaften ableiten können wollen. Daran kann man glauben oder nicht, amüsant ist es allemal:

Rückenschläfer

Auf dem Rücken waagerecht im Bett liegend, die Arme ruhen seitlich davon auf dem Laken – diese Schlafposition gilt als besonders gesund. Vorausgesetzt, die Matratze ist gut, entspannt diese Haltung Rücken und Nacken am besten. Allerdings nur dann, wenn die Wirbelsäule wirklich gerade bleibt. Wer zu viele oder zu hohe Kissen nutzt, sorgt für eine falsche Stellung der Nackenwirbel. Besonders für die Tiefschlafphase soll eine Schlafposition auf dem Rücken von Vorteil sein. Wer so schläft, berichtet über eine bessere und längere Nachruhe. Nachteil: Nicht wenige tendieren in dieser Schlafposition zum Schnarchen. Zudem finden viele diese Lage im Bett nicht gemütlich genug, um einzuschlafen. Trotz gesundheitlicher Vorteile fällt es entsprechend dann entsprechend schwer, sich diese Schlafposition anzugewöhnen.

Forscher bezeichnen die Rückenlage als „offene und verletzliche“ Position. Schläfer dieses Typs beweisen daher ihr ausgeprägtes Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen. Es seien oft starke Persönlichkeiten, die so einnicken. Viele Workaholics, Gründer und Manager bevorzugen angeblich diese Position.

Bauchschläfer

Vertreter dieser Einschlafhaltung liegen am liebsten auf dem Bauch mit dem Gesicht ins Kissen vergraben, die Arme meist vor dem Kopf verschränkt oder ins Kissen gewühlt. Es ist eine der beliebtesten Positionen, bei der jedoch große Vorsicht geboten ist. Ob Sie dabei durchs Kissen atmen oder eher mit dem Kopf zur Seite kauern: Die Haltung bringt für Nacken und Rücken in der Regel kaum Entlastung. Durch den Druck auf Brust und Bauch wird die Atmung gehemmt. Erholsamer Schlaf wird somit erschwert. Durch die verdrehte Haltung des Kopfes in dieser Schlafposition entstehen zudem fast zwangsläufig Verspannungen. Auch klagen notorische Bauchschläfer am Morgen häufig über Schmerzen im Lendenbereich. Experten raten deshalb dazu, sich an andere Schlafpositionen zu gewöhnen.

Wer bevorzugt in dieser Position einschläft, ist laut Studien häufig ein Gewohnheitstier, mit Tendenzen zur Dickköpfigkeit und zum Eigensinn bis hin zu zwanghaften Verhaltensneurosen. Naja. Es gibt aber auch etwas Positives daran: Liebhaber dieser Schlafposition sind häufig enorm zielorientiert und setzen sich gerne durch.

Seitenschläfer

Die mit Abstand beliebteste Schlafposition: Auf der Seite, den Kopf gemütlich auf dem Kissen, die Hände entspannt unter dem Kopf oder an der Seite. Deutlich mehr als die Hälfte aller Menschen schläft so am liebsten und besten ein. Ob linksrum oder rechtsrum ist egal. In den meisten Fällen ist das Schlafen auf der Seite gesund und unschädlich. Wichtig ist, dass die Wirbelsäule nicht verdreht wird, sondern möglichst gerade auf der Seite liegt. Ansonsten drohen Schmerzen am nächsten Morgen. Achten Sie zudem darauf, dass Sie nicht zu sehr mit Kopf und Kissen auf Ihrer Hand liegen, da diese sonst taub werden kann. Leider hat auch die beliebte Schlafposition ein paar Nachteile: Durch den langen Kontakt von Wange und Kissen können Hautunreinheiten entstehen und Pickel gefördert werden. Regelmäßig frische Bettwäsche hilft hier jedoch bereits weiter. Vorsicht ist bei Schulterleiden geboten, denn die unten liegende Schulter wird in dieser Schlafposition spürbar mehr belastet.

Ein Pluspunkt laut Forschern: Wer so einschläft, ist tendenziell das, was man einen umgänglichen Typ nennt – versöhnlich, kompromissbereit, sanft, harmoniebestrebt.

Embryonalschläfer

Die extremere Variante des Seitenschläfers. Die Beine sind stark angewinkelt, der Rücken eingerollt, die Arme schützen den Oberkörper. Manchmal klemmen sich diese Schlaftypen auch noch ein Kissen oder Laken zwischen die Beine. Einerseits: Wer wünscht sich das nicht – wieder geborgen wie ein Baby einschlafen? Andererseits belastet die starke Krümmung der Wirbelsäule mehr, als sie entspannt. Der eingeklemmte Bauch verhindert zudem eine tiefe Atmung. Falls irgendwie möglich, sollte deshalb lieber zur deutlich gesünderen Variante des Seitenschläfers gewechselt werden.

Was diese Schlafposition verrät? Sie deutet auf einen hochemotionalen, sensiblen Menschen mit starkem Bindungsdrang hin, der zudem an monogamen Beziehungen interessiert ist.

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Was ist Ihre liebste Schlafposition?

Das folgende Raster zeigt verschiedene Varianten der häufigsten Schlafpositionen. Es funktioniert wie beim Schach: Buchstabe und Zahl bilden die Koordinaten für Ihre liebste Schlafposition. Im Anschluss erhalten Sie eine kurze Information, wie gut diese für Ihre Nachtruhe ist.

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  • A 1: Eine gute und gesunde Schlafposition. Die Rückenlage ist empfehlenswert, achten Sie nur darauf, durch die Drehung des Kopfes die Wirbelsäule nicht allzu stark zu krümmen.
  • A 2: Die Mischung aus Rückenlage und Embryonalstellung sorgt für einen verdrehten Rücken. Besser wäre es, wenn Sie sich für eine der beiden Schlafpositionen entscheiden.
  • A 3: Für Bauchschläfer ist diese Schlafposition ein Traum, Experten empfehlen jedoch, sich an eine andere zu gewöhnen. Sie entspannen weder Rücken noch Nacken.
  • A 4:Der gerade Rücken in dieser Schlafposition ist ein großer Vorteil. Noch besser wäre nur, wenn die Hüfte nicht rotiert wird.
  • A 5:Für Schlafexperten die optimale und gesündeste Position. Der Rücken gerade, Nacken und Schultern gut gestützt.
  • A 6:Ein stark angewinkeltes Bein ist nicht schlimm, solange die restliche Schlafposition stimmt. Hier könnte der Kopf ein wenig gerade gehalten werden, um den Druck auf die Nackenmuskulatur zu reduzieren.
  • B 1: Ungesunde Bauchlage mit verdrehtem Kopf – keine gute Schlafposition.
  • B 2: Zwar bleibt der Rücken sehr gerade, doch die starke Drehung des Kopfes belastet den Nacken. Zudem leiden Knie und Beine unter großer Belastung.
  • B 3: Die leichte Krümmung der Wirbelsäule könnte zu leichten Verspannungen führen.
  • B 4: Hier bleibt der Rücken etwas gerader, wodurch die Wirbelsäule weniger belastet wird. Vorsicht gilt bei der seitlichen Rotation, um sich während des Schlafs nicht zu verdrehen.
  • B 5: Wer so schlafen kann, macht alles richtig.
  • B 6: Eine gute Schlafposition. Gerade Rücken und entspannte Nackenmuskeln vermeiden ein schmerzhaftes Aufwachen.
  • C 1: Seitenschläfer mit angewinkelten Beinen. Nicht ganz so stark wie in der Embryonalposition. Eine sehr gute Schlafposition, da der Rücken – wie hier abgebildet – sehr gerade bleibt.
  • C 2: Ein klassischer Embryonalschläfer. Durch die extrem angezogenen Beine wird der Rücken gekrümmt und die Atmung erschwert. Lieber die Beine in eine gestrecktere Position bringen.
  • C 3: Die Seitenschläferposition ist gut, doch der eingeknickte Kopf sorgt für eine gekrümmte Wirbelsäule. Verspannungen in Nacken und Rücken sind die Folge.
  • C 4: Der Rücken bleibt in diesem Beispiel vorbildlich gerade. Leider ist der Nacken durch die Drehung stark angespannt.
  • C 5: Auch mit dem Kopf neben dem Kissen bleibt die Belastung für Rücken und Nacken in der Bauchlage erhalten.
  • C 6: Eine grundsätzlich gute Schlafposition. Empfehlenswert wäre jedoch, Nacken und Kopf gerader über den Körper zu bringen. Das nimmt die Krümmung aus der Wirbelsäule und entspannt den Rücken.
  • D 1: Eine gute Schlafposition für Rücken und Nacken. Allerdings können die Schultern und Arme schmerzen, wenn diese über einen längeren Zeitraum nach oben gehalten werden.
  • D 2: Hier wird Rücken- und Seitenschläfer kombiniert. Der untere Rücken ist durch die Rotation in der Hüfte leicht verdreht, ansonsten eine gute Schlafposition.
  • D 3: Diese Schlafposition auf dem Rücken wäre sehr empfehlenswert, wenn ein Kissen unter dem Kopf liegen würde.
  • D 4: Gut, weil der Rücken gerade ist. Schlecht, weil Druck auf dem Bauch die Atmung erschwert und der Kopf stark zur Seite verdreht wird. Zusätzlich wäre ein Kissen gut, um die Position des Kopfes zu unterstützen.
  • D 5: Auf dem Rücken ohne Kopfkissen zu schlafen, ist keine gute Idee. In dieser Schlafposition fehlt dem Kopf die benötigte Unterstützung. Der Nacken wird überdehnt und verspannt. Zudem erschwer im Bild das Kissen über den Gesicht die Atmung.
  • D 6: Eine häufige Bauchschläferposition – leider nicht gut für den Körper. Die Wirbelsäule ist leicht verdreht, der Nacken stark angespannt. Versuchen Sie lieber, auf dem Rücken oder der Seite zu schlafen.
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Guter und regelmäßiger Schlaf lässt sich nicht ersetzen

Wir alle brauchen genug Schlaf – um uns zu erholen, klarer denken zu können, Neues zu lernen. Wer schlecht schläft, fühlt sich am nächsten Tag wie gerädert und ist bereits am Mittag kaum noch leistungsfähig, erschöpft und übermüdet. Dabei ist regelmäßiger und guter Schlaf ein regelrechter Jungbrunnen, bei dem wir uns nicht nur psychisch erholen, sondern auch körperlich regenerieren. Verantwortlich dafür ist insbesondere das Wachstumshormon „Somatotropin“, das nur während des Tiefschlafs ausgeschüttet wird und für das Wachstum sowie die Erneuerung unserer Zellen sorgt. Aus dem Grund ist es zum Beispiel auch so wichtig, dass wir regelmäßig tief und durchschlafen, sonst verringert sich das Zellwachstum und wir bekommen schneller Falten.

Zudem kennt jeder aus eigener Erfahrung, welche Auswirkungen schlechter und zu wenig Schlaf auf die Stimmung haben kann. Man ist gereizt, von anderen genervt und geht schneller an die Decke. Ein Pulverfass, wenn im Büro mehrere Kollegen aufeinander treffen, die keine gute Schlafposition gefunden haben und sich gegenseitig an den Kragen gehen.

Regelmaessiger Schlaf Schlafdauer Schlafmenge Grafik

Gesunder Schlaf in 5 Phasen

Gesunder Schlaf verläuft – typischerweise – in fünf Phasen:

  1. Phase 1
    Wenn wir zu Bett gehen, fährt der Organismus allmählich runter, Blutdruck und Körpertemperatur sinken ab, wir schlafen ein.
  2. Phase 2
    In der Tiefschlafphase setzt der Körper vor allem auf Erholung, wir regenerieren uns – dank Somatotropin.
  3. Phase 3
    In der dritten Phase verarbeitet das Gehirn die Eindrücke des Tages und lernt, Folge: Wir träumen besonders wild. Die Körpertemperatur erreicht jetzt ihren Tiefststand.
  4. Phase 4
    Jetzt sind körperliche Erneuerung und Lernprozess abgeschlossen, der Hormonmix verändert sich: Statt Melatonin strömt nun vermehrt das Aufwachhormon Kortisol durch die Blutbahnen. Wir schlafen immer flacher, träumen aber umso wilder, nicht selten auch Erotisches.
  5. Phase 5
    In der fünften Phase kommt eine ordentliche Dosis des Sexualhormons dazu sowie ein Schuss Ghrelin – das Hormon sorgt für wachsenden Hunger. Folge: Wir wachen auf.

6 Anzeichen, dass Sie schlecht schlafen

Ob Sie eine gute Schlafposition haben, die guten Schlaf ermöglicht, machen Sie vermutlich an zwei Faktoren aus: Der Länge des Schlafes und der Erholung am nächsten Morgen. Das sind gute Indizien. Doch sollten Sie ebenso auf Anzeichen achten, die schlechten Schlaf erkennen lassen. Schlaflosigkeit ein Gesundheitsrisiko! Es offenbart sich im Alltag durch viele Symptome. Zum Beispiel diese sechs:

  • Übergewicht
    Schlaflose haben ein erhöhtes Risiko für Übergewicht. Studien deuten auf einen Zusammenhang von weniger als sechs Stunden Schlaf und einem erhöhten Body Mass Index (BMI) hin.
  • Immunsystem
    Wer nur sechs Stunden oder weniger schläft, hat ein vierfach erhöhtes Risiko, sich eine Erkältung einzufangen. Diese Zahlen präsentierte ein Team von der Universität von Kalifornien.
  • Konzentrationsfähigkeit
    Erinnerungsvermögen und Konzentrationsfähigkeit leiden enorm unter Schlafmangel, warnt Philip Alapat vom Schlaflabor am Baylor College of Medicine. Gerade vor Prüfungen solle man mindestens acht Stunden schlafen. Generell seien für Studenten sogar acht bis neun Stunden Schlaf optimal.
  • Unfallgefahr
    Müdigkeit am Steuer ist ein Unfallrisiko – das sagt schon der gesunde Menschenverstand. Wissenschaftler der Uni Bologna konnten nachweisen, dass Heranwachsende sogar ein doppelt so großes Unfallrisiko haben, wenn sie müde sind oder schlecht geschlafen haben.
  • Lustlosigkeit
    Schlafmangel kann jegliche Motivation auf den Nullpunkt senken. Schuld daran sind Auswirkungen im Hormonhaushalt. Mediziner der Universität Chicago haben nachgewiesen, dass zu wenig Schlaf den Testosteronspiegel gesunder junger Männer auf Sinkflug schickt. Folgen: Mattheit, Kraft- und Lustlosigkeit.
  • Alterung
    Je weniger Erwachsene schlafen, desto schneller altern ihre Gehirne. Auf diese prägnante Formel bringen Wissenschaftler der Duke-NUS Graduate Medical School in Singapur ihre Forschungsergebnisse. Sieben Stunden Schlaf seien der Idealwert. Der könne sogar Bluthochdruck, Diabetes, Herzerkrankungen und Schlaganfall vorbeugen.

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[Bildnachweis: Karrierebibel.de]
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17. Oktober 2020 Jochen Mai Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Der Autor mehrerer Bücher doziert an der TH Köln und ist gefragter Keynote-Speaker, Coach und Berater.


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