Sitzhaltung: Du bist, wie du sitzt

Welche subtilen Botschaften und welch tiefere Symbolik manchen Verhaltensweisen und Sitzordnungen im Büro innewohnen, versuchen Wissenschaftler, allen voran Psychologen und Verhaltensforscher, schon seit Jahren zu dekodieren. Herausgekommen ist dabei allerlei Heiteres, Nachdenkliches und Nützliches. Aber auch viel Falsches: So dachte man lange Zeit, der Stammplatz, also jener Ort, den wir im Meeting immer wieder gerne einnehmen, markiere eine Art Territorium. Heute weiß man: Der Sitzplatz am Konferenztisch markiert vielmehr unseren Rang im Team und die Rolle, die wir in der Gruppe einnehmen (wollen). Damit aber nicht genug: Auch wie wir sitzen – ob nun im Meeting oder am eigenen Schreibtisch – offenbart, mit welchen Typen wir es zu tun haben…

Sitzhaltung: Du bist, wie du sitzt

Sitzhaltungen: 7 Sitztypen im Büro

Jeder von uns sitzt anders. Im Laufe des Tages sowieso – hoffentlich: Gelegentliche Bewegung und damit ein Wechselspiel aus Be- und Entlastung ist gut für die Wirbelsäule und die Rückenmuskulatur (Stehen aber auch!), dauerhaftes Sitzen ist ein Killer. Aber natürlich hat so mancher auch seine ganz individuelle Lieblingsposition und Sitzhaltung. Ganz typisch sind dabei die folgenden sieben Typen…

Achtung, die folgende Charakterisierung könnte Spuren von Ironie enthalten.

  • Der Zombie

    Sitztypen-ZombieEs ist nicht ganz klar, ob dieser Typ zum Inventar gehört oder einfach nur untot ist. Körperliche Regungen sind ihm fremd: Arme streng angelegt, Hände auf der Tastatur, tippend. Mehr ist nicht. Ersetzt spielend jeden Arbeitsroboter und wird nie krank. Gesellig leider auch nicht. Trägt gerne Motivkrawatten und hätte am liebsten eine Affäre mit der Praktikantin aus der Poststelle. Falls die ihn anspricht.

    Bester Freund: der Workoholic.


  • Der Glöckner

    Sitztypen GloecknerSieht zwar noch nicht so aus – bei der Haltung ist der Buckel aber nur noch eine Frage der Zeit. Projekte packt er energisch an. Einige bringt er auch zu Ende. Mag gerne Pasta mit Sahnesoßen und kennt alle Folgen von The Big Bang Theory. Belehrt überdies gerne Kollegen und betont, dass er sich für die Firma krumm macht. Stimmt ja auch. Irgendwie.

    Bester Freund: der Zombie.


  • Die Rückenschonerin

    Sitztypen-RückenschonerBrilliert mit einer Sitzhaltung wie aus dem Ergonomie-Lehrbuch: Gut für den Rücken, aber latent steif. Das Mittagessen mit den Kollegen wird von ihr genauso akribisch über Outlook organisiert wie die Geburtstagsmails für die wenigen Freunde. Hört während der Arbeit oft Radio. Schlager. Oder Bon Jovi. Kennt sich prima auf Mallorca aus. Und mit der Zalando-App.

    Beste Freundin: die Artistin.


  • Der Schläfer

    Sitztypen-SchläferDie Prioritäten sind bei ihm klar verteilt: Erst Geld, dann Leben. Am Ende der Job. Dieser Typ ist tiefenentspannt bis in die Haarspitzen und eine Evolutionsstufe weiter als der Glöckner. Allerdings auch weniger produktiv. Immerhin: Er macht so auch deutlich weniger Fehler. Feiert nächstes Jahr sein 25-jähriges Betriebsjubiläum und gibt vielleicht dazu einen aus. Vielleicht. SPD-Mitglied.

    Bester Freund: der Glöckner.


  • Der Workaholic

    Sitztypen-WorkoholicDas Gegenteil vom Schläfer: Dieser Sitztyp ist immer in Bewegung und perfekt zwischen beiden Schreibtischseiten ausbalanciert. Erstaunlicherweise wird die Arbeit dennoch nicht weniger. Kollegen versorgt er gerne mit wichtigen Updates und lustigen Mails. Den Chef mit wichtigen Updates und Mails über die Kollegen. Leptosom.

    Bester Freund: die Rückenschonerin.


  • Die Artistin

    Sitztypen-ArtistEs gibt nicht nur eine Art, auf einem Bürostuhl zu sitzen. Diese gelenkige Sitztype kennt alle Alternativen – und probiert auch alle im Laufe des Tages durch. Was für die Rückenmuskulatur eine wunderbare Abwechslung ist, kann für das Büroklima zur Belastung werden. Spätestens wenn die Haltung zur Pose wird. Interessiert sich privat für Zumba, Yoga, Gala. Möchte seit Jahren Salsa-Tanzen lernen.

    Bester Freund: der Boss.


  • Der Boss

    Sitztypen-BossSitzt eigentlich völlig normal. Dafür entwickelt sein Bürostuhl ein eigenes Gravitationszentrum. Manche bekommen auch eine eigene Postleitzahl dafür. Gut so: Man muss schließlich Größe zeigen, wo man kann. Kommt auch schon mal später und geht dafür früher. Grund: Termine, Termine! Connoisseur. Weintrinker. Golfspieler.

    Bester Freund: der Workoholic.

[Bildnachweis: Aleutie, lalilele13, Iveta Angelova, jesadaphorn,
Doremi, Forewer, Kuvshinova Nadezhda by Shutterstock.com]
22. Oktober 2015 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.

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