Workout Zeiten: Besser morgens oder abends?

Ein gepflegtes Workout macht fit und munter. Da sind sich fast alle einig. Bleibt die Frage: Zu welcher Tageszeit jogge, pumpe und schwitze ich eigentlich am effektivsten? Ist körperliches Training besser als Aufwärm- oder als Feierabendprogramm geeignet? Karrierebibel hat die besten Argumente für Früh- und Spätsport

Workout Zeiten: Besser morgens oder abends?

Workout Zeiten: Morgens oder abends?

Wann ist die beste Zeit fürs Workout: morgens vor der Arbeit oder abends danach? Klar: Immer dann, wenn Sie Zeit haben.

Das ist die einfache Antwort. Komplizierter wird’s, wenn man die Frage aus physiologischer Sicht betrachtet. Wenn man das optimale Ergebnis für seinen (Noch-nicht-ganz-)Traumbody herausholen will. Dann nämlich macht es einen Unterschied, ob Sie morgens, mittags oder abends auf die Strecke gehen.

Hier sind die besten Argumente für Früh- und für Spätsportler.

Laufen: Was für den Vormittag spricht

Die Forscher der Appalachian State University wissen es ganz genau: 7 Uhr vormittags, das ist die angeblich beste Zeit zum Trainieren. Jedenfalls für diejenigen, die ihren Blutdruck senken und nachts gut schlafen wollen.

Das Team um Scott Collier beobachtete dafür Blutdruck und Schlafgewohnheiten von 40- bis 6o-Jährigen, die im Rahmen der Studie moderat – dreimal pro Woche jeweils ca. 30 Minuten – trainierten. Die Probanden begaben sich dafür auf ein Laufband und joggten um 7 Uhr, 13 Uhr oder 19 Uhr.

Ergebnis: Die Frühsportler (7 Uhr) konnten ihren Blutdruck für den Rest des Tages um rund zehn Prozent senken, nachts fiel er sogar um stolze 25 Prozent. Und: Sie schliefen länger und fester.

„Zu unserer Überraschung war 7 Uhr die bessere Trainingszeit als 19 Uhr, wenn es darum ging, den Blutdruck zu senken und einen besseren Schlaf zu haben“, so Collier. „Die, die um 13 Uhr trainierten, hatten dagegen kaum Vorteile in Bezug auf Blutdruck oder Schlaf.“

Vormittags: Körpergewicht runter

Und noch ein Argument: Das Vormittags-Workout baut schneller überschüssiges Körpergewicht ab.

In einer recht spektakulären Studie aus dem Jahr 2010 überredeten belgische Wissenschaftler gesunde junge Männer dazu, sich sechs Wochen lang regelrecht vollzustopfen. Sie sollten 30 Prozent mehr Kalorien und 50 Prozent mehr Fett zu sich nehmen als zuvor. Manche der Teilnehmer trieben nun gar keinen Sport, andere verfolgten einen ambitionierten Trainingsplan, den sie immer nach dem Frühstück in Angriff nahmen. Die dritte Gruppe spulte das gleiche Trainingsprogramm ab wie die zweite, aber noch vor dem ersten Bissen am Morgen.

Nach sechs Wochen war die erste Gruppe erwartungsgemäß in einem erbarmungswürdigen Zustand. Die Männer hatten sich neue Fettzellen angefressen, spürbar an Gewicht zugelegt, auch der Blutzuckerspiegel war auf einem bedenklichen Level. Die Männer, die nach dem Frühstück mit dem Workout losgelegt hatten, nahmen ebenfalls – wenngleich nur moderat – zu, hatten aber auch Probleme mit ihrem Glukosespiegel.

Die dritte Gruppe aber, die vor dem Frühstück lostrainiert hatte, packte so gut wie keine Pfunde drauf und hielt auch ihren Blutzuckerspiegel auf einem konstanten, gesunden Niveau. Ihre Teilnehmer verbrannten tagsüber mehr Fett als die anderen.

Schlussfolgerung: Wer effektiv Pfunde abstreifen (bzw. nicht an Gewicht zulegen) will, sollte es mit einem Vor-Frühstücks-Workout versuchen.

Laufen: Was für den Abend spricht

Die University of Chicago empfiehlt hingegen den Spätsport. In einer Studie teilte sie 40 gesunde Männer zwischen 20 und 30 in fünf Gruppen auf. Vier Teams trainierten intensiv auf einem Stepper, morgens, nachmittags, abends oder nachts, während die fünfte Gruppe auf das Training verzichtete.

Die Blutproben zeigten: Die Hormone Cortisol und Thyreotropin – das eine ist entzündungshemmend, das andere fördert die Jod-Aufnahme – gingen bei denen stärker nach oben, die abends oder nachts trainiert hatten. „Das deutet darauf hin, dass sich unser Stoffwechsel gut an regelmäßiges Training anpasst und dass es besser sein könnte, abends nach der Arbeit zu trainieren statt vormittags“, so Studienautor Orfeu Buxton.

Workout Zeiten: Qual der Wahl

Wann laufe ich am besten? Das hängt – unabhängig von den oben genannten Studien – natürlich auch davon ab, ob man zur Spezies der Lerchen oder Eulen zählt. Frühaufsteher kommen schneller in die Laufpuschen, für Morgenmuffel könnte ein Training noch vor dem Frühstück Höllenqualen gleichkommen.

Interessant dabei: Forscher der Uni Birmingham wollen herausgefunden haben, dass der Unterschied zwischen minimaler und maximaler Leistung an einem Tag bis zu 26 Prozent betragen kann. Demnach ist 12 Uhr für Frühaufsteher ein guter Zeitpunkt, um eine Top-Leistung abzurufen, 19 bis 20 Uhr für die Langschläfer.

Den besten Rat aber hat Leichtathletik-Coach John Trower, der schon die britische Speerwurf-Legende Steve Backley trainiert hatte. Morgens würden Top-Athleten meist an ihrer Technik feilen, zwischen 16 und 18 Uhr ginge es körperlich dann richtig zur Sache. Das müsse aber nicht für alle der perfekte Zeitplan sein.

„Manche sind Morgenmenschen, andere haben abends mehr Energie. Es ist eine persönliche Wahl.“

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30. September 2016 Autor: Sebastian Wolking

Sebastian Wolking ist Redakteur der Karrierebibel. Er hat Geschichte, Politikwissenschaften und Germanistik studiert und als Online-Redakteur gearbeitet. Sein Interesse gilt den Veränderungen des Arbeitsmarktes durch die digitale Revolution.

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