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Stimmungsschwankungen: Ursachen + Was dagegen tun?

Stimmungsschwankungen kennt jede(r): schlechtes Wetter, hormonelle Veränderungen, Stress, Montag… Solche Auslöser sind normal. Treten die Gefühlsschwankungen aber gehäuft, heftig und grundlos auf, sollten Sie hellhörig werden und etwas unternehmen. Welche Ursachen hinter wechselnden Stimmungen stecken und was Sie gegen starke Stimmungsschwankungen tun können…



Stimmungsschwankungen: Ursachen + Was dagegen tun?

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Was sind Stimmungsschwankungen?

Stimmungsschwankungen bezeichnen in der Psychologie schnelle und häufige Wechsel zwischen verschiedenen Emotionen – umgangssprachlich auch: „Wechselbad der Gefühle“. Das Spektrum reicht von Liebe und Freude über Trauer, Frust oder Wut bis hin zu Verzweiflung und Ohnmacht.

Gefühlsschwankungen und unterschiedliche Launen sind bis zu einem gewissen Grad völlig normal. Die hat jeder mal. Bedenklich werden extreme Stimmungsschwankungen, wenn Sie regelmäßig und radikal auftreten – zum Beispiel von einem Moment auf den anderen von himmelhoch jauchzend auf zu Tode betrübt wechseln. Passiert das häufig und schnell hintereinander, sprechen Psychologen auch von Stimmungslabilität oder Affektlabilität.

2 Arten von Stimmungsschwankungen

In der Psychologie und Medizin werden zwei Arten von Stimmungsschwankungen unterschieden:

  1. Physiologische Stimmungsschwankungen

    Darunter fallen alle normalen Stimmungswechsel, wie sie zum Beispiel in der Pubertät, beim prämenstruellen Syndrom (PMS), in der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren auftreten.

  2. Pathologische Stimmungsschwankungen

    Hierunter fallen schnell wechselnde und extreme Gemütslagen, die ihre Ursachen in einer psychischen Erkrankung (Burnout, Depression, Borderline-Syndrom) oder in einem schweren Trauma haben können.

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Stimmungsschwankungen Symptome

Starke emotionale Schwankungen in der Gemütslage machen sich auf unterschiedliche Weise bemerkbar. Zu den auffälligsten Symptomen und Begleiterscheinungen gehören:

  • Schnelle Laune-Wechsel ohne Grund
  • Extreme Stimmungschwankungen
  • Lustlosigkeit und Antriebslosigkeit
  • Erhöhte Reizbarkeit
  • Ess- und Schlafstörungen
  • Körperliche Beschwerden

Werden die Stimmungstiefs und extremen Schwankungen zum Dauerzustand und lassen sich kaum noch ausgleichen, sind das allerdings Warnzeichen. Das ist nicht mehr normal und Sie sollten darüber mit Ihrem Hausarzt sprechen.

Wettereffekt: Schlechtes Wetter = schlechte Stimmung?

Draußen Regen, drinnen Trübsinn: Schlechtes Wetter macht angeblich schlechte Laune. Stimmt aber nicht! Studien um den niederländischen Psychologen Marcus Huibers zeigen: Den Wetter-Effekt gibt es nicht. Weder machen Sonnenschein und hohe Temperaturen die Menschen glücklicher, noch schlägt uns das Grau in Grau schwer aufs Gemüt.

Was aber stimmt: Die Jahreszeiten wirken sich die Stimmung aus. So kämpfen viele in der dunklen Jahreszeit mit einer typischen Winterdepression. Grund hierfür ist der Serotonin- und Vitamin-D-Mangel, dem Sie z.B. mit einer Lichttherapie vorbeugen können. Wenn der Winter weicht und die Tage länger werden, bekommen dagegen viele wieder gute Laune.


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Ursachen: Was ist der Grund für Stimmungsschwankungen?

Stimmungsschwankungen können erkennbare Auslöser haben – zum Beispiel akuter Stress auf der Arbeit. Oder private Beziehungsprobleme und Ärger mit dem Partner. Ebenso können Lebenskrisen und Existenzängste psychologische Auslöser sein.

Die häufigste Ursache für die emotionale Berg- und Talfahrt ist eine hormonelle Umstellung des Körpers – zum Beispiel in der Pubertät, bei Frauen in der Schwangerschaft (danach: Babyblues), in den Wechseljahren oder beim Prämenstruellen Syndrom (PMS). Begleiterscheinungen sind oft Hitzewallungen, Libidostörungen, Schwindelgefühle, Übelkeit, Unterleibskrämpfe und Schlafstörungen.

Darüberhinaus gibt es Ursachen, die vielen nicht bewusst sind:

  • Natrium-Mangel

    Nehmen wir zu wenig Natrium auf (wie es in Mineralwasser vorkommt), können niedriger Blutdruck, Kreislaufstörungen und Stimmungsschwankungen die Folgen sein.

  • Magnesium-Mangel

    Auch eine Unterversorgung mit Magnesium kann Stimmungsschwankungen sowie erhöhte Reizbarkeit auslösen. Je nachdem wie groß diese Unterversorgung ausfällt, kann es auch zu Kopfschmerzen, Nervosität, Herzrasen oder Angstzuständen kommen.

  • Serotonin-Mangel

    Ein Mangel des Wohlfühlhormons Serotonin im Gehirn kann Stimmungsschwankungen auslösen. Oft deutet das auf falsche oder einseitige Ernährung hin. Hier hilft es meist, Hirse oder Cashewnüsse zu essen. Sie enthalten wichtige Aminosäuren, aus denen der Körper Serotonin bilden kann.

  • Unterzuckerung

    Zucker ist ein wichtiger Energieträger für den Körper. Essen und trinken wir zu wenig, kann es zur Hypoglykämie kommen – der Unterzuckerung. Folgen: Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen, Erschöpfung, Heißhunger auf Süßes – und Stimmungsschwankungen.

  • Alkohol- und Drogenkonsum

    Wer zu viel Alkohol trinkt, sollte häufigere Stimmungsschwankungen ernst nehmen. Neben Mattheit, Hautauffälligkeiten (Gelbstich) und Gedächtnisausfällen deuten diese auf eine mögliche Schrumpfleber hin. Generell wird der Drogenkonsum von emotionalen Störungen begleitet.

  • Medikamente

    Sogar Medikamente wie die Pille sowie Antibiotika und Beta-Blocker können Stimmungsschwankungen begünstigen. Dazu zählt teils auch Medikamente, die zur Krebsbehandlung eingesetzt werden sowie – so paradox es klingt – Antidepressiva.

Teilweise können Stimmungsschwankungen erste Anzeichen für eine schwerwiegende Erkrankung sein. So treten diese beispielsweise auch bei einer Schilddrüsenüberfunktion, bei beginnender Demenz, Multipler Sklerose oder bei der Parkinsonkrankheit begleitend auf.

Häufige Stimmungsschwankungen? Bitte Arzt aufsuchen!

Generell sollten Stimmungsschwankungen nicht überbewertet werden. Niemand ist 365 Tage im Jahr gut drauf. Treten die Gefühlsschwankungen aber häufig und heftig auf, sollten Sie einen Arzt oder Psychologen konsultieren. Vor allem dann, wenn Ihre Stimmungsschwankungen folgende Symptome aufweisen:

  • Die Schwankungen treten in jüngster Zeit immer öfter auf.
  • Es gibt keinen erkennbaren Grund dafür.
  • Ihre Launen schlagen besonders heftig und häufig um.
  • Die Stimmungswechsel halten über einen langen Zeitraum an.
  • Neben den Stimmungen gibt es auch körperliche Veränderungen.

Stimmungsschwankungen beim Mann

Beim Thema Stimmungsschwankungen dominiert meist die Sicht auf Frauen. Doch Männer können genauso unter starken Stimmungsschwankungen leiden wie Frauen. Zwar fallen bei ihnen biologisch oder Zyklus bedingte Gründe wie die Periode oder Wechseljahre weg. Dafür stehen viele im Job unter einem Leistungs- und Erfolgsdruck. Erste depressive Verstimmungen kompensieren Männer allerdings oft durch Arbeitswut, aggressives Verhalten oder höherem Alkoholkonsum. Auch ein sinkender Testosteronspiegel im Alter geht laut einer schottischen Studie häufig mit gereiztem und launischen Verhalten einher.


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Was tun gegen Stimmungsschwankungen?

Was hilft gegen Stimmungsschwankungen? – Falls die Ursache eine psychische oder physische Erkrankung ist, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen und sich medizinisch behandeln lassen bzw. eine Therapie machen. Bei leichteren Fällen gibt es ein paar Hausmittel und bewährte Empfehlungen, die gegen Stimmungsschwankungen helfen oder diesen vorbeugen:

Besser essen

Einseitige Ernährung ist ungesund und der Humus für Stimmungsschwankungen. Vor allem viel Süßes, Alkohol oder Tabak sorgen für einen Gewöhnungseffekt: Bekommt der Körper dann nicht mehr seine gewohnte Dosis, reagiert er darauf mit einem Stimmungstief. Essen Sie stattdessen abwechslungsreich und mehr Lebensmittel mit der Aminosäure L-Trypothan – die sorgt für gute Laune. Dazu zählen Bananen und Avocados, ebenso Lachs, Sardinen, Käse und Kartoffeln. Ebenfalls gut sind Produkte, die Omega-3-Fettsäuren enthalten: Walnüsse, Sonnenblumenkerne oder Makrelen.

Heilpflanzen nutzen

Bestimmte Heilpflanzen und pflanzliche Mittel, wie Baldrian, Johanniskraut, Lavendel oder Melisse wirken beruhigend und können – als Tee verabreicht – depressive Verstimmungen ebenso wie Stimmungsschwankungen ausgleichen. Bei hormonell bedingten Verstimmungen empfehlen manche auch Mönchspfeffer, Rotklee oder Traubensilberkerze. Letztere soll vor allem die Beschwerden in den Wechseljahren (Hitzewallungen, Schweißausbrüche) lindern.

Genügend schlafen

Müdigkeit infolge von Überstunden oder Schlafstörungen sind Gift für das Gemüt. Wer zu wenig schläft, ist häufig gereizt, unkonzentriert oder vergesslich. Genügend und vor allem regelmäßiger und erholsamer Schlaf ist besonders wichtig für Menschen, die im Schichtdienst arbeiten.

Stimmungsschwankungen Optimale Schlafdauer Schlafmenge

Spazieren gehen

Insbesondere in der dunklen Jahreszeit können Stimmungsschwankungen von einem Licht und Vitamin-D-Mangel herrühren. Dagegen hilft mehr Bewegung an der frischen Luft sowie regelmäßige Spaziergänge am Wochenende. Alternative können Sie auch eine Sonnenbank besuchen oder eine Tageslichtlampe mit UV-B-Strahlen (sogenannte Lichtdusche) nutzen.

Farben ausprobieren

Auch Farben können gegen Stimmungsschwankungen helfen. In der Farbpsychologie werden die unterschiedlichen Wirkungen der Farben analysiert. So soll gelb für Heiterkeit sorgen, Blau soll entspannen und Rot steht für Kraft und Vitalität. Finden Sie heraus, welche Farbe Ihnen am besten hilft, besonders beruhigende und positive Farben können gegen wechselnde Gemütslagen helfen.

Düfte versprühen

Nicht nur Farben, auch Düfte und Gerüche helfen gegen Stimmungsschwankungen. Beruhigende Duftnoten oder individuell als angenehm empfundene Gerüche können Stimmungen abschwächen und bewirken, dass gute Laune nicht in schlechte umschlägt.

Lebensfreude erhöhen

Schlägt die Laune ins Negative um, sollten Sie gezielt für mehr Lebensfreude sorgen: Tun Sie Dinge, die Sie nachweislich glücklich machen und die Ihnen Spaß bereiten. Gehen Sie zum Beispiel mehr Ihrem Hobby nach, widmen Sie sich Ihrer Leidenschaft, treffen Sie sich mit Menschen, die Sie gerne um sich haben. Sowas. Bloß nicht weiter Trübsal blasen!

Ausgleich schaffen

Gerade in stressigen Phasen brauchen Sie Ausgleich: Das kann Sport sein, genauso Yoga oder Meditation. Hauptsache, Sie finden abends wieder zur inneren Ruhe zurück und schalten mental ab. Durch Bewegung werden Serotonin und Dopamin ausgeschüttet. Die Glückshormone tragen zur Stimmungsaufhellung bei – ebenso das Gefühl, dass Sie Ihren inneren Schweinehund überwunden haben.


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