Mir geht es nicht gut: Was Sie jetzt tun müssen

Mir geht es nicht gut – wir alle haben diesen Satz schon einmal gesagt. Das ist auch verständlich, denn im Leben kann es nicht immer nur nach oben gehen. Auch Rückschläge gehören dazu. Das hat übrigens auch den Reiz, dass wir Erfolg viel besser genießen können. Falls Sie sich allerdings aktuell sagen mir geht es nicht gut, wird Ihnen das nur mäßig weiterhelfen. Dafür aber die folgenden Tipps…

Mir geht es nicht gut: Was Sie jetzt tun müssen

Schlechte Laune kommt vor

Wenn Sie sich eingestehen müssen, dass es Ihnen aktuell nicht gut geht, ist das zunächst nichts Schlimmes – vorausgesetzt der Zustand geht auch wieder vorbei. Sollten Sie allerdings über einen längeren Zeitraum täglich aufwachen und sich sagen: Mir geht es nicht gut, ist es es unter Umständen Zeit, einen Arzt aufzusuchen. Vielleicht könnte eine seelische Erkrankung hinter dem Gefühl stecken.

Ist die Übellaunigkeit dagegen nur ein vorübergehender Zustand müssen Sie sich keine Sorgen machen. Sie sollten es sogar nicht. Wenn Sie sich nämlich auch noch aktiv damit beschäftigen, dass es Ihnen nicht gut geht, könnte das das Gefühl verstärken – der typische Teufelskreis.

Trösten Sie sich lieber damit, dass sich auch andere Menschen häufiger sagen: Mir geht es nicht gut. Zu akzeptieren, dass Sie Ihre Laune nicht umgehend ändern können, kann schon der erste Schritt in die richtige Richtung sein.

Was Sie auf keinen Fall tun sollten, ist in Selbstmitleid zu zerfließen. Die schlechte Laune und das Gefühl, dass es Ihnen nicht gut geht, wird davon garantiert nicht verschwinden. Im Gegenteil. Wenn Sie sich einreden, dass es Ihnen allein schlecht geht und das eine himmelschreiende Ungerechtigkeit ist, werden Sie sicherlich nicht von mir geht es nicht gut zu es geht mir blendend in Windeseile wechseln.

Schlechte Laune und damit das Gefühl, dass es Ihnen nicht gut geht, trifft Jeden einmal. Schließlich kann es im Leben nicht immer nur bergauf gehen. Wichtig ist aber, dass sich der aktuelle und vorübergehende Zustand nicht manifestiert. Unter Umständen kann es Ihnen helfen, wenn Sie sich bewusst machen, dass das Tief auch wieder vorübergeht.

Emotionales Tief nicht ignorieren

Emotionales Tief nicht ignorierenDass es Ihnen hin und wieder nicht unbedingt blendend geht, ist nichts Außergewöhnliches. Sie sollten es aber auch nicht auf die leichte Schulter nehmen. Tun Sie nämlich nichts dagegen, könnte Ihre emotionale Verfasstheit zu einem Problem werden.

Menschen, die ständig ihre Bedürfnisse ignorieren, schlechte Laune wegschieben und Symptome wie Müdigkeit, Niedergeschlagenheit und Antriebsmangel nicht ernst nehmen, könnten sogar in eine Depression rutschen.

Laien fällt es oft schwer, echte psychische Probleme von harmlosen Stimmungsschwankungen zu unterscheiden. Dazu kommt, dass viele Menschen unter jahreszeitlich bedingten Stimmungstiefs leiden. Der Satz mir geht es nicht gut hat im Sommer bei strahlendem Sonnenschein andere Aussagekraft als im Herbst oder Winter. Stichwort Herbstblues oder Winterdepression.

Um herauszufinden, ob sich das Gefühl von mir geht es nicht gut bereits zu einer Frühform der Depression entwickelt hat, hilft der soggenante Zwei-Fragen-Test:

  1. Fühlten Sie sich im letzten Monat häufig
    • bedrückt
    • traurig
    • niedergeschlagen
    • hoffnungslos?
  2. Hatten Sie im letzten Monat deutlich weniger Lust und Freude an Dingen, die Sie sonst gerne tun?

Sollten Sie beide Fragen bejahen, ist es ratsam, medizinische Hilfe zu suchen. Weitere Informationen zum Thema Depression finden Sie unter anderem HIER.

Mir geht es nicht gut: Zeit etwas zu ändern

Wenn Sie nur ein kurzes Tief haben, können Sie aktiv werden und etwas daran ändern, statt die Hände in den Schoß zu legen und abzuwarten. Schon ein paar simple Verhaltensweisen können Ihnen helfen, dass sie den Satz mir geht es nicht gut bald aus Ihrem Repertoire streichen können:



Gehen Sie raus an die frische Luft

Verbrauchte und stickige Luft ist Gift wenn wir uns schlecht fühlen. Für schnelle Abhilfe kann ein Spaziergang in der Natur sorgen. Denn frische Luft versorgt unser Gehirn mit Sauerstoff. Die Bewegung trägt außerdem dazu bei, dass unsere Durchblutung angekurbelt wird und wir uns besser konzentrieren können.

Helfen Sie einem Anderen

Die meisten Menschen können ein gutes Gefühl daraus ziehen, wenn Sie anderen helfen. Das Bonmot Jeden Tag eine gute Tat hat also durchaus seine Berechtigung. Probieren Sie es einfach einmal aus!

Lächeln Sie schlechte Laune weg

Tatsächlich kann auch ein gekünsteltes Lächeln dazu beitragen, dass sich unsere Laune bessert. Das kommt daher, dass bei dem willkürlich herbeigeführten Grinsen die gleichen Muskeln gebraucht werden, wie bei dem echten. Und das hat eine beachtliche Wirkung: Über kurz oder lang wird es Ihnen besser gehen und Ihre Laune steigen.

Gönnen Sie sich etwas Leckeres

Schokolade zum Beispiel. Die enthält nämlich den Botenstoff Phenylethylamin und der sorgt dafür, dass unsere Laune steigt. Der Satz mir geht es nicht gut, gehört damit bald der Vergangenheit an. Allerdings nur so lange Sie es mit der Schokolade nicht übertreiben. Andernfalls könnten Sie schlechte Laune wegen des zusätzlichen Hüftgolds bekommen.

Treffen Sie sich mit Freunden

Das kann gleich aus verschiedenen Gründen erfolgversprechend sein. Zum einen lenkt es Sie davon ab, dass es Ihnen schlecht geht. Denn bei einem Treffen mit Freunden können Sie nicht permanent Ihren Gedanken nachhängen. Auf der anderen Seite kann die gute (oder wenigstens bessere) Laune Ihrer Freunde Sie anstecken und im Nullkommanichts lächeln Sie wieder.

Hören/schauen Sie Kabarett oder Comedy

Wo wir gerade bei ansteckender Laune sind: Natürlich können auch Bühnenprogramme, die nur dazu geschrieben wurden, andere Menschen zum lachen zu bringen, ebenfalls unsere Laune heben. Nicht nur, weil das Lachen der anderen Zuschauer ansteckend ist, sondern auch deshalb, weil Komiker eins richtig gut können: Andere Menschen aufzumuntern.

Probieren Sie Neues aus

Hier sind wir wieder beim Thema Ablenkung. Wenn Sie etwas ausprobieren, was Sie noch nie getan haben, kommt die Ablenkung sogar äußert vielfältig daher: Sie machen neue Erfahrungen, lernen etwas Neues und haben keine Zeit, sich auf aktuelle Probleme zu konzentrieren. Noch dazu sind Sie im Nachhinein glücklich darüber, die neue Aufgabe gemeistert zu haben. Mir geht es nicht gut gehört damit der Vergangenheit an.

Stellen Sie sich etwas Schönes vor

Damit sind wir bei der Macht der Gedanken. Nehmen Sie sich eine Auszeit, schließen Sie die Augen und malen Sie sich ganz bewusst Ihre ideale Welt aus. Je konkreter Sie das tun, umso besser. Mit den positiven Emotionen, die Sie dabei wecken, können Sie mit etwas Übung Ihre Laune bessern.

Hören Sie Ihre Lieblingsmusik

Das können Sie übrigens auch schon begleitend zu dem vorherigen Punkt tun. Aber auch ohne in Tagträumen zu schwelgen, kann Ihre Lieblingsmusik Ihre Stimmung heben. Optimal ist es natürlich, wenn die Musik eher fröhlich-beschwingt statt traurig-niederschmetternd ist.

Schlafen Sie sich aus

Auch Schlafmangel kann dazu beitragen, dass wir uns schlecht fühlen. Sollten Sie die Möglichkeit dazu haben, machen Sie ein kurzes Schläfchen. Bereits ein kleines Nickerchen kann Ihnen Erholung und Entspannung bringen. Danach fühlen Sie sich ausgeruhter und die Laune steigt.




Sonntagsneurose: Freizeit ist Grund dafür sich schlecht zu fühlen

Sonntagsneurose: Freizeit ist Grund dafür sich schlecht zu fühlenEinige Zeitgenossen kommen ganz ohne unsere Tipps aus. Für sie gibt es nämlich ein ganz einfaches Heilmittel gegen das Gefühl, dass es ihnen nicht gut geht: Arbeit. Glauben Sie nicht? Stimmt aber. Es gibt sogar einen Ausdruck dafür. Psychologen sprechen von der sogenannten Sonntagsneurose.

Bei diesen Menschen klingt Wochenende nicht nach ausschlafen und Freizeit genießen, sondern vielmehr nach einer Horrorvorstellung. Die ist sogar so schlimm, dass sie sich nicht nur auf die Laune auswirkt, sondern sogar zu Schmerzen führen kann. Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen und generelles Unwohlsein können ein Symptom des Wochenendblues‘ sein. Die einfache Feststellung mir geht es nicht gut, führt bei Betroffenen der Sonntagsneurose dazu, dass sie auch körperlich leiden.

Der Psychoanalytiker Sándor Ferenczi schilderte schon 1919 die Symptome der Sonntagsneurose und machte einen Personenkreis aus, der besonders davon betroffen ist: Menschen mit einem höheren Bildungsgrad. Denn diese definieren sich im Schnitt mehr als andere über ihre Arbeit. Fällt die weg, wie beispielsweise am Wochenende oder im Urlaub, fehlt die Bestätigung und die Laune fällt in den Keller.

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[Bildnachweis: YAKOBCHUK VIACHESLAV by Shutterstock.com]
19. September 2019 Karrierebibel Autoren Logo Autor: Julia Sima

Julia-Eva Sima arbeitet als freie Journalistin und war mehrere Semester Dozentin an der Universität des Saarlandes. Danach wechselte sie in die Personalbranche und arbeitete unter anderem als Headhunter.


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