Wochenanfang: Wie Sie ihn überstehen

Und schon wieder ist es vorbei – das Wochenende. Wie jedes Mal kamen Ihnen die zwei freien Tage nur wie gerade einmal zwei Stunden vor und ehe Sie sich versehen, ist es schon wieder Montag. Der Wochenanfang ist für viele Arbeitnehmer die schlimmste Zeit, denn der nächste freie Tag ist noch nicht in Sicht, der Arbeitsstress beginnt aufs Neue und es wartet eine endlose Reihe an neuen Aufgaben. Der Montagsblues hat viele Berufstätige fest im Griff. Und tatsächlich läuft gerade an Montagen in vielen Büros besonders viel schief. Was das ist und wie es Ihnen trotzdem gelingt, den Wochenanfang zu überstehen…

Wochenanfang: Wie Sie ihn überstehen

Verrückter Wochenanfang: Was alles schief läuft

Der verflixte Wochenanfang ist für den Großteil der Arbeitnehmer eine echte Qual. So bezeichnen sich laut einer Umfrage circa 75 Prozent der Arbeitnehmer als Montagsmuffel. Schon das Aufstehen nervt und fällt schwer, auf die Arbeit hat man gar keine Lust, der Wunsch nach einem verlängerten Wochenende ist der einzige Gedanke…

Hilft ja alles nichts, also schleppt man sich zur Arbeit und versucht sich aufzuraffen. Wenn dann abner gleich eine ganze Abteilung voller genervter Kollegen aufeinander trifft, braucht es nicht viel Kreativität, um sich die allgemeine Stimmung vorzustellen. Von den fragwürdigen Leistungen und möglichen Konsequenzen ganz zu Schweigen.

Doch geht am Wochenanfang tatsächlich mehr schief, als im Rest der Woche? Die erstaunliche Antwort: Ja, denn einige Studien haben sich bereits mit dem Thema Wochenanfang beschäftigt und zeigten, der Montag ist in der Tat außergewöhnlich.

  • Forscher der London School of Economics fanden heraus, dass die erbrachte Leistung an Montagen geringer ist, als an den darauf folgenden Tagen.
  • Auch die Fehlerzahl ist montags erhöht, beispielsweise im Schriftverkehr oder in E-Mails tauchen vermehrt Rechtschreibfehler auf.
  • Der Montag ist ebenfalls der Tag, an dem sich die meisten Mitarbeiter krankmelden.

Doch woran liegt das?

Jetzt müssen viele ganz stark sein, denn der wahrscheinlichste Auslöser für den verkorksten Wochenanfang ist: das geliebte Wochenende! Denn in der Zeit, in der wir uns erholen und abschalten, macht unser Körper etwas sehr ähnliches.

Soll heißen: Unter der Woche steht der Körper ständig unter Strom, Stresshormone werden ausgeschüttet und sorgen dafür, dass Höchstleistungen abgerufen werden können. Doch nur so lange, bis die Aufgaben erfüllt sind. Jeder kennt das Gefühl der Anspannung, die sich nach einem großen Projekt löst.

Und genau das geschieht auch am Wochenende. Es werden weniger Hormone ausgeschüttet, das Immunsystem wird anfälliger und wir fühlen uns insgesamt schlapper.

Dieses Gefühl hält dann bis zum Wochenanfang an, denn erst dann beginnt der Kreislauf von vorn und es werden vermehrt Stresshormone gebildet.

Der perfekte Tag: Drei Fragen, die Sie sich stellen sollten

Viele beschreiben den Montag als den schlimmsten Tag der Woche. Doch auf der anderen Seite muss auch geklärt werden: Was ist eigentlich ein perfekter Tag? Diese drei Fragen sollten Sie sich dabei stellen:

  1. Was macht einen perfekten Tag aus? Das ist natürlich die erste und wichtigste Frage, denn nur wer ein klares Ziel formuliert, hat auch die Chance, es zu erreichen. Die Punkte sollten allerdings nicht nur konkret, sondern auch erreichbar sein.
  2. Was kann ich dazu beitragen? Hier geht es um die Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit und Ihre eigene Rolle dabei. Es ist ja naiv zu glauben, ein Tag wird von allein perfekt. Dem Glück kann man aber schon mal auf die Sprünge helfen.
  3. Was bedeutet für Sie Erfolg (am Abend)? Angenommen, es kam doch anders als gedacht: Wäre das so schlimm? Pläne sind wie Leitplanken, aber Flexibilität (auch im Geist) macht uns frei. Womöglich war Ihr Tag genauso perfekt – nur eben anders.

Wie Sie den Wochenanfang überstehen

Nun ist es aber nicht sinnvoll, den Kopf hängen zu lassen und sich seinem Schicksal zu ergeben. In diesem Fall wird Ihnen der Wochenanfang nur vorkommen wie eine endlose Misere, bei der Sie die Sekunden einzeln zählen und jeden Montag werden Sie aufs Neue unmotiviert und schlecht gelaunt im Büro sitzen. Doch Sie können auch etwas dagegen unternehmen, denn dem Montagsblues ist niemand wehrlos ausgeliefert. Tipps wie Sie von nun an jeden Montag überstehen und positiv in die neue Woche starten werden.

  1. Beachten Sie Ihren eigenen Biorhythmus.

    Unter der Woche haben die meisten Arbeitnehmer einen ziemlich gleichmäßigen Schlafrhythmus. Man geht jeden Tag zu einer ähnlichen Zeit ins Bett und am nächsten Morgen klingelt der Wecker wie gewohnt pünktlich um 6. Doch am Wochenende werden diese guten Vorsätze schnell aus dem Fenster geworfen und der eigene Biorhythmus gänzlich ignoriert.

    Natürlich ist es legitim, am Wochenende etwas länger zu schlafen. Doch sollten Sie es eben nicht übertreiben. Für Ihren Körper bedeutet das nämlich eine große Belastung, die Sie am Montag auch zu spüren bekommen, wenn Sie niedergeschlagen und erschöpft im Büro sitzen.

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  2. Achten Sie auf Ihre Ernährung.

    Wie oben bereits erwähnt befindet sich das Immunsystem am Wochenende an einem Tiefpunkt. Um Ihren Körper zu unterstützen sollten Sie daher gerade am Wochenende verstärkt auf eine gesunde Ernährung achten. Im Idealfall achten Sie natürlich generell auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung.

    Ebenfalls hilfreich sind Sport und Bewegung an der frischen Luft. Gerade wenn die Sonne scheint tankt der Körper viel Energie und kann gestärkt in die neue Woche gehen.

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  3. Lachen Sie bei jeder Gelegenheit.

    Am Wochenanfang ist den meisten Arbeitnehmern nicht nach Lachen zumute, doch es kann wahre Wunder wirken. Ein Lächeln reicht oft schon aus, um sich sofort besser zu fühlen. Und das sogar unabhängig davon, ob es einen Grund gibt oder einfach nur so gelächelt wird.

    Der zweite tolle Effekt: Lachen steckt erwiesenermaßen an. Warum sich also in die Reihe der tristen Kollegen einreihen, wenn Sie diese auch mit Ihrer guten Laune anstecken können? So holen Sie nicht nur sich selbst, sondern das ganze Team aus dem Montagsblues.

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  4. Trinken Sie einen Kaffee

    Oder gleich einen Espresso, um die Müdigkeit des Wochenendes aus dem Körper zu vertreiben und sich auf den Wochenanfang einzustellen. Wenn Sie diesen trinken, wenn Sie bereits am Arbeitsplatz angekommen sind, bietet dies gleichzeitig die Chance, schon morgens mit den Kollegen ins Gespräch zu kommen und das anfängliche Tief zu überwinden, bevor es sich wirklich auswirken kann.

    Ein schöner Plausch über die Aktivitäten des letzten Wochenendes oder vielleicht sogar schon die Pläne für den kommenden Samstag bringen Sie auf andere Gedanken und lassen Montagslaune erst gar nicht aufkommen.

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  5. Gönnen Sie sich kleine Belohnungen.

    Am Wochenanfang scheint einfach alles schlecht zu sein. Die freien Tage sind vorbei, bis zum nächsten Wochenende ist es noch ein schier endloser Weg. Doch Sie können Ihren Wochenanfang auch selbst positiver gestalten. Führen Sie beispielsweise ein Ritual ein, mit dem Sie sich nach einem erfolgreichen Montag belohnen können.

    Gehen Sie zu Ihrem Lieblings-Italiener oder gönnen Sie sich ein Schaumbad. So haben Sie bereits am Anfang der Woche etwas, auf das Sie sich freuen können, ohne noch lange darauf zu warten.

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  6. Machen Sie richtige Pausen.

    Wenn die Gedanken abschweifen und Sie sich nicht mehr konzentrieren können, wird es Zeit für eine Pause. Doch Pause ist nicht gleich Pause. Wenn die Möglichkeit besteht, stehen Sie auf, gehen vielleicht sogar für einige Minuten an die frische Luft und atmen tief durch. Das gibt neue Energie und vertreibt die negativen Gedanken.

    Ganz besonders sollten Sie Ihre Mittagspause nutzen. Am Schreibtisch sitzen zu bleiben ist hier keine Option. Da können Sie sich die Pause auch gleich sparen… Gehen Sie lieber mit Ihren Kollegen etwas Nettes essen und verbessern dabei gleichzeitig die trübe Montagsstimmmung.

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  7. Machen Sie ein Nickerchen

    Der Wochenanfang ist wohl einer der besten Gründe, um die Augen für 10 oder auch 20 Minuten einfach nochmal zuzumachen und die Pause im Job zu nutzen, um zu schlafen. Das darf natürlich nicht von der Arbeit abhalten, doch wer seine Mittagspause mit für einen Powernap nutzt, ist auf der sicheren Seite.

    Allerdings sollten Sie nicht zu lange schlummern, sonst fühlen Sie sich hinterher noch erschöpfter. Stellen Sie sich daher einen Wecker, um auch wirklich nicht länger als 20 Minuten zu schlafen.

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  8. Planen Sie Ihre Aufgaben bereits vorher.

    Sie wissen nun, dass die Leistungen an Montagen in der Regel etwas schwächer ausfallen, als in der restlichen Woche. Dementsprechend sollten Sie auch Ihre Aufgaben planen und eine To-Do Liste erstellen. Sicher können Sie nicht jede Aufgabe aufschieben, doch wenn Sie die Chance sehen, nutzen Sie den Montag für Aufgaben, die Ihnen leichter von der Hand gehen.

    Das vermeidet Fehler, erzielt bessere Ergebnisse und wirkt sich positiv auf Ihre Stimmung und Ihr Stresslevel aus. Außerdem ist am Wochenanfang der Blick auf eine übersichtliche ToDo Liste ein sehr versöhnlicher Anblick, selbst wenn die Motivation für die Arbeit noch nicht auf dem höchsten Level ist.

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  9. Hören Sie Musik, die Ihnen gefällt.

    Vielleicht nicht gerade während Sie sich auf eine wichtige Aufgabe konzentrieren müssen, aber beispielsweise auf dem Weg zur Arbeit, in den Pausen oder leise im Hintergrund, während Sie eine Aufgabe nach der anderen angehen. Die Lieblingsmusik kann Ihre Laune am Wochenanfang ganz schnell verbessern.

    Dabei gilt aber: Hören Sie wenn möglich fröhliche Lieder. Denn traurige und melancholische Melodien übertragen sich ebenfalls auf das eigene Empfinden. Und gerade das wollen Sie am Montag ja vermeiden, denn noch schlechtere Laune brauchen Sie nun wirklich nicht.

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Schnauze voll? So reagieren Sie richtig

Gerade an Montagen kann es auch schon einmal passieren, dass alles zuviel wird. In einer solchen Situation kommt es darauf an, richtig mit dem Frust umzugehen:

  1. Lenken Sie sich ab. Ganz ehrlich, wenn Sie spüren wie Frust und Wut in Ihnen hochwabern: Machen Sie was anderes! Gehen Sie einen Kaffee trinken, spazieren, auf die Toilette, so was. Nur warten Sie nicht ab, bis alles nur noch schlimmer wird (und das wird es, wenn Sie nichts unternehmen). Kommen Sie erst einmal wieder runter: Durchatmen… alles wird gut!
  2. Suchen Sie sich jemanden zum Reden. Wenn Sie die Schnauze mal wieder gestrichen voll haben, lassen Sie es raus. Natürlich nicht lauthals, sondern bitte nur im Dialog. Aber hier kommt der Trick: Suchen Sie sich jemanden dazu, der Sie aufmuntert und den Tunnelblick erweitert. Nicht jemanden, der in den Chor einstimmt und den Frust noch verstärkt.
  3. Finden Sie heraus, was sich ändern lässt. Okay, jetzt kommt der schwere Part. Damit der Frust nicht chronisch wird, bleiben Ihnen die berühmten drei Optionen: den Auslöser zu lieben, zu meiden oder zu ändern. Meiden geht meist nicht, lieben ist eine Entscheidung, ein reiner Willensakt und was sich konkret ändern lässt, müssen Sie leider selbst herausfinden.

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[Bildnachweis: Marcos Mesa Sam Wordley by Shutterstock.com]
21. November 2016 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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