Kennen Sie diese 9 positiven Emotionen?

Manchmal werden wir von unseren Gefühlen überrollt und es ist wirklich der falsche Augenblick dafür. Je nach Heftigkeit, werden Gefühlsausbrüche in aller Öffentlichkeit doch eher skeptisch gesehen und vielen Menschen ist es im Nachhinein unangenehm. Das gilt vor allem für negative Gefühle. Positive Emotionen sind viel willkommener, mit ihnen wissen die meisten Menschen umzugehen. Dabei sind wir uns häufig gar nicht der Bandbreite an positiven Emotionen bewusst – meist fällt einem nur Glücklichsein, Spaß und Liebe ein. Was es mit den neun positiven Emotionen auf sich hat…

Kennen Sie diese 9 positiven Emotionen?

Positive Emotionen Definition: Was sind Gefühle?

positive Gefühle Wörter negative positive Emotionen Definition PsychologieIn der Psychologie wird der Begriff Gefühl als Sammelbegriff für psychische Erfahrungen und Reaktionen verwendet.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Angst
  • Eifersucht
  • Ekel
  • Freude
  • Furcht
  • Hass
  • Komik
  • Liebe
  • Mitleid
  • Wut

Versucht man Gefühle auf der neurologischen Ebene zu erfassen, so sind sie das Resultat verarbeiteter Reize, die uns von unseren Sinnesorganen vermittelt werden. Sie beeinflussen sowohl unser Denken als auch Handeln und sind das Bindeglied zwischen der Außenwelt und unserem Körper.

In der obigen Liste sind sowohl positive als auch negative Emotionen aufgeführt. Gleichwohl unterliegen Gefühle immer auch unserer persönlichen Einschätzung. Sie sind nicht objektiv, da eine andere Person in einer vergleichbaren Situation unter Umständen anders empfinden würde.

Beispiele dafür sind beispielsweise die achtbeinigen Hausbewohner, die nicht jeder schätzt. Manche Menschen empfinden Ekel oder sogar Furcht vor Spinnen, andere haben gar keine Meinung dazu. Ebenfalls höchst individuell ist Komik. Längst lachen nicht alle Menschen über denselben Witz.

Kulturelle Prägung, aber auch Sozialisation und persönliche Umstände können eine Rolle dabei spielen.

Die Macht der Gefühle: Wofür brauchen wir sie?

Für Evolutionspsychologen ist die Antwort ganz klar: Gefühle sind manifestierte Informationen. Sie ermöglichen unserem Körper, eine angemessene Entscheidung aufgrund eines Signals zu treffen. Finden wir etwas gut? Finden wir es schlecht? Droht Gefahr vor dieser Sache oder nicht?

Komik und das Empfinden dafür, was lustig und humorvoll ist, zählt in den Bereich der Kultur. Andere Gefühle hingegen scheinen evolutionär bedingt. So konnten Neurowissenschaftler um Stefanie Höhl vom Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig in einer Studie mit sechsmonatigen Babys Anzeichen dafür finden, dass die Angst vor Spinnen und Schlangen offenbar angeboren ist.

Den Säuglingen waren Bilder mit Blumen und Fischen und andererseits mit Schlangen und Spinnen gezeigt worden. Die Reaktionen der Babys wurden an den Pupillen abgemessen. Bei Schlangen und Spinnen waren diese deutlich vergrößert, was auf ein Stresssymptom schließen lässt.

Da die Säuglinge noch sehr jung waren, ist es unwahrscheinlich, dass sie sich diese Reaktion bei den Eltern abgeguckt haben. Als Erklärung bleibt also die nicht ganz neue These, dass die Angst vor Spinnen und Schlangen aus einer Zeit stammt, in der der Mensch tatsächlich noch den realen Gefahren von Spinnen und Schlangen ausgesetzt war.

Diese Zeit reiche immerhin 40 bis 60 Millionen Jahre zurück. Auch wenn in Deutschland diese Gefahr aufgrund der hier lebenden Arten sehr gering ist: Grundsätzlich gibt es tödliche Exemplare, denen Menschen in anderen Ländern zum Opfer fallen. Gefühle haben also lebensrettende Funktion, das lässt sich bei Hunger und Durst leicht nachvollziehen.

Welches sind die 9 positiven Emotionen?

Nun zählen Hunger und Durst nicht gerade zu den als positiv empfundenen Emotionen, auch wenn sie für den Körper überlebenswichtig sind. Diese Emotionen zu verspüren, ist nicht unbedingt angenehm. Anders bei den positiven Emotionen, die ebenfalls das Überleben sichern und vor Angreifern schützen konnten.

Gemäß der amerikanischen Psychologin Michelle Shiota und ihren Kollegen Vlad Griskevicius und Samantha Neufeld gibt es wenigstens neun verschiedene positive Emotionen, die alle stammen gewissermaßen von einem gemeinsamen Vorfahren ab. Sobald der Mensch etwas erfreuliches in Aussicht hat, wird Dopamin produziert und schon ist derjenige in guter Laune.

Je nachdem, kann diese gute Stimmung in eine Erwartung oder in Verlangen münden. Generell ist zu beobachten, dass dann die Aufmerksamkeit deutlich höher ist. Zu den neun positiven Emotionen zählen die folgenden:

  • Zufriedenheit

    Diese Emotion wird bereits ausgelöst, wenn wir ein gutes Essen zu uns genommen haben. Üblicherweise ist diese Art der Zufriedenheit allerdings nicht besonders lang anhaltend. Der amerikanische Psychologe Abraham Maslow, Gründervater der humanistischen Psychologie, erkannte bereits Mitte des letzten Jahrhunderts, dass Menschen unterschiedliche Wünsche befriedigt wissen wollen. Es gibt Grundbedürfnisse wie Schlaf, Sex, Essen und ein Dach über dem Kopf. Je mehr wir erreichen, desto höher steigen die Wünsche in der Bedürfnishierarchie bis hin zum Wunsch nach Selbstverwirklichung.

  • Stolz

    Wir empfinden Stolz, wenn wir etwas erreicht haben, für das wir uns anstrengen mussten. Das gilt im besonderen Maße, wenn diese Sache einen hohen gesellschaftlichen Wert hat. Das kann eine gewonnene Fussballmeisterschaft sein, ebenso wie ein erfolgreich beendetes Projekt oder ein aufsehenerregendes Gemälde.

  • Verlangen

    Evolutionsbiologisch sicherte das Verlangen die Fortpflanzung. Diese Legitimation wird in modernen Gesellschaften nicht benötigt. In religiösen Gesellschaften hingegen wird sexuelles Verlangen dadurch kanalisiert, dass es einem höheren Zweck diene. Ganz gleich, welche Legitimation Sie brauchen: Sex kann helfen, Schlafstörungen zu vermeiden und die Immunabwehr zu stärken.

  • Fürsorge

    Der Wunsch, andere Menschen zu umsorgen und sich zu kümmern ist eng mit Hilfsbereitschaft verknüpft. Denn – sofern Sie sich nicht ausnutzen lassen: Helfen macht glücklich. Dabei ist allerdings entscheidend, wem wir helfen. Sind es Freunde und Verwandte, Menschen, die uns in irgendeiner Form nahe stehen, ist die Wahrscheinlichkeit wesentlich höher.

  • Dankbarkeit

    Stolz und Verlangen sind mehr begehrende Emotionen, die uns dazu veranlassen, etwas zu bekommen. Dankbarkeit, Verbundenheit und Ganzheitlichkeit hingegen gehören zu den positiven Emotionen, bei denen der Moment im Fokus steht. Wir sind beispielsweise dankbar für Menschen, die uns in schwierigen Situationen begleitet haben. Dankbarkeit schützt nicht nur vor Unglücklichsein, sondern ist eine Emotion, die Stress senkt und die Gesundheit fördert.

  • Verbundenheit

    Diese Emotion ist ähnlich wie Dankbarkeit häufig auf Personen bezogen. Gleiche Interessen, Werte und Normen tragen dazu bei, dass wir uns mit Menschen verbunden fühlen. Friedemann Schulz von Thun sieht in Verbundenheit eins der seelischen Grundbedürfnisse, das eng mit Empathie und dem Wunsch nach Zugehörigkeit zusammenhängt. Wer sich in andere hineinversetzen kann, bewirkt sogleich, dass diese einen sympathischer finden und sich verbunden fühlen.

  • Sinnlichkeit

    Diese Emotion ist nah an dem Konzept der Achtsamkeit. In Momenten, in denen wir uns nur auf den Genuss konzentrieren und mit allen Sinnen wahrnehmen, empfinden wir Glück, beispielsweise bei einem zart schmelzenden Stück Schokolade. Im Gehirn werden die Opioidrezeptoren aktiv. Das sind die gleichen, die auch bei Suchtsubstanzen wie Heroin, Kodein oder Morphin aktiv sind.

  • Ehrfurcht

    Wer Ehrfurcht besitzt, weiß sich selbst nicht zu wichtig zu nehmen. Er übt Rücksicht und Nachsicht. Die beiden Psychologen und Emotionsforscher Dacher Keltner und Jonathan Haidt unterscheiden drei Kategorien von Ehrfurcht:

    • soziale Auslöser – dazu können Führungskräfte, Prominente oder die Begegnung mit Gott gehören
    • physische Auslöser – wie beispielsweise Naturgewalten, hohe Gebäude, beeindruckende Kunst
    • mentale Auslöser – wie beispielsweise große wissenschaftliche Theorien

    Ehrfurcht ist nah mit Demut verwandt. Keltner und Haidt konnten in ihren Studien einen Zusammenhang zwischen Ehrfurcht, Engagement und prosozialem Verhalten nachweisen.

  • Spaß

    Ablenkung und Unterhaltung, gemeinsame Unternehmungen mit Freunden, kurzweiliges Amüsement: All das macht Spaß. Nicht selten trainieren wir in einem entspannten, lockeren Umfeld etwas, das in grauer Vorzeit noch der Lebenserhaltung diente. Vielleicht heutzutage weniger bei überwiegend passiven Unternehmungen. Aber bei sportlichen Ereignissen mit Wettkampfcharakter ist das ursprünglich Kriegerische noch erkennbar.

[Bildnachweis: Iurii Stepanov by Shutterstock.com]
11. Januar 2018 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.

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