Unglücklich? Dann stellen Sie sich diese Fragen

Manchmal schleicht es sich so ein, ohne dass wir es bemerken. Nicht jeder Tag kann perfekt in blendender Laune laufen. Aber Sie sollten sich eingestehen, dass Sie unglücklich sind, wenn Sie schon seit geraumer Zeit unzufrieden mit Ihrem Leben sind. Wenn Sie das Gefühl haben, nicht aus vollem Herzen lachen zu können, Sie ein scheinbar grundloses Gefühl der Traurigkeit begleitet. Erkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung. Denn natürlich sollte Unglücklichsein nicht zum Dauerzustand werden. Wir zeigen Ihnen, welche Fragen Sie sich stellen sollten und wie Sie Ihren Weg zum Glück finden…

Unglücklich? Dann stellen Sie sich diese Fragen

Unglücklich oder glücklich: Eine Frage der Perspektive

Die Erwartungshaltung an das eigene emotionale Erleben ist hoch. Sei glücklich! Immer! Aber das Leben verläuft nicht immer gerade. Beziehungen brechen auseinander, Firmen melden Insolvenz an, Unfälle, Krankheiten und Todesfälle tragen dazu bei, die Stimmung in den Keller zu bringen.

Oder der Job macht keinen Spaß mehr, Sie sind durch eine Prüfung gerasselt und ganz allgemein wird alles infrage gestellt. Angesichts von traumatischen Erlebnissen oder deprimierenden Niederlagen ist wohl niemand in Hochstimmung.

Entscheidend ist aber weniger die Tatsache, dass Sie unglücklich sind, sondern vielmehr, ob Sie bereits sehr lange in dieser Gefühlslage verharren. Auch sollten Sie sich selbstkritisch fragen, ob dieses Gefühl angemessen ist? Zwar können Menschen aus den unterschiedlichsten Gründen traurig sein – andererseits sollte ein verloren gegangenes Smartphone nicht gleich eine existenzielle Krise auslösen, eine negative Krankheitsprognose hingegen vermag das schon eher.

Eine alte Volksweisheit besagt: Jeder ist seines Glückes Schmied. Ist das nicht zynisch angesichts von Katastrophen, von persönlichen Schicksalen? Wie passt das zusammen? Ganz klar: Es gibt wie oben ausgeführt Ereignisse im Leben eines Menschen, die kann er nicht beeinflussen.

Trauer und Verzweiflung sind völlig normale Emotionen, die ihren Platz haben sollten. Was Sie hingegen beeinflussen können, ist Ihr Umgang. Und das ist perspektivisch gemeint: Sehen Sie in diesem Spruch einen Hoffnungsschimmer.

Sie mögen jetzt in diesem Moment unglücklich sein, aber Sie können etwas daran ändern. Sie haben vielleicht eine Kündigung erhalten. Das mag ein Schock sein, aber das ist nicht das Ende Ihrer beruflichen Karriere. Ihr Partner hat sich von Ihnen völlig unerwartet getrennt? Auch davon geht nicht die Welt unter.

Wie Sie sich selbst im Wege stehen

Unglücklichsein beginnt häufig mit Lethargie. Ihnen fehlen in einer akuten Situation die Kraft und der Mut, Dinge anzupacken, beispielsweise sich nach einer Kündigung aus dem Tief herauszuholen und Bewerbungen zu schreiben.

Das kann fatalerweise zum Selbstläufer werden und so fallen Menschen leicht in eine Opferrolle: Warum passiert das immer nur mir?

Viele Menschen neigen dazu, bei der Suche nach Gründen fürs eigene Unglück erst nach äußeren Faktoren zu schauen. Es ist wahlweise der Partner, der die Beziehung ruiniert oder auf der Arbeit liegt der Grund für Stress und Probleme beim Chef, den Kollegen oder Kunden.

Das Problem dieser Betrachtungsweise: Sie haben keinerlei (oder nur geringe) Einflussmöglichkeiten. Sie können sich sagen, dass diese Menschen alle doof sind, aber dadurch werden sie sich nicht ändern – und Sie bleiben unglücklich.

Dieses Verhalten ist nur zu menschlich. Allerdings zeigt sich hier wie in nahezu allen Konfliktsituationen: Der eigene Anteil (und sei er noch so klein) wird komplett ausgeblendet. Natürlich ist es einfacher, die Verantwortung von sich zu weisen, als sich an die eigene Nase fassen zu müssen.

Typische Fehler unglücklicher Menschen

Als mündige Person sollten Sie ehrlich sich selbst gegenüber sein. Zumal die Selbsterkenntnis Ihnen die Möglichkeit gibt, etwas an Ihrer gegenwärtigen Situation zu ändern. Wenn Sie derzeit unglücklich sind, schauen Sie mal genauer hin, ob Sie folgende Verhaltensweisen bei sich beobachten:

  • Der Fokus liegt auf den falschen Dingen.

    Alles läuft schief, Erfolge gibt es keine und einen Grund für gute Laune sowieso nicht. Eine solche Einstellung kann nur unglücklich machen. Viele Menschen konzentrieren sich verstärkt immer nur auf die Dinge, die nicht funktionieren. Alles andere wird einfach ausgeblendet.

    Das zeigt sich auch in der Sprache. In jedem Gespräch wird nur noch geklagt und gejammert. Positive Aspekte werden überhaupt nicht thematisiert. Wer so stark auf das Negative fokussiert, kann nur unglücklich sein.

  • Die Kontrolle wird anderen überlassen.

    Die Meinung vieler unglücklicher Menschen: Darauf habe ich keinen Einfluss… Mit dieser Einstellung geben Sie nicht nur die Verantwortung, sondern auch die Kontrolle über Ihr Empfinden ab. Doch Sie haben immer Einfluss darauf, wie Sie sich fühlen.

    Reden Sie sich nicht selbst ein, die Dinge um Sie herum nicht kontrollieren zu können. Finden Sie stattdessen lieber heraus, was Sie unternehmen und an welchen Punkten Sie ansetzen können. Wenn Sie spüren, dass Sie selbst etwas tun können, um glücklicher zu sein, nehmen Sie die Dinge wieder selbst in die Hand.

  • Der Vergleich steht im Vordergrund.

    Inspiration kann wichtig sein, doch tun Sie sich keinen Gefallen, wenn Sie sich ständig und in jedem Bereich mit anderen vergleichen. Es gibt immer jemanden, der besser, schneller, erfolgreicher, stärker ist.

    Diese Menschen können Sie sich als Vorbild nehmen, um Ziele zu erreichen, entstehen aus dem Vergleich jedoch Selbstzweifel, sollten Sie sich stattdessen mehr auf die eigenen Stärken und Fähigkeiten konzentrieren.

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Unglücklich? Fragen für mehr Glück

Wenn man mal tragische Ereignisse außen vorlässt, ist Glück in weiten Teilen eine Einstellungssache. Das mag überraschen, denn Glück wird häufig in der Bedeutung eines Lottogewinns interpretiert: Man muss nichts machen, es fällt einem einfach so zu.

Diese Form von Glück gibt es, aber sie ist selten. Und mal ehrlich, auch für einen Lottogewinn haben Sie vorher etwas getan: Sie haben Geld investiert, sich Zahlenkombinationen überlegt und das womöglich über viele Jahre. Deutlich häufiger ist eine andere Form des Glücks.

Sie stellt sich ein, wenn Sie hinschauen, warum Sie unglücklich sind und selbst aktiv werden. Folgende Fragen können Ihnen dabei helfen. An der ein oder anderen Stelle ist das nicht ganz leicht, da auch unangenehme Erkenntnisse dabei sein können.

Die sollten Sie aber nicht fürchten, vielmehr haben sie einen Katharsis-Effekt und helfen dabei, glücklicher zu werden.

  1. Wofür bin ich momentan dankbar?

    Der Blick schweift allzu häufig von den guten Dingen ab und bleibt am Negativen hängen. Man sieht nur noch alles, was schief läuft, die Probleme und Sorgen, mit denen man sich herumschlagen muss und die kaum überwindbar scheinen. Lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit wieder auf die positive Seite und fragen Sie sich, welche Gründe Sie haben, dankbar zu sein.

    Ihre Gesundheit, der Zusammenhalt in der Familie, ein sicherer Arbeitsplatz, Ihre Freunde, Ihre Wohnung oder vielleicht etwas, dass Sie erreicht haben? Es kann unzählige Gründe geben, Dankbarkeit zu empfinden, man muss diese nur erkennen und sich darüber freuen und das Glück kommt von ganz allein.

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  2. Mit wem verbringe ich viel Zeit?

    Der Mensch ist ein soziales Wesen, da ist es nur allzu selbstverständlich, dass die Menschen, mit denen wir uns täglich umgehen, einen großen Einfluss auf unsere Gefühlslage nehmen. Jeder möchte von seinem Umfeld akzeptiert und aufgenommen werden. Fehlt diese Akzeptanz, wird man schnell unglücklich.

    Vielleicht verbringen Sie zu viel Zeit mit den falschen Leuten, die Ihnen kein gutes Gefühl geben und Sie möglicherweise runterziehen. Wenden Sie sich an Familie und gute Freunde, um den Rückhalt zu bekommen, den Sie benötigen, um sich wieder besser zu fühlen.

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  3. Bin ich zufrieden mit meinem Job?

    Ob man glücklich ist oder nicht, hängt auch davon ab, wie zufrieden man mit seiner aktuellen Anstellung ist. Diese verspricht vielleicht ein gutes Gehalt, aber macht Sie Ihr Job auch glücklich? Fragen Sie sich, ob Sie vielleicht lieber etwas ganz anderem nachgehen würden, weil Ihr jetziger Job nicht Ihrer Leidenschaft entspricht.

    Ein solcher Umbruch kann schwierig sein, doch wenn Sie täglich einer Arbeit nachgehen, die Sie erfüllt und Ihnen Spaß macht, werden Sie sich glücklicher fühlen als in einem Beruf, bei dem Sie sich jeden Tag aufs Neue überwinden müssen.

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  4. Worin investiere ich meine Energie?

    Arbeiten Sie gerade besonders stark an Ihrer Karriere? Liegt der Fokus eher auf der Familie? Oder konzentrieren Sie sich vielleicht auf soziales Engagement? Nachdem Sie erkannt haben, wofür Sie Ihre Energie einbringen, können Sie sich fragen, ob hier der Grund dafür liegt, dass Sie sich unglücklich fühlen.

    All seine Zeit und Kraft in die Karriere zu stecken, bringt Sie dort wahrscheinlich weiter, Sie empfehlen sich für Gehaltserhöhungen und arbeiten stetig auf eine Beförderung hin, die Sie sicherlich irgendwann auch erhalten werden – wenn Sie aber eigentlich lieber eine Familie gründen würden und den Beruf eher an zweiter Stelle sehen, investieren Sie Ihre Energie aber aktuell möglicherweise an falscher Stelle.

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  5. Was bewundere ich an anderen?

    Schauen Sie aus bestimmten Gründen zu anderen Menschen auf, kann dies ein Indiz dafür sein, dass Ihnen selbst etwas fehlt. Der Kollege, der eine Beförderung erhalten hat, die gute Freundin, die einen Heiratsantrag bekommen hat oder ein Bekannter, der den Mut hatte, sich den Traum vom Eigenheim zu erfüllen.

    Oft bewundern wir an unseren Mitmenschen die Dinge, die wir selbst schätzen oder selbst gerne hätten. Vielleicht sind Sie auch deswegen unglücklich, weil Ihnen etwas fehlt, was Sie sich schon seit geraumer Zeit wünschen. Wer diese Ziele erkennt, kann darauf hinarbeiten und so glücklicher werden.

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  6. Was treibt mich an?

    Nicht immer lassen wir uns von Motivation oder Leidenschaft leiten. Manchmal ist es auch Angst, die uns antreibt. Beispielsweise wenn wir in einem Job bleiben, der nicht der richtige für uns ist, wir aber Angst davor haben, etwas dagegen zu unternehmen.

    Fragen Sie sich, ob Sie aus den richtigen Motiven handeln oder von Ihrer Angst oder den Erwartungen Ihrer Mitmenschen angetrieben werden. Handeln Sie entsprechend Ihrer Motivation, werden Sie auch spüren, dass Sie glücklicher mit den Entscheidungen sind, die Sie treffen.

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Zögern Sie nicht, um Hilfe zu bitten

Vielen Menschen hilft es bereits, wenn sie mit ihren Freunden oder vertrauten Kollegen über ihre Situation sprechen können. Andere Personen haben oft noch eine andere Perspektive auf die Dinge und können dabei helfen, eine verquere Sicht wieder gerade zu rücken.

In einigen Fällen kann es erforderlich sein, dass sich jemand professionelle Unterstützung holt. Sei es, dass aus dem Unglücklichsein schon eine Depression erwächst, die dringend behandelt werden muss oder sei es, dass die Entwicklung eigener Pläne und Perspektiven schwer fällt und ein Coaching erwogen wird.

Oft handelt es sich nur um eine Phase, wenn Menschen unglücklich sind. Beispielsweise haben sie viel zu lange in einer unglücklichen Beziehung verharrt oder den Jobfrust heruntergeschluckt und in dem Moment, in dem sie den Grund für ihre Stimmung erkennen und entsprechend handeln, wendet sich das Blatt.

[Bildnachweis: chaoss by Shutterstock.com]
10. Oktober 2019 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.



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