Warum Sie nicht alles überdenken sollten

Auf dem Flur unterhalten sich zwei Kollegen miteinander, Ihr Chef verschiebt das geplante Meeting mit Ihnen oder ein Freund hat sich seit 2 Wochen nicht mehr bei Ihnen gemeldet – auf den ersten Blick alles keine großen Angelegenheiten. Das ändert sich jedoch, sobald Sie anfangen alles zu überdenken. Lästern die beiden Kollegen vielleicht hinter Ihrem Rücken, ist der Chef so unzufrieden mit Ihrer Arbeit, dass er das Meeting verschiebt, um Ihre Abmahnung vorzubereiten und ist der Freund aus einem Grund, der Ihnen bisher entgangen ist, so sauer auf Sie, dass er sich nicht mehr meldet? Sie sehen schon, wo das hinführt. Deshalb der Appell: Überdenken Sie nicht alles…

Warum Sie nicht alles überdenken sollten

Wer neigt besonders dazu, alles zu überdenken?

Jeder hat sich wahrscheinlich schon einmal dabei ertappt, wie er sich den Kopf über etwas zerbrochen hat. Manchmal aus gutem Grund, manchmal aber auch bei den unnötigsten Kleinigkeiten. In diesen Situationen scheint das Gehirn sich selbstständig gemacht zu haben. Die Zweifel kommen von ganz allein und wenn das Gedankenkarussell erst einmal ins Laufen gekommen ist, lässt es sich nur schwer wieder anhalten.

Ob ihnen dieses Szenario bekannt vorkommt und wie häufig Sie alles überdenken, hängt von Ihrer Persönlichkeit ab. Oder anders ausgedrückt: Einige Menschen neigen besonders stark dazu, sich über alles Gedanken zu machen. Diese zwei Typen zählen dazu.

  • Unsichere Menschen. Bei ohnehin geringem Selbstbewusstsein kann es schwierig sein, die eigenen Gedanken zu kontrollieren. Alles wird auf die eigene Person bezogen und sofort als Angriff gewertet.
  • Schüchterne Menschen. Anstatt eine Situation anzusprechen und damit aus der Welt zu schaffen, machen Schüchterne diese Dinge lieber mit sich selbst aus. Dabei lassen die eigenen Gedanken natürlich viel Spielraum für Interpretationen.

4 Gründe, warum Sie nicht alles überdenken sollten

Bereits in der Einleitung haben Sie gesehen, welche Folgen es haben kann, wenn Sie scheinbar einfache Situationen schier endlos überdenken. Das Ergebnis ist in den meisten Fällen das gleiche: Sie fühlen sich noch viel schlechter als zuvor, steigern sich in Selbstzweifel und aus einer Mücke (wenn es denn überhaupt eine Mücke war), wird in kurzer Zeit ein ausgewachsener Elefant. Um Sie vor dieser Abwärtsspirale zu bewahren, zeigen wir Ihnen vier gute Gründe, warum Sie nicht ständig alles überdenken sollten.

  1. Sie stellen immer nur Vermutungen auf

    Wenn Sie sich über das Verhalten von Kollegen oder Chef den Kopf zerbrechen, stellen Sie immer nur Vermutungen auf. Sie wissen nicht, ob ein Verhalten wirklich so gemeint war, wie Sie es gerade deuten. Diese Vermutungen sind das größte Problem und der Hauptgrund, warum Sie nicht alles überdenken sollten. Denn eine Vermutung führt schnell zur nächsten und schon haben Sie sich eine Geschichte ersponnen, die nichts mehr mit der Realität zu tun hat. Halten Sie sich stattdessen an Fakten – wenn Sie diese noch nicht kennen, fragen Sie nach!

  2. Sie gehen vom Worst-Case-Szenario aus

    Haben Sie bei zwei tuschelnden Kollegen im Büroflur jemals gedacht Vielleicht loben Sie gerade meine neue Frisur, trauen sich aber nicht, es direkt zu sagen? Natürlich haben Sie das nicht, denn beim Überdenken wird automatisch immer das Worst-Case-Szenario angenommen. Eine mögliche positive Wendung oder der Gedanke, dass ein Verhalten gar nichts mit der eigenen Person zu tun hat, wird geflissentlich ignoriert.

  3. Sie liegen viel öfter falsch als richtig

    Denken Sie einmal an all die Gelegenheiten zurück, an denen Sie Vermutungen angestellt haben, um das Verhalten eines Freundes oder auch eines Kollegen zu erklären. Wie viele Male, lagen Sie mit Ihrer Einschätzung richtig? Vermutlich nicht sonderlich oft, denn Sie sind kein Hellseher. Am Ende bringt es also nichts, stunden- oder sogar tagelang den eigenen Gedanken und Vermutungen nachzuhängen, wenn sowieso eine falsche Interpretation dabei herauskommt. Nutzen Sie die Zeit, um direkt für Klarheit zu sorgen und wenden Sie sich wieder anderen Dingen zu.

  4. Sie gehen sich selbst auf die Nerven

    Das klingt hart, trifft aber dennoch zu. Wer sich ständig über ein und dieselbe Sache Gedanken macht, wünscht sich oft, er könnte auf Knopfdruck einfach an etwas anderes denken. Das klingt nicht sonderlich schwer, gelingt jedoch nicht immer, da die Gedanken immer wieder zum Ursprung zurückwandern. Da hilft nur: Ganz bewusst an etwas anderes denken und durch Aktivität für Ablenkung sorgen, damit das Gehirn mit etwas anderem beschäftigt wird.

Wie es Ihnen gelingt, nicht alles zu überdenken

Sie wissen nun, ob Sie besonders stark dazu neigen, Dinge zu überdenken und warum Sie besser darauf verzichten sollten. Zum Abschluss fassen wir daher noch einmal die drei wichtigsten Tipps zusammen, damit Sie von nun an das unnötige Überdenken aufgeben können:

  • Schaffen Sie Fakten. Verrennen Sie sich nicht in Ihren Vermutungen, sondern fragen Sie nach!
  • Bleiben Sie positiv. Es geht nicht immer um Sie und es ist auch nicht alles schlecht!
  • Lassen Sie es gut sein. Sie können nicht alles kontrollieren, also versuchen Sie es auch nicht!

Und Sie? Überdenken Sie alles oder können Sie den Kopf auch mal ausschalten? Wir freuen uns auf Ihre Antworten!

[Bildnachweis: Photographee.eu by Shutterstock.com]
26. Mai 2016 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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