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Einsamkeit im Job: Ursachen und Bewältigung

Einsamkeit im Job kann krank machen – erst recht, wenn die soziale Isolation über einen längeren Zeitraum andauert und chronisch wird. Bevor es dann zu negativen psychischen oder körperlichen Folgen kommt, sollten Sie rechtzeitig gegensteuern. Wir zeigen in diesem Ratgeber, welche Ursachen Einsamkeit im Job haben kann und was Betroffene dagegen tun können…



Einsamkeit im Job: Ursachen und Bewältigung

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Welche Ursachen hat Einsamkeit im Job?

Einsamkeit entsteht, wenn wir uns verlassen, isoliert, ausgegrenzt und alleine fühlen. Betroffene glauben, sie seien vom Leben abgeschnitten oder im Stich gelassen. Dass das ausgerechnet im Job passiert, wirkt zunächst widersprüchlich: Schließlich sind wir dort Tag für Tag von Kollegen umgeben oder haben Kontakt zu Kunden und Vorgesetzten…

Doch Einsamkeit im Job existiert und kann unterschiedliche Ursachen haben:

  • Arbeit im Homeoffice
    Das Gefühl von Einsamkeit kann sich einstellen, wenn jemand viel im Homeoffice arbeitet oder dort der Selbständigkeit nachgeht. Hat der Beruf dann noch wenig mit Kommunikation zu tun, verschärft sich die Isolation zuhause.
  • Neu im Job
    Wer in einem neuen Job anfängt und nicht gleich einen guten Draht zu den Kollegen findet (oder weil das Betriebsklima eisig ist), kann sich schnell einsam fühlen. Dauert das Gefühl nur kurzfristig, ist das aber eher normal.
  • Einsames Berufsbild
    Überdies gibt es Berufe, in denen man per se wenig mit anderen Menschen zu tun hat. Dazu gehören zum Beispiel Förster, Leuchtturmwärter, Schäfer oder Nachtwächter. Wer die Einsamkeit im Job nicht mag, sollte diese Berufe definitiv nicht wählen.

Gleichzeitig kann eine Ursache für die Einsamkeit im Job die eigene Persönlichkeit sein. Manche Menschen sind einfach schüchtern und finden nur schwer Anschluss, andere haben Marotten oder Verhaltensweisen, die die Kollegen abschrecken oder unsympathisch finden.

Was ist der Unterschied zwischen Einsamkeit und Alleinsein?

Wer alleine sein will, hat sich in der Regel freiwillig dazu entschieden. Zum Beispiel, wer er oder sie die Stille Zeit oder Quality Time für sich gerade braucht. Einsamkeit dagegen beschreibt das Gefühl der Leere und der unfreiwilligen sozialen Isolation.


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3 Phasen der Einsamkeit

Einsamkeit ist nicht gleich Einsamkeit. In der Forschung werden drei Phasen unterschieden:

  1. Momentane oder vorübergehende Einsamkeit

    Dieses Gefühl hat jeder einmal. Es wächst meist nach großen Veränderungen, Verlusten oder Enttäuschungen. In dem Maß, wie wir diese starken Emotionen überwinden, lässt das Gefühl der Einsamkeit aber auch wieder nach.

  2. Langsamer Rückzug in die Einsamkeit

    Diese Phase schließt an die vorübergehende Einsamkeit an. Werden zum Beispiel menschliche Enttäuschung oder das Gefühl von Verrat nicht richtig verarbeitet, ziehen sich manche noch weiter zurück. Zugleich nehmen sie das Verhalten anderer Menschen immer stärker als Ablehnung wahr – eine Abwärtsspirale entsteht.

  3. Chronische Einsamkeit

    Jetzt wird das Gefühl der Einsamkeit und Isolation wird zum Dauerzustand und betrifft alle Lebensbereiche. Diese Phase wird in der Regel begleitet von physischen und psychischen Symptomen – Ess- und Schlafstörungen, Antriebslosigkeit bis hin zu einer Depression.

Sowohl der persönliche Rückzug als auch die chronische Einsamkeit sind ein ernstes Problem, das Sie nicht einfach hinnehmen dürfen. Der erste Schritt besteht dann in der Analyse der Ursachen und Gründe für das Gefühl der Einsamkeit.

Betroffene Arbeitnehmer sollten sich aber klarmachen, dass es dabei nicht um eine Schuldfrage geht und sie sich nichts vorwerfen müssen. Trotzdem sollten Sie bereits in Phase 2 erste Gegenmaßnahmen ergreifen (siehe unten).

Warum Führungskräfte Einsamkeit ernstnehmen sollten

Einsamkeit im Job ist kein Problem einzelner Außenseiter, die davon womöglich krank werden oder das Unternehmen verlassen. Wer so denkt, springt zu kurz: Studien belegen, dass Einsamkeit nicht nur Einzelne belastet, sondern „ansteckend“ wirkt und so das Verhalten aller Mitarbeiter negativ beeinflusst.

Umso wichtiger ist, dass Führungskräfte den Rückzug von Mitarbeitern frühzeitig erkennen – noch bevor daraus chronische Einsamkeit werden kann. Beobachten Sie daher, ob einzelne Mitarbeiter auffällig wenig Kontakt zu Kollegen haben oder immer wieder alleine Mittagessen (siehe: Obelix-Effekt). Häufen sich solche Anzeichen, sollten Führungskräfte mit Fingerspitzengefühl das 4-Augen-Gespräch suchen und sich um mehr Teamgeist bemühen.


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Was kann ich gegen Einsamkeit im Job tun?

Es ist ein Irrglaube, dass Introvertierte aufgrund ihrer zurückhaltenden und meist ruhigen Art anfälliger für Einsamkeit im Job sind. Treffen kann es jeden – aus unterschiedlichen Gründen.

Teilweise kann sogar der eigene Erfolg dafür verantwortlich sein: Herrscht in Ihrem Umfeld starkes Konkurrenzdenken, schürt das ebenfalls starken Neid. Die Folge: Die Kollegen verbünden sich gegen den Aufsteiger.

Ein Problem, das übrigens auch zahlreiche Führungskräfte kennen – unter dem Begriff „Einsamkeit an der Spitze„: Je mehr Sie Karriere machen, desto einsamer werden sie.

Tipps, was Sie dagegen unternehmen können

Haben Sie erst einmal die Ursachen und Gründe für Ihre Einsamkeit identifiziert, sollten Sie gegensteuern. Bewährte Gegenmaßnahmen sind:

  • Kollegen ansprechen

    Springen Sie über Ihren Schatten und sprechen Sie Kollegen gezielt an, um mit Ihnen zum Beispiel einen Kaffee in der Pause zu trinken oder gemeinsam Mittagessen zu gehen. Wer nie fragt, bekommt auch keine Antwort. Oft finden sich beim Smalltalk Gemeinsamkeiten, die die Beziehung vertiefen und stärken können

  • Aktiv einbringen

    Fehlender Kontakt zu Kollegen kann auch daran liegen, dass Sie sich bisher zu wenig im Team engagiert haben. Bringen Sie sich im nächsten Meeting reger ein, suchen Sie den Austausch oder bieten Sie Ihre Hilfe und Unterstützung an. Wiederholen Sie das regelmäßig, wird sich der Kontakt verbessern.

  • Häufiger treffen

    Wer viel zuhause und im Homeoffice arbeitet, sollte öfter mal zum Telefon greifen oder einen Teams- bzw. Zoom-Call mit Kollegen initiieren. Echte Gespräche (keine E-Mails!) fördern das Gefühl von Verbundenheit. Darüber hinaus sollten Sie trotzdem regelmäßige Teamtreffen vereinbaren – und sei es nur auf ein Bier nach Feierabend.

  • Coworking nutzen

    Selbständige, die sich zuhause einsam fühlen, können sich wiederum von Zeit zu Zeit in einem Coworking-Space einmieten und dort mit Gleichgesinnten ein Büro nutzen. Nicht selten entstehen dabei spannende Kontakte und Gespräche.

  • Selbstbewusst bleiben

    Durchbrechen Sie die psychologische Abwärtsspirale: Wer sich ausgegrenzt fühlt, schottet sich unbewusst noch weiter ab – und verstärkt die Einsamkeit nur noch. Der Grund liegt hier oft in einem geringen Selbstwertgefühl. Auch wenn es schwerfällt: Bleiben Sie selbstbewusst, lassen Sie sich nichts anmerken und gehen Sie weiterhin auf andere zu.

  • Dankbarkeit zeigen

    Tatsächlich lässt sich Einsamkeit durch Dankbarkeit überwinden. Die Strategie fällt niemandem leicht, aber versuchen Sie sich weiterhin auf die positiven Aspekte von Job und Kollegen zu fokussieren und bleiben Sie dafür dankbar. Das beugt nicht nur der Verbitterung vor, sondern beeinflusst Ihr Verhalten nach außen: Sie bleiben offen und und sympathisch.

Bei allen Strategien ist eine Eigenschaft wichtig: Geduld. Sowohl Einstellungs- als auch Verhaltensänderungen brauchen Zeit und wirken sich erst nach und nach auf die Kollegen aus.

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Einsamkeit im Job: Vorbote eines Jobwechsels?

In manchen Fällen entwickelt sich die Einsamkeit im Job auch dadurch, dass der Job und das Team absolut nicht mehr zur eigenen Person passen. Vielleicht haben Sie sich längst weiterentwickelt und stoßen in diesem Unternehmen an Grenzen oder Ihre Lebensziele haben sich verschoben…

Auch in dem Fall können und sollten Sie etwas verändern. Intern durch Job Crafting – also, indem Sie beispielsweise ihre Aufgaben und das Arbeitsumfeld selbstständig verändern und verbessern. Oder extern – durch einen strategischen Jobwechsel. Kein Job ist es wert, dass er Sie krank macht. Ebenso wenig sollten Sie dauerhafte Einsamkeit ertragen. Nutzen Sie den Leerlauf lieber, um aktiv bessere Alternativen zu finden!


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