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Ausgrenzung am Arbeitsplatz: Was jetzt zu tun ist

Es gibt verschiedene Formen der Ausgrenzung. Wenn niemand Sie fragt, ob Sie nach Feierabend mitkommen wollen. Die Kollegen Sie nie in Gespräche integrieren. Ist das schon Mobbing? Es könnten erste Warnzeichen dafür sein, oft aber stecken andere Gründe hinter der Ausgrenzung am Arbeitsplatz. Manchmal liegen einige Gründe sogar in einem selbst. Das bedeutet aber auch, dass Sie etwas dagegen tun können…



Ausgrenzung am Arbeitsplatz: Was jetzt zu tun ist

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Ist Ausgrenzung schon Mobbing?

Die Grenze zwischen Ausgrenzung und Mobbing ist oft schwierig zu ziehen. In der Regel meint Letzteres das systematische Anfeinden, Schikanieren und Diskriminieren: entweder von Arbeitnehmern untereinander oder durch Vorgesetzte beziehungsweise Arbeitgeber. Mobbing beinhaltet Verhaltensweisen, die in ihrer Gesamtheit die Persönlichkeit und die Würde des Betroffenen verletzen.

  • Grenzen Ihre Kollegen Sie regelmäßig und in böswilliger Absicht aus?
  • Enthält man Ihnen wichtige Informationen vor?
  • Erleben Sie nicht nur Ausgrenzung, sondern regelrechte Schikane?

Das könnten das Anzeichen für Mobbing sein. Andernfalls bleibt es zwar unschön, kann aber auch eine soziale Reaktion sein. Hier gilt es zunächst Ursachenforschung zu betreiben.

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Mögliche Gründe für die Ausgrenzung

Oft verstehen Menschen, die sich in einer solchen Situation befinden, die Welt nicht mehr. Im privaten Umfeld haben Sie einige gute Freunde, die Sie schätzen. Nur auf der Arbeit will es nicht laufen: Sie finden keinen Anschluss. Die Kollegen scheinen ihnen gegenüber distanziert und abweisend.

Welche Gründe hinter dem Verhalten Ihrer Kollegen stehen können:

  • Missgunst
    Ihre Kollegen sind Ihnen gegenüber misstrauisch, weil Sie scheinbar perfekt sind und keine Fehler machen. Sie haben Erfolg und der scheint Ihnen zuzufliegen. Aus Sicht Ihrer Kollegen müssen Sie nun von Ihrem hohen Ross herunter geholt werden.
  • Chefs Liebling
    Ihr Chef mag Sie und das merken auch Ihre Kollegen. Vielleicht haben Sie und Ihr Chef gemeinsame Freunde oder Ihr Vater und Ihr Chef kennen sich aus Studienzeiten. Insgeheim sind Sie als Liebling des Chefs abgestempelt und ausgegrenzt. Man distanziert sich von Ihnen, weil man fürchtet, Sie könnten vertrauliche Informationen an den Chef weitergeben.
  • Verhalten
    Als Sie neu ins Team gekommen sind, haben die Kollegen Sie als arrogant oder besserwisserisch wahrgenommen. Das kam natürlich schlecht an und Sie konnten sich nie integrieren.
  • Lebensumstände
    Ihre Kollegen haben den Eindruck, nichts mit Ihnen gemeinsam zu haben. Beispielsweise sind Sie die einzige verheiratete Frau mit Kindern. All Ihre Kolleginnen sind noch Singles und gehen Freitagabend gerne feiern, während Sie früh das Büro verlassen, um noch Zeit mit Ihren Kindern zu verbringen.
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Womit Sie sich selbst im Weg stehen

Mit zurückhaltendem und passivem Verhalten stellen Sie sich zusätzlich ins Abseits. Klar könnten die Kollegen den ersten Schritt tun und Sie zum Mittagessen einladen. Das passiert allerdings selten. Für Menschen mit diesen Persönlichkeitsmerkmalen ist es in der Regel schwieriger Anschluss zu finden:

Schüchterne Personen

Sie denken viel darüber nach, was andere Personen von Ihnen halten und machen sich Sorgen, abgelehnt zu werden. Es fällt Ihnen schwer Ihre Kollegen anzusprechen und spontan einfach auf einen Kaffee oder zum Mittagessen einzuladen. Es ist Ihnen peinlich, im Mittelpunkt zu stehen. Sie sind nicht der Typ Mensch, der mit seinen Erfolgen hausieren geht. Häufig könnten Sie etwas zu laufenden Gesprächen beitragen, trauen sich jedoch nicht, sich zu Wort zu melden.

Ihre Kollegen könnten Ihre Schüchternheit fälschlicherweise als Arroganz deuten. Schüchterne Menschen werden auch gerne übersehen oder vergessen. Das muss nicht einmal böse Absicht sein. Wer sich nicht bemerkbar macht und im Gedächtnis bleibt, den vergisst man schnell auf den Einladungsverteiler für den Feierabendumtrunk zu setzen.

Eigenbrötlerische Personen

Sie sind sich selbst genug und genießen das alleine sein und die Stille. Eigentlich macht es Ihnen nichts aus in der Mittagspause alleine zu essen und ein gutes Buch zu lesen oder Musik zu hören. Sie pflegen vielleicht eigenwillige Schrullen und wollen sich der Masse gar nicht anpassen. Die Gespräche Ihrer Kollegen erscheinen Ihnen zu flach und Sie finden keine gemeinsamen Interessen.

Ihre Kollegen verstehen Sie nicht und finden Ihr Verhalten seltsam. Sie unterstellen Ihnen Desinteresse an sozialer Interaktion. In Ihrem Verhalten sehen Ihre Kollegen ein Zeichen dafür, dass Sie sich für etwas Besseres halten. Das empfinden sie als Affront und distanzieren sich von Ihnen.

Fehler vermeiden: Wie Sie sich nicht verhalten sollten

Falsch wäre, sich mit dieser Situation abzufinden und gar nicht mehr zu versuchen, mit den Kollegen in Kontakt zu treten. Sie vergraben sich immer tiefer in die Einsamkeit im Job und bleiben für sich. Das Problem an dieser Einstellung: Soziale Interaktion stellt auch den Informationsfluss mit Ihren Kollegen sicher. Irgendwann vergisst man nicht nur Sie zum Mittagessen einzuladen, sondern auch Sie darüber zu informieren, dass der Ansprechpartner beim Kunden gewechselt hat. Dann mangelt es Ihnen an wichtigen Informationen und Sie machen Fehler – die auf Sie zurückfallen.

Doch genauso falsch wäre blinder Aktionismus. In Ihrem Wunsch wieder Anschluss zu finden, gehen Sie auf die Kollegen zu und fordern zum Mittagessen oder auf ein Feierabendbier mitzukommen. Damit drängen Sie sich Ihren Kollegen auf. Das hat Auswirkungen auf die Stimmung. Beide Seiten werden sich unwohl fühlen. Beginnen Sie lieber Schritt für Schritt mit der Annäherung.


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Tipps: Ausgrenzung am Arbeitsplatz beenden

Falls Sie schon länger Ausgrenzung am Arbeitsplatz erleben, wird es dauern, bis Sie wieder Anschluss finden. Sie sollten sich vor allem ein dickes Fell zulegen: Höchstwahrscheinlich braucht es einige Anläufe, bis Ihre Kontaktaufnahme zu den Kollegen erfolgreich ist. Lassen Sie sich davon jedoch nicht entmutigen, denn ein gutes Verhältnis zu den Kollegen ist ein entscheidender Faktor für Jobzufriedenheit. Was Sie tun können:

1. Hinterfragen Sie Ihr Verhalten

Überlegen Sie, seit wann Ihre Kollegen sich so abweisend verhalten. Gibt es einen konkreten Auslöser? Fragen Sie sich auch, wie Sie auf die Zurückweisung reagieren: Sind Sie wütend oder gleichgültig? Diese Fragen dienen dazu herauszufinden, wo Sie im Job stehen und was mögliche Gründe für das Verhalten Ihrer Kollegen sind.

2. Holen Sie Feedback ein

Sprechen Sie mit vertrauten Personen aus Ihrem privaten Umfeld. Schildern Sie dieser Person Ihre Lage und bitten Sie um eine Einschätzung. Verhalten Sie sich auf der Arbeit und im Privatleben gleich oder ganz anders? Würde Ihre Vertrauensperson Sie als schüchtern oder eigenbrötlerisch beschreiben? In diesem Gespräch sollte es darum gehen, herauszufinden, ob es eine Diskrepanz zwischen Arbeits- und Privatleben gibt. Es hilft dabei festzustellen, welches Verhalten Ihre Kollegen aktuell missinterpretieren. Zusätzlich bekommen Sie Bestätigung von Ihrer Vertrauensperson. Es tut gut zu hören, dass Sie ein guter Freund oder Partner sind.

3. Sprechen Sie mit einer neutralen Person am Arbeitsplatz

Holen Sie sich beispielsweise Rat beim Betriebsarzt. Sprechen Sie mit diesem über die Situation im Team. Erarbeiten Sie gemeinsam, was Sie tun könnten und was erste Schritte sind. Sollte es aus Ihrer Sicht keine neutrale Person am Arbeitsplatz geben, suchen Sie sich einen externen Berater. Eine erste Anlaufstelle könnte der Hausarzt sein, der Ihnen beispielsweise ein psychologisches Beratungsangebot empfehlen kann.

4. Leisten Sie dennoch gute Arbeit

Sie leiden unter der Situation im Job. Doch lassen Sie nicht zu, dass deswegen Ihre Leistung am Arbeitsplatz abfällt. Machen Sie Fehler oder begeben Sie sich in eine Ist-mir-doch-egal-Haltung, drängen Sie sich nur weiter ins Aus. Ihre Kollegen werden dann einen weiteren Grund haben Sie zu ignorieren, da man Ihnen keine Verantwortung übertragen kann. Überzeugen Sie die Kollegen vom Gegenteil. Zeigen Sie, dass Sie auch weiterhin verlässlich sind.

5. Unterstützen Sie Ihre Kollegen

Auch wenn Ihnen nicht danach zumute ist, unterstützen Sie Ihre Kollegen bei der Arbeit. Helfen Sie diesen, wenn sie Probleme haben oder Input brauchen. Damit zeigen Sie, dass Ihnen etwas an den Kollegen und an der Performance im Team liegt. Diese Haltung wird im Team positiv auffallen.

6. Setzen Sie sich auch für das Team ein

Beteiligen Sie sich an der Organisation von gemeinsamen Aktivitäten. Zeigen Sie, dass Sie gerne dazu gehören würden und bereit sind dafür auch etwas zu tun. Für solche Aktivitäten gibt es immer zu wenig engagierte Organisatoren. Hier bietet sich eine Chance sich zu beteiligen und so Anschluss zu finden.

7. Bewahren Sie sich eine offene Haltung

Vermitteln Sie Ihren Kollegen auch weiterhin, dass Sie offen für Gespräche und Kontakte sind. Zeigen Sie, dass es Ihnen nicht egal ist, was im Team passiert und wie es Ihren Kollegen geht. Zeigen Sie Interesse an Ihren Kollegen und versuchen Sie es immer wieder mit ein wenig Smalltalk.

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Formen der Ausgrenzung

Obige Tipps gelten vor allem für Ausgrenzung am Arbeitsplatz, wenn sie durch Unkenntnis oder einen holprigen Einstieg in den neuen Job zustande kommt. Daneben kann die Ausgrenzung Formen annehmen, die klar mit Diskriminierung zusammenhängen. Beides ist für den oder die Betroffene unschön, allerdings geschieht Diskriminierung aufgrund ideologischer Vorbehalte. Sie zeigt sich in folgenden Formen:

  • Geschlecht
    Ausgrenzung und Geringschätzung von Frauen, erkennbar an Sexismus oder schlechterer Bezahlung (Gender Pay Gap).
  • Behinderung
    Menschen mit Behinderung werden nicht eingestellt, weil das Unternehmen Minderleistung befürchtet.
  • Religion
    Ein Unternehmen stellt vorzugsweise Mitarbeiter einer bestimmten Religion oder Weltanschauung ein.
  • Alter
    Ältere Mitarbeiter erhalten keine Aufgaben mehr mit neuartiger Technologie.
  • Sexuelle Orientierung
    Im Unternehmen sind homophobe Witze und Äußerungen weit verbreitet, das Management eine Männerdomäne mit patriarchaler Einstellung.
  • Herkunft
    Das Führungspersonal ist streng homogen, auch sonst meidet man Mitarbeiter fremder Herkunft oder gar anderer Hautfarbe.

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