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Outing im Vorstellungsgespräch: Eine gute Idee?

Ein Outing im Vorstellungsgespräch ist heikel. Noch immer gibt es zahlreiche homophobe Menschen, die mit Homosexualität nicht zurechtkommen. Ebenso gibt es Personaler, die „diverse“ Bewerber ablehnen – obwohl heute jede Stellenanzeige niemanden aufgrund der Sexualität diskriminieren darf (siehe m/w/d). Auf die Frage – sollten Sie sich im Vorstellungsgespräch outen? – gibt es keine eindeutige Antwort. Sie müssen selbst entscheiden, ob für Sie die Vor- oder Nachteile überwiegen…



Outing im Vorstellungsgespräch: Eine gute Idee?

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Outing im Vorstellungsgespräch: Was sagt das Arbeitrecht?

In Sachen Sexualität ist das Arbeitsrecht eindeutig: Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) sagt, dass niemand aufgrund seiner sexuellen Identität im Job und bei der Bewerbung benachteiligt oder schlechter gestellt werden darf.

Im Vorstellungsgespräch bedeutet das: Der Personaler darf Sie nicht einmal nach Ihrer sexuellen Orientierung fragen. Die Frage danach gehört zu den illegalen Fragen und darf entweder gar nicht oder mit einer Lüge beantwortet werden.

Wie wichtig ist mir das Thema?

Anders sieht es aus, wenn Sie das Thema proaktiv ansprechen oder sich anderweitig outen wollen. Weil die sexuelle Orientierung zu Ihren Persönlichkeitsrechten gehört, geht das den Arbeitgeber grundsätzlich überhaupt nichts an. Es bleibt allein Ihre individuelle Entscheidung, ob Sie sich damit outen.

Letztlich geht es dabei darum, die jeweiligen Vor- und Nachteile für sich abzuwägen und zu entscheiden, wie wichtig Ihnen dieser Teil Ihrer Persönlichkeit ist und ob Sie von Anfang an mit offenen Karten in den neuen Job starten wollen – und das gleich im Vorstellungsgespräch. Als Entscheidungshilfe haben wir im Folgenden einige Pro- und Kontra-Argumente einander gegenübergestellt…

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Outing im Vorstellungsgespräch: Nachteile

Eigentlich sollte das Outing und die sexuelle Orientierung heute kein großes Thema mehr sein. Eigentlich. Aber ehrlicherweise muss man sagen, dass es – obwohl verboten – immer noch so etwas wie Diskriminierung im Job gibt. Aus den unterschiedlichsten Gründen. Schwul sein, lesbisch sein oder transgender sein gehört leider dazu.

Der größte Nachteil des Outings ist daher, eine Bewerbungsabsage zu kassieren. Natürlich wird kein Personaler zugeben, dass es daran lag. Trotzdem werden manche Homosexuelle in besonders konservativen Unternehmen immer noch abgelehnt (oder später im Job gemobbt). Falls Sie das befürchten, hilft im Grunde nur: dazu schweigen.

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Outing im Vorstellungsgespräch: Vorteile

Das Outing im Vorstellungsgespräch erfordert eine Menge Mut. Selbst dann, wenn sich eine passende Gelegenheit bietet. Dennoch kann sich die Überwindung lohnen. Schon zu Beginn mit offenen Karten zu spielen und ebenso ehrlich wie authentisch aufzutreten, hat Vorteile:

  • Kein Verstellen

    Wer versucht, im Bewerbungsgespräch etwas zu verheimlichen, wirkt ingesamt unecht. Das spüren auch Personaler und haben sofort ein Störgefühl. Obendrein machen Sie sich damit das Leben nur unnötig schwer, weil Sie sich verstellen müssen. Ein Outing wirkt daher wie ein Befreiungsschlag. Zumal Sie Selbstsicherheit zeigen und zu sich stehen. Ehrlich währt eben doch am längsten und erspart unnötigen Stress.

  • Keine Angst vor Enthüllung

    Einige Arbeitgeber informieren sich heute über die finalen Kandidaten zusätzlich im Internet und Social Media. Falls Sie sich dort schon geoutet haben, käme das spätestens dort heraus. Oder später im Job bei den Kollegen. Wer also versucht, so etwas zu verbergen, lebt immer mit der Angst vor einer Enthüllung. Warum dann nicht gleich dazu stehen und umso selbstbewusster auftreten?!

  • Arbeitgeber kennenlernen

    Das Vorstellungsgespräch dient beiden Seiten dazu, einander besser kennenzulernen. Ein Outing im Vorstellungsgespräch können Sie deshalb auch dazu nutzen, um mehr über die Firma und deren Unternehmenskultur zu erfahren. Haben Sie gleich zu Beginn das Gefühl, dass man Sie aufgrund Ihrer Sexualität ablehnt, sollten Sie sich einen anderen Job und Arbeitgeber suchen. Das spart Zeit. So jemand hat Sie nicht verdient…


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[Bildnachweis: Karrierebibel.de, KI]

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