Mittagessen mit dem Chef: Themen, Tipps, Tabus
Allein die Vorstellung reicht aus, um vielen Arbeitnehmern den Angstschweiß auf die Stirn zu treiben: Ein Mittagessen mit dem Chef scheint wie die perfekte Gelegenheit, um sich zu blamieren, seinen guten Ruf zu ruinieren und mit einem Kopfsprung in jedem erdenklichen Fettnäpfchen zu landen. Die Horrorvorstellungen sind aber völlig unbegründet. Es muss schon einiges gehörig aus dem Ruder laufen, damit Ihr Chef mit einem schlechten Gefühl aus der gemeinsamen Mittagspause geht. Auf der anderen Seite eröffnet sich Ihnen hier die Chance, den Vorgesetzten besser kennenzulernen und Pluspunkte zu sammeln. Wir zeigen, wie das geht...

Mittagessen mit dem Chef: Worüber soll ich reden?

Das Gedankenkarussell vor dem Mittagessen mit dem Chef ist vergleichbar mit der Aufregung vor dem ersten Date: Sie wollen den bestmöglichen Eindruck hinterlassen, alles soll perfekt ablaufen und vor allem soll Ihr Chef im Anschluss nicht schlechter von Ihnen denken.

Im Vorfeld taucht deshalb eine Frage besonders häufig auf: Worüber soll ich reden?

Die gute Nachricht: In der Regel übernimmt der Vorgesetzte einen großen Teil der Gesprächsführung.

Vermutlich wird er sich dafür interessieren, ob Ihnen die Arbeit Spaß macht, an was Sie gerade genau arbeiten und wie. Dazu kommt typischer Smalltalk.

Hierbei sollten Sie vor allem darauf achten, nicht zu schüchtern aufzutreten sowie immer positiv zu bleiben. Jammern und klagen ist absolut tabu. Das Mittagessen mit dem Chef ist kein Rendezvous mit einem Kummerkasten.

Zudem braucht ein Dialog immer zwei. Beschränken Sie sich also nicht auf einsilbige Antworten, sondern erzählen Sie kleine Geschichten mit Details. Gehen Sie auf Fragen ein, stellen Sie Rückfragen und schon entwickelt sich das Gespräch von ganz alleine.

Vorsichtig bei den Themen sollten Sie lediglich sein, wenn es um persönliche Angelegenheiten geht. Völlig bedenkenlos können Sie über Ihre Hobbys, den favorisierten Fußballverein oder die vergangene Reise in den Süden erzählen. Für Themen wie Gesundheit, Karrierepläne oder das magere Gehalt ist das definitiv der falsche Ort.

Die Atmosphäre beim gemeinsamen Mittagessen ist meist entspannt und freundschaftlich. Das ist aber auch verführerisch - und so manche(r) kommt dabei ins Plaudern und offenbart zu viel. Vergessen Sie daher bitte nicht: Es handelt sich bei Ihrem Gegenüber immer noch um den Chef.

Mittagessen mit dem Chef: So wird es zum Erfolg

Mittagessen mit dem Chef: So wird es zum ErfolgDie zweite Frage, die Arbeitnehmern im Kopf herum schwirrt und für Nervosität und feuchte Hände sorgt:

Was passiert, wenn ich beim Mittagessen mit dem Chef etwas falsch mache?

Kurze Antwort: gar nichts. Das gemeinsame Essen ist keine Prüfung und auch kein Vorstellungsgespräch. Ihr Chef will Sie vermutlich etwas besser kennenlernen, sonst hätte er oder sie Sie nicht eingeladen. Ein kleiner Fauxpas wird den bisherigen Gesamteindruck nicht zerstören. Das ist allenfalls etwas peinlich. Geht aber vorbei.

Bei ganz schlimmen Ausrutschern können Sie sich hinterher immer noch entschuldigen.

Damit es nicht soweit kommt und Sie maximal vorbereitet und selbstsicher am Tisch sitzen, haben wir noch drei essenzielle Tipps für das Mittagessen mit dem Chef:

  1. Machen Sie sich nicht zu viel Stress.

    Nervosität und Aufregung sind die größten Hindernisse, die Sie vor dem Essen überwinden müssen. Denken Sie daran, dass Ihr Job nicht auf dem Spiel steht. Vielmehr sollten Sie es als eine nette Geste und Gelegenheit sehen, sich besser kennenzulernen. Die Gründe hierfür sind meist positiv. Vielleicht spielt der Chef mit dem Gedanken, Ihnen einen großen und wichtigen Kunden zu übertragen oder Sie für die nächste Beförderung in Betracht zu ziehen. Also kein Grund, verkrampft und nervös aufzutreten.

  2. Achten Sie auf Ihre Manieren.

    Der Vollständigkeit halber sei auch dieser Punkt erwähnt: Tischmanieren kommen nie aus der Mode. Beim Essen mit Ihrem Chef sollten Sie natürlich auch unter Beweis stellen, dass Sie wissen, wie man sich bei einem Geschäftsessen (PDF) benimmt. Dazu zählen neben den Klassikern auch das pünktliche Erscheinen zum verabredeten Termin und die richtige Körperhaltung am Tisch.

  3. Bestellen Sie, sichere Gerichte.

    Sie müssen Ihr Essen zwar nicht danach aussuchen, was dem Vorgesetzten imponieren könnte. Meiden sollten Sie aber klassische Minengerichte: Suppen, Nudelgerichte mit spritzenden Soßen, Rucola-Salat... Fast immer bekleckert man sich dabei selbst - oder schlimmer: den Chef. Ein wenig Rücksicht nehmen sollten Sie auch auf den zeitlichen Rahmen nehmen: Findet das Essen in der Mittagspause statt, könnte die Zeit für ein 3-Gänge-Menu zu knapp sein. Hier empfiehlt es sich, dies kurz mit dem Chef abzusprechen oder abzuwarten, was der Vorgesetzte bestellt.

Mittagessen mit dem Chef: Diese Tabus sollten Sie meiden

Mittagessen mit dem Chef: Diese Tabus sollten Sie meidenDas Mittagessen mit dem Chef läuft normalerweise völlig unkompliziert ab. Dennoch gibt es auch hier einige Tabus, die Sie kennen sollten. Klar, die haben zwar nicht die sofortige Kündigung zur Folge, können für Sie aber unangenehm werden:

  • Übertreiben Sie es nicht mit Alkohol.

    Alkohol ist nicht grundsätzlich verboten, gerade wenn auch der Chef ein Glas Wein bestellt. Allerdings sollte sich der Alkoholkonsum in Grenzen halten. Das Mittagessen mit dem Chef ist immer noch ein berufliches Meeting, und Sie wollen nicht den Eindruck eines Partygängers und Trinkers vermitteln.

  • Bleiben Sie immer positiv.

    Vielleicht fragt Sie der Chef danach, was gerade nicht gut läuft oder wer in der Abteilung Probleme macht. Gefährlich! Das kann echtes Interesse sein - oder ein Test. Lästern sollten Sie auf keinen Fall - von dem Dreck bleibt immer etwas am Werfer hängen. Und wenn Sie schon Bedenken und Kritik äußern, dann bleiben Sie dabei unbedingt konstruktiv und optimistisch und sagen Sie auch, wie Sie glauben das Problem lösen zu können. Chefs befördern praktisch nie Bedenkenträger, Problemlöser hingegen schon.

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[Bildnachweis: kiuikson, Rido by Shutterstock.com]

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