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Einladung beim Chef: Die wichtigsten Regeln

Sie und Ihr Partner oder Ihre Partnerin haben eine Einladung beim Chef zum Abendessen bekommen: Wie verhalten Sie sich? Zwar kennen Sie grundsätzliche Umgangsformen. Aber wie war das nochmal mit der richtigen Garderobe? Muss ich Dinge essen, die ich nicht mag oder nicht vertrage? Wer sagt wann was? Hier bekommen Sie einen Überblick über die wichtigsten Knigge-Regeln, auf die Sie achten müssen. Denn was im (Büro-)Alltag funktioniert, lässt sich in dem Fall leider nicht eins zu eins übernehmen…

Einladung beim Chef: Die wichtigsten Regeln

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Wie reagieren Sie angemessen auf die Einladung vom Chef?

Eine Einladung beim Chef ist ein Vertrauensbeweis. Offenbar schätzt er Sie und Ihre Arbeit. Das kann für ihn eine Gelegenheit sein, das in Sie gesetzte Vertrauen zu prüfen und zu stärken. Das ist eine positive Nachricht! In dem folgenden Schritt-für-Schritt-Leitfaden zeigen wir Ihnen die klassischen Stolperfallen im Umgang mit Vorgesetzten. Um sich von Beginn an zu bewähren, sollten Sie angemessen auf die Einladung reagieren:

  • Mündliche Einladung
    Wenn Sie zum Beispiel mündlich erfolgt ist, antworten Sie logischerweise direkt und bedanken sich dafür. Zudem können Sie sich gleich nach dem Dresscode für den Abend erkundigen. Sind Sie zum Beispiel Vegetarier, ist das ebenfalls eine wichtige Information – diesmal für den Gastgeber, sofern Sie nicht mit Sicherheit wissen, dass Ihr Chef ebenfalls einer ist.
  • Schriftliche Einladung
    Erfolgt die Einladung schriftlich, reagieren Sie bitte ebenfalls schriftlich darauf. Sie bedanken sich in Ihrer Antwort für die Einladung und das Vertrauen und haben nun die Gelegenheit, kurz Hinweise zu Allergien oder ernährungsspezifischen Besonderheiten anzugeben, damit sich Ihr Gastgeber darauf einstellen kann.

Achtung Fettnapf: Hier lauern Gefahren

  • Geringschätzung
    Der größte Fauxpas wäre, die Einladung lediglich hinzunehmen und gar keine Reaktion zu zeigen. Ein Feedback und Dankeschön zu geben, ist absolute Pflicht.
  • Hinweise
    Sie vergessen zu erwähnen, dass Sie überzeugter Veganer sind und Ihr Chef wartet mit dem Sonntagsbraten auf. In dem Fall wäre der Koch beziehungsweise die Köchin zurecht schwer beleidigt.
  • Vorsorge
    Sie haben eine Laktoseintoleranz, vergessen das zu erwähnen und nehmen dann nicht einmal Ihre Laktase-Tabletten mit.
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Einladung beim Chef: Was ziehe ich an?

Kleider machen Leute. Die Kleidung sollte dem Anlass angemessen sein. Die Uhrzeit der Einladung spielt dabei allerdings eine entscheidende Rolle. Sind Sie nur zum Nachmittags-Kaffee eingeladen, wäre Abendgarderobe natürlich übertrieben. Umgekehrt gilt: Ab 18 Uhr erscheinen Sie im feineren Abendoutfit. Schwarze Schuhe sind dann zum Beispiel ein Muss.

  • Männer
    Die Farbwahl des Sakkos können Sie etwas großzügiger handhaben. Schwarz wäre theoretisch möglich, ist aber unter Umständen zu elegant für ein einfaches Abendessen. Es empfiehlt sich daher eher auf dunklere Farben wie Blau oder Grau zurückzugreifen. Für das Hemd wählt man(n) am Abend lieber die Farbe Weiß.
  • Frauen
    Hier gilt ebenfalls Business Casual, sprich klassischer Mix aus Twinset oder Bluse und Hose oder Shirt und Blazer.

Achtung Fettnapf: Hier lauern Gefahren

  • Lässigkeit
    Sie greifen auf Ihre Lieblingsjeans zurück, weil die so schön bequem ist, und schließlich ist man ja nicht mehr auf der Arbeit… Fehler! Sie dürfen abends zwar die Krawatte weglassen, aber zu leger sollte es nicht zugehen. Da es eine Einladung beim Chef ist, gelten zumindest noch ein paar Business-Regeln.
  • Outfit
    Wenn Sie die Krawatte zuvor umbinden, muss sie beim Essen auch unbedingt um bleiben – es wird keine Kleidung mehr abgelegt, daher sollten Sie insgesamt eher auf leichte Kleidung zurückgreifen.
  • Sorgfalt
    Löcher, Falten, Flusen und Fettflecken sind absolute No-Gos. Daher kontrollieren Sie Ihre Kleidung zuvor.
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Welche Mitbringsel für die Einladung beim Chef?

Ein Gastgebergeschenk ist immer eine nette Geste und honoriert den Aufwand, den ein Gastgeber hat. Sie überreichen es bei der Begrüßung. Je nachdem, ob Sie eine Frau oder einen Mann als Vorgesetzten haben, sollten Sie sich für ein passendes Geschenk entscheiden. Mit einem Blumenstrauß oder Pralinen im Falle einer Chefin und einem guten Wein, wenn Ihr Chef ein Mann ist, machen Sie prinzipiell nichts verkehrt. Das gilt auch für die Frau des Gastgebers. Die Tücke liegt hier allerdings wieder mal im Detail. Achten Sie auf folgende Dinge:

Beim Geschenk für die Frau:

  • Wählen Sie unverfängliche, stilvolle Schnittblumen.
  • Bei zwei verschiedenen Sorten Schnittblumen nehmen Sie am besten eine ungerade Zahl.
  • Sollte der Strauß in eine Papiermanschette gefasst sein, bleibt diese um den Strauß herum.

Beim Geschenk für den Mann:

  • Investieren Sie etwa 10 Euros in einen hochwertigen Wein. Zwar können auch günstigere Weine qualitativ einwandfrei sein, dennoch macht sich eine Flasche aus dem nächsten Discounter nicht besonders gut. Ein Qualitätswein aus einer Weinhandlung spricht für ein gewisses Maß an Wertschätzung.
  • Sollten Sie bestimmte Hobbys oder Vorlieben Ihres Chef besser kennen, können Sie auch einen schönen Bildband über ein favorisiertes Urlaubsland oder ähnliches mitbringen.

Achtung Fettnapf: Hier lauern Gefahren

  • Botschaften
    Die falschen Blumen: Rote Kavaliersrosen, aber auch weiße Lilien sind unpassend – Erstere, weil sie Verehrern vorbehalten sind; Letztere, weil sie mit Grabschmuck assoziiert werden.
  • Aberglaube
    Nehmen Sie nicht genau 13 Blumen – die Menge wird als Unglückszahl empfunden.
  • Müll
    Übergeben Sie Blumen stets unverpackt – also unbedingt vorher Papier oder Folie entfernen.
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Einladung beim Chef: Die richtige Begrüßung

Wenn Sie der Einladung Ihres Chefs folgen, versteht es sich von selbst, dass Sie pünktlich kommen. Ausnahme: Auf der Einladung ist beispielsweise eine Uhrzeit mit „ab 21 Uhr“ angegeben. Dann handelt es sich allerdings eher um eine größere Feierlichkeit. Bei einem Abendessen müssen Sie davon ausgehen, dass die Speisen entsprechend vorbereitet sind und sich nicht beliebig warmhalten lassen.

Die Begrüßung hängt davon ab, wer Ihnen die Tür öffnet: Üblicherweise gibt man der Person zuerst die Hand, die einem zuerst entgegentritt. Sollte also die Frau des Chefs die Tür öffnen und der Chef selbst nicht zu sehen sein, ist klar, dass Sie diese als erste begrüßen. Auch wenn beide Partner gleichzeitig an der Tür erscheinen, gilt „Ladies first“. Dies steht im Widerspruch zu Begrüßungen im Businessalltag: Dort wird der Ranghöchste zuerst begrüßt.

Achtung Fettnapf: Hier lauern Gefahren

  • Verspätung
    Sie schaffen es nicht pünktlich zu sein. Dann sollten Sie unbedingt anrufen und Bescheid geben – eine Viertelstunde ist noch im Rahmen des Tolerierbaren.
  • Durcheinander
    Bei der Begrüßung kreuzen sich die Arme. Das lässt sich vermeiden, indem man einfach die Reihenfolge einhält: Der Gast begrüßt die Frau des Chefs oder die Chefin zuerst, dann den Chef oder den Mann der Chefin, erst dann folgt der Partner / die Partnerin des Gastes in der Begrüßung.

Smalltalk: Welche Gesprächsthemen eigenen sich?

Hier zeigt sich, wer die Kunst des Smalltalks beherrscht. Angenommen, Sie sind zum ersten Mal bei Ihrem Chef eingeladen, dann bieten sich folgende Themen an:

  • Lage des Hauses
  • Würdigung von Möbeln und Kunst
  • Urlaubsorte
  • Erfahrungen im Ausland
  • Künstler und Musik

Achtung Fettnapf: Hier lauern Gefahren

Treten Sie gesellig auf, ohne privat zu werden. Gerade mit Blick auf die Arbeit gilt es einige Themen gedanklich auszusortieren. Dazu gehören:

  • Finanzen
    Gehaltsverhandlungen und ähnliche Themen, die sich rund um das Geld oder geldwerte Leistungen wie zum Beispiel Boni und mehr Urlaub drehen.
  • Gerüchte
    Ebenfalls schlecht kommt abfälliges Reden über Arbeitskollegen an.
  • Distanzlosigkeit
    No-Go: Komplimente über das Äußere, beispielsweise die Figur oder das Kleid der Chefin oder der Frau des Gastgebers.
  • Reizthemen
    Klassische Fallen lauern bei Reizthemen wie Religion und Politik. Unterschiedliche persönliche Vorstellungen können zu Missstimmung führen. Auch Krankheiten sollten Sie besser ausklammern.

Besteck und Gläser: Die richtige Handhabung

Die richtige Reihenfolge zur Benutzung des Bestecks: von außen nach innen. Spezielles Fischbesteck gibt es für Grätenfische. Hier ist es von Vorteil, den Aufbau eines Fisches zu kennen, damit sich der Fisch möglichst grätenfrei genießen lässt. Sollten Sie beim Kauen dennoch eine Fischgräte bemerken, bringen Sie sie wieder auf die Gabel und legen Sie die Gräte am Tellerrand ab. Bei praktisch grätenfreien Fischsorten wie Scholle ist die Gefahr einer Gräte kaum gegeben, ähnlich sieht es bei Knorpelfisch aus. Der wird daher mit dem üblichen Besteck gegessen.

Einmal benutztes Besteck legen Sie niemals auf dem Tisch oder der Tischdecke, sondern auf dem Teller ab. Sollten Sie lediglich eine kleine Pause machen, dann liegt das Besteck in Form eines Spitzdaches auf dem Teller. Das heißt, die Zinken der Gabel sind oben und die Schneide des Messers zeigt dazu. Wenn Sie das Essen komplett beendet haben, werden Messer und Gabel parallel zueinander schräg rechts auf dem Teller abgelegt – die sogenannte 20-nach-4-Stellung.

Tischmanieren Geschaeftsessen Besteck Codes Grafik

Sehr wahrscheinlich wird man Ihnen ein alkoholisches Getränk in Form eines Aperitifs vor dem Essen anbieten. Grundsätzlich können Sie natürlich auch ohne Angabe von Gründen Alkohol ablehnen. Falls Sie jedoch zu einem Aperitif greifen, wird das Glas anschließend nicht mit zum Tisch genommen. Wenn Sie Wein trinken, halten Sie das Weinglas immer am Stiel. So vermeiden Sie nicht nur eine Erwärmung des Inhaltes, sondern auch Fingerabdrücke auf dem Glas.

Achtung Fettnapf: Hier lauern Gefahren

  • Imitation
    Sie bemerken bei Ihrem Vorgesetzten einige irritierende Angewohnheiten und orientieren sich daran: Das ist gefährlich, denn es könnte sich beim Verhalten Ihres Chefs um einen Test handeln. Also: Niemals die Ellenbogen auf dem Tisch absetzen, auch gehören die Hände beim Essen nicht unter den Tisch.
  • Manieren
    Sie ziehen sich die Gräte mit den Fingern aus dem Mund. Richtig: Sie benutzen wie oben beschrieben auch hier die Gabel. Gleiches gilt für Olivensteine.

Einladung beim Chef: Der Umgang mit Speisen

Auch im Bereich der Tischmanieren gilt: andere Länder, andere Sitten. Wir fokussieren hier die Normen, die für Deutschland gelten. Das Essen beginnt, wenn der Gastgeber oder die Gastgeberin am Tisch sitzen und dazu auffordern. Ebenso verhält es sich mit den Getränken bei Tisch: Der Gastgeber fordert dazu auf, dann wird getrunken.

Es gibt zu viele Speisen, die einen speziellen Umgang erfordern, als dass wir hier alle aufführen könnten. Daher geht es um die wichtigsten Regeln für die gängigsten Speisen. Es sind tatsächlich auch vermeintlich simple Speisen, deren Handhabung sich plötzlich als herausfordernd entpuppt:

  • Suppe
    Wird mit der Löffelspitze zum Mund geführt. Der Teller wird ausgelöffelt.
  • Bouillon
    Dürfen Sie austrinken, sofern sie in einer Tasse serviert wird und Sie die Einlagen zuvor mit dem Löffel gegessen haben.
  • Salat
    Wird niemals mit dem Messer geschnitten. Falls einzelne Bestandteile zu groß sind, darf man sich mit einem Stückchen Brot behelfen.
  • Brot
    Wird nicht geschnitten oder bestrichen, sondern in kleine Stücke gebrochen.

Achtung Fettnapf: Hier lauern Gefahren

  • Signale
    Nach dem Essen niemals den Teller von sich weg zur Tischmitte schieben, um darauf aufmerksam zu machen, dass man den Gang beendet hat.
  • Geräusche
    Allgemein verbieten sich Essgeräusche wie Schlürfen und Schmatzen, aber auch das Ablecken des Messers.
  • Konsum
    Trinken Sie nicht durcheinander. Sie sollten Ihre Grenzen kennen und maßvoll im Alkoholkonsum sein.
  • Diskretion
    Schminke nicht bei Tisch nachbessern, ebenso wenig Essensreste nicht mit dem Zahnstocher bei Tisch entfernen. Für beides suchen Sie unter Ausschluss der Öffentlichkeit den Waschraum auf.

Was tun bei Missgeschicken?

Malheurs wie ein umgekipptes Weinglas sind zwar unangenehm, aber letztlich kein Weltuntergang – bei Rotwein auf der weißen Tischdecke oder heller Kleidung hilft immer noch ein altes Hausmittel: Mineralwasser. Es verdünnt den Fleck und die Kohlensäure löst Rückstände. Wichtig dann: nicht reiben, sondern tupfen!

Haben Sie sich an dieser Stelle bis zum Digestif, dem Verdauungsschnaps, durchgearbeitet, kann Ihnen eigentlich kaum noch etwas passieren. Mit den wichtigsten Regeln hier sollte eine Einladung beim Chef zu bewältigen sein. Und wenn Sie erst einmal wieder im Auto auf dem Nachhauseweg sind, darf auch die Krawatte entfernt und der Gürtel ein Loch weiter gestellt werden…

Einladung vom Chef ablehnen: Geht das?

Eine Absage auf eine Einladung kann heikel sein. Wer nicht den richtigen Ton trifft, kränkt womöglich sein Gegenüber. Noch schlimmer: Steckt das Unternehmen in der Krise und lädt der Chef zu einem semi-offiziellen Treffen zusammen mit anderen Kollegen ein, könnte das Folgen für Ihre berufliche Zukunft haben. Die Für und Wider sollten Sie also im Einzelfall gut abwägen.

Wichtig jedoch: Auch mit einer Absage können (und sollten) Sie Wertschätzung ausdrücken. Dafür sollten Sie sich zeitnah melden und nachvollziehbar formulieren. Nachvollziehbare Absagegründe sind Urlaub, Krankheit oder anderweitige Verpflichtungen. Zur Not gehen auch Notlügen, wenn Sie dadurch eine Kränkung vermeiden. Inhaltlich kann das dann so aussehen:

  1. Bedanken Sie sich für die Einladung
    „Sehr geehrte(r) Frau / Herr ___, vielen Dank für die freundliche Einladung zum Essen.“
  2. Bekunden Sie Ihr Bedauern
    „Sehr gerne wäre ich am TT.MM.JJJJ vorbeigekommen. Leider kann ich Ihre Einladung nicht annehmen.“ / „Bedauerlicherweise muss ich die Einladung ablehnen.“
  3. Nennen Sie einen Grund für die Absage
    „Am selben Tag feiert meine Mutter ihren 80. Geburtstag.“ / „Zu diesem Zeitpunkt findet der Elternabend an der Schule meiner Tochter statt.“ / „… da sich ein anderer Termin nicht verschieben lässt.“
  4. Formulieren Sie freundliche Grüße
    „Vielen Dank nochmals und beste Grüße.“

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[Bildnachweis: MicroOne by Shutterstock.com]

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