Bewerbungsessen: Das bitte NIE bestellen!

Manche Arbeitgeber laden vielversprechende Kandidaten zum Bewerbungsessen ein. Im Assessment Center und bei Führungskräften ist das nicht ungewöhnlich. Grund: Die Personaler wollen sehen, wie sich die Bewerber auf gesellschaftlichem Parkett bewegen und wie Ihre Tischmanieren aussehen. Doch was bestellen beim Bewerbungsessen? Lieber das Hähnchenschnitzel oder den Salat? Tatsächlich lauern auf der Speisekarte ein paar Fallen, die den Bewerbungschancen den Garaus machen können. Tipps, was Sie keinesfalls bestellen sollten…

Bewerbungsessen: Das bitte NIE bestellen!

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Bewerbungsessen: Mund zu!

Wenn der Personaler das Bewerbungsgespräch ins Restaurant verlegt, wird es delikat. Im doppelten Wortsinn. Denn das Bewerbungsessen selbst ist schon ein Test. Nicht nur das Gespräch, der Smalltalk, die Fragen oder die Atmosphäre werden registriert. Auf dem Prüfstein stehen ebenso die Tischmanieren wie die Speisenwahl.

Natürlich darf jedem mal die Nudel von der Gabel rutschen, ohne dass die Bewerbungschancen sinken. Größere Missgeschicke aber können sauer aufstoßen. Wer zum Beispiel unentwegt schmatzt, schlürft oder mit vollem Mund spricht, kassiert weder Plus- noch Sympathiepunkte.

Restaurant-Trick: Wie Charles Schwab Bewerber aussortiert

Charles Schwab, Milliardär und Gründer des gleichnamigen Finanzmaklers, hat eine ungewöhnliche Methode entwickelt, wie er Bewerber aussortiert: Er lädt sie zum Frühstück ein. Er selbst kommt zu dem Termin aber immer ein paar Minuten früher und bittet den Restaurant-Chef um einen Gefallen: „Bringen Sie die Bestellung meines Gastes durcheinander!“ Jedenfalls soll er oder sie nicht das bekommen, was er oder sie bestellt hat.

Natürlich tut Schwab das nicht aus Schadenfreude. Vielmehr geht es ihm darum, die Reaktion seines Gegenübers zu studieren: Regt sich der Bewerber auf und ist wütend? Reagiert er frustriert? Oder zeigt er Verständnis und arrangiert sich mit der Situation? Schwab ist überzeugt davon, dass das Geschäftsleben genauso funktioniere, wie sein Restaurant-Trick: Man bekommt nicht immer, was man will. Aber die Reaktion verrate die Persönlichkeit.

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Speisenwahl im Bewerbungsgespräch: Die Grundregel

Pizza, Risotto – oder besser die Schweinemedaillons? Die Speisenwahl beim Bewerbungsessen könnten Sie sich leicht machen: Bestellen Sie das, worauf Sie Lust haben und wobei Sie sich sicher fühlen.

Noch nie einen ganzen Fisch gegessen und auf dem Teller filetiert? Dann sollte die Premiere nicht das Vorstellungsgespräch sein. Wir wollen die Speisewahl auch gar nicht unnötig akademisieren. Aber beim Businesslunch lauern tatsächlich ein paar Fallstricken, für die wir Sie sensibilisieren wollen. Die folgenden Speisen und Getränke sollten Sie von Ihrer Speisekarte streichen – aus Sicherheitsgründen.

1. Suppen

Suppen sind unglaubliche Manieren-Minen. Erstens verleitet die Suppe zum Schlürfen. Zweitens kleckern Sie damit oder verschütten die Brühe mit etwas Pech über Ihrem Anzug. Die Knigge-Grundregeln: nie pusten, nie schlürfen, nicht mit dem Brot tunken, und den Löffel nur mit der Spitze zum Mund führen.

Ob Suppenreste ausgetrunken werden dürfen, entscheidet der Inhalt: Cremesuppen sowie Suppen mit Einlagen werden ausschließlich gelöffelt. Zum Auslöffeln Suppenteller nie schräg stellen! Klare Brühen dürfen auch getrunken werden. Gut erkennbar: Sie werden in der Regel in einer Suppentasse mit Henkel serviert.

2. Alkohol

Alkohol ist keine Lösung – schon gar nicht beim Bewerbungsessen. Lassen Sie sich nicht zu einem Bier oder Cocktail verleiten. So halten Sie all Ihre Sinne beisammen. Alkohol darf übrigens immer ohne Angabe von Gründen abgelehnt werden. Selbst der Gastgeber kann Alkohol ausschenken und selber Wasser trinken. Bleiben Sie also standhaft, auch wenn die anderen trinken. Gute Ausrede: „Ich muss noch fahren.“

3. Kräuter

Lebensmittel, die zwischen den Zähnen hängen bleiben können, sind riskant. Beste Beispiele: Spinat, Petersilie, Rucola. Ebenso Salate mit frischen Kräutern (Petersilie, Schnittlauch, Dill). Das grüne Gemüse trübt Ihr Lächeln deutlich. Den bleibenden Eindruck hinterlässt am Ende das Grünzeug, nicht Ihre Qualifikationen.

4. Kompliziertes

Speisen, für die Sie professionelles Werkzeug benötigen, sind als kompliziert einzustufen. Einen Hummer zu zerlegen, kann nicht nur komödiantisch aussehen, sondern lenkt Sie viel zu sehr vom Gespräch ab (abgesehen davon, dass der übertrieben teuer wäre). Gleiches gilt im China-Restaurant: Essen Sie dort nur mit Stäbchen, wenn Sie die wirklich beherrschen. Sushi, knochiges Fleisch oder grätiger Fisch fallen ebenfalls in diese Kategorie. Finger weg!

5. Speisen mit viel Sauce

Spaghetti Bolognese ist nicht Ihr Freund im Vorstellungsgespräch. Die Erfahrung lehrt: Egal, wie sehr man sich auch bemüht, ein Tropfen spritzt immer auf Hemd oder Krawatte. Besonders blöd, wenn es die teure Seidenkrawatte Ihres Gegenübers ist. In dem Fall müssten Sie sogar Schadenersatz anbieten. Dasselbe gilt für den Verzehr von Rucola: Der spritzt praktisch immer. IMMER!

6. Scharfes

Wenn Sie scharfe Gerichte mögen, oft essen und vertragen – nur zu! Andernfalls: Bitte keine Experimente beim Bewerbungsessen. Wenn schon „Hot“ als Warnhinweis mit drei Chilischoten auf der Speisekarte steht, wählen Sie etwas anderes. Es sei denn, sie wollen rot anlaufen, schwitzen und das Glas Wasser in einem Zug inhalieren. Kann man machen, hinterlässt aber nicht den coolsten Eindruck.

7. Getränke mit Kohlensäure

Wann immer Sie im offiziellen Rahmen etwas zu trinken bestellen, verzichten Sie auf kohlensäurehaltige Getränke wie Cola oder anderes Blubberwasser. Grund: die Kohlensäure. Sie werden schon bald mehr damit beschäftigt sein, Rülpser zu unterdrücken als ein vernünftiges Gespräch zu führen. Besonders fies wird es, wenn Sie dazu stark riechende Gerichte mit Curry und Knoblauch verzehren. Dann wird Ihr Atem zur Stinkbombe. Tipp: Nehmen Sie stets stilles Wasser oder einen Orangensaft.

8. Das Billigste

Sie wollen Bescheidenheit demonstrieren, wenn Ihr zukünftiger Arbeitgeber Sie zum Essen einlädt? Nobel, aber falsch. Übertriebene Zurückhaltung führt dazu, dass man Sie als Billigheimer, Geizkragen oder Bittsteller einstuft. Alles nicht gut für Ihr Image. Bestellen Sie auch nicht das Teuerste von der Karte. Im Mittelfeld dürfen Sie sich dafür frei bewegen. Falls der Gastgeber fragt, ob Sie noch eine Vorspeise möchten, lehnen Sie lieber ab. Es geht um das Bewerbungsgespräch – nicht darum, mal so richtig satt zu werden!

[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

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