Das Bewerbungslunch ist die Vorspeise, die Stelle gibt's dann zum Dessert - aber nur, wenn alles gut läuft. Wer das Essen mit dem Arbeitgeber in spé gut überstehen will, sollte vorher ruhig noch einen Blick in den Knigge werfen. Wir haben das für Sie bereits erledigt. Hier auf einen Blick alle Tipps, die Sie brauchen, um aus dem Bewerbungslunch einen Gaumenschmaus zu machen...

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Bewerbungslunch: Wie verhalte ich mich?

Das Bewerbungslunch im Restaurant ist eine Alternative zum spröden Vorstellungsgespräch. Vor allem Führungskräfte lädt man gerne zum Essen ein. Letztlich kann sich das Bewerbungslunch als süßer Aperitif zum Job entpuppen, aber auch sauer aufstoßen - je nachdem, wie Sie sich als Bewerber schlagen.

Zunächst ist die Einladung zum Bewerbungsessen als Auszeichnung zu verstehen. Das Unternehmen ist ernsthaft daran interessiert, Sie kennenzulernen, lässt dafür sogar ein Essen springen. Gutes Zeichen! Jetzt müssen Sie nur noch die ausgestreckte Hand ergreifen und zupacken...

Karrierebibel zeigt Ihnen, wie Sie das Bewerbungslunch überstehen. Hier sind unsere Tipps...

Bewerbungslunch: Diese Tricks wenden CEOs an

Bewerbungslunch: Diese Tricks wenden CEOs anWalt Bettinger, CEO der US-Maklerfirma Charles Schwab, prüft seine Bewerber so: Er lädt den Kandidaten zum Frühstück ein, kommt dann früher, um seinem Personaler noch eine Anweisung mit auf den Weg zu geben. Dieser soll die Bestellung des Bewerbers irgendwie durcheinanderbringen. Also zum Beispiel so, dass der Kellner das süße Frühstück serviert und nicht das herzhafte.

"Ich tue das, weil ich sehen will, wie die Person reagiert", so Bettinger in einem Interview mit der New York Times. "Das hilft mir zu verstehen, wie sie mit Widerständen umgeht. Ist sie aufgebracht, frustriert, verständnisvoll?" Was nicht gut ankommt: Gar nichts sagen. Das zeige ihm, dass der Bewerber entweder schüchtern sei, kein Auge fürs Detail habe oder sich keine Mühe mache, Fehler zu korrigieren.

Michael O’Neill, CEO der Musikgesellschaft BMI, überlässt den Jobkandidaten die Wahl des Restaurants. "Ich will herausfinden, ob sie versuchen, mich zu beeindrucken", so O'Neill zur New York Times. "Was bestellen sie? Was denken sie? Versuchen Sie, es dem CEO recht zu machen?"

Sofort frage er dann nach, warum die Wahl auf eben dieses Restaurant gefallen sei. "Manche sagen, Ich war nervös, als sie micht gefragt haben", erzählt O’Neill. "Ich liebe diese Antwort, weil sie sehr ehrlich ist."

Bewerbungslunch: 8 Tipps, wie Sie es gut meistern

  1. Handy

    Keine Ablenkungen zu Tisch. Eine sinnvolle Vorsichtsmaßnahme: Smartphone auf lautlos stellen oder am besten ganz ausschalten und während des Gesprächs in der Tasche stecken lassen. Das ist keineswegs selbstverständlich. So bleiben Ihnen peinliche Situationen erspart. Falls es doch klingelt, unverzüglich wegdrücken, Handy ausstellen, wegstecken und sich entschuldigen.


  2. Essensauswahl

    Chicken Wings, Suppe oder triefende Burger mögen verlockend sein, bergen aber maximale Schmier- und Kleckergefahr. Selbst Salat ist nur bedingt empfehlenswert. "Bestellen Sie nichts, das schwierig zu essen ist und Ihre Aufmerksamkeit braucht, zum Beispiel Nudelgerichte oder Schalentiere", empfiehlt Coach Tracy Johnson gegenüber dem britischen Guardian. "Sie müssen in der Lage sein, sich auf das Gespräch zu konzentrieren, ohne sich Gedanken darüber machen zu müssen, wie Sie mit Ihrem Essen fertig werden oder dass Sie ein Chaos anrichten."

    Am besten, Sie informieren Sich vorab im Internet über die Speisekarte und treffen eine (weise) Vorauswahl. Das sollten Sie sich aber vor Ort nicht anmerken lassen. Das würde befremdlich wirken - und Sie unsicher aussehen lassen.


  3. Alkohol

    Wir könnten es uns jetzt leicht machen und sagen: Im Bewerbungslunch Finger weg von Alkohol! Aber was, wenn der Gastgeber einen teuren Rotwein kredenzt? Oder wenn der Chef ohne zu zögern ein Bier bestellt? Die Spaßbremse spielen? Darum: In bestimmten Situationen dürfen Sie ruhig mittrinken (müssen aber nicht).

    Das ändert nichts daran, dass in Sachen Alkohol größtmögliche Vorsicht angesagt ist. Merken Sie sich fürs Bewerbungslunch diesen Dreipromiller: Erstens nur in Maßen trinken, also maximal ein Glas. Zweitens (natürlich) nur dann, wenn Sie nicht fahren müssen. Und drittens auch nur dann, wenn der Arbeitgeber ebenfalls etwas trinkt - und wenn er als Erster bestellt hat.


  4. Tischmanieren

    Ein No-Brainer, aber er sei vorsichtshalber erwähnt: Etikette wahren! Sie müssen nicht piekfein wie die Queen am Tisch sitzen, sollten aber das kleine Knigge-Einmaleins beherrschen. Nicht schmatzen, nicht schlürfen, nicht stopfen. Reden Sie nicht mit vollem Mund, nehmen Sie die Ellbogen vom Tisch und kauen Sie nicht mit offenem Mund.


  5. Outfit

    Ziehen Sie einfach das an, was Sie auch zum Vorstellungsgespräch angezogen hätten - egal, ob Sie beim Sterne-Franzosen dinieren oder in der Imbissbude. Mit Ihrem seriösen Business-Outfit können Sie nichts falsch machen.

    Zwar lautet eine Faustregel fürs Vorstellungsgespräch: Besser overdressed als underdressed. Aber vergessen Sie auch nicht: Sie sind zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen, nicht zu einer Gala und oder zu einem Rendezvous. Darum nicht in Cocktailkleid oder Smoking auflaufen oder zu viel Schmuck und Parfüm auftragen.


  6. Small Talk

    Keine schlechte Idee: Das politische Tagesgeschehen aufmerksam verfolgen (das sollte man eh), die Sportergebnisse checken, vielleicht sogar die Promi-News. Nein, Sie sind kein Kandidat bei Wer wird Millionär, aber stehen vor einer ganz ähnlichen Prüfung. Sie benötigen Gesprächsstoff fürs Bewerbungslunch. Für den Fall, dass der Personaler plaudern oder Sie testen will oder alle Punkte zügig abgehakt hat.

    Da gibt es auch jede Menge Themen, die Sie dezent verschweigen sollten: Plaudern Sie keine Geheimnisse über die Ex-Firma aus, lästern Sie niemals über Ihren alten Chef oder Kollegen. Das wäre vermutlich Ihr sofortiges Aus. Zurecht. Also höchste Disziplin wahren. Lieber über Ihre letzte Reise smalltalken oder über Bücher, die Sie gerade lesen oder Filme, die Sie zuletzt geschaut haben...


  7. Höflichkeit

    Das Bewerbungslunch ist ein Test. Ein Test über Ihr soziales Verhalten. Bedenken Sie: Sie stehen unter besonderer Beobachtung! Bitte brechen Sie keinen Streit mit dem Kellner vom Zaun und werfen der Bedienung keine lüsternen Blicke hinterher. Seien Sie zu allen höflich und zuvorkommend - zu ALLEN. Dazu zählen Kellner und Köche, laute Gäste am Nebentisch, Rosenverkäufer, Passanten, Politessen, die Ihnen draußen gerade ein Knöllchen fürs Falschparken verpassen.

    Von Microsoft ist die Anekdote überliefert, dass sich ein aussichtsreicher Kandidat beim Bewerbungslunch lautstark über "den Idioten auf dem Parkplatz" beschwert haben soll, der sich mit geringem Abstand neben sein Auto gesetzt hat. Der Bewerber wurde abgelehnt.


  8. Rechnung

    Was machen Sie eigentlich, wenn der Kellner Ihnen die Rechnung in die Hand drückt? Antwort: Sie warten, bis der Jobinterviewer sie Ihnen abnimmt und bezahlt. Damit keine Missverständnisse entstehen: Sie sind es, der eingeladen wurde. Das Unternehmen zahlt die Rechnung. Bieten Sie erst gar nicht an, Ihren Teil zu übernehmen, das könnte sogar überheblich oder gönnerhaft wirken.

    Ihr Part ist es, sich herzlich für die Einladung und das Essen zu bedanken. Und sprechen Sie am besten noch ein Kompliment für die Location aus (sogar dann, wenn sie unterirdisch war). Nach dem Motto: "Sehr schönes Lokal, dass Sie da ausgesucht haben!" Jeder mag Komplimente. Extra-Tipp: Bedanken Sie sich anschließend noch mit einer kurzen E-Mail und weisen darauf hin, dass Sie weiterhin an der Stelle interessiert sind.

Bewerbungslunch: Auch an der Uni!

Bewerbungslunch: Auch an der Uni!Fürs erste Bewerbungslunch muss man nicht bis zum Berufseinstieg warten. Auch an den Hochschulen gehören kulinarische Kennenlerngespräche zum Inventar - in den unterschiedlichsten Formaten.

Beispiel Aachen: Die RWTH veranstaltet einen Karriere-Lunch, bei dem Doktoranden auf Vertreter von Unternehmen treffen. Berufliches Anbandeln ausdrücklich erwünscht. Ungezwungen geht’s bei Lunch meets Abschlussarbeiten der Universität Göttingen zu. Bei Pizza präsentieren Studenten, die gerade über ihren Abschlussarbeiten sitzen, ihre Thesen und Probleme. Auch Professoren und wissenschaftliche Hilfskräfte sollen sich an der Diskussion beteiligen.

Und in Münster präsentieren junge Forscher ihre Arbeiten einem interdisziplinären Publikum - bei einem Mittagessen, das jeder aus seiner mitgebrachten braunen Papiertüte hervorzaubert. Name des Ganzen: Brownbag Lunch.

[Bildnachweis: Pressmaster by Shutterstock.com]

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