Mahlzeit wünschen: So nutzen Sie das Grußwort richtig

Pünktlich zur Mittagspause hallt die Redewendung „Mahlzeit“ durch die Büroflure oder die Betriebskantine. Ein nett gemeintes Grußwort zum Essen und zur Pause. Aber ist die plakative Grußformel heute noch angebracht und zeitgemäß oder eine längst veraltete und überholte Floskel? Wie reagiert man korrekt und angemessen darauf, wenn einem die Kollegen ein freundliches „Mahlzeit!“ zurufen? Höchste Zeit sich mit dem alltäglichen Mittagsgruß und Spruch sowie mit möglichen Alternativen auseinanderzusetzen…

Mahlzeit wünschen: So nutzen Sie das Grußwort richtig

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Grußwort Mahlzeit: Bedeutung + Ursprung

„Mahlzeit“ – die ursprüngliche Bedeutung meint das Einnehmen von Speisen und Getränken zu einer bestimmten Tageszeit. Heute hat sich der Begriff zum Grußwort gewandelt – im Büro, unter Kollegen. Privat nutzt die Formulierung kaum jemand. Schon das Frühstück wird als „erste Mahlzeit des Tages“ bezeichnet. Mittags aber dient „Mahltzeit!“ sogar als (indirekter) Appell an die Kollegen, dass es Zeit für die Mittagspause wird.

In der Kantine besitzt der Gruß denselben Stellenwert wie der Wunsch „Guten Appetit!“ oder „Guten Hunger!“ Als Grußwort ist der Spruch nicht einmal an eine bestimmte Tageszeit gebunden. Es kann ebenso vormittags oder abends genutzt werden – egal, ob tatsächlich ein Frühstück, Mittagessen oder Abendessen eingenommen wird.

Häufige Fragen zum Grußwort

Wann sage ich Mahlzeit?

Morgens, mittags, abends – die Anrede und der Wunsch darf jederzeit zum Einnehmen von zubereiteten Speisen genutzt werden. Zum Frühstück eher seltener, weil das nicht „zubereitet“ wird. Als Grußwort dient es mittags, zwischen halb 12 und halb 2, auch als Alternative zu „Guten Tag!“

Warum grüßt man mit Mahlzeit?

Der Gruß ist ein Kurzform für „Gesegnete Mahlzeit“. Ursprünglich wünschten sich Geistliche und Gläubige so gegenseitig eine von Gott gesegnete, gesunde Speise. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich daraus die Kurzform „Mahlzeit!“ – der religiöse Aspekt verschwand.

Was sagt man zu Mahlzeit?

Die Antwort auf den Gruß „Mahlzeit!“ könnte simpler nicht sein: Sie lautet genauso – „Mahlzeit!“ Hierauf nur mit einem „Hallo“ zu grüßen, könnte unhöflich wirken. Wird der Ausspruch synonym zu „Guten Appetit“ verwendet, können Sie auch damit antworten. Wichtig ist allerdings immer der Blickkontakt. Beiläufig und reflexartig ausgesprochen, schrumpft der gesellige Wunsch zur hohlen Phrase.

Bemerkenswert: Zum deutschen „Mahlzeit“ gibt es in anderen Sprachen kaum ein Pendant. Das englische Wort „meal“ meint lediglich das Essen und hat keinerlei Bedeutung als Gruß. Im Chinesischen wiederum fragt man eher: „Chi-fan-le-ma?“ (吃饭了吗) heißt übersetzt: „Hast Du schon gegessen?“

Ironische Verwendung des Begriffs

Je nach Situation kann „Mahlzeit“ auch eine andere Bedeutung haben, die nichts mit einem Gruß oder Essen zu tun hat. Stellen Sie sich vor, Sie stehen kurz vor dem Feierabend – da knallt Ihnen der Chef zwei Aktenordner auf den Schreibtisch, die noch heute bearbeitet werden müssen. Der erste Gedanke: „Na, Mahlzeit!“ oder „Prost, Mahlzeit!“ Beide Ausdrücke sind ironisch gemeint, im Sinne von „Danke – für nichts!“ oder „Das ist ja eine schöne Bescherung!“

Hier mutiert die Redewendung zur (höflichen) Unmutsbekundung und ist somit eher Ausdruck von hoher Frustration und Verdrossenheit. In dieser Form („Na, Mahlzeit“ oder „Prost Mahlzeit“) ist die Redewendung nicht auf die Arbeitswelt beschränkt und kann in allen Lebensbereichen gebraucht werden.

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Alternativen zum Grußwort Mahlzeit

Viele nutzen die Redewendung „Mahlzeit“, weil es an passenden Alternativen fehlt. Zugegeben, vollwertige Synonyme zu dem Ausspruch existieren nicht. Je nach Situation gibt es aber doch ein paar Optionen. Die sinnvollsten Alternativen lauten:

  • „Guten Appetit!“
    Ein „Mahlzeit!“ gegenüber Vorgesetzten gilt als zu salopp und latent respektlos (es sei denn, es ist Usus im Betrieb). Hier bietet sich die förmliche Formel „Guten Appetit“ an. Sie passt allerdings nur am Tisch – kurz vor dem Essen. Als Einladung zur gemeinsamen Pause wäre der Wunsch unpassend.
  • „Guten Hunger!“
    Der Wunsch „Guten Hunger“ ist ebenfalls auf den Rahmen des Essens beschränkt. Zudem ist er weniger förmlich und sollte daher Kollegen vorbehalten bleiben, die man gut kennt. Neuen Kontakten und Führungskräften gegenüber ist der Appell unangebracht.
  • „Schöne Pause!“
    Wenn nicht klar ist, wie der oder die Kollegin die freien Minuten verbringt, können Sie eine allgemeine Alternative zu Mahlzeit wählen. Ein einfaches „Genieß‘ deine Pause“ oder auch „Schöne Pause!“ erfüllt denselben Zweck, wirkt persönlicher weniger nach Phrase oder Floskel.
  • „Hallo“ / „Guten Tag!“
    Falls „Mahlzeit“ lediglich als Begrüßung um die Mittagszeit herum dient, können Sie natürlich ebenso mit einem simplen „Hallo“ grüßen oder Ihrem Gegenüber einen „Guten Tag“ wünschen, wenn es etwas förmlicher sein soll.
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Mahlzeit als Grußwort: Zeitgemäß oder veraltet?

Obwohl das Grußwort im Berufsleben beliebt ist, stellen sich viele die Frage, ob „Mahlzeit“ noch zeitgemäß oder eine nicht längst überholte Floskel sei. Eine pauschale Antwort darauf gibt es nicht – es hängt schlicht von der Situation und Ihrem Gegenüber ab. „Mahlzeit“ ist zwar typisch deutsch, aber keineswegs „aus der Mode“, wie manche behaupten. Alternative Begrüßungsformeln sind abhängig von der Tageszeit und dem Kontext und damit kein universeller Ersatz.

Unter Kollegen, erst recht bei betrieblicher Übung und entsprechendem Verhaltenskodex, ist es weiterhin kein Problem, sich zum Beispiel zur Mittagspause Mahlzeit zu wünschen oder zwischen 12 Uhr und halb zwei ein freundliches oder informelles „Mahlzeit!“ in die Runde zu rufen (solange Sie niemanden damit stören). Gegenüber Chefs und Vorgesetzten gilt das Grußwort dagegen eher als Fauxpas. Gute Umgangsformen und mehr Respekt beweist, wer formellere Grußformeln wie „Guten Tag“ oder „Zum Wohl“ wählt.

Generell gilt: Unabhängig davon, wie sie gemeint sind, sollten Grüße nie beiläufig und ohne Blickkontakt ausgesprochen werden. Das entwertet sie und schrumpft einen höflichen Wunsch zur hohlen Phrase. Wünschen Sie Ihren Kollegen also ruhig weiterhin „Mahlzeit“ – aber meinen Sie es auch so und sehen Sie ihnen dabei in die Augen.

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[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

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