Liebe Grüße: Tipps, Formulierungen, Alternativen

Sie schicken eine Mail, sind mit dem Inhalt zufrieden und wollen sich nur noch mit letzten Worten verabschieden. Liebe Grüße sind eine beliebte Variante, doch fragen sich viele gleichzeitig: Sind liebe Grüße im Job wirklich angebracht? Als netter Gruß zum Schluss scheint dieser Gruß universell einsetzbar, doch sollten Sie ein wenig vorsichtig sein und darüber nachdenken, wer der Empfänger des Schreibens ist. Wir zeigen, wann liebe Grüße im Job angebracht sind, welche Formulierungen passen und welche Alternativen Sie statt lieben Grüßen versenden können…

Liebe Grüße: Tipps, Formulierungen, Alternativen

Liebe Grüße: Wann nutzen Sie diese Grußform?

In den meisten Jobs werden unzählige E-Mails und Nachrichten verschickt. Viele davon intern an Kollegen oder den Chef, der andere große Teil an Kunden, Geschäftspartner, Lieferanten oder andere externe Stellen. Dabei müssen Sie sich regelmäßig die Frage stellen: Wie beende ich das Schreiben am besten?

Für viele sind liebe Grüße die Standardlösung. Es ist freundlich, offen, wünscht dem Leser der Nachricht nur das Beste. Scheinbar der optimale Weg, um sich zu verabschieden und auf weiteren Austausch zu verweisen. Im beruflichen Kontext gilt jedoch: Mit welchen Worten Sie ein Schreiben beenden, sollte wohl überlegt sein.

Ob Sie wirklich liebe Grüße verschicken sollten, hängt dabei von zwei Faktoren ab:

  • Unternehmensphilosophie

    Ob es sinnvoll ist, im Job eine Mail mit lieben Grüßen zu beenden, hängt vom Unternehmen, dessen Philosophie Image ab. Soll ein sehr persönlicher Kontakt aufgebaut werden? Ist die Kommunikation eher locker und informell? Dann ist Liebe Grüße… am Ende einer Nachricht eine gute Wahl und trifft genau den richtigen Ton. Bei einem eher distanzierten Unternehmen, das auf formellen Kontakt und Rationalität statt Emotionalität setzt, wirkt es hingegen eher befremdlich.

  • Bezug zum Empfänger

    Beruflich befinden Sie sich mit zahlreichen Empfängern im schriftlichen Austausch, die einen kennen Sie seit Jahren und arbeiten eng zusammen, anderen haben Sie gerade die erste Mail geschickt. Solche Unterschiede in den Beziehungen können sich in der Grußformel widerspiegeln. Liebe Grüße wirken deutlich persönlicher als beispielsweise der Klassiker Mit freundlichen Grüßen. Wenn Sie jemanden sehr gut und lange kennen, können Sie liebe Grüße verwenden – bei anderen sollten Sie lieber eine andere Variante wählen.

Ob Sie liebe Grüße verschicken oder sich für eine andere Grußformel am Ende der Nachricht entscheiden, sollte deshalb stets individuell angepasst und abgewogen werden. In den meisten Fällen gilt jedoch: Verzichten Sie bitte auf die Abkürzung LG für liebe Grüße. Das wirkt geringschätzig und zeigt, dass Sie sich nicht einmal die Zeit genommen haben, die Grußworte auszuschreiben.

Bei guten Freunden oder engen Kollegen ist das in Ordnung, bei anderem Schriftwechsel im Beruf sollten Sie hingegen keine Abkürzung verwenden.

Formulierungen für liebe Grüße

Liebe Grüße Abkürzung Bedeutung Komma Synonym FormulierungenBeschränkt sich die schriftliche Korrespondenz auf eine oder zwei Nachrichten, können Sie diese ohne Probleme mit demselben Schlusswort beenden. Ein liebe Grüße – wenn Sie sich für diesen entschieden haben – am Ende zweier Nachrichten wird nicht hinterfragt. Anders kann es aussehen, wenn über fünf, zehn oder 20 Mails jede exakt gleich endet.

Irgendwann wirkt dies wie ein Automatismus, unpersönlich und inhaltsleer. Spätestens dann verfehlen liebe Grüße genau die Wirkung, die Sie eigentlich erzielen wollten. Zudem erkennt der Empfänger das Muster sehr schnell und wird bereits nach wenigen gleichen und kopierten Grüßen gar nicht mehr wahrnehmen, wie die Mail tatsächlich endet.

Deshalb braucht es Abwechslung, unterschiedliche Formulierungen und Anpassungen an die jeweilige Situation. Das bedeutet nicht, dass Sie jede Nachricht komplett anders beenden müssen. Schon kleine Variationen und leicht unterschiedliche Formulierungen können einen großen Effekt haben.

Zur Inspiration haben wir einige Beispiele für Sie aufgelistet:

  • Liebe Grüße…
  • Mit lieben Grüßen…
  • Viele liebe Grüße…
  • Schönes Wochenende und liebe Grüße…
  • Ich wünsche einen guten Start in die Woche und sende liebe Grüße…
  • Ich freue mich auf unser kommendes Telefonat. Liebe Grüße…
  • Liebe Grüße aus dem Urlaub…

Für welche Formulierung Sie sich auch entscheiden: Achten Sie auf korrekte Schreibweise. Gemeint ist nicht nur die Rechtschreibung, sondern vor allem das Komma. Im deutschen gilt: Nach der Grußformel steht KEIN Komma.

Es heißt also:

Liebe Grüße
Martin Müller

und nicht:

Liebe Grüße,
Martin Müller

Liebe Grüße: Alternativen für den Schriftverkehr

Sie wissen nun bereits, dass liebe Grüße nicht immer angebracht und die beste Wahl sind. Bleibt die Frage, welche Alternativen Sie stattdessen am Ende einer Mail verwenden können. Die gute Nachricht: Ihnen stehen gleich verschiedene Optionen offen, zwischen denen Sie wählen und auch wechseln können.

Sollte Liebe Grüße einmal nicht passen, weil es nicht zum Unternehmen oder zum Empfänger passt, haben wir nachfolgend zahlreiche Alternativen, die Sie ebenfalls nutzen können, um sich zu verabschieden und dem Leser abschließende Grüße zu senden:

  • Mit freundlichen Grüßen

    Der absolute Klassiker, wenn es um Grußworte geht. Grundsätzlich können Sie damit kaum etwas falsch machen und Sie werden niemanden verstimmen, wenn Sie ein schreiben mit freundlichen Grüßen beenden. Allerdings ist es wenig individuell, sehr allgemein gehalten und deutlich unpersönlicher als beispielsweise liebe Grüße. Gerade für einen Erstkontakt oder einen sehr förmlichen Schriftwechsel ist es jedoch eine gute Alternative.

  • Herzliche Grüße

    Herzliche Grüße am Ende einer Mail ähneln den lieben Grüßen. Sie können einen sehr persönlichen Eindruck vermitteln und sollten deshalb vor allem bei guten Bekannten oder Kollegen verwendet werden. Eine Möglichkeit sind herzliche Grüße aber auch, wenn bereits ein persönliches Treffen oder ein nettes Gespräch stattgefunden hat. Basierend darauf können Sie in der nächsten Nachricht durchaus herzliche Grüße verschicken.

  • Viele Grüße

    Bei einem langen Schriftwechsel, in dem zahlreiche Mails hin- und hergeschickt werden, kann auf Viele Grüße zurückgegriffen werden. Es ist eine informelle und wenig persönliche Grußformel. Werden jedoch in kurzen Abständen über einen oder zwei Tage verteilt insgesamt 20 Mails ausgetauscht, ist es durchaus erlaubt, nicht jeden abschließenden Gruß höchst individuell zu gestalten.

  • Beste Grüße

    Die Variante Beste Grüße erfreut sich zunehmender Beliebtheit und wird in der Praxis häufig eingesetzt. Es ist persönlicher und informeller als Mit freundlichen Grüßen, aber nicht ganz so eng verbunden wie herzliche oder liebe Grüße. Gerade wenn bereits ein erster Kontakt bestanden hat, ist dies eine sehr gute Option.

Für alle Alternativen gilt wie bei den lieben Grüßen: Durch Anpassungen und individuelle Formulierungen können Sie die besten Wirkungen beim Empfänger erzielen. So wirkt ein Beste Grüße nach Berlin beispielsweise gleich viel persönlicher und netter. Noch besser wäre beispielsweise Liebe Grüße ins sonnige Berlin, wenn dort gerade wirklich die Sonne scheint. So zeigen Sie, dass Sie sich Gedanken gemacht und individuell formuliert haben.

[Bildnachweis: Roman Samborskyi by Shutterstock.com]
8. Oktober 2019 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.



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