Liebe Grüße: Tipps, Formulierungen, Alternativen

Grußformeln setzen ein Zeichen – nicht nur einen Schlusspunkt. „Liebe Grüße“, „Sonnige Grüße“ oder „Mit freundlichen Grüßen“ – der Gruß zum Schluss verrät viel über den Absender und seine Beziehung zum Empfänger. Aber welche der Grußformeln sind zeitgemäß und passen auch zur Korrespondenz per Mail?

Wir zeigen Ihnen hier, wie Sie Ihr Schreiben professionell beenden, wann Sie besser formelle oder informelle Grußformeln verwenden, welche Formulierungen universell passen und welche Alternativen Sie zu „lieben Grüßen“ versenden können…

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Liebe Grüße: Tipps, Formulierungen, Alternativen

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6 Grundregeln für Grußformeln

Auch für Grußformeln gibt es ein paar einfache Regeln, die Sie grundsätzlich beachten sollten. Das Wichtigste in Kürze:

➠ Anlass
Die Grußformel muss zum Absender und Anlass passen. Eine offizielle Geschäftskorrespondenz verlangt eine formelle Schlussformel wie „mit freundlichen Grüßen“. Je besser Sie den Empfänger kennen, desto informeller und lockerer dürfen Sie werden.

➠ Stil
Anrede und Grußformel der Geschäftskorrepondenz sollten im Stil zueinander passen. Wer sich oben für eine förmliche Anrede entscheidet, sollte auch die Grußformel entsprechend wählen.

➠ Variationen
Schreiben Sie länger hin und her sollten Sie die Grußformel variieren. So wirkt sie weniger floskelhaft, dafür umso persönlicher.

➠ Keine Smileys
Smileys oder Emoticons haben in Geschäftsmails nichts verloren. In der Grußformel sind sie generell tabu.

➠ Nie weglassen
Auf die Grußformel verzichten sollten sie nur bei kurzen Infos per Mail unter Kollegen. Alles andere ist unhöflich, Motto: Die paar Worte extra sind Sie mir nicht wert.


➠ Kein Komma nach Grußformel

Egal, für welche Formulierung Sie sich entscheiden: Achten Sie darauf, am Ende der Grußformel KEIN Komma zu setzen. Die korrekte Schreibweise lautet:

Liebe Grüße
Unterschrift Lebenslauf Bewerbung Beispiel


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Wann sind „Liebe Grüße“ angebracht?

„Liebe Grüße“ – das klingt zunächst einmal freundlich, offen, persönlich. Sie wünschen dem Leser und Empfänger der Nachricht nur das Beste. Nett! Aber ist das zeitgemäß und durchweg angebracht?

Gerade E-Mails verleiten dazu, einen formlosen bis flapsigen Ton zu verwenden. Unter Freunden, Kollegen und gegenüber dem Chef mag das noch in Ordnung sein. Erst recht, wenn es zur Kultur des Unternehmens gehört, sich mit „Lieber Klaus“ anzureden beziehungsweise mit „Liebe Grüße“ zu verabschieden.

Gegenüber Kunden, Geschäftspartnern, Lieferanten oder anderen offiziellen, externe Stellen wirkt die Grußformel aber schnell distanzlos bis übergriffig. Sie kennen den Empfänger dem Grund nach zu wenig, um sie oder ihn „lieb“ zu grüßen. Ob Sie „Liebe Grüße“ verschicken sollten, hängt daher wesentlich von zwei Faktoren ab:

  • Kultur des Unternehmen
    Bei machen Unternehmen gehört es zur Unternehmensphilosophie und Kultur, besonders persönlich und emotional nach innen und außen zu kommunizieren (Zum Beispiel Ikea oder Otto). Hier wird sogar der CEO geduzt, Kunden begegnet man wir alten Freunden. In dem Fall kann die Grußformel „Liebe Grüße“ am Ende einer Nachricht Teil der Imagebildung sein und den beabsichtigten Ton.
  • Bezug zum Empfänger
    wie oben schon angesprochen spiegelt sich in der Grußformel zugleich der Bezug und die Beziehung zum Empfänger. Wer sich gut kennt, schon lange und vertraut miteinander arbeitet, kann sich problemlos „Liebe Grüße“ schicken. Das stärkt und betont eher noch das starke Band. Deutschland ist allerdings auch das Land der gepflegten Distanz. Heißt: Kennen Sie sich nicht wirklich, sind „Liebe Grüße“ zuviel des Guten.

Ob Sie „Liebe Grüße“ verschicken oder sich für eine andere Grußformel entscheiden, sollte daher stets abgewogen werden.


„LG“ statt „Liebe Grüße“?

Verzichten Sie in bitte nach Möglichkeit auf die Abkürzung „LG“ für „Liebe Grüße“. Das wirkt immer geringschätzig und zeigt nur, dass Ihnen die Zeit zum Ausschreiben der Grußworte zu schade war. Unter guten Freunden, engen Kollegen oder auf Whatsapp (und anderen Messengern) mag das im Schriftwechsel noch in Ordnung sein. Im Beruf sollten Sie dagegen generell KEINE Abkürzung verwenden.


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Formulierungen für liebe Grüße

Beschränkt sich die schriftliche Korrespondenz auf eine oder zwei Nachrichten, reicht eine passende und professionelle Grußformel. Zieht sich der Austausch dagegen über fünf, zehn oder gar 20 Mails, verkommen die Grußworte schnell zur hohlen Phrase, wenn der Brief jedes Mal exakt gleich endet. Spätestens jetzt verfehlen „Liebe Grüße“ ihre Wirkung – „lieb“ wirkt das nicht, eher: unpersönlich, inhaltsleer.

Deshalb braucht es Abwechslung, unterschiedliche Formulierungen und Anpassungen. Das bedeutet natürlich nicht, dass Sie jede Nachricht komplett anders beenden müssen. Oft reichen schon kleine Variationen und leicht unterschiedliche Formulierungen, um den gewünschten Effekt zu erzielen.

Deshalb hier – zur Inspiration – alternative Formulierungen und Beispiele für „Liebe Grüße“:

  • Mit lieben Grüßen
  • Viele liebe Grüße
  • Schönes Wochenende und liebe Grüße
  • Ich wünsche einen guten Start in die Woche und sende liebe Grüße
  • Ich freue mich auf unser kommendes Telefonat. Liebe Grüße
  • Liebe Grüße aus dem Urlaub
  • Liebe Grüße nach Berlin
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Liebe Grüße: Alternativen für den Schriftverkehr

Falls „Liebe Grüße“ mal nicht angebracht sind, bleiben Ihnen dennoch genug Alternativen, Ihren Brief oder die E-Mail formell oder informell zu beenden. Hier ein paar Formulierungen und Grußformeln, die Sie statt „Liebe Grüße“ einsetzen können, um sich professionell mit einem Gruß zu verabschieden:

Mit freundlichen Grüßen

Der formelle Klassiker unter den Grußworten. Formell und universell einsetzbar. Sie machen grundsätzlich nichts verkehrt, wenn Sie Ihre Korrespondenz „mit freundlichen Grüßen“ beenden. Allerdings ist diese Formulierung auch wenig individuell oder persönlich. Sie klingt latent nach Floskel. Für den Erstkontakt oder einen förmlichen Schriftwechsel ist es aber eine gute Alternative.

Viele Grüße

Bei langen Schriftwechseln, in denen zahlreiche Mails hin und her wechseln, können Sie auch mal auf „Viele Grüße“ zurückgreifen, um die Grußformel zu variieren. „Viele Grüße“ sind eher informell, weniger persönlich als „Liebe Grüße“. Als Variante aber eine gute, neutrale Alternative.

Herzliche Grüße

„Herzliche Grüße“ am Ende einer Mail oder eines Briefs ähneln stark den „lieben Grüßen“. Sie können einen ebenso persönlichen wie vertrauten Eindruck vermitteln. Deshalb sind allerdings für die förmliche Korrespondenz eher ungeeignet und sollten guten Bekannten, Freunden oder Kollegen vorbehalten bleiben. „Herzliche Grüße“ eignen sich dafür, wenn schon ein persönliches Treffen oder ein nettes Gespräch stattgefunden hat. Basierend darauf können Sie Ihre nächste Nachricht mit „herzlichen Grüßen“ verschicken.

Beste Grüße

Die Variante „Beste Grüße“ erfreut sich zunehmender Beliebtheit und findet sich immer häufiger in Geschäftsbriefen und E-Mails. Die Grußformel ist persönlicher als „Mit freundlichen Grüßen“, aber nicht ganz vertraut wie „herzliche“ oder gar „liebe Grüße“. Gerade wenn schon ein erster Kontakt bestanden hat, ist diese Grußformel eine gute Option.

Sonnige Grüße

Wenn es die Wetterlage zulässt, können Sie auch „Sonnige Grüße“ verschicken. Entscheidend ist jedoch die Wetterlage beim Empfänger. Wenn Sie „sonnige Grüße“ in ein Regengebiet verschicken, wirkt die latent höhnisch, Motto: „Hauptsache, bei mir scheint sie!“ Empathischer wirkt immer, wer sich am Schluss erkennbar für den Empfänger interessiert. Das gilt auch für die Grußformel „Liebe Grüße NACH Berlin“ (bitte NIE: „Liebe Grüße AUS Berlin“).


Individuelle Wertschätzung am Schluss

Für alle genannten Grußformeln und Alternativen zu „Liebe Grüße“ gilt: Durch Anpassungen und individuelle Formulierungen können Sie dem Empfänger zeigen, wie wichtig er oder sie Ihnen ist. Gerade in der Grußformel drückt sich am Schluss noch einmal die Wertschätzung aus sowie dass Sie sich Gedanken gemacht und individuell formuliert haben.

Unser persönlicher Favorit ist übrigens: „Liebe Grüße ins sonnige Berlin“ (falls dort gerade die Sonne scheint).


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[Bildnachweis: Karrierebibel.de]
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8. August 2020 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt mehr als 20 Jahre als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.


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