Flugzeug-Knigge: Regeln für gutes Benehmen an Bord

Im Flugzeug lässt sich enger Kontakt mit anderen Menschen nicht vermeiden. Dicht gepackt und festgeschnallt harren die Passagiere Reihe für Reihe die ruckelige Ewigkeit zwischen Boarding und Parkposition aus. Gutes Benehmen ist bei soviel Nähe wünschenswert, darf aber leider nicht zwangsläufig erwartet werden. Von einem Flugzeug-Knigge scheinen die meisten noch nie etwas gehört zu haben. Stattdessen sind miese Laune, unangenehme Gerüche und Krieg um Armlehnen an der Tagesordnung im Flieger. Durch einige Grundregeln aus dem Flugzeug-Knigge kann das Schlimmste vermieden und die stundenlange Reise deutlich angenehmer werden. In unserem Flugzeug-Knigge finden Sie Benimmtipps und Antworten auf die wichtigsten Verhaltensfragen im Flieger…

Flugzeug-Knigge: Regeln für gutes Benehmen an Bord

Flugzeuge-Knigge: Verhaltensregeln im Flieger

Über den Wolken mag die Freiheit zwar grenzenlos sein. Aber nicht die Freiheit, sich grenzenlos daneben zu benehmen. Wer gute Manieren erwartet, sollte dabei selbst mit bestem Beispiel vorangehen. In der Theorie eine Selbstverständlichkeit, in der Praxis zeigt sich jedoch regelmäßig, dass mit dem Betreten des Fliegers die gute Kinderstube verloren geht.

Vieles davon geschieht nicht einmal böswillig. Oft sind es zwei Faktoren, die dazu führen, dass der Flugzeug-Knigge nicht beachtet wird: Stress und Unwissenheit. Über Stunden mit völlig Fremden auf engem Raum eingepfercht zu sein – die mit ihrem Verhalten nicht dazu beitragen, die eigene Stimmung zu heben – kann Egoismus und andere schlechte Seiten zum Vorschein bringen. Andere Passagiere fliegen nicht regelmäßig oder sogar zum ersten Mal und wissen es schlichtweg nicht besser.

Unabhängig vom individuellen Auslöser, bleibt das Ergebnis: Es gibt viele Verhaltensweisen im Flieger, die ungemein auf die Nerven gehen, die einen Flug nahezu unerträglich machen oder die zumindest dafür sorgen, dass sich ein vierstündiger Flug wie ein 15-Stunden-Trip anfühlt.

Einige Zeitgenossen in Economy, Business oder auch First Class machen das Leben der anderen Reisenden ungemein schwer. Wer schon häufig geflogen ist, weiß aus eigener leidgeprüfter Erfahrung, dass das neurotische Spektrum der Störenfriede und ihrer Macken an Bord scheinbar endlos ist und von Bummeln über Drängeln bis hin zu Schnarchen oder lautstarkem Quatschen reicht. Natürlich im Wettbewerb zu den ohnehin schon lauten Turbinengeräuschen. So macht der Start in den Urlaub sicher keinen Spaß mehr.

6 Flugzeug-Typen, neben denen keiner sitzen will

  1. Der gesprächige Geschichtenerzähler

    Es beginnt schon, bevor er sich überhaupt gesetzt hat und zieht sich den gesamten Flug hinweg durch. Der Geschichtenerzähler wird sich mit Ihnen unterhalten – ob Sie wollen oder nicht. Er berichtet Ihnen von seinen unzähligen anderen Reisen, unterrichtet Sie über Land und Leute und kann zu jeder Geschichte noch weitere Anekdoten ergänzen. Einige davon sind wirklich spannend und interessant. Doch gerade auf längeren Flügen kann die pausenlose Unterhaltung auch anstrengend werden.

    Extra-Tipp: Bleiben Sie höflich und erklären Sie, dass Sie den Flug gerne nutzen würden, um bei etwas Musik zu entspannen.

  2. Der gut gelaunte Partyurlauber

    Dieser Flugzeugtyp tritt meist nicht allein auf, sondern hat noch seine Freunde im Schlepptau. Gemeinsam verhalten sie sich bereits im Flugzeug wie am Ballermann. Gut zu erkennen ist der Partyurlauber übrigens meist an seiner extravaganten Kopfbedeckung, beispielsweise einem schwarz-rot-goldenen Cowboyhut, den er gerne mit einer bunten Blumenkette kombiniert.

    Extra-Tipp: Sie sind in Unterzahl und jeden einzelnen zur Vernunft zu bringen ist nahezu unmöglich. Versuchen Sie sich bestmöglich abzulenken. Sollte es zu bunt werden, können Sie sich an das Kabinenpersonal wenden, die bei zu viel Party im Flieger aber ohnehin einschreiten sollten.

  3. Die unruhige Toilettengängerin

    Vor ihr ist nur sicher, wer glücklicherweise direkt am Fenster sitzt. Für alle anderen bedeutet diese Sitznachbarin: Häufiges Aufstehen, durchlassen, warten bis sie zurückkommt, wieder durchlassen. Diese Prozedur geht bei einem mehrstündigen Flug schnell auf die Nerven. Geht es dann noch soweit, dass besagte Dame sich bei der Flugbegleiterin im Laufe der Zeit drei Kaffee und zwei Wasser bestellt, kann die Geduld an ihre Grenzen kommen.

    Extra-Tipp: Bieten Sie Ihr an, die Plätze zu tauschen, damit sie am Gang sitzt. Das erspart Ihnen viel Stress und es ist egal, wie viele Toilettengänge nötig sind.

  4. Der produktive Workaholic

    Sein Motto: Warum sollte das Flugzeug schlechter sein als das eigene Büro? So packt er kurz nach dem Start seinen Laptop aus, klappt den Tisch am Vordersitz herunter und beginnt zu arbeiten. Dabei vergisst er schnell, dass er sich in einem engen Flugzeug befindet. Also stößt er beim Schreiben mit den Ellbogen seine Sitznachbarn an, tippt so laut, dass Sie Angst um die Tasten seines Laptops bekommen und beschwert sich noch darüber, dass er nicht ausreichend Platz für seine Arbeit hat.

    Extra-Tipp: Verteidigen Sie Ihre Armlehne, da er diese mit Vorliebe für sich beansprucht.

  5. Das hyperaktive Kind

    Gerade Kindern gegenüber sollte man nachsichtiger sein, insbesondere im Flugzeug. Verständlicherweise ist ein langer Flug für ein Kind eine Herausforderung. Langes Stillsitzen, Freude auf den Urlaub, Angst vor dem Flug – dieser Cocktail macht es nicht nur für das Kind schwierig, sondern zehrt auch an den Nerven anderer Passagiere. Die Bandbreite ist dabei groß: Im Sitz herumklettern, sich mit den Eltern streiten oder ein Videospiel auf voller Lautstärke austesten.

    Extra-Tipp: Bringen Sie Verständnis für Kind und Eltern auf. Diese geben sich meist große Mühe, ihren Sprössling zu beschäftigen.

  6. Der lautstarke Musikliebhaber

    Jeder, der schon einmal einen langen Flug mitgemacht hat, wird nachvollziehen können, dass Musik eine willkommene Abwechslung zu dem sehr monotonen Geräusch der Turbinen und den Gesprächen der anderen Passagiere sein kann. Das gilt aber natürlich nur, wenn es sich um die eigene Musik handelt. Der lautstarke Musikliebhaber schafft es jedoch, seine direkten Sitznachbarn und auch angrenzende Reihen zu beschallen. Und das trotz Kopfhörer. Nach einiger Zeit voller merkwürdiger Musik und viel zu lauten Beats platzt jedem Sitznachbarn der Kragen.

    Extra-Tipp: In den meisten Fällen helfen hier nur die eigenen Kopfhörer oder Sie müssen den Störenfried ansprechen und bitten, die Musik doch etwas leiser zu drehen.

Benimm an Bord: Typische Fragen und Regeln zum Flugzeug-Knigge

Beim Flugzeug-Knigge gibt es zunächst eine wichtige Grundregel, die Sie stets beachten sollten: Alles, was Sie im Flugzeug tun, hat Auswirkungen auf andere Passagiere. Rufen Sie sich in Erinnerung, dass Sie nicht in einem Privatjet sitzen, sondern sich den engen Raum mit unzähligen anderen Reisenden teilen. Das scheint eine triviale Erkenntnis zu sein, würde jedoch jeder Passagier nach dieser Maxime handeln, wären selbst längere Flüge viel entspannter und angenehmer.

Das Verhalten andere können Sie zwar leider nur bedingt beeinflussen, doch Sie können sicherstellen, dass Sie sich an den Flugzeug-Knigge halten und die wichtigsten Benimmregeln beachten. Dabei geht es um einige klassische Streitthemen rund ums Fliegen, etwa die Fragen:

  • Wer boardet wann?
  • Wem gehört die Armlehne?
  • Was ist mit der Rückenlehne?
  • Was tun bei einem Schnarcher?
  • Wozu und wie lange darf man Waschräume benutzen?
  • Was tun, wenn Sie sich von anderen gestört fühlen?

Gutes Benehmen an Bord PDF Reise KniggeregelnDeshalb, daher und darum: Um das Betragen an Bord zu verbessern und Turbulenzen in der Maschine zu reduzieren, haben wir hier die wichtigsten Flugzeug-Knigge-Regeln zusammengestellt.

Die Knigge-Tipps können Sie gerne hier auch noch mal als Gratis-PDF herunterladen und ausdrucken. So können Sie die Tipps, Informationen und Ratschläge offline mit auf Reisen nehmen oder sich ganz altmodisch ausdrucken.

Wir wünschen: gute Reise, guten Flug und hoffentlich Sitznachbarn und andere Passagiere, die sich ihrerseits an den Flugzeug-Knigge halten!

    Flugzeug-Knigge-Regeln beim Einsteigen

  • Nicht drängeln

    Drängeln bringt gar nichts – die Sitzplätze stehen seit dem Check-In sowieso fest. Und wenn Sie schon am Gate stehen, wird die Maschine ohne Sie auch nicht abfliegen. Bleiben Sie also entspannt und halten Sie sich an die Boarding-Regeln des Bodenpersonals. Kein Flieger hat jemals eher abgehoben, nur weil jemand erster an Bord war.

  • Platz finden

    Suchen Sie zügig Ihren Sitzplatz auf. Falls Sie mit dem Mantel länger brauchen, lassen Sie Reisende, die weiter nach hinten in der Maschine müssen, passieren. Wer erst mal in aller Seelenruhe seine Kleidung und seinen Krempel faltet, verzögert nur das Boarding und zieht – zurecht – einigen Zorn auf sich.

  • Handgepäck verstauen

    Was für die Kleidung gilt, gilt auch für das Handgepäck. Es muss nicht sofort verstaut werden, wenn sich hinter Ihnen schon Schlangen bilden. Lassen Sie Mitreisende erst mal vorbei. Leichtes Gepäck gehört nach oben, schweres unter Ihren Vordersitz. Versuchen Sie dabei so wenig Platz wie möglich zu beanspruchen. Tatsächlich kann es im Handgepäckfach schon mal eng werden. Dann lassen Sie die Jacke bitte an oder bitten Sie die Flugbegleiter um Hilfe.

  • Fußraum nutzen

    Größere und schwerere Gepäckstücke an Board gehören unter den Sitz, nicht in die Gepäckfächer unter der Decke. Darauf werden Sie vermutlich vom Kabinenpersonal hingewiesen, allerdings gilt in jedem Fall: Die Rede ist dabei von Ihrem persönlichen Fußraum, nicht den von Mitreisenden und Sitznachbarn. Diese wollen die ohnehin knappe Beinfreiheit nicht noch durch Ihre Gepäckstücke zugestellt bekommen. Ihren Fußraum dürfen Sie also vollstellen, andere bleiben – zumindest von Ihrem Gepäck – frei.

  • Nachbarn begrüßen

    Wenn Sie Ihren Platz gefunden haben, begrüßen Sie Ihren Sitznachbarn freundlich. Falls Sie an ihm vorbei müssen, fragen Sie ihn höflich, ob er kurz aufstehen und Sie etwa an den Fensterplatz lassen kann.

  • Armlehne hochklappen

    Profis machen das schon länger: Zum Boarden klappen sie die Armlehnen in den Sitzreihen hoch. So können alle Passagiere noch zügiger einsteigen. Erst wenn alle sitzen, werden diese zum Anschnallen wieder herunter geklappt.

  • Parfüm sparen

    Düfte aller Art haben in der Enge der Kabine besonders intensive Wirkung. Das gilt leider auch für mangelnde Körperhygiene oder starke Parfüms. Auch wenn Sie im Duty-Free einen neuen Duft gefunden haben, überschütten Sie sich bitte vor dem Flug nicht damit. Gleiches gilt für Fluggäste, die sich an Bord gerne mal die Schuhe ausziehen: Bitte nur machen, wenn Sie sicher sind, dass Füße und Socken frisch riechen.

  • Flugzeug-Knigge-Regeln während des Fluges

  • Armlehne teilen

    Wem gehört die Armlehne? Die Frage ist einer der häufigsten Streitpunkte an Bord. Wem die Armlehnen in der Mitte zustehen, das ist letztlich Verhandlungssache, ein Arrangement zwischen Nachbarn. In der Regel hat hier der Mittelplatz Vorrang, da sich die Nachbarn entweder zum Fenster oder Gang lehnen können. Aber auch die müssen bei längeren Flügen mal die Position wechseln. Am besten also reden Sie darüber und fragen höflich (und ohne Vorwurf im Unterton), ob Sie die Armlehne auch mal kurz nutzen können.

  • Rückenlehne ausrichten

    Der eine liest an Bord seine Zeitung ein anderer arbeitet am Laptop, der Dritte macht ein Nickerchen und klappt dazu die Rückenlehne zurück. Dumm, wenn das so ruckartig geschieht, dass dem Hintermann deshalb der heiße Kaffee vom Klapptisch in den Schoß kippt… Deshalb: Lehnen Sie sich langsam zurück, besser: Fragen Sie den Hintermann, ob das gerade geht und warnen Sie ihn so vor. So verärgern Sie den Passagier hinter sich nicht und können einen angenehmen Kompromiss finden, der für beide weiterhin angenehm ist.

  • Zeitung lesen

    Die meisten Zeitschriften haben ein angenehmes Flugformat, Zeitungen häufig nicht. Deshalb kommen Sie im Flieger an der hohen Kunst des Zeitung-Origamis nicht vorbei: Beim Umblättern falten Sie die Zeitung so, dass Sie immer nur eine Seite aufgeklappt lesen. Der Nachbar freut sich jedenfalls sicher nicht darüber, dass Sie ihm die halbe Zeitung in sein Gesicht reichen.

  • Leise sprechen

    Falls Sie sich mit Ihrem Nachbarn unterhalten, dann möglichst nicht so, dass auch die Passagiere drei Reihen weiter das Gespräch verfolgen können. Idealerweise kann der unmittelbare Nachbar dabei noch ein Nickerchen machen. Wichtig: Nennen Sie keine Namen und lästern Sie nicht. Man weiß nie, wer mitfliegt und mithört.

  • Technik einsetzen

    Sie haben Ihr Smartphone dabei, vielleicht auch einen Laptop oder auf einer längeren Reise wollen Sie das Unterhaltsprogramm an Bord nutzen. Filme, Serien und Musik sind ein hervorragender Zeitvertreib und bei Flügen um den halben Globus eine große Hilfe. Bleiben Sie aber auch hier rücksichtsvoll. Heißt vor allem: Die Kopfhörer müssen nicht so laut sein, dass alle anderen wissen, was Sie gerade schauen oder hören.

  • Essen zerkleinern

    Sobald das Essen an Bord ausgeteilt wird, wird es richtig eng. Der Trick ist: Seine Speisen möglichst zu Beginn in mundgerechte Stücke zu zerkleinern und dann nur noch mit der Gabel zu essen. Das spart Platz. Tipp: Falls Sie fertig gegessen haben und sich samt Rückenlehne zurücklehnen wollen, vergewissern Sie sich, dass der Passagier hinter Ihnen auch schon aufgegessen hat.

  • Richtig entschuldigen

    Das kann passieren: Beim Aufreißen der Aluschalen bekleckern Sie Ihren Sitznachbarn. Ein peinliches Malheur – aber nur dann, wenn Sie sich nicht sofort dafür entschuldigen und – falls nötig – auch die Übernahme der Reinigungskosten anbieten.

  • Alkohol sparen

    In luftiger Höhe und über den Wolken wirkt Alkohol schneller und stärker als am Boden. Die Folge: Während die Maschine steigt, sinkt die Hemmschwelle rapide. Das kann turbulent oder peinlich werden. Wer aggressiv oder ausfallend wird, riskiert gar ein Flugverbot bei der Airline. Trinken Sie Alkohol also bitte nur in Maßen (nicht die bayerischen Krüge!), ein bis zwei Drinks sollten selbst für längere Flüge reichen.

  • Schnarcher wecken

    Ein Nachtflug, alle versuchen wenigstens etwas zu schlafen. Dummerweise verhindert das aber der laute Schnarcher direkt neben Ihnen. Was tun? Leichtes, wie zufälliges Anstubsen ist erlaubt – übrigens auch bei aufdringlichen Schulter-Lehnern. Mehr aber nicht. Gibt der Schnarcher keine Ruhe, bitten Sie das Bordpersonal um Hilfe. Selbstjustiz ist tabu.

  • Toilette benutzen

    Es ist nun mal ein menschliches Bedürfnis. Falls Sie aber an einer schwachen Blase leiden, fragen Sie lieber den Passagier am Gang, ob Sie die Plätze tauschen können. Der ist nämlich nicht amüsiert, wenn er wegen Ihnen dauernd aufstehen muss. Und falls der Nachbar schläft, versuchen Sie erst einmal vorsichtig über ihn hinweg zu steigen. Gelingt das nicht, wecken Sie ihn sanft (!) auf. Schminken oder Haare machen, ist auf der Bordtoilette übrigens tabu – das blockiert diese gegenüber Menschen mit dringenderen Bedürfnissen zu lange.

  • Nicht umsetzen

    Wenn noch genug Platz in der Maschine frei ist, können sich Passagiere natürlich auch umsetzen um so allen mehr Platz zu gönnen. Das sollten Sie jedoch nicht nach eigenem Gutdünken machen, sondern die Flugbegleiter zuvor fragen, besser noch diese darum bitten, Ihnen einen anderen Platz zu geben. Auch tauschen ist so gestattet, wenn zwei Bekannte, die sich zufällig getroffen haben, nebeneinander sitzen wollen. Tipp: Wenn Sie tauschen, bieten Sie stets den Sitz in der vorderen Reihe an und setzen sich mit dem Bekannten nach hinten.


  • Darum gibt es die Sicherheitshinweise an Bord

    Sicherheitshinweise an BordWarum müssen zu Start und Landung die Rückenlehnen und Tische hochgeklappt sowie die Fensterblenden geöffnet werden?

    Was mancher als unnötige Schikane empfindet, hat einen ernsten Hintergrund: Im Notfall muss jede Maschine – egal wie groß – binnen 90 Sekunden geräumt werden können. Tische und Rückenlehnen behindern und verzögern aber den Alarmausstieg.

    Das Aufklappen der Sonnenblenden und Abdunkeln der Kabine hat den Sinn wiederum darin, die Augen schon mal an das Umgebungslicht draußen zu gewöhnen – nicht an das Kunstlicht. Aus der Maschine stürmende Passagiere könnten sonst geblendet sein beziehungsweise im Dunkeln umher stolpern. Beides ein zu hohes Risiko.

    Flugzeug-Knigge-Regeln beim Aussteigen

  • Richtig aufstehen

    Ein Klassiker: Beim Aufstehen zieht sich der Hintermann am Vordersitz hoch und lässt die Rücklehne auch noch flitschen, sobald er steht. Na, Danke! Rücksichtsloser geht es nicht. Richtig ist allein, sich an den Armlehnen hochzudrücken. Sollten Sie am Fenster sitzen, versteht es sich von selbst, dass Sie warten, bis die näher am Gang sitzenden Passagiere zuerst aufstehen.

  • Nicht drängeln

    Ja, die Knigge-Regel gab es schon beim Einsteigen. Bedauerlicherweise halten sich beim Aussteigen noch weniger daran – obwohl sich die meisten am Gepäckband sowieso wiedersehen und dort gemeinsam auf die Koffer warten. So bringt es Ihnen überhaupt nichts, als erster aus dem Flugzeug zu stürmen. Es wird gerempelt, gedrängelt, gemeckert. Alles falsch! Richtig ist, von innen nach außen und Reihe für Reihe auszusteigen. Heißt: Zuerst gehen die Inhaber der Gangplätze der ersten Reihe von Bord, dann die Mittelsitzer, zum Schluss die Fenstersitzer. Danach ist die zweite Reihe an der Reihe. Und so weiter. Wenn die Hinterbänkler Glück haben, steht auch an der hinteren Tür eine Gangway. Falls nicht, haben Sie bitte Geduld.

  • Höflich verabschieden

    Es ist nur konsequent: Wer seine Sitznachbarn begrüßt, verabschiedet sich nach der Landung auch wieder von ihnen und wünscht noch einen schönen Tag oder eine gute Weiterreise. Das gilt auch dann, wenn Sie während des Fluges nach der kurzen Begrüßung kein weiteres Wort miteinander gesprochen haben.

  • Kurz bedanken

    Waren Sie mit dem Service an Bord zufrieden? Kam die Kabinencrew regelmäßig mit Getränken und hat Sie auch ansonsten gut versorgt? Dann bedanken Sie sich doch auch noch bei den Flugbegleitern. Die hören das viel zu selten.

Klatschen bei der Landung?

Klatschen bei der LandungEine eindeutige Regel dazu gibt es nicht. Sicher, ein Vielflieger dürfte wohl kaum jedes Mal eine gelungene Landung beklatschen. Für ihn ist das Flugzeug ein Reisemittel, wie Bus, Bahn und Auto auch. Und der Pilot da vorne macht auch nur seinen Job. Wer beklatscht schon den Busfahrer oder Lokführer jedes Mal, wenn die Tür aufgeht? Eben.

Anders sieht das bei Ferienfliegern aus. Für nicht wenige Urlaubsreisende stellt der Flug bereits den ersten aufregenden Höhepunkt dar. Hinzu kommt die ohnehin lockere Urlaubsstimmung und Freude über eine sanfte Landung am Ferienziel (oder später wieder in der Heimat). Warum das nicht mit einem kurzen Applaus quittieren?

In manchen Kulturkreisen ist es wiederum üblich, sich bei Start oder Landung zu bekreuzigen oder anderweitig seinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Lassen Sie den Leuten also ihren Spaß, Sie müssen ja nicht mitmachen. Darüber verächtlich zu spotten oder die Nase zu rümpfen, wäre indes kein Zeichen guter Manieren. Eher von Intoleranz und Arroganz.

Hygiene im Flugzeug: Die schmutzigsten Stellen im Flieger

Jedes Flugzeug wird regelmäßig gereinigt und gesäubert. Trotzdem ist die Kabine eines Fliegers nicht der sauberste Ort, teilweise sogar ziemlich ekelig. Keime und Bakterien werden bei den Reinungsarbeiten nur oberflächlich beseitigt, vieles bleibt auf den Oberflächen – gerade dort, wo viele verschiedene Hände die unterschiedlichsten Mikroorganismen verteilen.

So drohen bei einer längeren Flugreise nicht nur Rückenschmerzen oder Thrombose, sondern einige Krankheitserreger, die sich an Gegenständen im Flugzeug festsetzen können. Ein Mikrobiologe untersuchte Flieger zweier großer amerikanischer Fluglinien und kam zu dem erschreckenden und unappetitlichen Ergebnis: Flugzeuge sind Bakterienschleudern.

Ganz vermeiden lässt sich der Kontakt zwar nicht, aber bei diesen Stellen im Flugzeug sollten Sie an Keime und Bakterien denken und sich im Anschluss lieber die Hände desinfizieren:

  1. Klapptisch

    Lecker oder ekelig? Der Klapptisch auf dem Vordersitz ist die mit Abstand größte Keimquelle im Flugzeug. Gemessen wurden bei der Probe 2.155 KBE pro Quadratzoll. KBE steht für koloniebildende Einheiten und gibt die Dichte der Mikroorganismen an, zu denen auch Bakterien und Pilze zählen. Ein Quadratzoll entspricht ca. 6,5 Quadratzentimetern.

  2. Knopf der Trinkfontäne

    Hände waschen oder lieber sein lassen? Nach dem Test ist die zweite vermutlich sogar die hygienischere Variante. Die runden Buttons, mit denen Sie das Trinkwasser sprudeln lassen, sind mit 1.240 KBE pro Quadratzoll verseucht.

  3. Lüftung über dem Kopf

    Frischluftfanatiker? Wer den Lüftungsknopf über seinem Kopf dreht und drückt, macht gleichzeitig Bekanntschaft mit einer Vielzahl von Bakterien. 285 KBE pro Quadratzoll – das ist sogar noch mehr als auf dem Spülknopf der Toilette.

  4. Toilettenspülung

    An der Flugzeugtoilette führt kein Weg vorbei. Aber immerhin liegt der heimliche Favorit der Stichprobenauswertung letztlich nur auf Platz vier. 265 KBE pro Quadratzoll wurden auf den Spül-Knöpfen gemessen – deutlich weniger als am Waschbecken.

  5. Gurtschnalle

    Bitte anschnallen! Den Anschnallgurt kriegt jeder im Flieger mindestens zweimal zwischen die Finger. Nicht verwunderlich also, dass die Gurtschnalle eine hohe Keimdichte hat – 230 KBE.

  6. Toiletten-Türschloss

    Besetzt! Nämlich mit einer Vielzahl von Mikroorganismen. 70 KBE ergab der Test an der Toiletten-Verriegelung. Im Vergleich zu anderen Orten im Flieger aber ein erstaunlicher kleiner Wert.

PS: Kennen Sie den Unterschied zwischen einem Nonstop-Flug und einem Direktflug?

  • Nonstop-Flug: Bringt Sie direkt zum Zielort ohne Zwischenstopps. Sie starten am Abflugort und landen am Zielort.
  • Direktflug: Bringt Sie auch direkt zum Zielort – allerdings kann die Maschine einen Zwischenstopp einlegen. Manche Passagiere steigen aus, andere ein – Sie aber bleiben in der Regel sitzen und fliegen weiter. Bis zum Zielort.
[Bildnachweis: Karrierebibel.de]
15. Januar 2019 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.



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