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WWOOFing: So funktioniert das Reisen und Arbeiten

WWOOFing verbindet ökologischen Landbau und Reisen. Es steht für ein Konzept, Auslandserfahrungen zu sammeln und gleichzeitig etwas Gutes zu tun. Das ist weltweit möglich. Um teilzunehmen, Land und Leute kennenzulernen, brauchen Sie keine großen finanziellen Rücklagen. Allerdings ist WWOOFing kein Urlaub, sondern harte körperliche Arbeit. Was sich genau hinter WWOOFing verbirgt, welche Kosten auf Sie zukommen und für wen es geeignet ist…

WWOOFing: So funktioniert das Reisen und Arbeiten

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Was ist WWOOFing?

Hinter WWOOFing steckt die englische Abkürzung WWOOF, das steht für World-Wide Opportunities on Organic Farms. Übersetzt bedeutet das etwa „Weltweite Gelegenheiten auf ökologischen Höfen“. Häufig wird die Kurzform auch für die Bezeichnung Willing Workers on Organic Farms genutzt – etwa: „Bereitwillige Arbeitskräfte auf Biohöfen“.

Als Aktivität wird entsprechend vom WWOOFing gesprochen. WWOOF bezeichnet ein inzwischen fast weltweit agierendes Netzwerk von ökologischen Farmen und Bauernhöfen. Diese ermöglichen es Interessenten, eine Zeit lang auf dem Hof zu leben, am Alltag teilzunehmen und dort zu arbeiten. Konkreter unterscheidet man zwischen denjenigen, die einen Hof besitzen (WWOOF-Höfler) und denjenigen, die dort arbeiten wollen (WWOOFer).

Was macht man beim WWOOFing?

Viele reizt das Landleben und die Gelegenheit zu reisen. Unterschätzen sollten Sie die Arbeit dennoch nicht. Zwar brauchen Sie in der Regel keine Angst haben, von Sonnenaufgang bis spät in die Nacht schuften zu müssen. Jedoch sind die Aufgaben, die in der Landwirtschaft anfallen, durchaus körperlich anstrengend und erfordern ein gewisses Maß an Fitness und Belastbarkeit.

Wer glaubt, beim WWOOFing auf der faulen Haut liegen zu können, irrt gewaltig. Welche Aufgaben aber genau zu Ihrem WWOOFing Aufenthalt gehören, hängt immer davon ab, in welchem Betrieb Sie arbeiten, welche Saison gerade ist und wo die meiste Hilfe benötigt wird. Klassischerweise werden Sie bei der Versorgung von Tieren helfen, bei der Ernte zur Hand gehen oder auch Reparaturen und andere Arbeiten erledigen, die ein wenig handwerkliches Geschick benötigen.

Gibt es eine Vorbereitung aufs WWOOFen?

Natürlich gibt es Einführungen und Erklärungen – niemand erwartet, dass Sie perfekte Vorkenntnisse mitbringen oder alles auf Anhieb beherrschen. Es wird jedoch schon erwartet, dass Sie ein wenig Eigeninitiative zeigen und ebenso Motivation mitbringen, wirklich anzupacken.

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Häufige Fragen und Antworten zum WWOOFing

Was versteht man unter WWOOFing?

WWOOFing ist mehr als Arbeiten auf dem Bauernhof plus Reisen. Es geht ums Solidaritätsprinzip: Als WWOOFer werden Sie Teil der Familie. Sie packen an, wo Hilfe benötigt wird – ob beim Kühe melken, Ernte einholen, Waren auf dem Bauernmarkt verkaufen oder kleinere handwerkliche Arbeiten verrichten.

Wie lange dauert der Aufenthalt?

Das entscheiden letztlich Sie und der WWOOF-Höfler. Wenige Tage reichen in der Regel kaum, um wirklich sinnvoll tätig sein zu können, schließlich benötigen die meisten eine Einarbeitung. Eine Woche Aufenthalt wird daher empfohlen. Andererseits sind beide Seiten frei darin, den Aufenthalt früher zu beenden, falls die jeweiligen Vorstellungen zu stark von der Realität abweichen.

Wird die Arbeit bezahlt?

Geld gibt es für die Mitarbeit nicht. Die Entlohnung sind Kost und Logis – und natürlich die Erfahrungen, die jeder WWOOFer in der Zeit macht und mit nach Hause nehmen darf.

Wie viel kostet WWOOFing?

Als einzelner Interessent zahlen Sie 25 Euro pro Jahr. Als WWOOF-Höfler zahlen ebenfalls 25 Euro. Spezielle Mitgliedschaften für Paare (mit oder ohne Kindern) oder Freunde sind ebenfalls in Planung. Hinzu kommen Ausgaben für Extras, die Sie gegebenenfalls benötigen.

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So können Sie am WWOOFing teilnehmen

Sollten Sie Interesse haben, WWOOFing selbst auszuprobieren, können Sie es natürlich auf eigene Faust versuchen. Dafür suchen Sie sich einen passenden Hof aus, der Sie interessiert und der grundsätzlich daran interessiert ist, WWOOFer aufzunehmen (darüber sollten Sie sich im Vorfeld informieren) und suchen dann den Kontakt. Das kann funktionieren, bedeutet für Sie jedoch mehr Aufwand. Besser ist es, wenn Sie direkt über eine WWOOF-Organisation gehen, die alle teilnehmenden Höfe listet, Informationen bereitstellt und WWOOFern bei Fragen zur Seite steht.

Nachdem Sie sich angemeldet haben und Mitglied geworden sind, können Sie sich einen teilnehmenden Hof aussuchen, der Ihren Vorstellungen entspricht. Über die WWOOF-Organisation erhalten Sie dann auch die Kontaktdaten, über die Sie sich an den Hofbesitzer wenden können.

Beim WWOOFing werden einige Verhaltensstandards erwartet. Zum Beispiel, dass Sie frühzeitig Anfragen stellen, dass Sie Engagement mitbringen oder dass potenzielle WWOOFer Absagen so schnell wie möglich mitteilen, damit die WWOOF-Höfler die Planung auf dem Hof anpassen können. Ansonsten geht es beim WWOOFing aber eher locker zu. Es handelt sich um ein freiwilliges Arrangement, bei dem es darauf ankommt, gut miteinander auszukommen und zu arbeiten.

Ist WWOOFen für Ältere?

Ja! Das unterscheidet WWOOFing von vielen anderen Programmen, die Auslandsaufenthalte zum Ziel haben. Dort existieren zumeist in irgendeiner Form Altersbeschränkungen. Hier gibt es lediglich aus Gründen des Jugendschutzes eine Altersgrenze nach unten: Der WWOOF-Aufenthalt wird ausdrücklich für Jugendliche ab 16 Jahren angeboten. Somit ist WWOOFen für Ältere, theoretisch sogar für Senioren möglich. Hauptsache, die gesundheitliche und seelische Verfassung lässt es zu.

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WWOOFing Deutschland, Schweiz oder Schweden?

Sollten Sie nicht nur an der Arbeit auf einem Hof, sondern vor allem auch am Reisen und anderen Kulturen interessiert sein, sind Sie beim WWOOfing nicht auf Deutschland beschränkt. Sehr beliebte Länder sind beispielsweise auch Spanien, Neuseeland, Australien oder Kanada. Alle haben ihr eigenes Netzwerk, also WWOOFing Canada, WWOOFing Sweden, WWOOFing Spain und so weiter.

Internationales WWOOFing kann Ihre interkulturellen Kompetenzen verbessern und eine gute Möglichkeit sein, nicht einfach nur als Tourist zu reisen, sondern die Menschen vor Ort und deren Lebensweise besser kennenzulernen, weil Sie diese bei der täglichen Arbeit unterstützen. Davon abgesehen hat es zahlreiche Vorteile:

Gute Gründe für das WWOOFing

Auf einem ökologischen Hof mit anzupacken, ist an sich bereits ein guter Grund, um am WWOOFing teilzunehmen. Die Erfahrungen und Eindrücke, die Sie in diesem Umfeld gewinnen, können über lange Zeit nachwirken. Darüber hinaus hat das WWOOFing auch einige ganz pragmatische Nutzen und Vorteile, von denen Sie in Ihrer Laufbahn noch profitieren können. Diese guten Gründe sprechen für das WWOOFing:

  • Internationalität zeigen

    Ins Ausland gehen und dort eine Zeit leben und arbeiten – in vielen Branchen und bei zahlreichen Arbeitgebern ist dies heutzutage ein großer Pluspunkt und kann Sie von anderen Bewerbern oder auch Kollegen abheben und unterscheiden. Bei international und global agierenden Unternehmen wird immer größerer Wert auf Mitarbeiter gelegt, die ebenso international aufgestellt und orientiert sind.

  • Profil schärfen

    Das WWOOFing lohnt sich ganz besonders, wenn es zu Ihrem persönlichen Profil passt oder dieses dadurch verfeinert und ergänzt wird. Sie setzen sich bewusst und gezielt für ökologische Themen ein oder arbeiten in einem Bereich, in dem dies relevant ist? Dann ist das WWOOFing ein optimaler Punkt in Ihrem Lebenslauf, der Ihre Ausrichtung noch einmal unterstreicht.

  • Offenheit demonstrieren

    Sollte das WWOOFing nicht zu 100 Prozent zu Ihrem Werdegang passen, heißt das noch lange nicht, dass es sich nicht lohnen kann. Sie zeigen damit trotzdem, dass Sie über Ihren Tellerrand hinausblicken, offen sind und Ihren Horizont erweitern wollen – wichtige Eigenschaften im Berufsleben.

  • Konsum überdenken

    Vor allem für Stadtmenschen, die von der Landwirtschaft völlig entkoppelt sind, kann WWOOFing eine gute Gelegenheit sein, den eigenen Konsum zu überdenken. Wer ansonsten wenig bis gar keinen Zugang zum Leben auf dem Land oder einem Bauernhof hatte, erhält nun Einblicke in die ökologische Landwirtschaft und lernt die andere Seite der Medaille kennen. Viele WWOOFer überdenken im Nachhinein ihren Umgang mit einigen Produkten – das muss kein drastischer Lebenswandel sein, bringt aber oftmals eine größere Wertschätzung und einen bewussteren Konsum mit.

  • Stress abbauen

    Die freien Wochenenden oder den wohlverdienten Jahresurlaub nutzen, um körperlich anstrengende Arbeit zu erledigen? WWOOFing ist vielleicht nicht der klassische Erholungsurlaub, aber das Kontrastprogramm aus körperlicher Arbeit (im Gegensatz zu einem Bürojob) und Landleben hilft dabei, dem täglichen Stress Ihres normalen Arbeitslebens zu entkommen.

Ursprung: Woher kommt die Bewegung?

Die Gründung der WWOOFing-Bewegung geht zurück auf Sue Coppard im Jahre 1971. Coppard arbeitete zu dieser Zeit als Sekretärin in London und lebte in der Stadt. Um Zeit in der Natur verbringen zu können, organisierte sie ein Wochenende an einer nahe gelegenen Schule für Landbau, an dem auch andere Teilnehmer mitmachen konnten, die Lust und Laune an mehr grüner Umgebung hatten.

Mit so großem Erfolg, dass das Projekt auf ökologischen Bauernhöfen und Landwirtschaftsbetrieben weitergeführt wurde – unter dem Namen Working Weekends on Orcanic Farms. Hier entstand auch die Idee, den WWOOFern Kost und Logis anzubieten. Im Laufe der Zeit entwickelte sich ein regelrechtes Netzwerk, das sich über viele Länder ausbreitete. Darüber läuft mittlerweile die Organisation der verschiedenen Zusammenarbeiten zwischen Freiwilligen und ökologischen Höfen.

Alternativen zum WWOOFing

Sie spielen mit dem Gedanken, für eine Zeit im Ausland zu arbeiten und zu leben – ein ökologischer Hof ist für Sie aber nicht die richtige Option? Kein Problem, neben dem WWOOFing gibt es einige Alternativen, die ein ähnliches Grundprinzip verfolgen.

1. Work & Tavel

Großer Beliebtheit erfreut sich beispielsweise das Work and Travel, das – wie der Name bereits sagt – das Arbeiten und Reisen miteinander kombiniert. Sie bereisen fremde Länder, finanzieren die Reise aber nicht vorab, sondern verdienen sich vor Ort durch Arbeit und Aushilfstätigkeiten Geld dazu, um den Aufenthalt zu bezahlen.

2. Au-Pair

Eine andere Alternative sind Au-Pair Aufenthalte, bei denen Sie in einer Familie leben und für die Kinderbetreuung verantwortlich sind. Bei all diesen Optionen handelt es sich um eine Verbindung zwischen teils anstrengender Arbeit und der Möglichkeit des Reisens. Auch existieren für Work & Travel ebenso wie für Au-Pairs Altersbeschränkungen – im Gegensatz zu WWOOFing ist es für Ältere nicht möglich.

3. House Sitting

Dem WWOOFing am nächsten kommt vermutlich das House Sitting: Hierbei gewährleisten Sie als Haushüter, dass die Eigentümer eines Luxusheims beruhigt in den Urlaub fahren können. Dazu kümmern Sie sich um Haus und Garten, passen auf Haustiere auf und füttern sie. Auf diese Art sparen Sie eine teure Unterkunft im Ausland. Bevor Sie allerdings über Plattformen wie trustedhousesitters.com fündig werden können, müssen Sie einen Jahresbeitrag zwischen 30 und 95 Dollar zahlen.

4. Sabbatical

Wer sich hingegen völlig auf den Aufenthalt konzentrieren will, kann dies in Form eines Sabbaticals tun. Gemeint ist damit eine Auszeit, entweder nach Ausbildung beziehungsweise Studium oder auch in einem Arbeitsverhältnis, bei dem Sie für eine gewisse Zeit dem Alltag entsagen und beispielsweise die Welt erkunden.

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[Bildnachweis: mangsaabguru by Shutterstock.com]

Jochen Mai Autor Ueber UnsErfolg. Einfach. Machen. Ich ❤️ es, Menschen dabei zu unterstützen, Ihre beruflichen Ziele zu erreichen und mehr Erfolg in Job und Leben zu realisieren. Dafür steht die Karrierebibel mit über 4000 Artikeln, Vorlagen, Checklisten und Services seit mehr als 15 Jahren.

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